Da gab es eine Oma der schöneren und besseren Hälfte, deren Spruch zur Bielefelder Druck – und Verpackungsherstellungsanstalt “Graphia” – am OWD gelegen – immer war: “Kind, cheh ins Chraphische”. Was das Kind nicht tat. Aber die chraphischen Muster, die der neu fallende Schnee mit Hilfe der Autoreifen so malt, sind es auf jeden Fall.
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Ja, das ist wirklich klasse!
„Im Mittelpunkt ihres politischen Denkens und Handelns steht stets der Mensch. Die Würde und die Rechte des Individuums leiten Angela Merkel bei ihren politischen Entscheidungen, die geprägt sind von Berechenbarkeit und Verlässlichkeit. In der Außenpolitik verfolgt sie einen Kurs, der die Partnerschaft in den Vordergrund stellt, ohne dass sie die manchmal notwendige Konfrontation scheut. Ihr konsequenter Einsatz für Menschenrechte, für die Wahrung der Schöpfung und eine freiheitliche Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung habe ihre Wurzeln in der ganz persönlichen Biographie von Angela Merkel.“
Nein, das ist nicht der Auszug aus Angela Merkels Belobigungsurkunde für “Treue Dienste für die DDR und die FDJ” sondern die Begründung, warum die “führenden deutschen Chefredakteure” der Kanzleuse den “Deutschen Medienpreis” verleihen. Selten etwas noch Dämlicheres von der an Dämlichkeiten schon reichlich bestückten deutschen Medienlandschaft gelesen. Was soll dieser Kniefall unter Führung des ehemaligen Spiegel-Chefredakteurs Stefan Aust? Was tut Templins größter Stolz den Typen in den Tee?
Oder ist das gar schon DDR 2.0?
Das ist die deutsche Gründlichkeit, über die sich das Ausland kaputtlacht. Wegen läppischer 20 Euro setzt die Bundesagentur für Arbeit (BA) ihren bürokratischen Apparat in Gang und fordert von ungezählten Hartz-IV-Empfängern Kindergeld zurück. Dies nur, weil es sich die Bundesregierung anders überlegt hat, keine Übergangsfrist mehr akzeptiert und nicht möchte, dass Hartz-IV-Empfänger von der Kindergelderhöhung zum 1. Januar profitieren. Und so sollen denen die 20 Euro wieder weggenommen werden, deren Bescheid noch im Dezember nach alter Rechtslage erstellt worden war. Das ist Bürokratiewahnsinn, bei dem Aufwand und Ertrag in einem krassen Missverhältnis zueinander stehen. Fehlt nur noch, dass die BA anschließend den Betroffenen einen weiteren Schrieb schickt mit der Benachrichtigung, dass jetzt wieder alles ausgeglichen ist. Es verstärkt sich einmal mehr der Eindruck, dass die Hartz-IV-Gesetze voller Mängel und Ungereimtheiten stecken. Sie sind eine Jobmaschine für Anwälte, ein kaum zu bewältigendes Arbeitspensum für Sozialrichter und ein Ärgernis für die Empfänger selbst geworden. Spätestens jetzt sind sie auch reif fürs Kuriositätenkabinett.
Liebes Westfalen-Blatt. Das ist schon richtig, was Ihr da schreibt. Aber wer hindert Euch als “Vierte Gewalt”, diese Themen jeden Tag, jede Woche, jeden Monat anzuprangern? Schließlich sind es Steuergelder, die von diesen grandiosen Helden der Arbeit und der geballten Intelligenz an die Wand gefahren werden. Wer so wunderbar Zahlen zurechtbiegen kann wie die BA, der kann eigentlich auch noch andere Dinge. Zum Beispiel für ein Millionenporto einen Schrieb schicken: “Nun ist alles ausgeglichen. Ihre 100.000 überflüssigen Verwalter des Nichts”.



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