Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

Themen anzeigen:

Dezember 2009
M D M D F S S
« Nov   Jan »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Autoren gesucht - jetzt mitbloggen über deine Stadt!

Mi
16
Dez '09

Schock Pur

pur-schock.jpg

Aus einer Pressemeldung: Pudding, Schokolade, Fruchtgummi: Auf Lebensmittelpackungen wimmelt es nur so von Prozentangaben. Mal geht es um den Zuckeranteil, mal um Fett oder Kakao. Doch oft sind die Angaben absolut irreführend. Das kritisiert die Verbraucherorganisation Foodwatch. Als Beispiel nennt Foodwatch den Schokopudding “Pur Choc” von Dr. Oetker: Der Pudding werde mit dem Versprechen “75 Prozent Kakao in der Schokolade” beworben - er enthält aber nur einen Schokoladenanteil von 2,5 Prozent. Damit stecken in einem Becher nur 1,875 Prozent Kakao, wie Foodwatch vorrechnet.

Hm. Was steckt in den restlichen 72,5% unseres heimischen Multinahrungsmitteltalentes?

Roswitha Müller-Piepenkötter, die Websperrerin

Das nordrhein-westfälische Justizministerium verweigert Kritikern den vollen Zugang zum Netz: Die Bediensteten der NRW-Justiz können von ihrem Arbeitsplatz nicht mehr auf die Online-Seite des WDR zugreifen. Nach dem Ausbruch von zwei Schwerverbrechern aus einem Aachener Gefängnis wurde in Foren auf der Webseite heftige Kritik an Ministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) veröffentlicht - zu den Autoren gehörten auch Justizbedienstete. Nach einer internen Mitteilung vom vergangenen Donnerstag, die der FR exklusiv vorliegt, wurde die Seite nun gesperrt. Quelle: Frankfurter Rundschau.

Ach ja, das Roswithachen. Diese grandiose Leuchte der NRW-Justiz, die Vorsteherin des Ministeriums, in dessen Zuständigkeit sie abhauen, es ständig Skandale gibt und jetzt das: Die Dame wird kritisiert und schlägt mit Zensur zurück. Wie in China, Iran, Irak und ein paar Bananenrepubliken. Ich vergaß: zu denen gehört die Bundesrepublik ja auch. Basteln wir uns also einen Müller-Piepenkötter oder einen Kunduz wie derzeit Angela I. von Bananien und der ob seiner ständigen Lügereien ziemlich tief gefallene Polit”star” K-TvzG (Was immer das auch sein mag, was journalistische Schwachmaten da der PR-Agentur nach dem Script labern). Was sind das bloß für Nullen, die auf solche Positionen geschwemmt werden.

Lügen ist die erste Politikerpflicht.

Bielefelder sparen ihr Abwasser teurer

p1040895.JPG

35,28 Euro oder 3,9 Prozent mehr als bisher muss ein Bielefelder Vier-Personen-Musterhaushalt 2010 an Gebühren zahlen. Der Finanzausschuss des Rats stimmte gestern zu, dass Abwasser um 5,6 Prozent teurer, die Müllabfuhr um 0,5 Prozent billiger wird. Straßenreinigung und Friedhöfen bleiben unverändert. Schreibt die NW. Die Begründung liefern die Strategen im Rathaus. Der Verbrauch an Frischwasser, nach dem die Gebühren bemessen werden, sinkt, weil die Bielefelder sparsamer sind. Das wirkt sich auf die Gebühren aber nicht positiv sondern negativ aus. Aha. Umweltbewusstes Verhalten wird also “bestraft”? So ist es. Die wunderbare Hauptstadt der Brachflächen hat in den letzten Jahren die Rücklage aufgezehrt und muss 2010 dafür 3,4 Millionen Euro mehr aufbringen. Obwohl der Umweltbetrieb Bielefeld also die Betriebskosten um 300.000 Euro senken konnte, sind die hohen Fixkosten nicht auszugleichen. Sagt die Metropolverwaltung.

“Spare in der Not, dann wirds teurer beim Tod”. Oder so ähnlich. So gelingt denn immer wieder im kleinen Rathaus mit den Fenstern nach innen auch, was Schilda bereits vormachte: Die Quadratur des städtischen Kreises.

Die grandiose Zynik der Bankster

Lernen Menschen aus der Geschichte? Genau genommen: Lernen Banker und Politiker aus der Finanzkrise? Nach den Meldungen der vergangenen Tage und Wochen muss die Antwort lauten: nein, die meisten leider immer noch nicht. Beispielsweise die Landesbanken: Deren Verantwortliche sind ja seit Längerem dafür bekannt, Entscheidungen nicht unbedingt mit Verstand zu treffen. Welches Finanzinstitut braucht die erste »Bad Bank« Deutschlands? Eine Landesbank, die West-LB. Welches Finanzinstitut hat soeben wieder 3,7 Milliarden Euro Steuergeld versenkt? Die Bayern-LB, die mit zehn Milliarden vom Land Bayern gestützt wird. Von den Garantien des Bundes und Landesbürgschaften ganz zu schweigen. Welches Finanzinstitut ist im Fokus der Staatsanwaltschaft, weil Manager riskante Finanzgeschäfte getätigt haben sollen? Richtig: eine Landesbank, dieses Mal die größte deutsche, die aus Baden-Württemberg. Das zeigt in aller Deutlichkeit: Es ist hochriskant, wenn sich Menschen, die wenig bis keine Ahnung von betriebswirtschaftlichen Vorgängen haben, in diese einmischen. In den Verwaltungsräten der LBBW und der Bayern-LB sowie im Aufsichtsrat der West-LB sitzen Fachleute, aber eben auch Politiker, die nicht vom Fach kommen. Weil
die Experten weniger Stimmen als die Dilettanten haben, entstehen Milliardendesaster und Missetaten. Leider ist die Finanzwelt nicht so einfach, dass sie sich in die guten, weil privaten, und die bösen, weil staatlichen Akteure, einteilen lässt. In den USA treiben die Banker gerade wieder das voran, was in den Augen vieler die Finanzkrise ausgelöst hat: die Deregulierung. Sie wollen sich von den lästigen Ketten lösen, die ihnen Präsident Barack Obama umgelegt hat, von der strengen staatlichen Kontrolle und den harten Einschnitten bei der Bezahlung ihrer Führungskräfte. Und deshalb zahlt eine Großbank nach der anderen so schnell wie möglich und mit Geld, das plötzlich verfügbar ist, Staatshilfen zurück. So gut das für den amerikanischen Steuerzahler auch ist, in erster Linie profitieren die Banken selbst von diesem Befreiungsschlag. Denn ohne staatliche Einflussnahme können sie wieder ungestört agieren und neue Mitarbeiter mit satten Bonus-Zahlungen locken. Ein vorerst letztes Beispiel dafür, dass Menschen aus der Geschichte nicht lernen, liefern dann ausgerechnet die Bankberater in Deutschland. Auf die meisten von ihnen kann man sich nach Angaben der Stiftung Warentest bei der Geldanlage nicht verlassen. Immer noch empfehlen sie riskante und komplizierte Anlageformen. Immer noch verfehlen sie damit ihren Beruf - nämlich Menschen darüber zu informieren, wie sie ihr Geld ihren Bedürfnissen entsprechend vermehren können. Banker und Politiker sollten sich endlich ihrer Verantwortung bewusst werden. Großmannssucht und Gier sind Krisentreiber.

Liebes Westfalen-Blatt, da könntet Ihr ebensogut gegen eine Wand rufen. Da der Schweizer Obergauner an der Spitze der Deutschen Bank, ein gewisser Joe “V-Mann” Ackermann bereits wieder von zehn Milliarden faselt, die er im nächsten Jahr “verdienen” will und Madame Kanzler nicht nur Parties für den Ewiggrinser im Kanzleramt veranstaltet sondern auch sonst ganz zu Willen ist, wird sich am Gebaren der Herren der Welt ganz sicher nichts ändern. Freut Euch schon mal auf den nächsten “Big-Bang” und haltet Eure Portemonnaies offen.

Hat er denn noch genug Profil?

p1040893.JPG
(Kleinanzeige in der heutigen NW)