Rainers Haushaltsauflösung

Autoren gesucht - jetzt mitbloggen über deine Stadt!Das alles läßt sie unangefochten. Und wenn sie wüßte, daß morgen die Welt unterginge – sie würde einen Minister hinschicken und sich mit etwas Schönerem beschäftigen. Winken, Schnittchen mit Ackermann, über rote Teppiche schweben. Die Frisur hält.
Ein schöner Satz über den Regierungsstil der Dr. Angela Dorothea “IM Erika” Merkel. Gefunden bei Feynsinn. Wenn diese furchtbare Berliner Posse uns nicht alle anginge, könnten wir ja gemütlich über den Weihnachtsmarkt schlendern, Glühwein aus schlecht gespülten Kummen trinken und warten, bis die Bratwürste 0,50 Cent kosten. Aber selbst da toppt uns dieses Konglomerat an der Spree noch:
Angesichts der Milliarden für Zockerbanken, Politiker, die das heiße Eisen “Bankenregulierung” nicht einmal angucken, geschweige denn anfassen und desaströse Kriegspolitik mit ebenfalls Milliarden Kosten ein ziemlich nachdenklich machender Kommentar der “Westdeutschen Zeitung”. Von dessen Inhalt Bielefeld ebenfalls nicht weit entfernt ist:
In diesen Tagen zeigt sich wieder einmal besonders deutlich, wie die politischen Gewichte zwischen Bund, Ländern und Kommunen verteilt sind. Der Bund will im kommenden Jahr bis zu 100 Milliarden Euro Schulden machen – offen und verdeckt. Das Land muss mindestens 6,6 Milliarden Euro an frischen Krediten aufnehmen, um über die Runden zu kommen. Beide Seiten verkaufen das
der interessierten Öffentlichkeit als absolut notwendig und als Investition in die Zukunft. Am unteren Ende der Hierarchie sieht das ganz anders aus: Die besonders armen Städte müssen nicht nur Theater und Bäder schließen. Sie dürfen auch keine Lehrlinge mehr einstellen. Wer aber keinen Nachwuchs mehr ausbildet, der hat keine Zukunft mehr. Oben wird geprasst, unten wird bis zum bitteren Ende gespart. Weder der Bund noch die Länder kennen so etwas wie Finanz-Aufsichtsbehörden. Zwar sind in den jeweiligen Verfassungen Maßstäbe für eine Obergrenze vage formuliert. Aber wenn die Opposition gegen die Regierung erfolgreich vor dem Bundes- oder dem Landesverfassungsgericht klagt, gibt es eine strenge Rüge ohne direkte Konsequenzen. Nicht viel anders sieht es mit den sogenannten Maastricht-Kriterien auf EU-Ebene aus. Brüssel hat noch in keinem Fall ein Strafgeld verhängt. Dabei ist das Euro-Land Griechenland faktisch pleite und wird nur durch die Solidarität der EU-Partner am Leben erhalten. Von diesen feinen Tricks der Hochfinanz sind Städte wie Wuppertal, Hagen oder Oberhausen weit entfernt. Sie kämpfen ganz einfach um das tägliche Überleben. Dabei geht es nur noch um die Zuteilung für die Wandfarbe in den Schulen, die gesetzlich vorgeschriebene Abdeckung bei den Kindergartenplätzen und natürlich die Personalkosten. Diese Zeche zahlt aber weder die EU, noch Berlin oder gar Düsseldorf für sie – dieses Geld müssen sie bei den Banken als Kredite aufnehmen. Und wenn sie das machen, dann dürfen sie irgendwann auch keine Auszubildenden mehr einstellen – so sind die Regeln für die ganz unten. In leider immer mehr Gemeinden sind die Rathäuser die größten Arbeitgeber. Brechen die als Ausbilder komplett weg, wird die Schieflage vor Ort immer größer.
“Kaaaaaaaaarinnnn, willse auch ne Curry?”. Erna hatte als Spitze des hörbar Ruhrpöttischen vierköpfigen Beige-Windjackenfeldes als Erste das Damisch-Rondell auf dem wunderstimmungsvollen Jahnplatz erreicht. Vier Curry also. Als der restliche Dreierpack der Quadriga sich an die steinerne Theke lehnte, waren die Curry schon da…
… und schienen wunderbar zu munden. So schnell waren sie alle. “Samma, dat is abba hier ganz anners als in Essen”, merkte eine der beiden männlichen beigen Windjacken an und drehte das Schütterhaar-bedeckte Köpfchen im Rund wie OBPit vor einer Ratssitzung. Sein Blick schien zunächst auf Hans-Rudis erleuchtetes Jahnplatzüberwurfzelt zu fallen….
… um dann wohl weiter zu schwiffen und den Blick an das überdimensionale Printerzeugnis für OBPits “Schirmherrschaft” zu heften….
Ob sie dann weiter durch die spätnachmittägliche Weihnachtsszenerie der Metropole an der Lutter tändelten, entzog sich unseren Blicken. Wir schlenderten Richtung Crüwellhaus und Alter Markt…
…. hörten dort einer Alte-Herren-Combo zu, die mit einer Neuinterpretation von “Oh Tannebaum” reüssierte….
… lachten über lustige Karten vor Rüthers Etablissement….
… und noch mehr über eine Bemerkung der schöneren und besseren Hälfte, als der schwere Wagen langsam über die letzte steile Rampe gen Ausgang des Opitzparkhauses rollte und eine muntere dreiköpfige Herrenriege an uns vorbei gen Ausgang tobte: “Guck. Da haste Deine Altherrenriege”. Leider bekam sie die Kamera nicht schnell genug in den Anschlag. Das gelang ihr erst, als der Westen dieses lustigen kleinen Städtchens Höhe Dortmund, Münster, Hamm von putterrotem Sonnenuntergang übergossen wurde.
Ach ja, Bielefeld ist schön. Warum sonst kommen Ruhrpöttler aus Essen zum Curryessen an das B68-Rondell?
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