Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Mi
2
Dez '09

NW 02.12.09
CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst muss wegen des doppelten Bezugs von Zuschüssen zur Krankenversicherung keine Ermittlungen der Staatsanwaltschaft befürchten. Die Staatsanwaltschaft erklärte, sie könne keinen Vorsatz erkennen.

Da kann man doch nur froh sein dass der Mann kein Brötchen vom kalten Büffett des grossen Arbeiterführers Rüttgers durch seinen gierigen Rachen geschoben hat. Denn dann hätte man ihn ja verurteilen müssen. Aber 5.000,-€, da kann man bei einem Rechtsanwalt der ein Formular unterschrieben hat, in dem er sich verpflichtet Zuschüsse von anderen zu melden, natürlich keinen Vorsatz erkennen.
Zum Glück für unsere Politraffkes sind Staatsanwälte weisungsgebunden. So kann Frau Justizministerin Roswita Müller-Spökenkieker, die sonst nur durch ihre Inkompitenz auffällt, mal einem Parteifreund etwas gutes tun.

Bielefeld — eine Stadt sieht rot!

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Kein Spekulatius bei JIBI im September

Hach, diese Pressemeldung freut dann doch. Seit Jahren kämpfe ich einen inneren Windmühlenflügelkampf gegen die Berge Herbstgebäck (Dominosteine, Spekulatius, Printen) beim Kultnahversorger JIBI und anderen Etablissements. Diese Pressemeldung enthüllt nun, wie die Deutschen darüber denken:

Die Weihnachtspromotion im Lebensmitteleinzelhandel geht vielen Kunden auf die Nerven. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Zeitschrift “acquisa” in Kooperation mit der Agentur “Die Gefährten”. Demnach empfindet die Mehrheit der Befragten Weihnachtspromotions als störend, kauft aber dennoch fleißig ein. Da wird auch im Oktober schon einmal zu Lebkuchen und Spekulatius gegriffen. Dennoch sollte Vorsicht geboten sein: Denn die frühweihnachtlichen Werbemittel können auch einen negativen Eindruck hinterlassen. Knapp die Hälfte der Befragten findet es nicht gut, dass es schon in den Herbstmonaten Weihnachtsartikel in den Supermärkten gibt. So geben 65 Prozent an, dass diese später beginnen sollte und weitere 31 Prozent
sind der Meinung, dass die Werbemaßnahmen rund um Weihnachten weniger werden sollten. Bei der Präsentation der Waren teilen sich die Meinungen. Einerseits empfinden die Verbraucher diese als weihnachtlich (20 Prozent), kreativ (3 Prozent) und auffällig (42 Prozent), andererseits als langweilig (45 Prozent) und überladen (24 Prozent). Dennoch haben sich 81 Prozent aufgrund der Präsentation für die Produkte entschieden. Entscheidend sind die Werbemittel vor Ort. Über 75 Prozent haben diese in den Märkten registriert. Deckenhänger (66 Prozent), Displays (51 Prozent), Verkostungen und Promotions (26 Prozent) sowie Poster (11 Prozent) wurden nicht nur von vielen Personen gesehen, sondern haben sogar 40 Prozent in ihrer Kaufabsicht oder Markenentscheidung beeinflusst. Zwei Drittel kaufen statt No-Name-Produkten lieber Markenprodukte. Die Kölner Agentur “Die Gefährten” hatte für die Umfrage 400 Kunden von Edeka, Real, Rewe und Basic nach ihren Erfahrungen befragt.

Da bin ich doch voll dabei. Nieder mit den Printen, dem Dudeln des weißbärtigen roten Mannes und der Weihnachtsduselei im September. Jetzt im Dezember könnt ihr meinetwegen zuschlagen. Aber Weihnachtsgebäckmarktbeherrscher Lambertz in Aachen will ja schon früher kassieren. Und JIBI macht willig mit.

Gott hatte sicher einen anderen Plan

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Selbst Gott hat sich, nachdem er die Welt erschaffen hat, einen Ruhetag gegönnt. Nur Menschen wollen – oder sollen – am liebsten rund um die Uhr arbeiten. Angesichts der Herausforderungen, die die Wirtschaftskrise nach sich zieht, sollte man das vielleicht befürworten. Dennoch hat das Bundesverfassungsgericht der unbegrenzten Arbeitszeit in einem kleinen Bereich einen Riegel vorgeschoben – und das zu Recht. Seit Beginn der Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten in den achtziger Jahren hat sich vieles zum Positiven verändert: Die Verbraucher kommen nun auch am Sonntagvormittag in den Genuss frischer Brötchen. Und geht in der Woche am Abend das Salz aus, muss man keine Tankstelle ansteuern, um das Abendessen noch zu retten. Arbeitnehmer, die erst nach 19 Uhr aus dem Büro kommen, müssen keine Gaststätte aufsuchen, um nicht zu verhungern. Und wer ein neues Sofa kaufen will, muss zum Probesitzen keinen Urlaub nehmen: Er kann sich in aller Ruhe samstags bis zu zwölf Stunden im Möbelhaus umsehen. Dörfer und Städte wiederum profitieren von den vier verkaufsoffenen Sonntagen, die in Nordrhein-Westfalen und in ähnlicher Weise in anderen Bundesländern von den Kommunen eingerichtet werden. Da treffen sich die Bürger, da ist mal was los. Verkaufsoffene Sonntage und Aktionen wie Mitternachts-Shopping beleben Kaufhäuser und Fachgeschäfte. Davon profitieren allerdings nur die Aktiven, die die Impulse annehmen. Branchenweit sind die Umsätze in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Positiv auch: Die Liberalisierung hat zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen – zu Zeiten, da Jobsuchende früher vor verschlossenen Toren standen. Auf der Seite des Handels schlagen die Jobs natürlich als Kosten zu Buche. Doch nicht deshalb ist es an der Zeit, einer totalen Freiheit bei den Ladenöffnungszeiten Grenzen zu setzen. Gerade hat uns die Finanzkrise daran erinnert, dass es andere Werte geben muss als den Kommerz. Außer Gott braucht auch der Mensch einen festen Ruhetag, der nicht Beliebigkeit anheim fallen darf. Abgesehen davon, dass der Sonntag bei den Christen in besonderer Weise ausersehen ist, Gott und die Auferstehung seines Sohnes zu feiern, profitieren auch Nichtgläubige davon, dass es einen Tag gibt, an dem man Freunde und Verwandte besucht oder Gleichgesinnte trifft – an dem man gemeinsam nachdenkt oder feiert, jedenfalls Dinge tut, für die während der Woche keine Zeit ist. Seit es mehr als zwei Fernsehsender gibt und seit sogar die Fußball-Bundesliga den Samstagnachmittag als feste Anstoßzeit weitgehend aufgeweicht hat, gibt es nicht mehr viel, was die deutsche Gesellschaft noch in großen Teilen vereinigt. Die Tagesschau sowie sonntagsabends Tatort und Anne Will allein reichen nicht aus. Ora et labora hat der Heilige Benedikt seinem Orden als Regel mitgegeben. Bete und arbeite – alles mit ganzem Herzen und alles zu
seiner Zeit.

Liebes Westfalen-Blatt. Als Gott diese Welt schuf, hatte sie sicher einen anderen Plan. Und zu dem gehörte es ganz sicher auch nicht, Sonntags dicht gedrängt über Bahnhofstraße, Niedernstraße, Alten Markt und Obernstraße zu schieben. Da aber Gott Mammon die Macht übernommen hat, ist jede Ladenöffnungsstunde hoch willkommen. Hauptsache, die Zahl der Einkaufstüten ist groß genug. Was daran Spaß machen soll, ist und bleibt schleierhaft.

Bahnhofsviertel in 1:87

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Wer als Kind vom Vater eine Märklin-Eisenbahn “geschenkt” bekam und dann Jahr um Jahr, Geburtstag um Geburtstag, Lokomotive um Lokomotive und Waggon um Waggon mit ansehen mußte, wie der Erwachsene kindlich damit spielte und eifersüchtig über die Weichen wachte, der hat mit so etwas ein kleines Problem: In Halle vor den Toren der Metropole haben Andrea und Jürgen Kalvari das Bielefelder Bahnhofsviertel im Maßstab 1:87 auf einer 80 Quadratmeter großen Modelleisenbahnanlage neu entstehen lassen. Leinenhaus, Hauptbahnhof, Cinemaxx – alles da. Anzugucken am Nikolaustag von 11 – 17 Uhr am Künsebecker Weg 50.

Oh, ein Damenfahrrad….

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Wenn das kein typisches Bild für den Zustand heutiger Medien ist… Da steht ein silbernes Damenfahrrad. Auf dem radelte Ausbrecher Michalski durch die niederrheinische Landschaft statt durch die Heeper Fichten, wie uns den ganzen Tag weisgemacht wurde. Dann wird er gefasst und eine Hundertschaft von Lichtbildnern und KameramännerFrauen stürzt sich auf ein simples Damenfahrrad. Das Bild wiederum dient der Seite 3 der NW als Aufmacher. Ob unsere größte Lokalgazette allerdings diese Hintergedanken hatte? Interessanter hingegen das Kästchen im Bericht: Der völkische Beobachter BLÖD hat offensichtlich das “Interview” mit dem anderen Ausbrecher erfunden. Wieso die Aufregung? Ist doch Usus bei Schülerzeitungsredakteur Kai “Gelhaar” Diekmann. Der Mann hat eben was von einem Spökenkieker. Vielleicht trägt es ihm wieder eine Rüge vom Presserat ein, was wiederum Ansporn genug ist, die nächste Story für Blaufinger Friede Springer und Elisabeth Mohn aus den Fingern zu saugen. Über 4 Millionen Fans der 500 wichtigsten Worte deutscher Sprache für 50 Cent auf ein paar Blatt Klopapier gepresst versetzen jeden Morgen Millionen Leser in Verzückung. 1 frisches Brötchen und Kais täglicher Erguß, wenn das nicht echte BILDung ist?

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