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Sa
28
Nov '09

Sommerfestrest

sommerfestrest.jpg

Eine gläserne Gartenleuchte. Sie diente wohl der Aufnahme eines Teelichtes und der Illumination eines Sommerfestes. Jetzt dümpelt das November-Regenwasser darin, die Kerze schwimmt und der Sommer ist weit weg. Selbst das Lachen damals hat sich im ostwestfälischen Garten mit den modernden Blättern am Boden verkrochen. Nur ein Hauch Rilke hängt noch in den kahlen Büschen. Vielleicht hat ja am Rande des Sommerfestes jemand rezitiert:

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Einen Hauch Rilke in Ostwestfalen kann auch erleben, wer Gut Böckel in Rödinghausen bei Herford besucht. Da schrieb der Dichter an seinen “Duineser Elegien”.

Guck mal an, das Westfalen-Blatt

Dieser Freitag war kein guter Tag für den deutschen Journalismus. Ausgerechnet im Jahr, in dem wir den 60. Geburtstag des Grundgesetzes gefeiert haben, mischt sich die Politik auf eine Art und Weise in eine Personalentscheidung eines öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ein, dass der Eindruck entstehen muss, es gehe ihr um wohlfeile Berichterstattung. Bastelt Roland Koch da gar an einem neuen »schwarzen Kanal«? Wer will, findet in dieser dem Amt des ZDF-Chefredakteurs und der Person Nikolaus Brenders unwürdigen Darbietung einen weiteren Beleg für die These, dass die Parteien die Meinungs- und Willensbildung nicht mehr nur mitbestimmen, sondern sie zu diktieren suchen. Noch schlimmer wird das Ganze dadurch, dass gegen Brender nicht etwa inhaltliche Gründe, sondern allein sinkende Quoten vorgebracht wurden. Vielleicht sollte der hessische CDU-Ministerpräsident sich noch einmal den Sinn der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten vor Augen zu führen. Zum schlechten Schluss bleibt die Frage, ob der Verwaltungsrat hier gar seine Kompetenzen überschritten hat. Dies zu prüfen, wird hoffentlich bald Auftrag der Gerichte werden. Da mag aber jemand beim Westfalen-Blatt Roland Koch, den fischmäuligen Verweser jüdischer Vermächtnisse und brutalstmöglichen Lügner überhaupt nicht. Sozusagen ein Lichtblick in schwarzer Dunkelheit.

Super was?

sn850013.JPG

Na NW, die Bodenhaftung ob des Freundes der Hollywoodfamilie und Scientologen Cruise/Holmes völlig verloren? Da halt ich mich doch lieber an den Satz der schöneren und besseren Hälfte: ” Dagegen hilft nur, es nicht zu lesen”. Klar. Sehen löst aber leider schon den Brechreiz aus.