Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Di
24
Nov '09

Herrscher Tönnies und seine Hofberichterstatter – Zases NW-Kritik (3)

In der Ausgabe vom 12.11.2009 (S. 3) berichteten Hubertus Gärtner und Stefan Schelp über die Betrugs-Anklage der Staatsanwaltschaft Bochum gegen den Rhedaer Wurstfabrikanten Clemens Tönnies. In dem Fünfspalter erfährt der Leser wenig über die Betrugsvorwürfe der Staatsanwaltschaft – es geht darum, dass die Firma Tönnies offenbar zu wenig Rindfleisch in ihr gemischtes Gehacktes getan hat, das über Discounter wie Aldi und Lidl vermarktet wurde. Stattdessen erfahren wir, dass seine Familie Tönnies am wichtigsten sei, dass er Emotionen zeigt, dass seine Frau Kinderhospize und zwei Familien mit schwerkranken Kindern unterstützt, dass Tönnies die Staatsanwälte für „Laienpriester“ hält, dass sein Bruder mit 44 Jahren gestorben ist, dass Clemens ihm auf dem Sterbebett versprach, sich an seiner Statt um den Fußballverein Schalke 04 zu kümmern, dass Tönnies Putin ein Schalke-Trikot überreicht hat, Oliver Kahn nach Gelsenkirchen holen wollte und Gerhard Schröder kennt. Und natürlich die übliche Schmonzette in der Hälfte aller Herrengeschichten: Dass er einmal klein angefangen habe, mit Knochenarbeit. (In der anderen Hälfte heißt es, dass der Herr es als Jüngling entsetzlich schwer gehabt habe, sich gegen seinen übermächtigen Vater zu behaupten…)

Kein Wort über den rätselhaften Tod des Kronzeugen. Kein Wort über Sklavenarbeit und Hungerlöhne im Hause Tönnies, die nur deshalb nicht mehr angeklagt werden, weil die Betroffenen zu viel Angst haben, um als Zeugen gegen den Herrscher aufzutreten. (Wo ist übrigens der mutige NW-Reporter, der sich traut, in diesem Sumpf zu recherchieren?) Und natürlich kein Wort über das perverse Gewerbe des Herrn Tönnies als solches: die alltägliche unvorstellbare Tierquälerei in den „Schweine-KZs“ und Tiertransportern, aus denen das Billigfleisch stammt, das Tönnies verarbeitet.

Was meinen Gärtner und Schelp damit, wenn sie einen Satz hinschreiben wie diesen: „Auch als Fabrikant, in dessen Betrieben jährlich mehr als acht Millionen Schweine geschlachtet … werden, zeigt er Emotionen.“ Sollte Tönnies tatsächlich Mitleid mit den armen Schweinen haben, die er täglich verwursten lässt? Oder wollten die Autoren andeuten, dass er eigentlich solche Emotionen haben sollte? Auf dem Foto daneben sehen wir das perverse Riesensignet über Tönnies’ Wurstfabrik in Rheda-Wiedenbrück: ein fröhliches Rind und ein glückliches Schwein, die es offenbar gar nicht erwarten können, sich in die Fleischwölfe des Herrn Tönnies zu stürzen.

Kreativität der Pleiteverwalter gefordert

Noch ein Konjunkturpaket? Steuersenkungen? Kein Problem! Der Finanzminister in Berlin geht in die Vollen und nimmt nächstes Jahr 80, 90 oder mehr Milliarden an neuen Schulden auf. Große Politik verlangt nach großen Summen. Denen steht derweil das Wasser bis zum Hals. Anders als der Finanzminister können die Kämmerer in den Rathäusern keine gigantischen Wechsel auf die Zukunft ausstellen. Wie groß die Not der Kommunen ist, beweisen jene 16 Milliarden Euro an Kassenkrediten, die als »Nebenschulden« angehäuft wurden. Doch den Städten bleibt kein anderer Ausweg. Mit Verspätung, aber nicht minder brutal schlägt die Konjunkturkrise auf die Gewerbesteuereinnahmen durch, zugleich bürdet der Bund den Kommunen immer höhere Soziallasten auf. Die Quittung erhält der Bürger. Schulen, die verfallen. Bäder, die geschlossen werden. Theater, in denen der letzte Vorhang fällt. Kurzum: Die Lebensqualität ist bedroht. Keine Frage: Auch die Städte müssen ihren Anteil dazu beitragen, die Folgen der Krise zu schultern. Doch sie haben ein Anrecht auf faire Behandlung. Die wird ihnen derzeit jedoch verwehrt.

Liebes Westfalen-Blatt. das ist schon alles richtig. Aber da hilft kein Barmen. Nur Städte mit findigen OB´s wie Bielefeld mit OBPit kommen da gut durch. Es wird ja hinterrücks behauptet, die vielen Bilder mit dem Gesalbten in den hiesigen Zeitungen dürften nur gegen Barleistungen in die Stadtkasse gemacht werden. Aber was wird nicht alles so behauptet. Zum Beispiel: Bielefeld könne seinen Schuldenberg noch zinslich bedienen und müsse nicht wie Wuppertal sein Theater dicht machen.

Ver-Applet

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Da sollte man doch wirklich mal nachher im Wellehaus bei den Gravis-Leuten nachfragen, ob diese Pressemeldung stimmt: Apple/USA verweigerte zwei Apple-Besitzern aus Gründen “des Schutzes der Service-Mitarbeiter” die Garantiereparatur, weil die Gerätchen “mit Tabakrauch kontaminiert” seien. Und das, obwohl beide die sauteure Garantieverlängerung abgeschlossen hatten. Jaja, Apple. Ein bißchen Sekte geht immer, oder? (Ja, wir haben Apple. Nein, wir rauchen nicht. Ja, wir kennen rauchende Apple-Besitzer).

Das kann Arm. BI wirklich nicht schmecken

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DFB-Präsident Theo “The Schwätzer” Zwanziger und Arm. Bielefeld haben eine Geste gemeinsam: Die Hände vorm Gesicht zusammenschlagen. Kollektiv und simultan soll das gestern Abend passiert sein, als der 1. FC Kaiserslautern mit einem 2:0 über Union Berlin die Tabellenspitze der 2. Liga von Arm. Bielefeld übernahm. Jetzt am kommenden Montag auf dem Betzenberg noch eine Klatsche und die roten Pfälzer Buben wären 5 Punkte weg.

Tägliche Kochshow wäre doch gut

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Schon fleißig in den ehemaligen Dopheide-Stiefeln: OBPit. Was treibt die Gazetten eigentlich, jeden Tag zwei und mehr Bilder mit dem körperlich eher kleinen “Oberhaupt” der Winzmetropole ins Blatt zu hämmern? Aber die pöse pöse Gerüchteküche kocht ja schon. OBPit soll eine tägliche Kochshow bekommen, übertragen aus dem Sitzungssaal des Rathauses auf die Riesenleinwände am Jahnplatz. Im Mittelpunkt stünden, so Insider, Saucen, Suppen und “Allerlei aus der Konserve”, denn mehr gäbe der städtische Schuldenhaushalt eben nicht her. OBPit habe zusammen mit einem dicken, stadtbekannten Callagenten eine Menüfolge entwickelt, die dem stündlich größer werdenden Mangel gerecht werde. “Gulaschsuppe an Schlaglöchern” sei dabei nur eines der vielen phantasievollen Gourmeterzeugnisse. Im Frühsommer soll dann “Süßes Biwak auf Brachflächen” folgen. Ein Oetkerscher Riesenpudding im vertikalen Anstich stehe dabei zu Fackelzügen, Trommlereinlagen und Fanfarenstößen diverser Schützenvereinskapellen aus Heepen, Schildesche, Altenhagen, Jöllenbeck und Deppendorf im Mittelpunkt. Ach ja, es kommt viel auf uns zu. Schlucken wirs runter.