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So
15
Nov '09

Und jetzt noch eine chice Guillotine-Show

London (pte/14.11.2009/06:00) - Der britische Privat-TV-Sender Channel 4 http://www.channel4.com wird offenbar niemals müde, was die Entwicklung fragwürdiger Showkonzepte betrifft. Laut Bericht des Guardian hat der Fernsehanbieter, der bereits des Öfteren mit umstrittenen Sendungen für Aufregung gesorgt hat, für 2010 schon einen neuen Quoten-Hit parat, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen soll. Bei “Plane Crash”, so der bezeichnende Titel der geplanten Show, können Zuseher live beim Absturz eines Passagierflugzeugs dabei sein. Unzählige vorher angebrachte Kameras sollen das Publikum dabei jede einzelne Sekunde des Geschehens hautnah miterleben lassen. Quelle: pressetext.de/news

Unter Schweingrippe-Einfluß entstanden?

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Gesehen im Stellenteil der Westfalen-Blatt Sonntagszeitung.

Die Schlacht der Trollinger

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In Baden-Würtemberg gibt es einen Rotwein, der “Trollinger” heißt. Macht bei Zuvielgenuß rote Nasen und wirre Hirne. Also ungefähr so wie bei den beiden Trollen aus dem Schwabenland, Wolfgang S. Schäuble und Rainer Brüderle, der wohl früher mal “Bruder” hießen. Besagter Brüderle, ein Freund der Weinköniginnen und des Trollingers (”Den saufet mer lieber selber”) ist ein ganz besonders kluger Kluger. Originalzitat aus dem Westfalen-Blatt: “Ratschläge von Professoren können das Nachdenken der Politiker nicht ersetzen. Darum sind sie ja Berater und nicht Entscheider”. Entscheidend ist, lieber Brüderle, zu wissen, was man entscheidet und warum. Deine Partei läßt wahrlich erkennen, daß ihr zuviel Trollinger trinkt. Trink, trink, Brüderle trink……

Haben wir was verpaßt?

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Soso, ganz neue Erkenntnisse. Bisher hat hier wohl eher eine gewisse Biederkeit in Geist und Ausführung das Heft in der Hand. Aber wenn Westfalen-Blatt-Mann Uwe Brinkmann das schreibt…. Ob er dabei seine “Young-boy-overknee-Knickers” anhatte?
Im Innenteil schließlich offenbart Worttitan Uwe B. in bester PradaVogue-Formulierung seine ganze Kraft und Sprachgewalt:

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Besser hätte es Peter Sloterdijk, der Philosoph der Neuzeit, auch nicht sagen können:

“Sie sind es, die es sich leisten können, gegenüber dem Neidischen entlarvend zu sagen, er ist neidisch. Entscheidend hierbei ist der kulturelle Verweisungshorizont, der das Gefühl des Neides als eine Eigenschaft von Marginalisiertem gedanklich manifestiert”.

Schultern zu Pflugscharen, Maschen zu Draht, gell Uwe? Die Schulter ist eben superstylish zurück!

Volkstrauertag mit Beigeschmack

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Heute ist Volkstrauertag. Seit 1952 ein staatlicher Gedenktag, der zwei Sonntage vor dem Ersten Advent begangen wird und Kriegstoten wie Opfern von Gewaltherrschaft aller Nationen gewidmet ist. Seit heute allerdings drängt sich der Verdacht auf, die Einschaltquotisten der TV-Sender, der Radios und der gedruckten Medien hätten daraus einen “Robert-Enke-Tag” gemacht. Instrumentalisierung eines Suizids. Massenhysterie. Seite 1 t-online: “Die Witwe am Arm einer Unbekannten im Mittelkreis mit Sarg”.

Wir können ganz sicher sein, auf den gepolsterten VIP-Plätzen und in den Logen sitzen die Üblichen, die sich in die TV-Kameras drängen, den Telekanonen der Fotografen ihre verlogenen Visagen zuwenden und insgeheim schon auskungeln, wie man denn nun den größten Profit aus dem sicher schon geschriebenen Buch “Mein letzter Sprung. Eine Autobiografie” ziehen kann.

Gnade uns Gott, wenn das nun Schule macht und Trauer öffentlich und “live” wird. Aber der Zweitvermarktung der “stylishen” Arenen allenthalben steht ja nichts im Wege. Heiraten kann man da ja bereits. In Bielefeld auf der Alm allerdings hat Hans-Hermann Schwick das Erstrecht auf “Begrabt mich im Anstoßkreis der Alm”. Das ist altes Ravensberger Erbrecht des dienstältesten Arminia-Präsidenten.

Nachtrag. Beim “Spiegelfechter” findet sich dazu eine interessante Betrachtung: In Wien gibt es seit über 10 Jahren ein „Gentlemen´s-Agreement“ zwischen den lokalen Medien und den Wiener Verkehrsbetrieben. Seit nicht mehr über Suizide in der Wiener U-Bahn berichtet wird, ist die Zahl der Selbstmorde um rund 50% gesunken. Auch im Pressekodex des deutschen Presserats verpflichten sich die Printmedien zu einer „zurückhaltenden Berichterstattung“ bei Suiziden – wenn das öffentliche Interesse an einem solchen Fall allerdings auch eine wirtschaftliche Komponente beinhaltet, gelten derlei hochmoralische Schwüre in der modernen Presselandschaft allerdings offensichtlich nicht mehr.