Bin mal gespannt, was Ex-Schülerzeitungsredakteur Diekmann titelt, wenn die normale Grippe ganz ausgerottet ist und die Schweinegrippe deren jährliche Zahlen nicht erreicht. Auf der Avenue de Haushaltswaren Richtung Obst und Gemüse stoppt das jedenfalls niemand.
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So, es ist mal wieder so weit. 10. November. Martin-Luther-Singen an den Haustüren. Die schönere und bessere Hälfte, noch des Bielefelderischen Slangs mächtig, hat eine Riesenkumme mit Süßigkeiten gefüllt und anerbötig gezeigt, sich den Gesang nebst Laterne an der Haustür anzuhören und abkürzend dann den Griff in die Süßigkeitenschale zu beschleunigen. Wer mitsingen möchte, dem sei hier der Text dargeboten:
Josef Schnusenberg, Präses des Fußballbundesligisten FC Schalke 04 ist auch der Steuerberater des Billigstfleischhauers Tönnies in Rheda-Wiedenbrück, dessen häßliches Konglomerat an der A2-Autobahnauffahrt nach Dortmund wächst und wächst und jetzt neben “Werksverkauf” auch noch ein “Schnellrestaurant” birgt. Lecker essen neben dem Tiertötungsfließband ist also möglich. Eben jener Tönnies ist bekanntlich Aufsichtsratschef des Fußballclubs und mit zahllosen Affärchen und Vermutungen belastet. Zuletzt wurde er bekannt, als er mit viel Kohle den Magath von Wolfsburg in den Gelsenkirchener Vorort weglockte. Nun also Schnusenberg.
Mal sehen, was hinter der Pressemeldung steckt: Jetzt wird’s kriminell: Die Staatsanwaltschaft Essen hat Ermittlungen gegen zwei Verantwortliche des Bundesligisten FC Schalke 04 wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung eingeleitet. Der Essener Oberstaatsanwalt Wilhelm Kassenböhmer sagte gegenüber “wdr.de”, das Strafermittlungsverfahren richte sich gegen Finanzvorstand Peter Peters und Vereinspräsident Josef Schnusenberg.
Nach der Strafanzeige einer Privatperson hatten die Ermittlungen Ende Oktober dieses Jahres begonnen. Ob die Ermittlungen zu einem Verfahren führen oder nach Prüfung eingestellt werden, ist noch nicht entschieden. Peters zeigte sich überrascht. “Ich weiß von dieser Angelegenheit nichts. Zu Sachverhalten, von denen ich nichts weiß, kann ich mich auch nicht äußern.” Die Staatsanwaltschaft war am Abend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Woanders sagen sie “Schicken” oder “Gockel” oder “Huhn” oder “Hühnchen”. In Schildesche ist es der gebratene Landhahn. Donnalüttchen, darauf einen Landtrunk (Kornschnaps aus Halle).
Es tut immer wieder gut, sich frühmorgens bei der Lektüre der Zeitungen mit der flachen Hand an den Kopf zu schlagen. Fördert das Denkvermögen und die Urteilsfähigkeit. Diesen morgendlichen Schlag mit der flachen Hand an den Kopf möchte man auch Metropolen-Umweltdezernentin Anja Ritschel empfehlen, die gestern die bedrohlichen Blitzer auf dem Ostwestfalendamm vorstellte. Begründung der Verwaltungstante: “Die Lärmbelästigung auf dem OWD soll reduziert werden”. Schaun wir mal, wer da so belästigt wird. Auffahrt OWD vom Südring her, links Bäume, rechts Industrie, dann “Das Chraphische”, also ein Industriebetrieb, links der Blick auf Brackweder Bahnhof und Metallverwertungsbetrieb, Eisenbahnschienen, links blanker Fels, dann die Spundwände zum Johannisberg hin, rechts dem Oetker seine Anlagen mit Parkhaus, dann der netteste, freundlichste, höflichste, erfolgreichste Arbeitgeber der Stadt, ein gewisser “friend”, dann Parkhäuser, das Cinemaxx, links die “Apfelsinenkisten”, die ohnehin Lärmgeschützt gebaut wurden.
Gute Frau. Für so einen gequirlten Scheiss ist Kohle in der Pleitestadt da. Sagen Sie doch einfach: “Wir wollen hier ebenso abkassieren wie am Bielefelder Berg. Dann werden wir endlich mit etwas berühmt”. Für 220.460 Euro und 2010 mit der nächsten Biltzerstaffel vieleicht noch mal 100.000 Euro könnte man bezüglich Kitas und Schulen auch in Bielefeld was machen. Aber das kommt der schildaesken Stadtverwaltung und den beigen Windjacken der Räte wohl nicht in den Sinn. Ab sofort werden wir die Blitzer mit 110 und erhobenem Arm grüßen. Schiller hat darüber mal den “Wilhelm Tell” verfasst. Da mussten sie den Hut des Landvogtes grüßen, der auf einem Pfahl dräute. Ach Anja, mir graut vor Dir und Deinen blitzenden Ideen!
Schon mal gehört, welchen Krach der Dienstbollerwagen macht, wenn er nachts mit aufgeladenem OB und Laterne über das Pflaster der “kleinen Großstadt” rattert? Wahrscheinlich soll das aber weitere Millionen Touristen anlocken, die das städtische Schauspiel “Wie im Mittelalter” erleben wollen.




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