Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Di
29
Sep '09

Steini aus dem Lipperland jetzt SPD-Fraktionsführer im Butatag

War ja noch zu befürchten, der hüftsteife Wahlverlierer aus dem Lipperland würde auch noch den Vorsitz der alten ehemals Arbeiterpartei, zwischenzeitlichen neoliberalen Unternehmer – und Industriehure, Hartzlichen Menschenschinder und jetzt wieder – ja was eigentlich? – Gruppierung namens SPD übernehmen, ist der Kelch an der Chaostruppe doch vorübergegangen. So macht der Schröder-Epigone jetzt den Fraktionsvorsitz mit der Frage, die die verbliebenen rund 500.000 Noch-SPD-Mitglieder nicht nur Nachts in ihren Gebeten an Erich Ollenhauer, Kurt Schumacher, Willy Brandt und Friedrich Engels stellen: Kanna dat oda tuta nur so?

Die muß man aber auch stellen, sollte wirklich ein gewisser Herr Gabriel den Parteivorsitz für den Rücktrittler Müntefering übernehmen. Dann hätte man auch Andrea Ypsilanti, oder unsere Lokalgröße Peter “Pit” Clausen aktivieren kännen oder den jetzigen Postler Rainer W.

Aber bei den Sozen ist ja jede Überraschung drin. Die Linke sollte schon mal in Deckung gehen, sonst beschließen die heute noch den sofortigen Anschluß nach Artikel B wie Bescheuert des Parteigesetzes an die Partei von Gysi und Lafo.

Was für ein Feuerwerk hochintelligenter, seit über einem Jahrzehnt Basta-getrimmter Parteilinge. Verarmen wird keiner und Finanzpfeife Steinbrück mit seiner staatsekretärlichen Tiefstschlafmütze Fips Assmussen muß nicht mehr in einen “HRE-Abgrund” gucken, der schrumplige Franz ausm Sauerland kann sich seiner jungen Liebe widmen und Herr Heil, Hubertus ist nicht mehr General der SPD und braucht auf einem Parteitag auch nicht mehr peinlich “Yes, we kähän” zu skandieren.

Die kleine Neuregierungspartei FDP treibt mit stündlichen Forderungen wie ein Blag im Sandkasten, dem man den Korken aus dem Mund entfernt hat “Will auch spielen” die alte, Regierungserfahrene Tante Union vor sich her und fordert “den Blitzausstieg bei der HRE” (geht das, wo sie “Systemrelevant” ist? Und überhaupt, die Liberallalas hatten mit einem gewissen Herrn Fricke den Vorsitz des Bundestagshaushaltsauschusse, da sollte man eigentlich jeden Cent kennen), den Anschluß der Republik an Österreich, Tieferlegung der Niederlande und Freiheit für die Gummibären. Die ißt der Guido doch sooooooooooo gern. Politik ist auf einen Schlag nicht nur spannend sondern noch ein ganzes Stück bekloppter geworden. Österreicher würden sagen: “A Ringerlspühl”. A gemma Tauben vergiftn im Park.

Brackweder Strapsi-Story schaffts bis in den Spiegel

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Man mußte nicht mal ganz genau hinhören heute am frühen Nachmittag in der kleinen großen Metropole unter der Sparrenburg. Von Jöllenbeck bis Senne runter, von Brackwede bis dahin, wo in BI immer die Sonne aufgeht, schallte der Jubel. Endlich, endlich hat es diese wunderbare, sonderbare, unter den 20 größten deutschen Städten befindliche Stadt geschafft, in das gehobene Blatt für die knapp über BLÖD agierende gehobene Intelligenzia zu gelangen. Wenn auch mit dem abartigen Thema “Gefängniswärter in Wonderbra”. Aber das sind Bielefelder ja gewöhnt, wenngleich Arm. Bielefeld als “Leistungsträger” hier ein wenig häufiger erwähnt wird. Meist mit dem Zusatz “Ach, die gibt es auch noch?”. Oder als Autobahnvorbeipunkt mit “Huch. da blitzte es grad”-Effekt.

Wüßten die Menschen, welch wunderbarer Hort ein schattiger Sitzplatz an der reißenden Lutter oder das leise Glucksen des entschlammten Obersees unterm Schildescher Viadukt ist, sie würden zu Millionen hierhin strömen. Ganz böse Zungen, ja fast die bösesten Zungen, die es hier gibt, kolportieren ja, Hans-Rudi H. habe heimlich einen Wonderbra-Strapseur in den Brackweder Knacki-Aufbewahrungsort geschmuggelt. Bei der Kreativität im Tourismus-Büro denkbar. Oder?

Fassungslosigkeit

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Also mich macht das fassungslos. Oder sehe ich das einfach nicht kommerziell genug?

Sind die eigentlich alle bekloppt? *Ach nein. Halt. Ich ziehe die Frage zurück. Rhetorisch wollte ich ja nicht werden*

Na so ein Glück…

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*ironie on* Und ich dachte schon, den packen sie nie.  *ironie off*

Also das Bild mit “Tatort” zu betiteln, ist ja auch schon ein wenig happig.

Jetzt reißen die Versager das Maul bis zum Zäpfchen auf

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hat von der künftigen Bundesregierung einschneidende Reformen verlangt. In einem Interview mit “Focus Online” plädierte er auch für einen straffen Zeitplan für den Rückzug des Staates aus der Finanzbranche. Die größten Reform-Baustellen seien der Finanz- und der Gesundheitsbereich. Eine radikale Gesundheitsreform müsse her, nach der z.B. Raucher mehr bezahlen sollen. Walter fordert zur Aufbesserung der Staatsfinanzen auch diverse unpopuläre Maßnahmen wie flächendeckende Studiengebühren oder eine Pkw-Maut.

Was anderes erwartet? Dank des Komplettversagens der SPD sind jetzt die dran, die das neoliberale System als einzig seligmachend propagieren, obwohl es grad kläglich gehen die Wand gefahren wurde. Ein Teil dieses Systems ist auch die Deutsche Bank, die mit Hütchenspielertricks und der grausligen Groko am Leben erhalten wurde. Jetzt können die politischen Spitzen ja zu zweit Joe Ackermann ins Kanzleramt einladen.

Die Müntefering von Bielefeld

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Nicht nur auf Bundesebene gibt es in der Politik Typen, die bereits von der Physiognomie her wie geborene Verlierer wirken. Wenn diese Menschen dann in die Verbitterungsjahre kommen und nicht begreifen, daß ihre Zeit abgelaufen ist, schaden sie der Idee, für die sie mal standen. Franz Müntefering ist in der SPD ein solches Beispiel. Daß die Bielefelder SPD-Landtagsabgeordnete und gewichtiges Wort in der Metropole unter Sparrenburg, für die nächste Landtagswahl nicht mehr antreten wird, ehrt sie. Kommt aber ebenso zu spät für die SPD und ihre Reputation wie es der brandeilig-überfällige Rücktritt von Müntefering auf der Bundesebene ist.

Nur mal so zur Info

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So sind die Wahlkreise verteilt.

Und nun kommt Wowi aus der Deckung

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Tja, der Wowi will der neue starke Mann der SPD werden

“Fatzke” würden die Berliner sagen

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Es gehört nicht viel dazu, Guido Westerwelle zumindest für wunderlich und arrogant zu halten. Dazu nutzte er im Überschwang des in den Nacken geworfenen Siegerkopfes zu bereitwillig die ersten hingestellten politischen Fettnäpfchen, in die er auch prompt hineintrampelte. Die NW Superjournalistin und Kommentateuse, dat Alexandra Jacobson, porträtiert den Rechtsanwaltssohn mit der spitzen Spechtsnase mit der ihr eigenen Leichtigkeit heute auf Seite 4 des Blattes. Gestern gab es viele Gelegenheiten, noch einmal über die Butawahl zu diskutieren. Auffällig, wie viele Menschen – vor allem jüngere – die FDP gewählt haben und nun den Kopf darüber schütteln. Mal völlig abgesehen von den Leihwählern, die mal schnell von der CDU zu Guido kreuzelten, um das gesamte Konstrukt an der Macht zu halten. Was ja auch nicht schwer war, weil das SPD-Kartell der politischen Idioten so bereitwillig Vorschub leistete.

Die andere Zeitung der Metropole, das Westfalen-Blatt, schreibt dazu heute:

Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor man ihn erlegt hat. Kaum ist der Bär tot, stürzt sich der Wahlsieger auf die Beute. Die FDP hat mutig den Kampf um Posten begonnen und gestern mächtig mit ihren Muskeln gespielt. Anders Angela Merkel. Sie hat zwar auch ihr politisches Terrain in einer neuen schwarz-gelben Regierung abgesteckt. Aber ihr geht es nicht nur um Posten. Sie hat deutlich gemacht, dass die Innenarchitektur dieses von ihr geführten Bündnisses sich fundamental von den schwarz-gelben Koalitionen vergangener Jahre unterscheiden wird. Schwarz-Gelb ist nach dem Willen Merkels mehr als nur ein Bündnis, das für wirtschaftliches Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen steht. Merkel will mehr. Sie will Kanzlerin einer Volkspartei sein, die für alle da ist. Ob sie die Balance zwischen Wirtschaft und Soziales jedoch finden wird und ob das überhaupt möglich ist, wird die Zukunft zeigen. Viel Negatives werden die Menschen in den kommenden Monaten wohl nicht fürchten müssen. In knapp acht Monaten wird bereits erneut gewählt. In Nordrhein-Westfalen, dem größten Bundesland, geht es um viel. Weder Merkel noch Westerwelle werden diese wichtige Landtagswahl aufs Spiel setzen. Schließlich gilt es, erstens die schwarz-gelbe Mehrheit im Bundesrat zu verteidigen und zweitens, der angeschlagenen SPD die nächste Niederlage beizubringen. Somit werden Merkel und Westerwelle eher Bonbons verteilen, als Giftpapiere herausholen. Merkel hat gestern deutlich gemacht, dass sie die Rolle des Kochs in der neuen Regierung für sich in Anspruch nehmen wird. Für ihren neuen Partner Guido Westerwelle hat sie die Kellner-Rolle vorgesehen. Sichtlich gelöst, gut gelaunt, schlagfertig und sehr souverän hat sich die Kanzlerin gestern präsentiert. Sogar witzig war die Frau, die beim TV-Duell so blass geblieben war. Westerwelle hingegen ist etwas übermütig vorgeprescht. Sein Auftritt gestern zählt sicher nicht zu seinen besten. Mit dem grandiosen Wahlerfolg im Rücken forderte der ansonst rhetorisch starke FDP-Mann ganz keck vier Ministerposten, um dann ausgerechnet gegenüber einem Auslandsjournalisten ins Schlingern zu geraten. Als dieser ihm eine Frage auf Englisch stellen wollte, wurde Westerwelle sichtlich nervös und forderte ihn auf, Deutsch zu sprechen. Beim Thema Steuersenkung ließ der FDP-Chef die Vehemenz seiner Forderung vermissen, die ihn im Wahlkampf noch ausgezeichnet hatte. Während sich Westerwelle noch an seine neue Rolle gewöhnen muss, fliegen in der SPD bereits die Fetzen. Wie zu erwarten, sind die ersten personellen Konsequenzen erfolgt. Parteichef Franz Müntefering hat seinen Rücktritt angedeutet. Er macht möglicherweise Platz für Sigmar Gabriel. Das politische Erdbeben der Sozialdemokraten wäre damit aber nicht beendet. Es hat gerade erst begonnen.

Schön geschrieben, liebes Westfalen-Blatt. Die liberale Spechtsnase wird in der ihr eigenen Lautsprecherartigkeit aber nicht mit der Kellnerrolle zufrieden sein, obwohl ihr weder inhaltlich noch politisch-gewichtig als Winzpartei mehr zusteht. Lehnen wir uns zurück und betrachten mit einem heftigen Grinsen im Mundwinkel, wie “unser Guido” sich aufbläst und wichig tut und der Misthaufen der SPD entweder die Kurve kriegt oder auf dem politischen Müll der Geschichte landet. Guido Westerwelle wäre nicht der erste Steigbügelhalter, der oben aus dem Sattel einen heftigen Fußtritt bekommt. Hofnarren müssen gemeinhin klüger sein als der König der Sprechblasen.

Zuvor aber möchte ich meine absoluten Highlights der eventuell kommenden Regierung präsentieren:

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Ursula von der Leyen, diese beim Lügen enttarnte Laienschauspielerin im Ministerrang, schaffte es nicht einmal gegen die SPD-Kandidatin und Ex-Ministerin Bulmahn in Hannover ihr Direktmandat zu gewinnen, obwohl sie angeblich ungleich populärer in der Keksstadt ist. Und was von Klaeden und Brüderle angeht: Politische Doofheit und Naivität brauchen auch ein Gesicht. Beide sind sowas wie Ex-Kriegsminister Jung aus Hessen.

Es wird extrem spaßig, wenn Köchin Angela Guido zum Telleraustragen schickt.