Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Di
15
Sep '09

Steinbrück mimt “Clement reloaded”

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Da hat die noch amtierende Bundeskanzlerin dem extrem mundschnellen und in seinem Ressort eher ziemlich erfolglos unterwegs seienden Nochbundesfinanzminister einen Job versprochen. Und was macht der Peer aus dem Seeheimer Kreis der SPD-eigenen rechten Superschwachmaten? Er dient sich der CDU in bester Clemmnetscher Stinkstiefelmanier für eine weitere Große Koalition an. Was hat die SPD eigentlich für ein seltsames Personal, dem lediglich das Juniorstühlchen an Angela Merkels Gabentisch für Hütchenspieler a la Joe “V” Ackermann genügt? Zum Glück können die Wähler ja am 27. September buchstäblich die rote Karte zeigen und ihre Kreuze woanders machen. Dann regelt sich das von selbst.

Da fällt mir ein: Was treibt eigentlich der neue Bielefelder SPD-Oberbürgermeister, ein gewisser Peter Clausen? Wartet er ab, was sich am Wahlsonntag ergibt?

Die deutsche Musterdemokratie

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat Informationen über alle 53 Abgeordnete der Linksfraktion im Bundestag gesammelt. Es ist die einzige Fraktion, die im Visier des Verfassungsschutzes steht. Dies teilte die Regierung auf Anfrage der Linksfraktion mit, wie der Bundestag berichtete. Die Linke hatte sich nach ihrer Beobachtung durch den Verfassungsschutz und weiterer Geheimdienste erkundigt. Quelle: Süddeutsche Zeitung, 15.09.2009.

So viel zur deutschen Demokratie am 15. September 2009. Da fehlen einem die Worte. Hauptsache, Frau Bundeskanzlerin fährt “Rheingold-Express”…..

5 x Schlecker. Halber Lohn?

Auf “dhd.24 Anzeigenwelt” werden 5 Schlecker-Märkte für Bielefeld gelistet. Können aber auch mehr sein. Mal angenommen, den Matadoren der vereinsamten Anhäufung von Zahnpastatuben aus dem tiefen Süden der Republik fiele auch in Bielefeld ein, was ihnen in Frankfurt mit ihrem XL-Markt eingefallen ist, dann schrüben auch hier die Blätter, was da geschrieben wird:

Die Eröffnung des neuen Schlecker XL-Drogeriemarktes in der Frankfurter Straße war von Protestkundgebungen begleitet. Die Mitarbeiter sollen künftig nur noch halb so viel Gehalt bekommen wie bisher. Das Unternehmen hat seine alte Filiale in der Frankfurter Straße geschlossen. «Die Mitarbeiter wurden aus betrieblichen Gründen gekündigt», so Carlo Graf, Vorsitzender des DGB-Ortsverbandes. Statt der früheren Stundenlöhne von 12,98 Euro werde im XL-Markt nur noch die Hälfte bezahlt. Der restliche Bedarf müsse durch Steuermittel mit Hartz IV ergänzt werden.

Schöne Aussichten was? Gewisse Parteien und Politiker sagen dazu: Dann können sie/er ja über die Arge “aufstocken”. In meinem Arbeits – und Lebensentwurf war nicht vorgesehen, über bezahlte Steuern einem gewissen Unternehmer namens Anton Schlecker – steht hier nur stellvertretend für andere seines Schlages – zu noch höherem persönlichen Vermögen zu verhelfen.

Angela mit Sven-Georg im Rheingold

rheingoldmerkel.jpg

Ist der Zug schon abgefahren? Oder ist das Ganze noch zu stoppen? Von morgens um neun bis abends um 20.30 Uhr wird Angela Merkel an diesem Dienstag im Rheingold-Express durch Deutschland fahren, einem »Nostalgie-Zug« (Bahn-Werbung), der seine Glanzzeit in den fünfziger Jahren hatte. Vor der Abfahrt in Bonn legt Merkel an Konrad Adenauers Grab in Rhöndorf einen Kranz nieder, dann geht es erst den Rhein entlang, und wenn es Nacht wird über Deutschland, fährt sie in der großen Stadt Berlin ein. Dazwischen liegen Koblenz, Frankfurt, Erfurt, Leipzig, und an jedem dieser Orte begibt die Kanzlerin sich unter Menschen. Das wird sicher alles sehr sehr, schön werden. Aber was, du liebe Güte, hat Angela Merkel da zu suchen? Ziemlich zynisch, was die Zeit da über die hasige Bahnreise im Adenauer-Stil schreibt. Hier kommt die im “Duell” mit Frank jetzt wieder mit Walter Steinmeier am Sonntag ziemlich ungut ausgesehene Kanzleuse ja nicht vorbei. Hat aber Sven-Georg Adenauer, Enkel des noch mit handfesten Nazis regierenden ersten Bundeskanzlers der Republik und CDU-Landrat zu Gütersloh mit dabei. Verkneifen wir uns mal weitere Kommentare zu dem von einem gewissen Herrn Po falla ausgeheckten Plan. Bei dem Regenwetter sieht man eh nur die huldvolle rechte Hand der Regentin (“Das verbitte ich mir”) mit dem Bundessiegelring, den sonst nur Auerwählte woe Josef “V” Ackermann, die Springerin oder Stiftungs-Mohn küssen dürfen.

Sie glauben, das sei eine Spitze gegen die erste und einzige und größte Kanzlerin der Bundesrepublik? Mitnichten. Für Frank jetzt wieder mit Walter Steinmeier haben wir auch noch was: Eine Rundfahrt im Opel “Laubfrosch” zu den Gräbern der Sozialdemokratie und ihren großen Kämpfern. Wie August Bebel, Karl Liebknecht, Ferdinand Lassall, Willy Brandt. Über die heutigen Altvorderen decken wir mal den Mantel des Schweigens. Aber immerhin hat ja die SPD das selbst erkannt und verkündet es auf der Rückseite des Zeitungen auch in unserem Raum breitflächig beilegten Fernsehprogramms “prisma”. Nur am Personal haperts noch ziemlich:

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Ein herzliches “Avanti dillettanti” auch von hier wech. Möge die Kraft mit Euch sein.

Kurt Tucholsky hatte in den Zwanzigern schon gut erkannt, was mal aus den Sozen wird:

“Herr Stinnes grinst, und alle Englein lachen.

Wir sehen nicht, was sie damit uns machen,

nicht die Gefahren all’…

Skatbrüder sind wir, die den Marx gelesen.

Wir sind noch nie soweit entfernt gewesen,

von jener Bahn, die uns geführt Lassall!“

Fast 5,4 Mrd. Fahrgäste im Jahr in Bus und Bahn

Das ist mal eine interessante Pressemeldung, aus der die Verantwortlichen für den Nahverkehr – hier unsere moBIEL – weitere Schlüsse ziehen sollten: Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) nutzten im ersten Halbjahr 2009 fast 5,4 Milliarden Fahrgäste den Linienverkehr mit Bussen und Bahnen in Deutschland. Dies entspricht durchschnittlich 30 Millionen Fahrten am Tag. Im Nahverkehr (5,3 Milliarden Fahrgäste) wurden je Fahrt durchschnittlich 9,3 Kilometer und im Fernverkehr (60 Millionen Reisende) 285 Kilometer zurückgelegt. Die Beförderungsleistung – als Produkt aus den beförderten Personen und der Fahrtweite – lag damit bei 66,2 Milliarden Personenkilometern.

Für Deutschland insgesamt war eine deutliche Zunahme des Fahrgastaufkommens um 2,0% im Liniennahverkehr zu verzeichnen; die Entwicklung des Bundesergebnisses wurde allerdings wesentlich durch Sonderfaktoren im Land Berlin beeinflusst (rund 12% aller Fahrgäste im Liniennahverkehr in Deutschland werden von Berliner Unternehmen befördert).

Hörte man im Rahmen der grandiosen Konjunkturankurbelungsgesetze etwas über “Stärkung des Nahverkehrs”? Wie steht es hier bei uns? Zufrieden mit Bussen und Bahnen in den hohen Jöllenbecker Norden, den tiefen alten Senner Süden, Brackweder Westen, Altenhagener Osten?

Und? Wurde was draus gelernt?

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So, das ist also “Lehman-Day”. Der Tag, an dem angeblich das Dichtmachen einer New Yorker Zockerbank die Weltwirtschaft aus den Angeln hob. Wer es glauben will, bitte. Stimmt nur nicht. Man wollte die Zeichen im Vorfeld nicht sehen und keine Schlüsse draus ziehen. Statatdessen wurden von Bankerseits auch hier in der Metropole und im Umfeld Tausenden Papiere angedreht, die nicht einmal das Papier wert waren, auf dem sie gedruckt waren. Gaunerei im größten Stil. Wer aber dachte, das würde Bankster und verantwortliche Politiker läutern, sieht sich bis auf den heutigen Tag getäuscht. Die Rallye und die Zockerei gehen munter weiter. Versprechen der Parteien, das würde geändert, sind nichts als “Schall und Rauch”.