Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Sep '09

Große Männer werden leicht krumm

Am Donnerstag, 17. September, beginnt in der Ravensberger Spinnerei der neue VHS-Kurs “Haltungstraining für Männer”. An zehn Terminen - jeweils donnerstags von 8.15 bis 9.45 Uhr - vermittelt Kursleiterin Edith Hölting-Steines entsprechende Trainingseinheiten zur ausgleichenden Kräftigung und Dehnung schlaffer, verspannter, verkürzter oder überdehnter Muskelpartien.

Gerade große Männer werden leicht krumm, weil sie zum Beispiel Lampen oder Balken ständig mit gebeugter Haltung ausweichen müssen. Die Arbeit am PC, der Rucksack auf dem Rücken oder das geliebte Rennradfahren können die Haltung verändern. Wenn plötzlich die Hemden nicht mehr sitzen oder das Jackett hinten höher als vorne hängt, wenn der Bauch hervorsteht oder der Hals nach und nach kürzer zu werden scheint, kann durch Übungen etwas dagegen getan werden. Ungleichgewichte in der Muskulatur entstehen schleichend aber ziemlich sicher. Im Kurs sollen diese Ungleichgewichte zunächst erkannt werden, bevor die geeigneten Trainingseinheiten folgen. Bei regelmäßigem Training können die Teilnehmer sich wieder in “aufrechter Haltung” präsentieren.
Aus einer Pressemeldung der Metropole unter der Sparrenburg.

Front gegen BW-Afghanistaneinsatz wird immer breiter

Daniela Dahn (Schriftstellerin), György Dalos (Schriftsteller), Dietmar Dath (Schriftsteller), Thomas Dörschel (Virginia Jetzt), Gretchen Dutschke-Klotz (Aktivistin), Jürgen Flimm (Regisseur), Peter Hamm (Schriftsteller), Christoph Hein (Schriftsteller), Inga Humpe (Musikerin), Elfriede Jelinek (Schriftstellerin), Marianne Koch (Ärztin), Friedrich Küppersbusch (Journalist), Sarah Kuttner (Moderatorin), Dirk von Lowtzow (Tocotronic), Thomas Ostermeier (Regisseur), Tim Renner (Musikmanager), Harry Rowohlt (Übersetzer), Horst Eberhard Richter (Psychoanalytiker), Charlotte Roche (Moderatorin), Ruben Jonas Schnell (Medienunternehmer), Friedrich Schorlemmer (Theologe), Katharina Thalbach (Schauspielerin), Martin Walser (Schriftsteller), Roger Willemsen (Publizist), Feridun Zaimoglu (Schriftsteller)

… und jetzt textexter.

Wer möchte, kann sich dem Aufruf “Bundeswehr raus aus Afghanistan” durchaus anschließen. hat nichts mit Partei zu tun sondern Überzeugung. Brunnen, die man mit Panzergranaten und Jagdbombern bohrt, brauchen weder Afghanistan noch Deutschland. Der Krieg, den die USA wegen bis heute extrem dubios und zynisch verlogen begründetem “Terrorismus” dort anzettelte und in den sich Deutschland dämlicherweise mit begeisterter Zustimmung der Union hineinziehen ließ, ist kein Krieg, den wir führen müssen. Wir brauchen unsere Grenzen auch nicht selbst am Hindukusch zu verteidigen. Das macht dann demnächst die Großeuropäische Kriegsarmada mit Europas Großmufti und ehemaligem Bush-Mitläufer Tony Blair an der Spitze auf der Basis der “Lissaboner Lügenverträge” mit französischen und englischen Atombomben. Aber wahrscheinlich wird man jetzt wieder von den toughen militärischen Spinnern verurteilt, die Krieg in Afghanistan keinen Krieg nennen sondern “Robusten Stabilsierungseinsatz”.

Im Zweifel zieht Heisterkamp die Karre in Jöllenbeck allein aus dem Dreck

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Keule 1:

Im ersten Halbjahr 2009 verzeichneten die deutschen Amtsgerichte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 16 142 Insolvenzen von Unternehmen und 48 284 von Verbrauchern. Insgesamt registrierten die Gerichte in diesem Zeitraum
78 846 Insolvenzen. Ein Vergleich dieser Zahlen mit dem Vorjahreszeitraum würde die tatsächliche Entwicklung nicht korrekt
widerspiegeln, da von nordrhein-westfälischen Gerichten im ersten Quartal 2008 Insolvenzfälle des Jahres 2007 nachgemeldet wurden. Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre lässt sich aber die Entwicklung für Deutschland insgesamt auch anhand der Ergebnisse der übrigen 15 Bundesländer darstellen. Ohne Nordrhein-Westfalen stieg im ersten Halbjahr 2009 die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 14,8%,

Keule 2:

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ging der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe nach vorläufigen Angaben im Juli 2009 arbeitstäglich- und preisbereinigt um 16,5% gegenüber dem Juli 2008 zurück (nach - 17,7% im Juni 2009). Der Inlandsumsatz nahm im Vergleichszeitraum um 14,5%, die Erlöse mit ausländischen Abnehmern um 19,0% ab. Dabei lagen der Umsatz mit den Ländern der Eurozone um 20,5% und der Absatz in das übrige Ausland um 17,7% unter dem Vorjahresniveau.

Innerhalb der umsatzmäßig wichtigsten Wirtschaftszweige sank im Juli 2009 im Maschinenbau der preisbereinigte Umsatz mit 30,8% am stärksten gegenüber dem Vorjahresmonat.

Siehste, so sieht das aus jenseits der geschönten, getunten Mainstreamnachrichten kurz vor der Butawahl. Ein Trost bleibt. Norbert Heisterkamp zieht in Jöllenbeck beim Raiffeisen die Karre allein aus dem Dreck. Heute.

Ach, Sie wußten bis eben auch nicht, wer Nobert Heisterkamp ist? Dann sind wir schon Zwei. Ich wußte es bis eben auch nicht. Bis ich hier nachlesen konnte. Stuntman war er. Jetzt zieht er Stroh.

Niedersachsen legt sich mit uns an

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Jetzt mucken die Niedersachsen aber auf. In Kalkriese wollen sie wieder Teilchen gefunden haben, die vom Hort - so O-Ton Kalkriese - der einzig wahren Varusschlacht stammen (sollen). Dabei weiß doch hier in OWL jedes Kind, wo der “wahre Hermann” steht. Auf dem Sockel bei Detmold. Hoch oben über dem Teutoburger Wald, nicht weit weg vom Geburtsort des ehemals einzig wahren Kanzlers, heute GAzgerd. Dann war da auch die Schlacht. Basta!

Da wird einem schwummrig vor Augen

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Thomas Straubhaar, Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), plädiert dafür, die Mehrwertsteuer auf 25 Prozent zu erhöhen. Wenn dieser Schritt richtig angekündigt werde, könne er für einen zusätzlichen Nachfrageschub sorgen und so
die auch im kommenden Jahr noch schwache Konjunktur stützen, sagte Straubhaar im Interview mit der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen (Heutige Ausgabe). Zugleich müssten aber im Rahmen einer großen Steuerreform die direkten Steuern gesenkt werden, fordert der Volkswirtschaftler. Ein drittes Konjunkturpaket lehnt er dagegen ab. “Ein drittes Programm als Kopie der beiden ersten würde nichts helfen.” Gedämpft werde der Aufschwung mit höchstens einem Prozent Wachstum im kommenden Jahr durch einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf rund vier Millionen Menschen. Zugleich warnt er vor der Illusion, durch ein Ausschalten sämtlicher jetzt bekannter Risiken zukünftige Krisen verhindern zu können. “Krisen gehören zu unserem Wirtschaftssystem.”

Liebe rote NW. Ich plädiere für 100% Mehrwertsteuer. Da könnte man glatt von jetzt auf gleich alles abwürgen, was so an Resten von “Binnenkonjunktur” noch rudimentär vorhanden wäre. Wichtig ist ja nur die heilige Kuh “Export”. Dazu muß man nur die Löhne auf nahe Null senken, die Unternehmen von den letzten Resten der wenigen Steuern, die sie noch zahlen entlasten und Juchheidie geht die Luzie ab. Deutschlands Konjunktur wird wahrscheinlich am Jangtse verteidigt. Mit 3 Euro Spitzenlohn. Hurra, wir leben noch. Der Fahrstuhl geht nach unten, steigen Sie einfach ein.

Pitis Nichtbekenntnis

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Na wie gut, dass sich Piti vor der Wahl nicht zu einer Mitarbeit mit den Linken geäußert hat. Interessant wäre ja, wie die SPD das für die NRW-Wahl sieht. Nix gegen eine etwas linkere Gesinnung, aber radikale Sozialisten braucht dieses Land genauso wenig wie jedes andere Land auf dieser Welt. Oder funktioniert der Sozialismus irgendwo?

Wenn das Center ständig callt

Kennen Sie das? Ständig bimmelt das Telefon. Callcenter. Sie legen auf. Es bimmelt. Callcenter. Sie legen auf. Es bimmelt. Sie nehmen wütend ab. “Haben Sie ein paar Minuten für eine lebenswichtige Nachricht?”. Boah, neeeeee. Hiesige Callcenter stehen ja schon geraume Zeit unter verbalem Beschuß. Da dürfte diese Nachricht sicher interessieren:

Die Zahl der Verbraucher-Beschwerden bei der Bundesnetzagentur wegen massenhafter Anrufe von Callcentern, ist in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Die Behörde führt derzeit Musterverfahren gegen die Verwender von spezieller Telefon-Software. “Viele große Callcenter verwenden so genannte Predictive Dialer, mit deren Hilfe automatisch bis zu hundert Nummern gleichzeitig angerufen werden können”, sagte Bundesnetzagentursprecher Rudolf Boll dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Heutige Ausgabe). “Unserer Ansicht nach ist das Belästigung”, so Boll. “Es gibt Fälle, in denen Menschen bis zu 250 Mal am Tag angeklingelt werden.” In den derzeit laufenden Musterverfahren solle geklärt werden, wie sich dieses Problem mit Hilfe des bestehenden Rechts lösen lasse. Predictive Dialer sind automatische Wählcomputer, die selbstständig Anrufe vornehmen und verbinden. Callcenter bedienen sich dieser Technik, um gleichzeitig eine Vielzahl potenzieller Kunden anzurufen. Der Angerufene,
der als erster abhebt, wird vom Dialer mit einem freien Callcenter-Mitarbeiter verbunden. Der Rest der Anrufe geht häufig ins
Leere und wird nach kurzem Anklingeln abgebrochen. Gelingt es dem Angerufenen, noch an den Hörer zu gehen, beendet der Dialer
automatisch die Verbindung. Die Bundesnetzagentur mit Sitz in Bonn ist die zuständige Behörde für die Verfolgung von
Rufnummernmissbrauch und nimmt entsprechende Beschwerden entgegen. Auf ihrer Website bietet die Behörde ein Formblatt an, mit dem betroffene Verbraucher unerlaubte Telefonwerbung melden können:

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Wohin geht die Reise Pit?

Bielefeld (WB). Während sich der Konjunkturhimmel etwas aufzuheitern beginnt, ziehen über dem Bielefelder Rathaus erst einmal dicke Gewitterwolken auf. Gerade ist die Stadt den strengen Auflagen der Haushaltssicherung entronnen, wird sie 2010 wieder hineinschlittern.

Ein Haushaltssicherungskonzept sei im kommenden Jahr kaum mehr abzuwenden, hat Kämmerer Franz-Josef Löseke (CDU) den Politikern im Finanzausschuss bereits mitgeteilt. Viele halten die Situation für dramatischer als sie die diplomatisch gewählten Worte des Kämmerers ausdrücken. Schlimmer als 2006 sei die Lage, heißt es. Damals musste die Stadt erstmals in die Haushaltssicherung. Diesmal werde es auf mittlere Sicht nicht ohne Erhöhung von Gewerbe- und Grundsteuer abgehen, mutmaßen manche. Auch an der Gebührenschraube könne gedreht werden.

Der aktuelle Haushalt weist offiziell bereits ein Minus von 79 Millionen Euro aus. Bei der Gewerbesteuer hatte Löseke schon vorsichtig kalkuliert, war von 199 Millionen ausgegangen.

Tatsächlich werden es wohl 30 Millionen weniger sein. Selbst, wenn die Konjunktur jetzt wieder anzöge, würde sich das bei der Gewerbesteuer erste zeitversetzt bemerkbar machen. Bis dahin wird die Ausgleichsrücklage, die derzeit die finanzielle Not noch kaschieren hilft, aufgebraucht sein.

So muss auf der einen Seite gekürzt, müssen auf der anderen die Erträge gesteigert werden. Das dürfte dem künftigen OB Peter Clausen (SPD) nicht gefallen, hat er doch ambitionierte Pläne, zum Beispiel beim Ausbau der Kinderbetreuung. Doch Clausen gibt sich gelassen: »Ich bleibe bei meiner Linie. Am Beginn meiner Amtszeit wird eine ehrliche Bestandsaufnahme der Finanzen stehen. Dann sehen wir weiter.«

Jo Pit … dann sehen wir weiter…. und als Wähler, wie weit Du denn Deine Versprechungen einhälst…. Man darf gespannt sein. Oder doch nicht? Das Brechen der Wahlversprechen ist doch absehbar…