Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Do
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Sep '09

SOS-Rufe aus den Tiefen der Talsohle

Hörten wir nicht noch kurz vor den Landtags- und der Kommunalwahl lustige Schalmeientöne unter Absingen des Konjunkturliedes “Hurra, wir sehen das Licht wieder, die Talsohle bleibt eben, es geht sachte bergauf” ? Das Licht war der entgegenkommende Zug und die Talsohle senkt sich immer noch, wie man leicht aus den diversen Pressemeldungen ablesen kann:

Existenzangst in der Wirtschaft: Sieben Prozent der deutschen Betriebe mit 1,7 Millionen Beschäftigten bangen angesichts der Krise um ihren Bestand. Insgesamt 39 Prozent aller Betriebe habe nach eigenen Angaben im zweiten Quartal unter der Wirtschaftskrise gelitten, wie eine Befragung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergab. In den betroffenen Unternehmen arbeiten demnach rund zwölf Millionen Menschen.

Hier in der Metropole brauchen wir uns doch nur umzuschauen. Ob Gildemeister, Dürkopp Adler oder andere Mittel – und Großunternehmen: Die Stimmung ist unten, die dringend benötigten Nachorders tröpfeln nur und langsam hat man die Nase einfach voll vom ständigen abgehoben-offiziellen Geschwafel aus der fernen deutschen Hauptstadt.

Die Wirklichkeit ist hier ganz leicht und einfach zu besichtigen. Hier in OWL. Eine halbe Hundertschaft “handverlesener” hiesiger Mittelständler hatte jedenfalls kürzlich beim Besuch von Trude Templin nicht den Arsch in der Hose, der Regentin die Wahrheit zu sagen und ganz simpel zu fragen, was die ehrenwerte Groko-Regierung denn in den vier Jahren seit Bestand so gemacht und geschaffen hat. Herzlich wenig. Weder Bürokratieabbau noch vereinfachtes Steuerrecht noch Umbau der Agenda 2010 nebst von einem Kriminellen mit Vorschub des Brioni-Kanzlers erschaffene Drangsalierungsgesetze. Statt dessen zu Beginn der Regentschaft Aushebelung der Bürgerrechte in Heiligendumm, Klimawandelhysterie mit Medienwirksamer Befahrung Grönlands, völlige Verkejnnung der Bankensituation, Abwrackunsinn und die aktuell höchste Staatsverschuldung seit Bestehen der Bundesrepublik. So scharwenzelte man um die Ökonomie-Unkundige und ihre Liebediener von der Zwangshandelskammer herum und erzählte lieber was von den Potemkischen Dörfern in Ostwestfalen. Hinter den mickrigen Fassaden aber lauert die Angst.

Piratenflashmob bei der Bundestagswahl um 13.00 Uhr

Piratenflashmob bei der Bundestagswahl um 13.00 Uhr

Jeder Pirat und Piratenfreund nimmt am 27.09.2009 alle ihm bekannten Personen an die Hand, die auch in seinem Wahlbezirk wohnen und erscheint um Punkt 13.00 Uhr in seinem Wahllokal. Es wird dazu führen, dass an diesem Tag die Wahllokale wenigstens einmal voll sein werden.

Delius Klasing optimistisch beim Fahrradmarkt

Der Bielefelder Delius Klasing-Verlag, aus dessen Fenstern man so niedlich auf den Eingang zum Bunker Ulmenwall, den Niederwall runter und hinüber zum Gerichtszentrum schauen kann, weiß alles über das Thema “Fahrrad” in Deutschland. Aus einer Pressemeldung des Verlages, die nicht in den allgemeinen Trend des Niedergangs passen will:

Deutschlands Radsportler verspüren Kauflust. 2.425 EUR (2008: 2.450 EUR) planen die Mountainbiker, die sich in den kommenden zwei Jahren ein neues Rad kaufen wollen, für dieses auszugeben. Genau 2.557 EUR lautet die durchschnittliche Investitionssumme bei den Rennradfahrern. Dieser Wert liegt zwar knapp unter dem des vergangenen Jahres, ist aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Für ein Trekkingbike wird 2009 im Durchschnitt 1.548 EUR (2008: 1.381 EUR) eingeplant. Dieser Wert ist demnach deutlich höher als 2008. Die junge Gruppe der Freerider plant für den Kauf eines neuen Bikes innerhalb der nächsten zwei Jahre rund 2.594 EUR auszugeben (2008: 2.379 EUR). Damit ist die Ausgabebereitschaft der Freerider erstmals am höchsten.

Der Fachhandel ist für Radsportler weiterhin die Einkaufsquelle Nummer eins, wenn es um das Komplettrad geht. Als klarer Vorteil des Fachhandels gegenüber dem Internet wird die fachliche Beratung genannt. Besonders die Trekkingbiker vertrauen beim Kauf eines neuen Rads ihrem Fachhändler (89 Prozent). Bei der jungen und internetaffinen Gruppe der Freerider sind es immerhin noch 69 Prozent. Beim Zubehör aber machen Versandhandel und Internet kräftig Boden gut.

Es ist über 12 Jahre her, als ich ein Alubike kaufte. Es tut bis heute zuverlässig – im Gegensatz zum Befahrer – seinen Dienst. Es wird aber auch sehr selten hervorgeholt.

Der Staat muss jetzt Kasse machen!

Neue, digitale Blitzer werden momentan breitflächig installiert. Diese Bilder gehen derzeit durchs Internet. Sie sind kleiner und so unscheinbar, dass der Autofahrer kaum noch Chancen hat, zu reagieren. Nach offiziellen Verlautbarungen will man damit die Unfallzahlen senken…ha, ha!!

neue-blitzer.pdfDas schreibt die Süddeutsche: Lichtenfels – Die bayerische Polizei bekommt neue Blitzer. Das erste von zunächst 14 digitalen Geschwindigkeitsmessgeräten ist am Mittwoch in Lichtenfels in Betrieb gegangen. Die neue Technik soll nach Angaben von Oberfrankens Polizeipräsident Gerhard Bauer mit dazu beitragen, die Zahl der schweren Unfälle wegen zu hoher Geschwindigkeit zu reduzieren. Die neuen digitalen Foto- und Messeinheiten sind deutlich kleiner als die bisherige Technik. Sie lassen sich deshalb auch verdeckt außerhalb oder unterhalb der Leitplanken platzieren. “Das dient nicht dazu, die Autofahrer zu ärgern”, sagte Bauer bei der Vorstellung. Vielmehr soll auch die Zahl gefährlicher Bremsmanöver verringert werden, die Autofahrer machen, wenn sie einen Blitzer sehen. Die digitale Technik steigert auch die Beweissicherheit bei der wachsenden Zahl von Einsprüchen gegen Bußgeldbescheide und bei Verkehrsstrafsachen.”

Im Mittelalter haben sich die Wegelagerer hinter Büschen versteckt und ihren Wegezoll gewaltsam eingetrieben.

Droht jetzt die nächste Groko in Thüringen?

Dieter Althaus ist als Ministerpräsident von Thüringen zurückgetreten. Wer ihn am Sonntagabend sah in seiner ganzen Abwesenheit, konnte nur zu dem Schluß kommen, daß dem Mann die Kräfte endgülgtig ausgegangen sind. Mit 11,8% Minus nach der Landtagswahl ein Ergebnis, das wohl dem Festhalten der Partei an ihm mit zu schulden ist. Aber rechnen wir mal: 31,2% CDU plus 18,5% SPD reichen wohl nicht zu einer Großen Koalition, um “Extremcharmebolzen” Matschie von der SPD mit auf ein begehrtes Regierungsstühlchen zu bringen. Wie soll es also gehen, wenn weder GrüneB90 noch FDP und schon gar nicht Die Linke mit ins Regierungsboot steigen wollen? Das wird dann wohl die Quadratur des Kreises werden. Wählerwille, wie war er doch noch gleich? Auf BILD haben die Wähler am Rennsteig jedenfalls nicht gehört.

Wäre das in Bielefeld denkbar? Nein. Peter “Pit” Clausen als neuer OB hat – einmal unterstellt, die GrünenB90 spielen mit – mit zusammen 47,5% = 31 von gesamt 66 Sitzen ein annehmbares Ergebnis für RotGrün im Rat, da der OB ja direkt gewählt wurde.

Politik zum Abgewöhnen

Gestern im TV: Hart aber fair. Mit Plasberg in der ARD. Von links: Lafontaine, Gabriel, Kynast, Westerwelle, Koch. Es kostete gewaltige Überwindung, das Theater bis zum bitteren Ende durchzuhalten. Immer wieder die alten Kamellen, immer wieder die Lagerwahlkämpfe, immer wieder das Ableugnen von bereits veröffentlichten Papieren, was nach der Wahl passieren wird. Dabei fehlten in der so elitären Gruppe nur noch die ganz ganz ganz großen Koryphäen, als da wären Trude Templin, Frank jetzt wieder mit Steinmeier und Horst “was habe ich gestern behauptet?” Seehofer.

Fazit: Wirklich wählbar ist da niemand.

Die Butawahl ist die Wahlmöglichkeit zwischen Pest mit Cholera, Typhus mit Schweinegrippe oder Weltferne mit Nicht-zugeben-wollen-wir-haben-vier-Jahre-Scheiße-gebaut. Blick über den Tellerrand? Fehlanzeige. Man entwickelt extrem starke Sympathien mit Menschen, die einfach nicht mehr wählen gehen.

Schauen wir mal, wie das mit Blick auf die Butawahl am Sonntag in Bielefeld ausgesehen hat:

Schwarzgelb = CDU mit FDP = 33,2% + 5,6% = 38,8%
Rotrot = SPD mit Die Linke = 30,3% + 5,7% = 36%
Rotrotgrün = SPD mit Die Linke mit GrüneB90 = 30,3% + 17,2% + 5,7% = 53,2%

Forist Sky weißt darauf hin, daß die Sitzverteilung entscheidend sei. Klar. Hier ist sie:

Schwarzgelb = CDU mit FDP = 22 + 4 Sitze
Rotrot = SPD mit Die Linke = 20 + 4 Sitze
Rotgrün = SPD mit GrüneB90 = 20 + 11 Sitze
Rotrotgrün = SPD mit Die Linke mit GrüneB90 = 20 + 4 + 11 Sitze
Schwarzrot = CDU mit SPD = 22 + 20 = 42 Sitze

Noch Fragen an Peter “Pit” Clausen, Guido Westerwelle?

Bonjour Tristesse

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Der Herbst hat uns voll erwischt. Pünktlich mit dem Ende der Abwrackprämie wird es ziemlich dunkel in diesem Landstrich. Es tut das, was uns allgemein nachgesagt wird: es dauerregnet.

Bekenntnis

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Ob Mäuschen darauf reagiert? Quelle: NW Kleinanzeigen. Direkt neben den Todesanzeigen. Da ist schon so manche Liebe gestorben.