Archiv für den Monat: September 2009

Paaaaaaaaartyyyyyyyyy statt vernünftiger Politik?

Glamour mit Guido und Gutti

Schwarz-gelbe Show statt mausgrauer Macht: Die deutsche Politik wird wieder bunt. Guttenberg und Westerwelle bringen Strahlkraft zurück in die Politik – nun wäre noch zu klären, ob sie an Franz Josef Strauß‘ legendäre Eskapaden anknüpfen können. Quelle: Spiegel online

Wie komme ich blöder Hund denn bloß darauf, daß Politik zunächst einmal dazu da zu sein hat, die Rahmenbedingungen für alle 82 Millionen Einwohner dieses Landes vernünftig zu schaffen? Oder andersrum: Wie beknackt oder degeneriert ist ein „Journalist“ eigentlich, der solch einen gequirlten Mist schreibt? SPIEGEL ist nicht umsonst die BLÖD für das leicht gehobene Prekariat und davon haben CSU und FDP wohl offensichtlich mehr als genug Mitglieder. Freuen wir uns auf Polit-Openair-Parties mit Gutti in Lederhosen und Westerwelle im Brioni. Wenn diese beiden Provinztrottel „Glamour“ sind, dann ist Bielefeld ab sofort Paris!

Auf „ad-sinistram“ fand sich eine ziemlich erschütternde – weil so exakt analysierte und auf den Punkt gebrachte – Analyse der jetzigen hochgeschwemmten kleinen gelben Regierungspartei („Iiiiiiiiiiiiichh? Iiiiiiiich hab den Westerwelle nicht gewählt“. ASch, wer denn dann? Aber den kleinen Gummistiefel-Napoleon mit dem vollen Haar hatte ja auch niemand gewählt. Bis der die Füße des Volkes so richtig abschnürte für seine Auftraggeber, die Bosse). Daraus ein kurzer Auszug:

Was die Freien Liberalen ansprechen, das sind die niedersten Beweggründe des Menschen. Sie verklären jeden sozialen Gedanken, tun ihn als Schwärmerei ab, krönen ersatzweise die Gier, den zur Egomanie verkommenen Individualismus, den abgewinkelten Arm zum Sinn des Daseins. Junge Menschen, in eine Welt geworfen, die sich freigemacht hat von ideelen Werten, die nur Titel, Konten, Posten wertig sein läßt; junge Menschen, die in ein Leben geworfen wurden, durch das verelendete Massenmedien leiteten, das von mangelnder Nutzwert-Bildung flankiert wurde, in dem die voll entfaltete Oberflächlichkeit der Konsumgesellschaft regierte, sind gefundenes Fressen für die technokratischen Leistungsbotschaften jener Partei. Sie spricht Menschen dort an, wo der Verstand verstorben ist, erklärt ihnen, dass sie sicherlich zu denen gehören werden, die auf der Seite der Starken logieren, auf jener Seite, von der man auf das kleine elende Häufchen der Schwachen hinabspucken darf.

„Selbstsucht als Lebensziel“. Unsere Nachbarn, die über ihre Sender RTL-Gruppe und ihre Medien das Volk minütlich weiter verdummen, können sich ob dieser Steilvorlage der weiteren Verwandlung Deutschlands in eine Partymeile und ein Beklopptenkabinett gar nicht so schnell freuen, wie sie es gerne täten. Aber da würden selbst solche Geier und Charakterlosen kollabieren.

Glasfaser-Breitbandnetz

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Früher, als es im Outback um die Metropole noch mehr Spatzen gab, konnten die ganz einfach ein Ohr an die Kupferleitung legen und mithören, was da so zwischen Werther und Stieghorst per Telefon gelästert wurde. Heute braucht es da schon BKA-Methoden, um das noch tun zu können.

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Wo wir schon im Outback auf der Suche nach dem „Fänger im Mais“ sind: Der September haut noch mal ein paar Sonnenstrahlen auf die ostwestfälische Erde. Und wie man aus brasilofinen Kreisen hört, sind die vielen Bielefelder Salsa-Tänzer ein ganz klein bißchen sauer, weil nun „Tango“ zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Tanzt einfach weiter. Eines Tages seid auch Ihr dran!

Was ist los in BI bis zum 7. Oktober?

01.10 – 02.10.2009 Christine Venjakob – Kleine Paradiese
Malerei, Zeichnung, Objekte
Kunstraum Rampe

01.10 – 03.10.2009 Rolf Kuhlmann
Samuelis Baumgarte Galerie

01.10 – 11.10.2009 Mavambo
Aufbruch: Moderne Kunst in Zimbabwe
Ravensberger Spinnerei / VHS

01.10 – 24.10.2009 CO2 – Ein Stoff und seine Geschichte
Sonderausstellung
namu Museum

01.10 – 25.10.2009 Latifa Echakhch
Bielefelder Kunstverein e.V / Museum Waldhof

01.10 – 25.10.2009 Flo Maak
Bielefelder Kunstverein e.V / Museum Waldhof

01.10 – 29.10.2009 400 Jahre Preußen in Westfalen
Deutsches Fächermuseum / Barisch Stiftung

01.10 – 30.10.2009 Charles Darwin – Darwin und der Glaube
Stadtteilbibliothek Brackwede

01.10 – 30.10.2009 Günter Frecksmeier „MYTHEN“
Technologiezentrum Bielefeld

01.10 – 31.10.2009 Fang Lijun. Sea and Sky
Kunsthalle

01.10 – 31.10.2009 „Hut ab“!
Bielefelder Geschichten von Hüten, Hauben und Helmen
Bauernhaus-Museum

01.10 – 18.10.2009 Kubistische Kuchen, geometrische Gelees
Kooperation mit dem Leopold Museum Wien
Museum Huelsmann

01.10.2009 Katzenkinder
für Kinder ab 4 Jahren
namu Museum

01.10 – 04.10.2009 FSK 16
„Wir wollten nur, dass mal was passiert, dass endlich mal was passiert.“
Alarmtheater

01.10 – 10.10.2009 Männerbeschaffungsmaßnahmen
Dietmar Loeffler
TAM FOYER

01.10 – 27.10.2009 Literaturtage Bielefeld 2009
Schuld und Unschuld
Stadtbibliothek

01.10 – 29.10.2009 Antigone
Sophokles
Stadttheater

01.10.2009 Sophia
Konzert
Forum Bielefeld – Boge Fabrik
[Tickets sind im Vorverkauf erhältlich.]

02.10.2009 „School on Fire“ – Benefiz-Bandfestival
Gesamtschule Brackwede
Bielefeld-Brackwede

02.10 – 10.10.2009 Mensch, Bielefeld! Was bewegt die Stadt?
Ab in die Mitte
Bielefeld

02.10.2009 Das Kinderrathaus hat Geburtstag
Neues Rathaus

02.10.2009 Treffen der Arbeitsgemeinschaft für die plattdeutsche Sprache
Haus der offenen Tür, Kreuzstraße 19a
Bielefeld-Mitte

02.10.2009 pROCKfest 2009 (1.Tag)
Int. progressives Rock Festival Bielefeld
Movie

02.10.2009 Die Düne 13 brennt
Die Strandsaison am Obersee geht zu Ende
Seekrug

02.10.2009 Dixi Revival Party
3. Auflage
Seekrug

02.10.2009 10 Jahre Desharmoniker
Konzert
Rudolf-Oetker-Halle

02.10.2009 Das Blaue Einhorn
Neue Schmiede
[Tickets sind im Vorverkauf erhältlich.]

02.10.2009 Moonlightserenade – Nachtwanderungen zur Zeit des Vollmondes
Sparrenburg

02.10 – 04.10.2009 Ausblick auf das Paradies – Elling Monolog
Theaterstück nach dem Roman von Ingvar Ambjørnsen
GAB Kulturpunkt

02.10 – 10.10.2009 Die letzte Zigarre
Komödie von Bengt Ahlfors
Theaterhaus Feilenstraße
[Tickets sind im Vorverkauf erhältlich.]

02.10.2009 Rollos Hot Shots
Dixieland und Oldtime
Bielefelder Jazz Club e.V. / Alte Kuxmann-Fabrik

02.10.2009 Herb Robertson´s The Macro QuarKtet (US)
Szene NYC
Bunker Ulmenwall

02.10.2009 EBM/Industrial
Disco – Kleine Halle
Ringlokschuppen

02.10.2009 Drum n Bass Conference
Jugendzentrum Kamp

03.10 – 17.10.2009 „Herbstvogelzug am Teutoburger Wald“
Flugbild und Rufe ziehender Kleinvögel
Bielefeld-Dornberg

03.10.2009 Samstagsrundfahrt
Streifzug durch die Bielefelder Stadtgeschichte
Tourist-Information im Neuen Rathaus

03.10 – 04.10.2009 Gartenträume gestalten mit Feng Shui
Hotel Lindenhof

03.10.2009 pROCKfest 2009 (2.Tag)
int. progressive Rock Festival Bielefeld
Movie

03.10.2009 Jack und die Bohnenranke
Für Kinder ab 6 Jahre
Zentrum Bielefelder Puppenspiele

03.10.2009 Am Anfang schuf Gott… – Bläserkonzert zur Geschichte der Schöpfung
Eckardtskirche
Eckardtsheim

03.10 – 31.10.2009 Kulinarischer Spaziergang
Entlang des leinenen Fadens
Sparrenburg

03.10 – 30.10.2009 Das Herz der Leopardenkinder (Le Coeur des Enfants Leopards)
URAUFFÜHRUNG
TAM ZWEI

03.10 – 31.10.2009 Blütenträume
Schauspiel von Lutz Hübner
Ravensberger Spinnerei / VHS
[Tickets sind im Vorverkauf erhältlich.]

03.10.2009 Junge Sinfoniker
Rautavaara – Mozart – Beethoven
Rudolf-Oetker-Halle
[Tickets sind im Vorverkauf erhältlich.]

03.10.2009 RALPH RUTHE, CHRISTIAN MOSE & FLIX
„Mädchen, Monster, Mißgeschicke“
Zweischlingen

03.10.2009 Visions-Party feat. Jupiter Jones, Sights & Sounds, Men Eater
Forum Bielefeld – Boge Fabrik

04.10.2009 Friedhof Sieker – Von der Entstehung bis Heute
Friedhof Sieker
Bielefeld

04.10.2009 Ikebana im Herbst: Morimono mit Wurzeln
Anneliese Streit, Ikebanameisterin
Hotel Lindenhof

04.10.2009 Didgeridoo
Bielefeld Didgers und Gäste
Capella Hospitalis

04.10.2009 Kubistische Kuchen und geometrische Gelees
Abstrakte Kunst am Kalten Buffet oder zur Genese des allgemein beliebten Wackelpeters
Museum Huelsmann

04.10.2009 Des Kaisers neue Kleider
Museum Wäschefabrik

04.10.2009 Webvorführung am alten Bauern-Webstuhl
Bauernhaus-Museum

04.10.2009 Erntedank im Bauernhaus
Für Kinder mit ihren Eltern
Bauernhaus-Museum

04.10.2009 Kammermusik für Flöte, Violine und Gitarre
Kapelle im Johannisstift
Bielefeld-Mitte

04.10 – 25.10.2009 Fang Lijun
Mit-Mach-Führung für Eltern und Kinder
Kunsthalle

04.10.2009 Konzert für Bläser und Chor
Altstädter Nicolaikirche (ev.)

04.10 – 11.10.2009 10 Jahre Klais-Orgel – Orgelkonzert
Kath. Kirche Heilig Geist
Bielefeld-Dornberg

04.10 – 31.10.2009 Falstaff
Commedia lirica in drei Akten von Giuseppe Verdi
Stadttheater

04.10.2009 Milow
+ Martin and James
Ringlokschuppen
[Tickets sind im Vorverkauf erhältlich.]

04.10.2009 Im Himmel ist kein Zimmer frei
Realschule Brackwede

04.10 – 25.10.2009 Elternabend
Party unter der Glaskuppel – jeden Sonntag
KaffeeKunst Ratscafe

05.10 – 28.10.2009 „Fund-Stücke“ von Carsten Hagen
„Meine Objekte leben von den Gebrauchsspuren“
Galerie Gruppe10

05.10.2009 WIM GründerInnen- Forum
Forum für Gründerinnen und Gründer
Technologiezentrum Bielefeld

05.10.2009 Work-Life-Balance
Leistung, Stress, Gesundheit und Lebensqualität
Internationales Begegnungszentrum – IBZ

05.10.2009 Fahrrad-Workshop
Frauenkulturzentrum, Mellerstraße 2
Bielefeld-Mitte

05.10.2009 1. Konzert Philharmoniker Solistisch
Gegenpole
Rudolf-Oetker-Halle

05.10.2009 NEUE MUSIK: Siegfried Mauser
Klavierabend I 20 Jahre Cooperativa Neue Musik Jubiläumskonzert III
Kunsthalle

05.10.2009 Björn Berge (SE)
Akustische Gitarre solo
Bunker Ulmenwall

06.10.2009 KULTUR IN DEN STADTBEZIRKEN
Fabian Lenk: Eine Lesung für Kinder
Bielefeld-Dornberg

06.10.2009 BrainWalking: Ein Vergnügen für die Sinne
Habichtshöhe Wanderparkplatz
Bielefeld

06.10.2009 Israel-Abend mit Horst Krüger
Ecclesia, Turnerstraße 51
Bielefeld-Mitte

06.10.2009 Bielefelder Vocal-Festival
BITel Vocal-Nacht
Rudolf-Oetker-Halle
[Tickets sind im Vorverkauf erhältlich.]

06.10.2009 SCHMITTIs Sneak Preview
Der etwas andere Kinoabend
CinemaxX

06.10 – 27.10.2009 Herztöne
Eine Veranstaltung zum Mitsingen und Zuhören
Capella Hospitalis

06.10 – 27.10.2009 UnScheinBar – Cocktails & Livemusik
Bunker Ulmenwall

07.10.2009 Was macht die Farbe auf der Kartoffel?
Mit Kartoffelstempel drucken wird bunte Herbstbilder
Bauernhaus-Museum

07.10.2009 Fossilien, Gesteine & Mineralien
Öffentliche Beratungsstunde
namu Museum

07.10 – 11.10.2009 Grüffelo
Nach dem weltberühmten Kinderbuch von Donaldson und A. Scheffler
Zentrum Bielefelder Puppenspiele

07.10.2009 Japanisch kochen mit Pfiff
Hedwig-Dornbusch-Schule
Bielefeld-Schildesche

07.10.2009 Berühmte Namen
Freddy Mercury (1946 – 1991)
Museum Huelsmann

07.10.2009 Pavarotti und Co.
Italienische Tenöre auf der Opernbühne.
Ravensberger Spinnerei / VHS

07.10.2009 Spritsparen leicht gemacht.
Spartipps und alternative Antriebe
moBiel Haus

07.10.2009 Tunnelführung
Alles über das unterirdische Gleissystem der Bielefelder StadtBahn
Bielefeld-Stieghorst

07.10.2009 Wir sind weit miteinander gegangen
Buchladen Eulenspiegel, Hagenbruchstrasse 7
Altstadt Bielefeld

07.10.2009 Die Stereotypen
Improllywood – mit den Stereotypen und Gästen
Jugendzentrum Kamp

07.10.2009 Hjaltalín (IS)
Kammermusikalischer Pop aus Island
Bunker Ulmenwall

(Quelle: Bielefeld-Marketing)

Uni schmeißt Bielefelds Prodiac raus.

Darf der Staat Löhne diktieren? Diejenigen, die vom 1. Oktober an einen Arbeitsvertrag als Gebäudereiniger unterschreiben, werden nach einem Blick auf ihren Stundenlohn sagen: Ja, er darf. Darin werden ihnen auch Menschen zustimmen müssen, die den
Mindestlohn sonst ablehnen. Denn am Beispiel der Gebäudereiniger hat sich gezeigt: Der Markt regelt den Preis eben nicht so, wie es manch einer gern hätte. Die Tarifverhandlungen sind gescheitert. In dieser Branche regeln die, die es sollen, nämlich die Tarifvertragsparteien, leider herzlich wenig. Von einem Stundenlohn von 5,71 beziehungsweise 4,61 Euro kann niemand
leben. Und wenn, dann nur mit staatlicher Unterstützung, zum Beispiel mit Arbeitslosengeld II, das zusätzlich zum Lohn gezahlt wird. Der Staat subventioniert also eine Vollzeitstelle – unfassbar. In der Branche der Gebäudereiniger ist es wie in anderen von Nöten, dass der Wettbewerb über die Qualität und nicht über das Preisniveau ausgetragen wird. Wenn die Tarifvertragsparteien nicht in der Lage sind, eine Lohnhöhe für ihre Branche zu finden, dann muss es eben der Staat tun.

Liebes Westfalen-Blatt. Da habt Ihr eines der heißesten Eisen in diesem Lande angefasst. Aber sehen wir das mal lokal. Die Bielefelder Uni hat den Wach – und Geldtransportdienst Prodiac (Eckenheimer Straße) aus dem europaweiten Bieterverfahren um den Halbmillionen-Etat-Bewachungsetat ausgeschlossen. Prodiac sagt, man solle „ein Riesenpaket zum Minipreis liefern“. Prodiac, die erst seit März 2009 Tariflöhne zahlen, behauptet, man „mache Verluste, wenn man weniger als 11 Euro die Stunde“ zahle. Die Gewerkschaft Verdi scheint auf Seiten von Prodiac zu stehen und behauptet, es seien „an den Haaren herbeigezogene Argumente“, die Uniseits zum Ausschluß des Anbieters geführt hätten.

Schwer verständlich. Wenn Anbieterverfahren für die Uni als „Öffentliche Hand“ vorgeschrieben sind, dann gelten eben die Regeln dafür. Wenn der Auftraggeber jemand davon ausschließt, tut er exakt das, was Industrie und Handel auch macht. Aber vielleicht wäre dem Unternehmen und der Gewerkschaft ein Schlaraffenland lieber, in dem der einzelne Mitarbeiter 5 Euro die Stunde bekommt und die ARGE auf 11 Euro „kostendeckend“ aufstockt? Da wäre es der Allgemeinheit dann aber allemal lieber, Prodiac würde über die Wupper gehen. Die Kostensituation eines Privatunternehmens kann den Steuern zahlenden Bürger nicht interessieren. Es reicht schon, wenn er zwangsweise aufgrund Politikversagens für Hütchenspielerbanken herangezogen wird. Empfehlenswert wäre Prodiac mal ein Einkaufsgespräch mit den großen Discountern. Da gilt das Prinzip „Friß oder stirb“. Selbst Lieferanten, die Jahrzehntelang korrekt lieferten und im Preis Jahr um Jahr gedrückt wurden, werden mit fadenscheinigsten Argument aus dem Markt geschossen. So läuft das heute in der neuen Welt der aalglatten, gelackten BWL-getrimmten Einkäufer.

Die sportliche Metropole

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Zwei Drittel der Bielefelder treiben mindestens einmal in der Woche Sport. Das haben die Wissenschaftler Prof. Dr. Horst Hübener und Oliver Wulf herausgefunden. Ihre Analyse des Sportstättenbedarfs in der Stadt dürfte vor allem bei Vereinen und Politikern für Diskussionen sorgen. Kürzlich stellten die Forscher der Universität Wuppertal die Ergebnisse ihrer Untersuchung im Rathaus der Metropole vor. Das Sportverhalten: Zwei Drittel der Bielefelder zwischen zehn und 75 Jahren treibt mindestens einmal pro Woche Sport, rund zehn Prozent ist weniger als einmal pro Woche sportlich aktiv, 24 Prozent verzichten ganz auf zusätzliche Bewegung.

Jetzt diskutieren wir heftig darüber, ob die Disziplin „Dreimal-am-Tag-die-Woche-von-über-vierzig-Kilo-über Wege-und-Wiesen-gezogen-zu-werden“ auch zu den Sportarten zählt.

Schöne Bescherung

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Die Blitzerdichte in und um die Metropole wächst und wächst. Außer dem Stadtsäckel und der Befriedigung bestimmter Instinkte „Den Rasern an den Kragen“ hilft es wenig. Mit dem investierten Geld ließen sich aber gut Schulgebäude, Sportplätze, Brücken und öffentliche Plätze sanieren. Aber das paßt nicht die Köpfe der Insassen des Rathauses von Schilda an der Lutter und diverser Politiker im Stadtrat.

Steini aus dem Lipperland jetzt SPD-Fraktionsführer im Butatag

War ja noch zu befürchten, der hüftsteife Wahlverlierer aus dem Lipperland würde auch noch den Vorsitz der alten ehemals Arbeiterpartei, zwischenzeitlichen neoliberalen Unternehmer – und Industriehure, Hartzlichen Menschenschinder und jetzt wieder – ja was eigentlich? – Gruppierung namens SPD übernehmen, ist der Kelch an der Chaostruppe doch vorübergegangen. So macht der Schröder-Epigone jetzt den Fraktionsvorsitz mit der Frage, die die verbliebenen rund 500.000 Noch-SPD-Mitglieder nicht nur Nachts in ihren Gebeten an Erich Ollenhauer, Kurt Schumacher, Willy Brandt und Friedrich Engels stellen: Kanna dat oda tuta nur so?

Die muß man aber auch stellen, sollte wirklich ein gewisser Herr Gabriel den Parteivorsitz für den Rücktrittler Müntefering übernehmen. Dann hätte man auch Andrea Ypsilanti, oder unsere Lokalgröße Peter „Pit“ Clausen aktivieren kännen oder den jetzigen Postler Rainer W.

Aber bei den Sozen ist ja jede Überraschung drin. Die Linke sollte schon mal in Deckung gehen, sonst beschließen die heute noch den sofortigen Anschluß nach Artikel B wie Bescheuert des Parteigesetzes an die Partei von Gysi und Lafo.

Was für ein Feuerwerk hochintelligenter, seit über einem Jahrzehnt Basta-getrimmter Parteilinge. Verarmen wird keiner und Finanzpfeife Steinbrück mit seiner staatsekretärlichen Tiefstschlafmütze Fips Assmussen muß nicht mehr in einen „HRE-Abgrund“ gucken, der schrumplige Franz ausm Sauerland kann sich seiner jungen Liebe widmen und Herr Heil, Hubertus ist nicht mehr General der SPD und braucht auf einem Parteitag auch nicht mehr peinlich „Yes, we kähän“ zu skandieren.

Die kleine Neuregierungspartei FDP treibt mit stündlichen Forderungen wie ein Blag im Sandkasten, dem man den Korken aus dem Mund entfernt hat „Will auch spielen“ die alte, Regierungserfahrene Tante Union vor sich her und fordert „den Blitzausstieg bei der HRE“ (geht das, wo sie „Systemrelevant“ ist? Und überhaupt, die Liberallalas hatten mit einem gewissen Herrn Fricke den Vorsitz des Bundestagshaushaltsauschusse, da sollte man eigentlich jeden Cent kennen), den Anschluß der Republik an Österreich, Tieferlegung der Niederlande und Freiheit für die Gummibären. Die ißt der Guido doch sooooooooooo gern. Politik ist auf einen Schlag nicht nur spannend sondern noch ein ganzes Stück bekloppter geworden. Österreicher würden sagen: „A Ringerlspühl“. A gemma Tauben vergiftn im Park.

Brackweder Strapsi-Story schaffts bis in den Spiegel

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Man mußte nicht mal ganz genau hinhören heute am frühen Nachmittag in der kleinen großen Metropole unter der Sparrenburg. Von Jöllenbeck bis Senne runter, von Brackwede bis dahin, wo in BI immer die Sonne aufgeht, schallte der Jubel. Endlich, endlich hat es diese wunderbare, sonderbare, unter den 20 größten deutschen Städten befindliche Stadt geschafft, in das gehobene Blatt für die knapp über BLÖD agierende gehobene Intelligenzia zu gelangen. Wenn auch mit dem abartigen Thema „Gefängniswärter in Wonderbra“. Aber das sind Bielefelder ja gewöhnt, wenngleich Arm. Bielefeld als „Leistungsträger“ hier ein wenig häufiger erwähnt wird. Meist mit dem Zusatz „Ach, die gibt es auch noch?“. Oder als Autobahnvorbeipunkt mit „Huch. da blitzte es grad“-Effekt.

Wüßten die Menschen, welch wunderbarer Hort ein schattiger Sitzplatz an der reißenden Lutter oder das leise Glucksen des entschlammten Obersees unterm Schildescher Viadukt ist, sie würden zu Millionen hierhin strömen. Ganz böse Zungen, ja fast die bösesten Zungen, die es hier gibt, kolportieren ja, Hans-Rudi H. habe heimlich einen Wonderbra-Strapseur in den Brackweder Knacki-Aufbewahrungsort geschmuggelt. Bei der Kreativität im Tourismus-Büro denkbar. Oder?

Fassungslosigkeit

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Also mich macht das fassungslos. Oder sehe ich das einfach nicht kommerziell genug?

Sind die eigentlich alle bekloppt? *Ach nein. Halt. Ich ziehe die Frage zurück. Rhetorisch wollte ich ja nicht werden*

Jetzt reißen die Versager das Maul bis zum Zäpfchen auf

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hat von der künftigen Bundesregierung einschneidende Reformen verlangt. In einem Interview mit „Focus Online“ plädierte er auch für einen straffen Zeitplan für den Rückzug des Staates aus der Finanzbranche. Die größten Reform-Baustellen seien der Finanz- und der Gesundheitsbereich. Eine radikale Gesundheitsreform müsse her, nach der z.B. Raucher mehr bezahlen sollen. Walter fordert zur Aufbesserung der Staatsfinanzen auch diverse unpopuläre Maßnahmen wie flächendeckende Studiengebühren oder eine Pkw-Maut.

Was anderes erwartet? Dank des Komplettversagens der SPD sind jetzt die dran, die das neoliberale System als einzig seligmachend propagieren, obwohl es grad kläglich gehen die Wand gefahren wurde. Ein Teil dieses Systems ist auch die Deutsche Bank, die mit Hütchenspielertricks und der grausligen Groko am Leben erhalten wurde. Jetzt können die politischen Spitzen ja zu zweit Joe Ackermann ins Kanzleramt einladen.

Die Müntefering von Bielefeld

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Nicht nur auf Bundesebene gibt es in der Politik Typen, die bereits von der Physiognomie her wie geborene Verlierer wirken. Wenn diese Menschen dann in die Verbitterungsjahre kommen und nicht begreifen, daß ihre Zeit abgelaufen ist, schaden sie der Idee, für die sie mal standen. Franz Müntefering ist in der SPD ein solches Beispiel. Daß die Bielefelder SPD-Landtagsabgeordnete und gewichtiges Wort in der Metropole unter Sparrenburg, für die nächste Landtagswahl nicht mehr antreten wird, ehrt sie. Kommt aber ebenso zu spät für die SPD und ihre Reputation wie es der brandeilig-überfällige Rücktritt von Müntefering auf der Bundesebene ist.

„Fatzke“ würden die Berliner sagen

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Es gehört nicht viel dazu, Guido Westerwelle zumindest für wunderlich und arrogant zu halten. Dazu nutzte er im Überschwang des in den Nacken geworfenen Siegerkopfes zu bereitwillig die ersten hingestellten politischen Fettnäpfchen, in die er auch prompt hineintrampelte. Die NW Superjournalistin und Kommentateuse, dat Alexandra Jacobson, porträtiert den Rechtsanwaltssohn mit der spitzen Spechtsnase mit der ihr eigenen Leichtigkeit heute auf Seite 4 des Blattes. Gestern gab es viele Gelegenheiten, noch einmal über die Butawahl zu diskutieren. Auffällig, wie viele Menschen – vor allem jüngere – die FDP gewählt haben und nun den Kopf darüber schütteln. Mal völlig abgesehen von den Leihwählern, die mal schnell von der CDU zu Guido kreuzelten, um das gesamte Konstrukt an der Macht zu halten. Was ja auch nicht schwer war, weil das SPD-Kartell der politischen Idioten so bereitwillig Vorschub leistete.

Die andere Zeitung der Metropole, das Westfalen-Blatt, schreibt dazu heute:

Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor man ihn erlegt hat. Kaum ist der Bär tot, stürzt sich der Wahlsieger auf die Beute. Die FDP hat mutig den Kampf um Posten begonnen und gestern mächtig mit ihren Muskeln gespielt. Anders Angela Merkel. Sie hat zwar auch ihr politisches Terrain in einer neuen schwarz-gelben Regierung abgesteckt. Aber ihr geht es nicht nur um Posten. Sie hat deutlich gemacht, dass die Innenarchitektur dieses von ihr geführten Bündnisses sich fundamental von den schwarz-gelben Koalitionen vergangener Jahre unterscheiden wird. Schwarz-Gelb ist nach dem Willen Merkels mehr als nur ein Bündnis, das für wirtschaftliches Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen steht. Merkel will mehr. Sie will Kanzlerin einer Volkspartei sein, die für alle da ist. Ob sie die Balance zwischen Wirtschaft und Soziales jedoch finden wird und ob das überhaupt möglich ist, wird die Zukunft zeigen. Viel Negatives werden die Menschen in den kommenden Monaten wohl nicht fürchten müssen. In knapp acht Monaten wird bereits erneut gewählt. In Nordrhein-Westfalen, dem größten Bundesland, geht es um viel. Weder Merkel noch Westerwelle werden diese wichtige Landtagswahl aufs Spiel setzen. Schließlich gilt es, erstens die schwarz-gelbe Mehrheit im Bundesrat zu verteidigen und zweitens, der angeschlagenen SPD die nächste Niederlage beizubringen. Somit werden Merkel und Westerwelle eher Bonbons verteilen, als Giftpapiere herausholen. Merkel hat gestern deutlich gemacht, dass sie die Rolle des Kochs in der neuen Regierung für sich in Anspruch nehmen wird. Für ihren neuen Partner Guido Westerwelle hat sie die Kellner-Rolle vorgesehen. Sichtlich gelöst, gut gelaunt, schlagfertig und sehr souverän hat sich die Kanzlerin gestern präsentiert. Sogar witzig war die Frau, die beim TV-Duell so blass geblieben war. Westerwelle hingegen ist etwas übermütig vorgeprescht. Sein Auftritt gestern zählt sicher nicht zu seinen besten. Mit dem grandiosen Wahlerfolg im Rücken forderte der ansonst rhetorisch starke FDP-Mann ganz keck vier Ministerposten, um dann ausgerechnet gegenüber einem Auslandsjournalisten ins Schlingern zu geraten. Als dieser ihm eine Frage auf Englisch stellen wollte, wurde Westerwelle sichtlich nervös und forderte ihn auf, Deutsch zu sprechen. Beim Thema Steuersenkung ließ der FDP-Chef die Vehemenz seiner Forderung vermissen, die ihn im Wahlkampf noch ausgezeichnet hatte. Während sich Westerwelle noch an seine neue Rolle gewöhnen muss, fliegen in der SPD bereits die Fetzen. Wie zu erwarten, sind die ersten personellen Konsequenzen erfolgt. Parteichef Franz Müntefering hat seinen Rücktritt angedeutet. Er macht möglicherweise Platz für Sigmar Gabriel. Das politische Erdbeben der Sozialdemokraten wäre damit aber nicht beendet. Es hat gerade erst begonnen.

Schön geschrieben, liebes Westfalen-Blatt. Die liberale Spechtsnase wird in der ihr eigenen Lautsprecherartigkeit aber nicht mit der Kellnerrolle zufrieden sein, obwohl ihr weder inhaltlich noch politisch-gewichtig als Winzpartei mehr zusteht. Lehnen wir uns zurück und betrachten mit einem heftigen Grinsen im Mundwinkel, wie „unser Guido“ sich aufbläst und wichig tut und der Misthaufen der SPD entweder die Kurve kriegt oder auf dem politischen Müll der Geschichte landet. Guido Westerwelle wäre nicht der erste Steigbügelhalter, der oben aus dem Sattel einen heftigen Fußtritt bekommt. Hofnarren müssen gemeinhin klüger sein als der König der Sprechblasen.

Zuvor aber möchte ich meine absoluten Highlights der eventuell kommenden Regierung präsentieren:

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Ursula von der Leyen, diese beim Lügen enttarnte Laienschauspielerin im Ministerrang, schaffte es nicht einmal gegen die SPD-Kandidatin und Ex-Ministerin Bulmahn in Hannover ihr Direktmandat zu gewinnen, obwohl sie angeblich ungleich populärer in der Keksstadt ist. Und was von Klaeden und Brüderle angeht: Politische Doofheit und Naivität brauchen auch ein Gesicht. Beide sind sowas wie Ex-Kriegsminister Jung aus Hessen.

Es wird extrem spaßig, wenn Köchin Angela Guido zum Telleraustragen schickt.

Die Maske der Neoliberalen ist schon unten

70.000 Mitglieder hat laut offizieller Webseite die FDP derzeit. Grad mal 70.000. Eine richtig winzige Partei trotz ihres elend langen Bestehens und der per DDR-Übernahme hinzugewonnen Blockpartei-Flöten von der LDPD. Aber diese kleine Horde ist bereits dabei, die Republik zu drangsalieren. Nicht einmal im Amt vereidigt, werden schon massive Forderungsgeschütze gegen den Staat Bundesrepublik aufgefahren. Man fragt sich, ob Westerwelles Truppen das Land besetzt haben und Kanzlerin Merkel kann einem direkt ein wenig leid tun. Leute, von denen man bisher nichts gehört hat in der Deckung der Hinterbanken kommen aus dem Dickicht und reden sich um Kopf um Kragen.

Beispiel 1: Laufzeit der Atomkraftwerke sofort verlängern. Die Aktien der Energiegauner schießen prompt nach oben. Wo das ausgebrannte Zeugs hingekippt wird, da „schaun wir mal“, laut FDP

Beispiel 2: Schneller Bahnverkauf: Die neuen Regierungsparteien CDU/CSU und FDP wollen einen neuen Anlauf zum Verkauf der Deutschen Bahn unternehmen. „Wir wollen die Privatisierung“, sagte Hans-Peter Friedrich (CSU), Vize-Fraktionschef der Union, dem Tagesspiegel (Morgige Ausgabe). „Wir werden das auf jeden Fall im Koalitionsvertrag dokumentieren“, stimmte der FDP-Verkehrsexperte Patrick Döring (Wer bitte?) ein, der für das Thema in seiner Fraktion in den nächsten Jahren verantwortlich sein soll.

Im Stundentakt laufen weitere Forderungen über die Presseticker. Vor allem die von der FDP vertretene Klientel aus Ärzten, Anwälten und Steuerberatern meldet sich im Stakkato zu Wort. Dazu Mietmäuler aus Sozialwesen , Gesundheitswesen und „Bildungsexperten“.

Diese Regierung aus überheblich-arroganter „Bürgerlicher Mitte“ wird nicht einmal die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich wissen. Geschweige denn die sogenannte „Breite Masse“. Es wird nicht lange dauern und Lautsprecher Westerwelle ist enttarnt. Wer in einer Pressekonferenz den Arroganzpinsel herauskehrt und als angeblich designierter Außenminister nicht einmal einen Satz auf englisch beantworten will, weil „Wir sind in Deutschland“ wird bald hoffentlich so richtig eine aufs Maul kriegen. Sowas kommt bei Leuten, die offensichtlich aus falsch verstandenem „Versehen“ FDP gewählt haben und ihre Wahl nicht einmal begründen können, nicht gut an.

Meikne Hoffung: Die Republik ist blitzschnell aus ihrer Lethargie aufgewacht. es wird exrem soannend werden. Lesen wir mal, was Alexander Marinos von der Westdeutschen Zeitung für Morgen geschrieben hat:

Na und? Union und FDP bilden die neue Bundesregierung. Aber muss man sich davor fürchten? Oder kann man sich, umgekehrt, darauf freuen? Kommt jetzt – je nach Lesart – der „soziale Kahlschlag“ bzw. werden tiefgreifende Reformen das Land modernisieren? Beides ist nicht zu erwarten. Vermutlich neutralisieren sich die Partner gegenseitig – jedenfalls nicht
weniger als Union und SPD. Genau betrachtet ist das, was da entsteht, eine sozial-liberale Koalition, in der eine nicht ganz so dezimierte CDU die Rolle der arg zerrupften SPD übernimmt. FDP-Chef Westerwelle selbst wurde ja nicht müde zu betonen, dass es sich bei den Christdemokraten um „schwarz lackierte Sozialdemokraten“ handelt. Und die werden auf dem Feld der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik schon verhindern, was zu verhindern ist. Da könnte Westerwelle auch mit 20 oder 25 Prozent Wählerzustimmung in die Koalitionsverhandlungen marschieren – mit CDU-Chefin Merkel und CSU-Chef Seehofer werden die Branchen-Mindestlöhne nicht abgeschafft, wird der Kündigungsschutz nicht gelockert, und die Krankenversicherung wird nicht privatisiert. Aber auch die FDP wird einiges blockieren, und zwar auf dem Feld der Innenpolitik. Mit den Liberalen wird die Bundeswehr nicht im Inneren
eingesetzt, und der Verfassungsschutz erhält keine Polizei-Kompetenzen. Allein bei der Frage, ob die Laufzeiten der Atomkraft-
werke verlängert werden sollen, gibt es einen Konsens zwischen Schwarz und Gelb. Reicht das? Zwischen Schwarz und Rot gab und gibt es da deutlich mehr Schnittmengen. Bleibt noch die Steuerpolitik. Eine umfassende Steuerreform mit deutlich niedrigeren Sätzen hat uns die FDP von morgens bis abends versprochen. Es schien, als könne es das Projekt einer neuen bürgerlichen Koalition werden. Keine 24 Stunden nach der Wahl klingt alles ganz anders. Plötzlich sprechen die Freidemokraten nur noch von einem „fairen Steuersystem“. Außerdem sei ein umfassender Kassensturz notwendig. Was außer riesigen Haushaltslöchern glauben die Liberalen, die jahrelang den Vorsitz im Haushaltsausschuss des Bundestages führten, dabei zu finden? Aber auch das ist ja leider nichts Neues: Was vor der Wahl versprochen wird, gilt danach nicht mehr. Alles ganz normal.

Unsere hiesigen Westfalen-Blatt und NW zitiere ich mal noch nicht. Die wissen noch nicht, wo sie sich zwischen Neu-OB Clausen SPD und Direktmandatgewinnerin Lena Strothmann CDU einordnen sollen.

66% der Bundesbürger glauben CDU/CSU/FDP-Steuerversprechen nicht

Ergänzend zur von Brox gezeigten Sitzverteilung im neuen Deutschen Butatag hier eine Pressemeldung, die grade hereinkam. Sie wirft die Frage auf, warum eine in den Augen der Wahlbürger derart unglaubwürdige Konstettaion überhaupt gewählt wird. Pure Verzweiflung? Torschlußpanik? Hysterischer (durch nicht bewiesener und belegter) Glaube an die angebliche „Wirtschaftskompetenz“ von SchwarzGelb? Grade die aktuellen SchwarzGelben – auch hier in NRW – zeigen doch, daß sie weitaus weniger bewegen als sie versprechen und behaupten:

Die große Mehrheit der Bundesbürger (66%) vertraut den Steuersenkungsversprechen von CDU/CSU und FDP für die nächste
Legislaturperiode nicht. Dies zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter 1.500
Bundesbürgern ab 18 Jahren. Demnach glaubt angesichts der hohen Staatsverschuldung und der anhaltenden Wirtschaftskrise nur knapp jeder vierte Deutsche (23%), dass das neue schwarz-gelbe Regierungsbündnis die versprochenen Steuersenkungen tatsächlich einlösen werden. Zwei Drittel (66%) der Bürger glauben hingegen nicht daran; der Rest zeigt sich unsicher.

Besonders groß ist die Skepsis gegenüber den Steuersenkungsplänen von Schwarz-Gelb erwartungsgemäß unter den Anhängern von SPD, Grüne und Linkspartei (bis zu 90%). Aber auch mehr als ein Drittel der Sympathisanten von CDU/CSU und FDP (37%) hält die Steuersenkungsversprechen für nicht glaubhaft bzw. umsetzbar. Ihr generelles Vertrauen in Wahlgewinner und FDP-Parteichef Guido Westerwelle bezeichnen 42 Prozent aller Bundesbürger aktuell als gering und nur 33 Prozent als hoch.

Fast die Hälfte aller Bundesbürger (45%) befürchtet zudem, dass sich die schwarz-gelbe Regierung weniger um das Thema soziale
Gerechtigkeit in Deutschland kümmern wird; 36 Prozent erwarten hingegen keine Unterschiede im Vergleich zur Großen Koalition. In der Frage nach der zukünftigen Atompolitik von Schwarz-Gelb erwarten 52 Prozent, dass es zu einer Abkehr vom Ausstieg aus der
Atomenergie kommen wird, lediglich 28 Prozent glauben nicht, dass es zu Laufzeitverlängerungen kommen wird.

Waren die CDU/CSU/FDP-Wähler paralysietrt? hatten sie was im Tee oder Kaffee? Unglaublich, diese Zahlen.

hm irgendwie erschreckend

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Nein erschreckend finde ich jetzt nicht die Uhrzeit von 93.35 Uhr. Ist zwar ein bißchen spät, aber wie wir alle wissen, lieber spät als nie.

Aber zum Thema SPD und Palastrevolution: Wenn man sich mal vor Augen führt, dass die (ehemalige?) Volkspartei 76 Mandate verliert, dann kann es bei den Genossen wohl nicht einfach so weitergehen, oder?

Vindrutetorkare

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Ja, so sind sie, die blaugelben HolländerSchweizerSchweden: Vindrutetorkare (Scheibenwischer) gibt es jetzt preisgesenkt nach der Wahl für die Wähler Deutschlands. Vorher kaufte niemand die Dinger. IKEAs Begründung am Bielefelder Südring: „Nur gut gewischte Scheiben verschaffen auch klaren Blick auf die Dinge“. Klar. Darauf ein sanft erwärmtes Köttbullar.

Mal wieder was unpolitisches

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hm. Also wenn das mal keine Meldung wert ist. Des Greisen Gespielinnen wollen Ozzy „i am the lord of the fu*** darkness) Osbourne nackich sehen. Warum laden sie die nicht mal in die berühmt-berüchtigte Blähboy-Villa ein? da kann sich doch nackich machen…

oder gibts hier jemanden, der gesteigerten Weg darauf legt, dass das auch noch gedruckt wird? *Denkt an die armen Bäume* 

Ach Barbara, die spielen doch nur

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Liebe Barbara, wer Hartz 4 und die Agenda 2010 erfindet, wie ein gewisser Hans Eichel die hemmungslose Freigabe der Finanzmärkte oben draufsetzt, der wird eben am Ende abgestraft. Selbst wenn gewisse „Siegerparteien“ das alles fröhlich mitgetragen haben. Es wird mehr als Zeit, daß Franz ausm Sauerland und die Seeheimer Truppe der SPD begreifen, daß sie nicht Original CDU/CSU sind. Die plumpen Tiraden eines Peer Steinbrück kamen eben offensichtlich nicht an.

Blogger Feynsinn bringt das Versagen des lippischen Spitzenkandidaten und müden Abklatsches des Gummistiefel-Napoleons auf den Punkt: Steinmeier aber ist der Weiter-so-Mann. Er will nichts an der Agenda kritisiert wissen, er will sich nicht endlich vom Acker machen und sich schämen, er hält sich vielmehr für berufen. Dem Mann ist nicht mehr zu helfen. Und auch seiner Partei nicht. Die einzige Hoffnung für sie besteht in einer Palastrevolution, bei der keine Gefangenen gemacht werden. Wenn sie jetzt nicht diese zynischen abgehobenen Versager los wird, ist sie auf Jahrzehnte erledigt.

Eben. Es war in der Geschichte häufig die Tragik der SPD und ihren so häufig nicht motivierbaren Wählern oder Sympathisanten, sich selbst zu zerstören. Sie hat sich allerdings auch über Jahrzehnte neu erfinden können. Bis der andere Lipper kam. GASZgerd. Der allerdings war niemals das, was man mal Sozialdemokrat nennen konnte. Er war der Verräter und Verkäufer seiner Wähler. Ohne ihn gäbe es die Linkspartei nicht. Ohne ihn gäbe es den Sieg von Merkel/Westerwelle eher nicht. Meinen ureigenen, sehr negativen Erfahrungen mit den Lippern wurde gestern eine weitere Episode angefügt. Hätte ich nicht unbedingt benötigt, bin aber auch kein SPD-Wähler und sehe die SPD lediglich als eigentlich notwendiges Korrektiv gegen ein rechtes schwarzgelbes Lager. Genau da hat sie kläglich versagt.

Jetzt können wir sehr gespannt sein, wie SPD-Neu-OB Peter „Pit“ Clausen in der Metropole den Spagat schaffen will.

Auf den „Nachdenkseiten“ hat Wolfgang Lieb eine kluge und kühle Analyse der Wahl und des seltsamen Verhaltens der Wähler geliefert. Hier ein Ausschnitt:

Es war schon eine merkwürdige Wahl: 60 Prozent der Befragten sind der Meinung, man wisse nicht genau was die CDU vorhabe. Und nicht viel weniger wissen das von der FDP. 60% glauben nicht, dass die Steuern gesenkt werden sondern eher erhöht. 68 Prozent meinen, dass die CDU nicht ehrlich sei und gegenüber der FDP ist das Vertrauen nicht größer. Merkel wird weder zugetraut, dass sie die Wirtschaft in Schwung bringt (nur 34% meinen das) noch dass sie für mehr soziale Gerechtigkeit sorgt (nur 20% glauben das). Und dennoch haben die Wählerinnen und Wähler für eine Mehrheit derjenigen Parteienkonstellation gesorgt, die diametral gegen die politischen Ziele steht, für die eine Mehrheit in der Sache eintritt, angefangen vom Atomausstieg, über die Erhaltung des Sozialstaats bis zum Abzug aus Afghanistan. Weil die Bürgerinnen und Bürger keine Alternative gesehen haben und deshalb zum Teil gar nicht mehr zur Wahl gingen und damit die politischen Kräfte nicht stark genug gemacht haben, die dem selbsternannten „bürgerlichen Lager“ etwas entgegensetzen hätten können, ist es zu Schwarz-gelb gekommen. Ein rot-grünes Lager hat wegen der dramatischen Verluste auf absehbare Zeit keine Perspektive mehr und eine linke Mehrheit liegt, solange es in der SPD keine Palastrevolution gibt, in den Sternen.

Bemerkenswert war, wie pfleglich am Wahlabend Gregor Gysi und Oskar Lafontaine mit der SPD umgingen. „Wir wollten eine linke Mehrheit und keine Schwächung der SPD“ (Lafontaine).

Wir haben es geahnt. Oder: Die sinnfreie Klientelwahl

Ich freue mich diebisch. Die größte Kanzlerin, mächtigste Frau des Universums, Partyfreundin des pervertierten Bankerwesens, Vorreiterin des Lissabon-Vertrages, der Macht an Leute gibt, die wir nicht kontrollieren werden, die Internet-Rechteabbauerin, die Bespitzelung und Abhören-Befürworterin, Liebchen des mehr und mehr entzauberten und seine wirklichen „Fähigkeiten“ (des Ablesens vom Teleprompter) zeigenden US-Präsidenten, hat ihr exaktes Pendant bekommen: Guido, die schwafelnde Westerwelle. Den „Freund der Arbeiter“, den „Kämpfer für Internetfreiheit“, den „Beseitiger des Kündigungsschutzes“, den „Herbeizauberer von 80 Mrd. zur Füllung des Staatshaushaltsdefizites“, den unsäglichen Lautsprecher einer Hans-Wurst-Truppe mit Koch-Mehrin, Leuthäuser-Schnarrenberger, dem hessischen Koch-Lakaien Hahn, dem wunderbaren unwissend-dummen Gaukler Brüderle, dem zauberhaft lebhaften Herrn Solms, dem von wundersamen Gerüchten umwehten Möllemann-Freund Schleswig-Holstein-Kubicki. Genscher haben sie noch mal wiederbelebt, viele hatten Tränen der Rührung in den Augen. Dagegen war das Schwarz-rote Kabinett ja noch ein Hort geistiger Überflieger. Jede Wette, daß die große Mehrzahl der FDP-Wähler nicht eine Zeile des Parteiprogrammes gelesen haben.

Das war meine Prognose:

CDU – 34%
SPD – 25%
FDP – 12%
LINKE – 13%
Grüne – 10%
Piraten – 3,5%
Rest – 2,5%

So ist es ausgegangen dank einer SPD-Klientel, die den Arsch nicht hochkriegte um zu wählen und der FDP-Klientel, die mal wieder „aus Spaß dat Angela gerettet hat“.

CDU – 33,8%
SPD – 22,9%
FDP – 14,6%
LINKE – 12%
Grüne – 10,7%
Piraten – ca. 2,0%
Rest – 4,0%

Dankeschön Herr Westerwelle und Dank an Ihre Klientelwähler, denen offensichtlich alles Recht war, sich ins Bett von Angela zu legen. Es kommen spaßige Zeiten auf Deutschland zu. Noch viel spaßiger als mit einer SPD, die CDU-Politik machte und sich damit selbst zerstörte. Sie können aber ganz sicher sein, daß wir Sie an Ihren großmäuligen Sprüchen und Ihrem dümmlichen Grinsen messen werden. Ebenso wie Ihre von sich so grandios überzeugte Partnerin, die Ex-Sekretärin für Agitprop und Propaganda, deren Lebenslauf mit bestimmten Lücken offensichtlich traditionell ziemlich tumbe CDU-Wähler nicht weiter stört. Wenigstens die Bayern haben Ihrem seltsamen Oberhäuptling Seehofer und dem „Politstar“ von und zu und weg und hin zu G. gezeigt, wie wenig sie von der Mischpoke halten. Es wird spaßig. Die Kabarettisten wie Priol, Schramm, Pispers und Freunde sitzen schon an den Manuskripten.

Und dann so: „Yeahhhhhhhhhhhhhhhhhhhh, Guido“. Jetzt geht die Party richtig los.

Hier hätte die lahme Tigerente es wohl nicht gepackt

Gucken wir doch mal. Das bekannte Schlaftablettchen Lena knapp vorm unbekannten Schlafrölleken Guntram. Aber dann bei den Parteien. Da wären AngelaGuido voll auf die Fresse geflogen. Aber BI ist nicht typisch für diese Republik. In jeder Hinsicht. (Und zum Glück):

Lena Strothmann (CDU) 36,8%
Guntram Schneider (SPD) 35,7%
Britta Haßelmann (GRÜNE) 13,1%
Frank Schwarzer (Die Linke) 7,3%
Hans-Achim von Stockhausen (FDP) 6,0%
Siegfried Reball (NPD) 1,0%
Paul Felix Giebeler (BüSo) 0,2%

SPD 30,9%
CDU 30,6%
GRÜNE 13,5%
FDP 11,3%
Die Linke 9,1%
Sonstige 4,5%

Stand 19:37 Uhr. Quelle NW

Zum Anlaß: Reinhard Mey

Ersetzt einfach „Narrenschiff“ durch Deutschland, Kapitän durch Frau Merkel und Leichtmatrose durch Guido, dann passt es:

Das Quecksilber fällt, die Zeichen stehen auf Sturm,
Nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm
Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine.
Und rollen und Stampfen und schwere See,
Die Bordkapelle spielt „Humbatäterä“,
Und ein irres Lachen dringt aus der Latrine.
Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert,
Die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert,
Die Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten.
Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum
Und Elmsfeuer züngeln vom Ladebaum,
Doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten!

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig‘ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf‘s Riff.

Am Horizont wetterleuchten die Zeichen der Zeit:
Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit.
Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfaltspinsel.
Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai,
Bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei,
Auf die Sandbank, bei der wohlbekannten Schatzinsel.
Die andern Geldwäscher und Zuhälter, die warten schon,
Bordellkönig, Spielautomatenbaron,
Im hellen Licht, niemand muß sich im Dunkeln rumdrücken
In der Bananenrepublik, wo selbst der Präsident
Die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt,
Sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zu schmücken.

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig‘ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf‘s Riff.
Man hat sich glatt gemacht, man hat sich arrangiert.
All die hohen Ideale sind havariert,
Und der große Rebell, der nicht müd‘ wurde zu streiten,
Mutiert zu einem servilen, gift‘gen Gnom
Und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann in Rom
Seine Lieder, fürwahr: Es ändern sich die Zeiten!
Einst junge Wilde sind gefügig, fromm und zahm,
Gekauft, narkotisiert und flügellahm,
Tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen Klauen.
Und eitle Greise präsentier‘n sich keck
Mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck,
Die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das Essen vorkauen.

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig‘ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf‘s Riff.

Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier.
Er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir.
Im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten.
Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg,
Und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck
Und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten.
Der Ausguck ruft vom höchsten Mast: Endzeit in Sicht!
Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht.
Sie zieh‘n wie Lemminge in willenlosen Horden.
Es ist, als hätten alle den Verstand verlor‘n,
Sich zum Niedergang und zum Verfall verschwor‘n,
Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig‘ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf‘s Riff.

100,10% bei Stefan Raab

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Gestern Abend saß ja unser Bielefelder Emnid-Umfrageguru Schöppner bei Stefan Raab im Publikum, als das TV-mediale Multitalent auf Pro 7 seine nicht unbedingt ganz ernst zu nehmende Wahlsendung mit Prognose unter Erstwählern und per Anruf Abstimmenden abließ. Zählt mal spaßeshalber die Zahlen des Endergebnisses zusammen 🙂

Auf den Bund übertragen, können 0,10% Wahlentscheidend sein. Auch Emnid-Schöppner, der die beiden „staatstragenden“ Gruppierungen CDU/CSU bei großen bis „erdrutschartigen“ Ergebnissen sieht, während Westerwelles FDP und erst recht die Linke, die Gewinner sein werden, sah den Fauxpas nicht.

Lassen wir uns in dreieinhalb Stunden überraschen. Vielleicht gibt es ja dank verfassungswidrigen Überhangmandaten und plötzlich enorm wachsener Zahl der Wahlberechtigteh ein 111% -Ergebnis. Das könnte dann selbst Emnid nicht mehr erklärebn.

Seit 8 Uhr wird zurückgekreuzt

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Irgendwie waren heut in der Früh schon mehr Leute auf der Gasse als an einem „normalen“ Sonntag. Auch beim Bäcker des Vertrauens bildete sich eine lange, stille Schlange. Wahrscheinlich war es der gedrückte Eindruck in der Wahlkabine zuvor. Mann, nur zwei Kreuze, normalerweise machen viele drei. Als Unterschrift. Wie dem auch sei. An den Laternen, Bäumen und Latrinen hängen noch mal frische Plakate mit immer denselben meist unsympathischen Köppen. Das Wetter ist schön. Es könnte ein paar mehr hinterm Ofen vorlocken in die Wahllokale. Ein gewisser Chef-Unsympathling namans Po falla hat heute noch mal Angela in billiges Plastik eingeschweißt zusammen mit Schinkenhälften und Salami vom real,- in die Briefkästen werfen lassen. Soviel zum dämlichen Lippenbekenntnis bezüglich Umwelt und Ressourcensparen. Stattdessen Plastikmüll mit einer Frau drin, die grad vier Jahre für Deutschland zusammen mit einer zerstörten SPD verloren hat.

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Wer immer noch nicht weiß, was und warum er wählen soll, hier die Liste der Argumente. Die Leistungsbilanz der Merkel-Regierung:

– Out of Area-Einsätze der Bundeswehr in Verletzung des Grundgesetz
– Unterstützung des Krieges im Irak mit Ramstein als Drehkreuz
– Versendung von Kriegsschiffe an weit entfernte Krisengebiete
– Beteiligung an einem Angriffskrieg in Afghanistan
– Massive Aufstockung der Truppen in Afghanistan
– Entsendung von Tornado-Kampfflugzeuge und AWACS nach Afghanistan
– Leugnung es handelt sich um einen Krieg mit Orwellschem Neusprech
– Verantwortlich für das grösste Massaker an der zivilen Bevölkerung in Afghanistan
– Unterstützung von Georgien im Angriffskrieg gegen Südossetien
– Unterstützung Israels im Massenmord an der Bevölkerung in Gaza

Und dann:

– Altersarmut / Kinderarmut / Zerstörung der Mittelschicht
– Ausverkauf der Infrastruktur
– Bespitzelung und Auskunftschaftung unter erlogenem „Terrorargument“
– Bevorteilung von Kapitaleinkünften
– Bildungsmisere
– Biometrik in Pässen
– Energieversorgerkartelle
– Energiepreisexplosion
– Gesetzgebung durch Wirtschaft
– Gesundheitsfond
– Hedgefonderlaubnis
– Internet-„Stop“Schild mit haarsträubenden Argumenten statt simpler Sperre bestimmter Seiten
– Kalte Progression
– Lasche Finanzmarktregeln
– Lehrermangel
– Lobbyismus und Korruption
– Mehrwertsteuererhöhung auf 19 % Punkte, das sind 18,75% !!!
– Nichtverfassungskonforme Gesetze
– Niedriglöhne
– Online-Durchsuchung
– Praxisgebühr
– Prekäre Beschäftigung
– Privatisierungen (Wasser, Energie, Gesundheit,
Grundversorgung)
– Rente mit 67
– Rettungspakete für Betrüger (Banken)
– Sinnlose Subventionen
– Staatsverschuldungsberg
– Studiengebühren
– Überwachungsstaat
– Unangemessene Managergehälter
– Unbezahlte Praktika
– Ungerechtes Gesundheitssystem
– Ungerechtes Steuersystem
– Vorratsdatenspeicherung
– Zeitarbeitssklaven
– Zuzahlungen (Zahnersatz, Brille, Medikamente)

Wie sagte doch die „Can“-Marionette in Washington in der vergangenen Nacht?

„Wir schließen auch einen Krieg gegen den Iran nicht aus“.

Yes, you can genauso wie Dein grandioser Vorgänge. Marionetten am Gängelband der „Weltregierung“. Wie hierzulande Frau Dr. Angela Dorothea „IM Erika“ Merkel. Man kann sie wählen, muß aber nicht. Es besteht kein Zwang dazu. Hoffen wir mal, daß unser persönlicher Denkzettel mit dabei hilft, den politischen neoliberalen Super-GAU in Deutschland zu verhindern. Die Zeche zahlen ohnehin unsere Kinder, die Schwachen und die „Aussortierten“.

Schönen Restwahlsonntag noch, Ihr Könige und Königinnen der Metropole, Prinzen und Prinzessinnen von OWL.

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