Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Mo
20
Jul '09

Eine Regierungschefin, die nicht rechnen kann…..

Es ist die Geschichte eines Niedergangs: Mitten im Bieterrennen um den Rüsselsheimer Autobauer kommt heraus, dass Opel seit 2003 durchgehend Verluste geschrieben hat. Wer den angeschlagenen Hersteller übernehmen wird, will GM noch diesen Monat entscheiden. Financial Times Deutschland

Tja, wenn man eine Bestimmerin der politischen Richtlinien an der Spitze hat, die Brutto nicht von Netto unterscheiden kann. Die keine Ahnung hat, welche Leistungen H4-Gebeutelte kriegen und welche nicht. Die Steuern senken will, wenn man grade 300 Mrd. neue Schulden gemacht hat bis 2013. Und dann noch einen fränkischen Bubi ohne Erfahrung aber excellenten Kontakten zu GM´s künftigem Financier Ripplewood dazugibt. Dann kommen schonmal so Sachen raus. Hauptsache, das breite Volk hängt an ihren Lippen und bewundert die Joe-Coker-Gestik. Die mächtigste Frau der Welt sollte mal Madeleine Schickedanz einen Crash-Kurs in Betriebswirtschaft geben. Blähnüster kann ja hospitieren.

Der lange Queller Weg zum neuen Lebensmittellover

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Ein Blick über den blauen Abschottungszaun in Quelle-Mitte offenbart den langsamen Fortschritt beim langen Weg zum neuen Edeka neben der Apotheke. Wird aber wohl noch ein Stücksken dauern, bis die beigen Windjacken und orthopädischen Stützstrümpfe dort über Stangensellerie und Chinakohl ihre Gespräche übers Alltägliche und die neue SchwarzGelbe Regierungsfront aufnehmen können.

Nix für unchut. Kommse halt bein Jibi bei!

Vom OWL-Wetter und neuer Pünktlichkeit

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Während grade im Kieler Landtag die Vertreter des Volkes zusammenkommen, um über die Auflösung des Lügenstadls zu befinden, huscht ein wenig Sonne über unseren Landstrich. Angetrieben von kräftigem Wind segeln weißgraue Wolken über OWL. Hochsommer sieht irgendwie anders aus. Was übrigens auch für das Thema Pünktlichkeit gilt. Einer wollte was bezahlen und abholen, ein anderer eilig ein paar gebrannte CD´s mitnehmen. Bis halb zwölf fehlt jede Spur von ihnen. Wo ich doch so liebend gerne auf Andere warte…..

CDU/CSU: 1€-Jobber für die Privatwirtschaft

Die FDP will den ALG II Regelsatz um 30% kürzen und begründet dass damit, ALG II Empfänger wären grundsätzlich zu Faul zum Arbeiten und wer mit dem kargen Regelsatz nicht auskommt, soll gemeinnützige Arbeiten ausführen und damit sein ALG II aufstocken (siehe Workfare bei CDU/CSU). Die FDP trägt im Übrigen auch die anderen Vorhaben der CDU/CSU zum Sozialabbau mit.

Ich weiß, daß hier Menschen mitlesen, die arbeitslos oder bereits in Hartz 4 gefallen sind. Was ja aus dem Selbstverständnis der Staatsvernichtenden Parteien CDU/CSU/SPD/FDP an sich schon ein Kapitalverbrechen erster Güte ist. Bankenbetrug, Finanzgaunerei oder Zumwinkelei sind dagegen lediglich kleine, marginale Lapalien. Im Blog “nurmeinstandpunkt” ist zusammengetragen worden, was diese Bevölkerungsgruppe von den eben genannten Wichtigtuern und ihren ausführendenm beamtetten und Pensionsabgesicherten Schergen nach der Wahl im September zu erwarten hat.

Nun könnte man natürlich lang und breit darüber streiten, ob das, was Wuido Gesternschwelle von der allseitsimmergeschmeidigen Fallschirmspringerpartei da tagtäglich an Phantastereien, verbalen Idiotien, Beleidigungen und Verleumdungen absondert, “Arbeit” ist. Wahrscheinlich eher nicht. Was man ihm nicht übel nehmen darf, da er nicht weiß, was “wirkliche Arbeit” ist. Noch schöner ist aber die Idee der Parteien, die die Amateurin stellen, die das Kanzler mimt:

Ebenfalls will CDU/CSU die Pflicht zur Gegenleistung im SGB II gesetzlich verankern. Konkret sollen arbeitslose ALG II Empfänger per Gesetz dazu verpflichtet werden, ihre Arbeitskraft im Austausch für ihr ALG II kostenlos zur Verfügung zu stellen. Wer sich weigert, soll kein ALG II erhalten. Dazu sollen die sog. 1€ Job umfangreich ausgebaut und deren Beschränkungen auf den öffentlichen Sektor entfallen, so dass auch ein Einsatz von 1€ Jobbern in der Privatwirtschaft endlich legal wird.

Das ist das tatsächliche Ziel, das sich das hohe “C” für “christlich” auf die Fahnen schreibt und handelt wie ein westsibirischer Kuhhirt: Faustrecht für mich, den Anderen Arschtritte.

Solche Feinheiten stehen natürlich nicht auf den Webseitchen unsere hiesigen Reichstagsmatadore, als da sind: Lenchen Strothmann, Gudrun Kopp, der Brandner Kasper, etc. pp. Darüber schwadronieren sie dann in ihren Hinterzimmerzirkeln, ausgestattet mit Positionspapierchen durch Bertelsmänner, INSM und Dickgesicht Hundt von Po falla, Kauder, Heil, Niebel. Allesamt Leute, die einen Schraubenzieher mit einer Nagelfeile verwechseln würden. Aber labern können sie. Siehe Peter Harry Carstensen in Schleswig-Holstein in bester, unvergessener Uwe Barschel-Manier:

„Über diese Ihnen gleich vorzulegenden Eidesstattlichen Versicherungen hinaus gebe ich Ihnen, gebe ich den Bürgerinnen und Bürgern des Landes Schleswig-Holsteins und der gesamten deutschen Öffentlichkeit mein Ehrenwort – ich wiederhole – ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, dass die gegen mich erhobenen Vorwürfe haltlos sind.“

– Uwe Barschel: Pressekonferenz am 18. September 1987

Seitdem weiß man, was Ehrenworte in der Politik wert sind: Geistiges Klopapier.

Uwe Zimmers verklärter Blick auf Poloteile

Nachdem schon NW-Chefredaktor Uwe Zimmer heute dem leicht feisten Zigarrenraucher und Porsche-Börsenzocker Wiedeking mit einem larmoyanten und an der Wirklichkeit haarscharf vorbeigehenden Kommentar ein Denkmal setzte, gibt der beste Kumpel des vielfachen Multimillionärs mit dem starren Blick, Betriebsratsvorsitzer Hück, eins drauf:

“Mit Polo-Teilen können Sie keinen Porsche bauen”

“Die Porsche-Mitarbeiter haben in den vergangenen 14 Jahren galaktische Gewinne erzielt und werden jetzt auch galaktisch um die Eigenständigkeit von Porsche kämpfen”, sagte Hück der “Bild am Sonntag”. Hück kritisierte, eine Übernahme durch Volkswagen gefährde die 11.000 Arbeitsplätze bei Porsche. Dem Porsche-Miteigentümer und VW-Aufsichtsratchef Ferdinand Piëch warf er vor, eine Übernahme von Porsche durch VW diene einzig dazu, “den Traum von Herrn Piëch zu erfüllen”. Dieser müsse aber wissen: “Mit Polo-Teilen können Sie keinen Porsche bauen.”

Der kahlköpfige Arbeitnehmervertreter mit Dienst-Cayenne und verdammter Nähe zur Chefetage sollte wissen, daß die Fertigungstiefe der Zuffenhausener/Leipziger Schrauberbude zwischen 12 – 17% beträgt. Da ist schon die eine oder andere Poloschraube und jede Menge andere VW-Teile dabei. Jetzt gibt es weltweit nicht mehr genügend Bekloppte, die dafür den sieben bis 12 fachen Preis zahlen wollen oder können.

Insofern hat sich Wiedeking nicht nur bös verzockt sondern auch den Blick für die Wirklichkeit verklären wollen. Da haben es die Audilaner in Ingolstadt, seinerzeit angetrieben von Ferdinand Piech, schon cleverer angestellt. Oder hat Wirtschaftsfachfrau Dr. Murkel Porsche bereits für “systemrelevant” erklärt? Das würde Vieles ändern.

Nun schrumpft sie auch noch

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Tja, Metropolen beginnen erst ab 330.000 Einwohner. Pech gehabt, kleine geduckte Diva unter dem Steinhaufen Sparrenburg. Kein Wunder, daß die Schwarze Front und die verkappten Unionler von den Freien Bürgern noch lauter nach dem Untersee schreien in Schildesche und CDU-Hoffnung Bernd Landgraf schon mal die Front des langsam entschlammten Obersees abschreitet.

Wenn dat Dingens aber wirklich Leute anziehen soll, dann muß Windelsbleiche zum Airport ausgebaut werden, wo vierstrahlige Boeings landen können. Das zieht natürlich Menschen und vor allem “Leistungsträger” an.