Archiv für den Monat: Juni 2009

Wie Bertelsmann mit Quelle Steuern spart

Unter normalen Kaufleuten nennt man so etwas einen Eingehungsbetrug, weil aufgrund der wirtschaftlichen Lage schon ersichtlich war, dass der Katalog vermutlich nicht bezahlt werden kann. Das muss also auch dem Auftragnehmer, der Bertelsmann-Tochter Prinovis bekannt gewesen sein. Aber der Springer Konzern der an dem Unternehmen mit 25,1 Prozent der Anteile hat ja schon im vorigen Jahr 60 Millionen Euro auf diese Beteiligung abgeschrieben.

Rechnet man Bertelsmann die gleiche Abschreibung zu, so hat der deutsche Steuerzahler bereits im vergangenen Jahr rund 240 Millionen für Prinovis opfern dürfen. Denn Abschreibungen sind nichts anderes als Verkürzungen der eigenen Steuerlast. Die Allgemeinheit bekommt also weniger Steuern, als sie bekommen hätte, wäre in dem Unternehmen ordentlich gewirtschaftet worden.

Deshalb verwundert es jetzt ein wenig, dass es nicht einmal einen Massekredit für Quelle gibt. Denn von den fünfzig Millionen die dafür im Gespräch sind, gehen wohl um die 20 – 30 Millionen für den Katalogdruck drauf. Wenn Prinovis die nicht von Quelle bekommt, dann schreiben die Inhaber eben diese Summe ab. Vermutlich machen sie eh beides.

So geht das mit der Steuer. Bertelsmann ist darin ja bekanntlich ein wahrer Meister. Würde aber weder jemand stören beim FA Gütersloh, noch würde man den Konzern behelligen. Mehr liest man dazu auf „Duckhome„.

Superkompetenz: Karl-Theodor redet wie er es grad braucht

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Tagesspiegel„: Als Retter hat man es heute auch nicht leicht. Auf nichts ist mehr Verlass in diesen vermaledeiten Krisenzeiten. Nicht einmal mehr auf die Pleite. Der Seehofer Horst aus dem schönen Bayernland ist ein Opfer dieser neuen Unwägbarkeit. Noch vor Wochen war die Welt so schön und klar eingeteilt in blau-weiße Rauten: Der CSU-Spezl Guttenberg machte einen sauberen Job, die neu erworbene Wirtschaftskompetenz strahlte weit bis nach München und überhaupt: Hat der Karl-Theodor nicht Recht, wenn er ob des Risikos für den Steuerbürger eine Insolvenz von Opel erwägt? Hat er. Besser gesagt: hatte er. Die Lage hat sich geändert. Quelle, dummerweise ein Traditionsunternehmen aus Fürth, das dummerweise zum Freistaat gehört, ist in Nöte geraten und braucht Staatsknete. So schnell kann aus blau-weiß weiß-blau werden. Wir sind gespannt, ob der Bundeswirtschaftsminister nun die Fahne der Ordnungspolitik weiter hoch hält. Schließlich kann der Staat ja nicht jedes Unternehmen retten – jedenfalls nicht jedes Unternehmen außerhalb Bayerns.

In „Rheinische Post“: Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat die zugesagte Staatshilfe für Quelle verteidigt. „Ein Massekredit ist ein spezifisches Instrument in der Insolvenz“, sagte er in einem Interview mit dem Tagesspiegel (Heutige Ausgabe). Die staatlichen Mittel flössen auf jeden Fall – anders als bei einer Bürgschaft – wieder aus der Insolvenzmasse zurück. Das Instrument diene „zur geordneten Gestaltung des Insolvenzverfahrens“. Es handele sich dabei nicht schon um eine dauerhafte Rettung eines Unternehmens. Den Vorwurf, er verfolge mit der Zusage an die fränkische Arcandor-Tochter Quelle regionale Interessen, wies Guttenberg zurück. „Ich lege großen Wert darauf, dass es keine Sonderbehandlungen gibt.“

Knopfleiste ist heute bei Obama im Rosengarten. „Wir hatten jute Jespräche“. Gute Zeiten für Karikaturisten, auch wenn die Anlässe strunztraurig sind.

Tschüss Michael!

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Auch im Internet trauerten Fans um Michael Jackson. Weltweit reagierten die Mitglieder des sozialen Netzwerks Twitter auf die Nachrichten aus Los Angeles. Selbst der britische Außenminister David Miliband meldete sich zu Wort. „Noch nie ist jemand so hoch geflogen und so tief gefallen“, schrieb er. Die Sängerinnen Madonna und Celine Dion äußerten sich im US-Fernsehen bestürzt über den Tod des Popstars. Michael Jackson ist tot. Er wurde nur 50 Jahre alt.

HILFE!!!!!!!!!!!!

Hallo alle miteinander ich brauche dringend Hilfe und hab schon das ganze Internet durchsucht aber nichts gefunden und hoffe Ihr könnt mir helfen.
Es geht darum ich bin bald 2 Jahre mit meiner Freundin zusammen und wollte was besonderes machen.
Vorgestellt hatte ich mir ein Picknick in der Natur wo eventuell noch ein schöner Fluss lang fließt und der Ort ein bisschen abgelegen ist.
Leider kenne ich so einen Ort nicht in Bielefeld und habe bei der Internet suche auch keinen gefunden.
Jetzt hoffe ich das einer von euch so einen Ort kennt und mir weiterhelfen kann.
Ich danke schon mal im voraus
mit freundlichen grüßen
Mistery

Abendmahl

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Eineinhalb Pfund gemischtes Hack anbraten, ein paar Paprika klein schneiden, eine Zwiebel, ein paar kleine Tomaten, ein halbes Glas weiße Bohnen, etwas Tomatenmark, Paprikapulver, Salz, Pfeffer, gekörnte Gemüsebrühe. Mit Wasser aufgießen, reduzieren lassen. Dazu Ciabatta und ein Glas schönen kalten Weißwein, der prompt vergessen wurde.

Guten Appetit!

Die Unionslachnummer vom 4. Mai 2003

Deutschland steht am Scheideweg. Bei Massenarbeitslosigkeit, stagnierender
Wirtschaft, dramatischen Löchern im Bundeshaushalt und einem Reformüberhang in den
Bereichen Arbeitsmarkt, Wirtschaft und soziale Sicherungssysteme braucht Deutschland
Taten. Sozial ist was Arbeit schafft – diese Maxime ist oberste
Richtschnur unseres Handelns. Deswegen stehen wir zu dem Ziel: 3 x 40, also Senkung
der Staatsquote,
Senkung der Sozialabgaben und Senkung der Steuern.
Die Motivation von CDU und CSU heißt Deutschland. Deshalb bewerten
wir Vorschläge nach den Inhalten, nicht nach dem Absender. Wir unterstützen, was gut ist
und bekämpfen, was schlecht ist für unser Land.

Aus:

Für Wachstum –
Sozial ist, was Arbeit schafft.
Gemeinsamer Beschluss
der Präsidien von CDU und CSU
München, 04. Mai 2003

Welch eine grandiose Lachnummer! Wo stehen wir heute? Aber daran sind die pösen. pösen Anderen schuld. Eine Unionskanzleuse hat ja nunmal keine Richtlinienkompetenz. Sie „moderiert“ nur. Sie können doch sicher so auch Kanzler?

Nach Skandalversammlung Mannschaftsausverkauf bei Arm. BI?

Arminia kommt nicht zur Ruhe. Jetzt erreicht eine neue Hiobsbotschaft den Verein: Nach einem Bericht von Bild-Online hat Artur Wichniarek um seine Freigabe gebeten. „König Artur“ soll am Mittwochnachmittag zur Arminia-Geschäftstelle an der Bielefelder Melanchthonstraße gefahren sein und um die Auflösung seines Vertrages gebeten haben.

Sollten Sportgeschäftsführer Detlev Dammeier und die Vereinsführung Wichniareks Wunsch stattgeben, wäre der 32 Jahre alte Stürmer beim Trainingsauftakt heute Nachmittag mit dem neuen Trainer Thomas Gerstner nicht mehr dabei. Wichniarek hatte im Vorfeld der Beurlaubung von Finanzgeschäftsführer Roland Kentsch geäußert, dass er den Verein verlassen würde, wenn Kentsch entmachtet würde.

Doch nicht nur Artur Wichniarek scheint auf dem Abmarsch zu sein. Wie der Onlinedienst weiter meldet, denken auch Andre Mijatovic und Robert Tesche darüber nach, Bielefeld zu verlassen. Damit würde der Zweitligist zwei weitere Leistungsträger verlieren.

Es kommt immer noch in bißchen doller bei Bielefelds Deutschen Sport Chaoten. Bald steht 4.-Liga-Assistent und jetzt Chef-Trainer Gerstner ohne Mannschaft da. Kann sich ja der neue Vorstand selbst einwechseln.

Merkel: „Mal liberal, mal christlich sozial, mal konservativ“

Man mag es „Prinzipienlosigkeit“ nennen, man kann es aber auch als eine raffinierte und gezielte Wahltaktik sehen. Die Union nimmt ihren politischen Gegnern den Wind aus den Segeln, weil sie immer einen ihrer Leute bieten kann, die für liberale, für grüne oder gar für eine sozialere Politik das Wort führen. Taten brauchen ja nicht zu folgen. Das beste Beispiel ist Jürgen Rüttgers, der sich gerne als „Arbeiterführer“ feiern lässt und immer abtaucht, wenn es zum Schwur kommt und dazu noch in seinem Land, das Gegenteil dessen macht, was er als Image verkauft.

Die scharfe Kante der Union würde immer dann erkennbar, wenn sie zur Entscheidung gezwungen würde. Dann würde nämlich erkennbar, dass hinter der „Prinzipienlosigkeit“ das Prinzip des Weiter-so steht. Die Union verfährt in der Regierung die Methode, für die schlechte Nachricht ist die SPD verantwortlich und für die gute die Kanzlerin. Die SPD lässt das mit sich geschehen, weil sie – gerade jetzt in Wahlkampfzeiten – sozial redet, aber nicht entsprechend handelt oder gehandelt hat und letztlich nur an ihrem Agenda-Kurs festhält, auf den die Union nur immer „draufsatteln“ muss. Tun und Sagen gehen auseinander und deshalb gewinnt auch der Kanzlerkandidat Steinmeier kein Vertrauen. Davon kann nur die Union profitieren. Wie sagte doch Kanzlerin Merkel bei Anne Will so schön: „Ich bin mal liberal, mal christlich sozial, mal konservativ“. Aus: Nachdenkseiten

Der letzte, fett gedruckte Satz ist wohl in seiner grandios-stumpfen Dämlichkeit kaum noch zu toppen. Außer von Po falla, Kauder und L. Mayer. Die können es noch besser als die „mächtigste Frau der Welt“. Hahahahahahahahahahahhaaaaaaaaaaaaa.

Nachtrag: Plant die Union eine deutliche Mehrsteuererhöhung nach der Wahl? Ein Zeitungsbericht sorgt für Unruhe in der CDU, Generalsekretär Pofalla dementiert prompt – sagt aber nicht, wie die künftige Regierung gegen die Rekordverschuldung ankämpfen will. Quelle: Spiegel online.

Einem Po falla, einer Merkel auch nur ein Wort glauben? Da werden doch schon längst Versuchsballons in die Luft geballert, um zu testen, wie weit man es dismela mit dem Urnenpöbel treiben kann, bevor man mit der Bundeswehr im Innern gegen Verteilungs-
aufstände vorgehen muß. Aber keine Angst, notfalls baut der Kauder auf der rauhen Alb in seinem Wahlkreis ein paar „Maultaschalos“. Also ein staatliches Beruhigungslager für Hartz IV-Empfänger und beige Windjacken. Müßte allerdings so locker an die 10 – 12 Millionen Leute fassen. Kriegt das Großmaul aber auch noch hin.

Die Gauner diskutieren nur noch die Höhe der Quittung

Nach der Bundestagswahl drohen den Deutschen höhere Steuern. Die „Bild“-Zeitung berichtet jetzt mit Verweis auf Insider, wegen der steigenden Staatsverschuldung werde in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion eine Anhebung der Mehrwertsteuer diskutiert. Zum einen sei eine Erhöhung des ermäßigten Steuersatzes von derzeit sieben Prozent auf 19 Prozent im Gespräch – dieser Satz gilt derzeit unter anderem für Lebensmittel und Schnittblumen. Nach Berechnungen aus der Fraktion könnte diese Anhebung rund 14 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen für die Staatskasse bringen.

Diskutiert werde auch, ob es künftig nur noch einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz von 18 Prozent geben soll. Eine entsprechende Anhebung des Niedrigsatzes um elf Prozentpunkte bei gleichzeitiger Senkung des regulären Mehrwertsteuersatzes um einen Punkt auf 18 Prozent brächte dem Fiskus immerhin noch rund sieben Milliarden Euro Mehreinnahmen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Informanten in der Bundestagsfraktion der Union.

Auch bei den Sozialleistungen könnte es nach der Bundestagswahl Einschnitte geben, heißt es in dem Bericht weiter. Die Union erwäge unter anderem die Einführung einer Mietkostenpauschale für „Hartz IV“-Empfänger. Insgesamt könnten dadurch zusätzlich „mehrere Milliarden Euro“ jährlich im Bundeshaushalt eingespart werden.

Leute, holt die Dreschflegel schon mal vorsorglich heraus. Die Berliner Mischpoke, die Hütchenspielen in den Banken tatenlos zugesehen hat, ja sogar noch förderte und meint, marode Banken mit Abermilliarden „retten“ zu müssen, feilt schon an der Quittung für das in Mehrheit dämliche Volk und den Urnenpöbel. Noch kann man denjenigen, die schwafeln wie besinnungslos („Steuersenkungen nach der Wahl“) eine Gegenrechnung aufmachen, dien sie nie mehr vergessen werden. Es gibt wahrlich nichts blöderes als Politiker und Banker.

Geniale Erfindung: Siemens Lufthaken

Man sieht sehr deutlich wie die Deutschen sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf ziehen, in den sie von den Neoliberalen, den Marktradikalen, den Politikern und den Bankstern und Abzockern gedrückt werden. Der Siemens Lufthaken kommt überall erfolgreich zum Einsatz. Es ist schon spannend, wieviel Zweckoptimismus für die kommende Bundestagswahl da zusammen gelogen wird. Gelesen hier

Ach ja. Der Siemens Lufthaken. Eine der genialsten Erfindungen aller Zeiten. Die Realität gewordene Inkarnation des grandiosen Nichts. Hat jetzt aber große Konkurrenz bekommen durch einen Bielefelder Club: DSC, Deutsches Sport Chaos. Darauf kann man ähnlich aufbauen wie der Münchner Welt- und Bestechungskonzern. Was dorten der Lufthaken ist, sind hier Geldkoffer und die Unfähigkeit, Vorstandswahlen mit Ergebnis abzuhalten.

Ach Mensch, Isabel. Ist es das wert?

Isabell Werth ist nicht irgendwer. Sie ist die erfolgreichste Dressurreiterin aller Zeiten. Sie ist Juristin. Es ist unglaublich, dass sie ihr Pferd gedopt haben soll. Es geht um Ruhm, um Erfolg, um viel Geld, wie immer im Leistungssport. Ging es gerade beim Reiten nicht einmal um etwas ganz anderes? Um Freude an der Bewegung? Um das Miteinander von Mensch und Tier? Um Verantwortung? Oder ist das eine naive Vorstellung? Werth war bis zur positiven A-Probe ihres Pferdes eine Vorzeigesportlerin. Eine, die ihr Pferd als »Kamerad und Partner« bezeichnete. Man nahm ihr diese Worte ab, wenn sie sich in Interviews tränenreich bei Gigolo und Co. bedankte. Sie war ein Vorbild: tierlieb und erfolgreich. Läuft es schlecht für sie, kann sie sich von ihrem Image und den Medaillen verabschieden. Zurecht: Es ist schlimm genug, wenn Sportler sich selbst manipulieren. Lässt man den Druck, die Existenzangst im Falle eines Versagens aber außen vor, dann können diese Menschen selbst entscheiden. Sie haben Alternativen. Pferde nicht. Mit Doping ist Reitsport nichts anderes als Tierquälerei. Ja, liebes Westfalen-Blatt. Man kann es nicht glauben. Die vielen tausend Reitsport – und Pferdefreunde hier in der Region schütteln schockiert die Köpfe. „Unglaublich“. Die Herforder Brinkmänner, denen ein namhafter Reitsportlerausrüster gehört, würden mit Isabel W. ihre Werbegallionsfigur verlieren.

Lügner Linssen

Der Verkauf der LEG war einer der größten deutschen Immobilien-Deals. Ein Jahr lang glaubte die Öffentlichkeit, die knapp 100.000 Wohnungen seien an Goldman Sachs gegangen. Jetzt steht fest: So war es gar nicht. Warum hat die Landesregierung diesen Eindruck nie korrigiert? Weitere Ungereimtheiten: Warum wurde der Rechnungshof so lange umgangen? Warum hat das Land laut Rechnungshof viel zu viel vom Erlös an die übrigen LEG-Miteigentümer gezahlt? Warum sitzt in der Geschäftsführung der LEG-Käufer ein laut Aktenlage zwei Jahre alter Chef? Warum hat die Regierung den LEG-Kaufvertrag als „geheime Verschlusssache“ bezeichnet, obwohl der Vertrag selbst eine so hohe Geheimhaltungsstufe gar nicht vorsieht? Und vor allem:
Warum hat das Land die Namen der unmittelbaren LEG-Käufer nie genannt? Diese Fragen sind tragisch für Helmut Linssen, weil sie ein schlechtes Licht auf die gute Figur werfen, die er beim LEG-Verkauf gemacht hat. Die Privatisierung als solche war richtig, der Erlös für das hoch verschuldete Unternehmen spektakulär. Insofern hat Linssen vielleicht gar kein LEG-Problem. Aber ein Kommunikationsproblem ganz sicher. Im politischen Ergebnis ist das aber leider oft dasselbe.
Quelle: Rheinische Post.

Da brauchen wir uns überhaupt keine Sorgen machen. Und die 936 Mieter der LEG sowie die 8.000 der Ravensberger Heimstättengesellschaft hier in Bielefeld auch nicht. Politiker, insbesondere die SchwarzGelbe Front in Düsseldorf, sind klug, weit vorauschauend und handeln nur „Pro Bürger“. Gefährlicher ist da schon der Gestank, der von dem anrüchigen Geschäft und dem Getue der Landesregierung ausgeht. „Geheime Verschlußsache“. Das stinkt nämlich schon zum Himmel.

Unsichtbar wie weiland der Aufschwung

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Komischer NW-Aufmacher heute. Im Text gibt es dann eine Aufzählung des Horrors: Weiterer Konjunktureinbruch 2010, Rekordarbeitslosenzahlen, Umwandlung von Kurzarbeiterlösungen in Kündigungen.

Da der Aufschwung ja seinerzeit auch „bei jedem angekommen“ war, gilt für den Abschwung: Der trifft garantiert jeden. Leider. Sind wir aber selbst schuld dran. Was lassen wir zu, daß charakterlos geführte Banken von kungelnden Politikern mit Steuermilliarden gefüttert werden. Abwrackprämie: 2500 pro Auto. Was gab es pro Kind?

Gerstner bringt „Coach-Coaching“ mit

Vertrauen ist wichtig. Neben Mainz 05 betreut die Firma „sport and life“, bei der Gerstner Mitbesitzer ist und sich auf den Profisport spezialisiert hat auch zwei deutsche Bundesligisten. Namen werden nicht genannt. Die oberste Priorität lautet: Die Privatsphäre der Kunden muss gewahrt werden. Vertrauen ist im Bereich des Mentalcoachings die Basis. Bei Sturm ist Gerstner gerade im Begriff, eine gute Basis zu den Kickern aufzubauen. Der eine oder andere nimmt die Hilfe des Deutschen bereits in Anspruch. Quelle: Kleine Zeitung/Österreich

Vielleicht hat der neue Cheftrainer der Deutscher Sport Chaoten Arm. Bielefeld Fähigkeiten, ein ganzes Zweitliga-Stadion in den Tiefschlaf zu versetzen?

Offene Ateliers 2009 in Bielefeld

Am Wochenende, 29. und 30. August 2009, am Samstag von 14 – 19 Uhr und Sonntag von 11 – 19 Uhr sind Kunstinteressierte nun zum 19. Mal in die Offenen Ateliers in Bielefeld eingeladen. 118 Künstlerinnen und Künstler gehören zu den aktiven Mitgliedern des 1995 gegründeten Vereins. Offene Ateliers als Veranstaltung gibt es seit 1990.

An den Offenen Ateliers beteiligen sich in diesem Jahr 70 Mitglieder, der BBK-OWL  und als Gast Sandra Neuhaus im Heeper Vogteigebäude. Die Offenen Ateliers sind die größte Bielefelder Kunstausstellung. Es wird wieder ein breites Spektrum an Kunstpräsentationen aus den verschiedenen Bereichen: Malerei, Fotografie, Skulpturen, Schmuck, Zeichnung, Installation, Radierung und Collage zu sehen sein.

Die Arbeiten werden dort gezeigt, wo sie entstehen, nämlich im Atelier des jeweiligen Künstlers. Des Weiteren kann man sich mit den  anwesenden Gestaltern über ihre Arbeiten unterhalten, somit erhält man einen ganz besonderen und privaten Einblick in die Welt des Kunstschaffenden. Das Besondere der Offenen Ateliers ist der Rahmen und die Atmosphäre, in der Kunst erfahrbar wird.

Vor jedem geöffnetem Atelier hängt eine Fahne aus, die einem zur Orientierung dient. Weiterhin kann man für 2 Euro Unkostenbeitrag einen Katalog erwerben, der anhand von Karten zeigt, wo was zu finden und geöffnet ist.

In Kürze finden sie auf der Homepage der Offenen Ateliers einen Hinweis, wo Sie die Kataloge (2,- €) im Vorverkauf erwerben können. Selbstverständlich gibt es diese Kataloge auch in den geöffneten Ateliers.

Wir freuen uns, folgende fünfzehn neue Mitglieder begrüßen zu können:

1)Michael Norra
2)Brigitte Kuka
3)Tobias Link
4)Irini Metz
5)Sabina Carl
6)Sandra Garfias
7)Angelika Hölscher
8)Ferhat Chetibi
9)Künstlerhaus Lydda
10)Verena Messelink
11)Monika Badovsky
12)Katharina Blömer
13)Katrin Boidol
14)Svenja Ellermann
15)Sophie von Hayek

Offene Ateliers Bielefeld e.V.
August-Bebel-Str. 94
33602 Bielefeld
Telefon: +49 521 63191
Offene Ateliers 2009 BielefeldInternet: www.OffeneAteliers-Bielefeld.de


Der schmutzige Deal der FDJ-Aktivistin

Gegen den Schulterschluss von Bundeskanzlerin Merkel (CDU) und der Stromindustrie für einen Wiedereinstieg in die Atomkraft protestieren heute 50 Greenpeace-Aktivisten vor dem Hotel InterContinental in Berlin. Vor dem Zugang zum Jahreskongress des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordern sie „Stoppt Merkels Atomdeal“. Die Umweltschützer liegen als Warnung vor den Risiken der Atomkraft als „Strahlenopfer“ zwischen gelben Atommüllfässern, eine Luftschutzsirene heult. Zwei gegen radioaktive Strahlung besonders abgeschirmte Fässer mit kontaminiertem Erdreich aus der Nähe des AKW Tschernobyl sollen der Bundeskanzlerin vor ihrer Rede beim BDEW als Mahnung übergeben werden.

„Frau Merkel und die Stromkonzerne machen hier einen schmutzigen Deal zum Schaden Deutschlands. Sie wollen alte und unsichere Reaktoren länger laufen lassen und die Erneuerbaren Energien zurück drängen“, sagt Andree Böhling, Energie-Experte von Greenpeace. „Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke bedeuten weniger Klimaschutz und weniger neue Arbeitsplätze bei gleichzeitig höheren Risiken und Kosten für die Menschen. Hände weg vom Atomausstieg, Frau Merkel!“

Im vorgelegten Energiekonzept fordert der BDEW deutlich längere Laufzeiten für alte AKW. Das Klimaschutzziel wird gleichzeitig
verwässert und der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung soll im Jahr 2020 höchstens 30 Prozent betragen. „Das Energiekonzept der Stromkonzerne gleicht einem klima- und atompolitischen Amoklauf. Mit ihrer Unterstützung von
Laufzeitverlängerungen macht sich Frau Merkel zur Handlangerin der Stromlobby und outet sich als Atomkanzlerin“, so Böhling.

Das Energiekonzept des BDEW entschärft oder löst keines der zentralen gesellschaftlichen Probleme wie Klimawandel, schwindende
Energieressourcen und Wirtschaftskrise. Der vorzeitige Ausstieg aus der Atomkraft bis 2015 könnte dagegen nach Greenpeace-Berechnungen den Anteil der Erneuerbaren Energien auf rund 40 Prozent im Jahr 2020 steigern. Damit verbunden wären jährliche Einsparungen beim Kohlendioxidausstoß von 45 Millionen Tonnen und etwa 90.000 neue Arbeitsplätze. „Die Menschen wollen die Risikotechnologie Atomkraft nicht. Frau Merkel muss sich auf eine intensive Auseinandersetzung einstellen, wenn sie gegen den Mehrheitswillen in der Bevölkerung den Atomausstieg für Deutschland aufkündigt. Die Umweltbewegung wird nicht tatenlos zusehen, wie Strombosse und Politik den gefährlichen Rückfall ins Atomzeitalter verabreden“, so Böhling. „Den Atomausstiegsbeschluss zu brechen, heißt auch, die Gräben in der Gesellschaft wieder aufzureißen.“

Die Bodenprobe, rund zweieinhalb Kilogramm radioaktiv belastete Walderde, wurde von Greenpeace-Aktivisten außerhalb der verbotenen Zone nahe dem AKW Tschernobyl entnommen und zur Untersuchung nach Deutschland gebracht. Sie befindet sich in einem Spezialbehälter, um jede Gefährdung für Menschen in der Umgebung zu vermeiden. Greenpeace-Aktivisten sichern den Bereich mit Absperrbändern.

Das Problem wird die „Fregatte Mecklenburg-Vorpommern (O-Ton Urban Priol in der „Anstalt“) ganz einfach lösen: Auf ihrem Datschengrundstück (Da, wo sie Rouladen so schön braun werden läßt und den Bundeshorst verköstigt) hat sie ein paar Fässer stehen und ab gelaufener Butawahl im September kommen da gelbschwarze Absperrbänder drum: „Was ich hier lagere, geht Euch nichts an“.

DSC: Habemus Notlösung

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Ei der Daus. Da fährt man grad mal locker durch die Metropole und schwupps zaubert Dammi das Grazer Kaninchen aus dem Hut. Da kann der Eingang zur Hauptribüne ja gleich ganz verschlossen bleiben. Zweitklassiger Verein mit drittklassiger Führung holt Co-Trainer aus viertklassiger Liga.

Wie sagt der GF Sport der Deutschen Sport Chaoten: Geschäftsführer Detlev Dammeier: „Mit Thomas Gerstner haben wir uns für einen unverbrauchten, jungen und dynamischen Trainer entschieden, dem wir es zutrauen, mit uns gemeinsam den schwierigen Weg zurück in die Bundesliga zu gehen. Wir kennen uns aus gemeinsamen Tagen als Spieler in Wolfsburg und haben in unseren Gesprächen schnell festgestellt, dass wir identische Vorstellungen darüber haben, wieder erfolgreichen Fußball in Bielefeld anzubieten.“

In der Pressemeldung der Grazer Stürmer heißt es dazu knapper als knapp:

Der SK Puntigamer Sturm Graz gibt hiermit bekannt, dass Herr Thomas Gerstner
ab sofort nicht mehr als Assistenz-Trainer von Franco Foda zur Verfügung steht.
Er wechselt als Cheftrainer zum Zweitligisten der Deutschen Bundesliga – DSC
Armenia Bielefeld.

Der SK Puntigamer Sturm Graz bedankt sich bei Herrn Thomas Gerstner für
seine geleistete Arbeit und seinen Einsatz und wünscht ihm alles Gute für seine
berufliche Zukunft.

Ganz feine Augen könnten aus „Armenia“ und der Kargheit der Meldung schließen: „Ein Glück. Der ist weg“.

Lasset uns gemeinsam lachen! Wir dachten, es wird schlimm. Aber es ist noch schlimmer geworden. Die Webseite von SC Puntigamer Sturm Graz gibts hier. Puntigamer is übrigens a steierisches Bier. Na dann Prost.

Der Co-Trainer von Sturm Graz

… schmeißt hin und kommt zu Arminia als Cheftrainer … oh oh.

Ja wie topp ist das denn???

Der ehemalige Bielefelder Bundesligaprofi (nur sieben Tore in 99 Spielen!) wird morgen um 11:30 Uhr im Presseraum der SchücoArena vorgestellt

Da hat Dammi also wieder zugeschlagen: Warst doch schon mal hier, willste nich‘ mal bei uns den Trainer machen?

Thomas Gerstner: „Ich freue mich unglaublich auf diese Aufgabe hier in Bielefeld. Für mich war immer klar, dass ich irgendwann auch mal in der ersten Reihe stehen will. Für das in mich gesetzte Vertrauen des Vereins und insbesondere das von Detlev Dammeier kann ich mich nur bedanken.“

BILD meint zu Dammis verzweifelter Trainersuche:
„Ein Volltreffer muss her. Sonst wird‘s auch für ihn verdamm(eier)t eng. Zumal seine Spieler-Fehleinkäufe wie der 1,7-Mio-Flop Katongo oder die viel zu späte Trennung von Erfolglos-Coach Michael Frontzeck (45) vorm letzten Spieltag noch nicht vergessen sind.“

http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/zweite-liga/2009/06/23/arminia-bielefeld/obermann-verzichtet-auf-kandidatur.html

OPEL-Kamelle

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Es sah nach einer Lösung aus – doch in Wahrheit ist noch nichts geklärt. Die Übernahme von Opel durch den österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna ist wieder offen. Laut einem Pressebericht läuft der Bieterkampf um das deutsche Traditionsunternehmen keineswegs geradlinig auf Magna zu.

Was für eine Schmierenkomödie um OPEL. Da stellten sich doch neulich die Lügenbarone Guttenzwerg, Koch, die Stones vor laufende Kameras und erzählten einem vom Pferd: „Opel vor der Rettung. Magna machts“. Wobei ja auch gleich mal die „geordnete Insolvenz“ des fränkischen Wirtschaftsgiganten mit der unendlichen Erfahrung sowas von den Bach runtergeht: Selbst in der Insolvenz scheint GM die Fäden nach wie vor in der Hand zu haben. Da kann der Wallstreetgaukler aus dem tiefen Süden der Republik seine Wirtschaftsmärchen spinnen wie er will. Geblähte Nüstern unter Gelhaar bedeuten nicht zwangsläufig wirkliche Kompetenz. Auch wenn die BertelsmannMohnSpringer-Journaille es uns mit vereinten Kräften und „starken Bildern“ (Ich, zu Guttenberg, breite die Arme auf der 5th-Avenue aus) einbleuen will.

Schlecker kann das auch

Trickst Schlecker die Beschäftigten und Gewerkschaften aus? In den nächsten Jahren wolle die Drogeriekette rund 4000 kleinere Filialen schließen, berichtet die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) und beruft sich auf eigene Recherchen. In diesem Jahr seien bereits etwa 600 Geschäfte geschlossen worden, sagt Gewerkschafter Achim Neumann.

Gleichzeitig eröffne die Drogeriekette seit Anfang des Jahres sogenannte XL-Filialen. Dort seien die Arbeitsbedingungen deutlich schlechter als in den bisherigen Filialen. Die Beschäftigten würden nicht nach Tarif bezahlt; sie erhielten nur 6,50 bis 8 Euro pro Stunde – damit würden sie bis zu 50 Prozent unter Tarif bezahlt. Viele erhielten nur einen befristen Vertrag, der oft gerade mal ein halbes Jahr laufe. Quelle: Frankfurter Rundschau.

Schlecker. Wie komme ich auf den Republik-mit-Filialen-Zupflasterer? Seltsamer Zufall. Immer mehr Details des „Unmoralischen Angebotes“, daß der Berliner Unternehmensberater Dr. Dirk Obermann anläßlich der Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahlen dem Club Arm. Bielefeld machte, kommen ans Tageslicht. Die Schlecker AG mit den oben beschriebenen Maschenschaften steht auch auf der Referenzliste des Herrn Obermann, der zum Glück ebenso verhindert wurde wie Marktkauf-Daudel.

Es sind schon unglaubliche Menschen mit unglaublichem Denken und ziemlich winzigem Charakter, die sich da zusammentun. Weil zusammenwächst, was zusammengehört. Manchmal merkt man es zum Glück noch rechtzeitig.

Apokalypse now

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Das Geräusch hub an am frühen Morgen. Es wurde lauter, noch lauter, schwächer, wieder schwächer. War es der Traum, in dem die Kakophonie von der Arminia-HV Urständ feierte? War es der Hund, der im Erdgeschoß sich selbst jagt? Weiter gedämmert. Vom Quellekatalog, den wir ja bald als Staatsprodukt, auf Bertelsmann-Maschinen gedruckt, bestellen können. Von Porsche, die nicht leben und nicht sterben können, weil sie sich verzockt haben. Vom Mitternachtsshoppen demnächst wieder in der Metropole. Von einer Frau Dr. Murkel mit Mundwinkeln bis zu den Knien (Jaja, so ist das, wenn man spät noch „Neues aus der Anstalt guckt“). Von einer schönen Geburtstagsfeier im Verwandschaftskreis mit gutem Essen und wieder mal zuviel Alkohol.

Da war dann sowas Saugendes, Scharrendes. Wölfe im Garten? Mühsam aufgestanden. Hinausgeschaut.

Der Nachbar bekam grad Transportbeton. Es war noch lange nicht 6 Uhr.

Viele Künstler werden im Schlaf inspiriert: Salvador Dalí setzte Träume direkt in Bilder um, Federico Fellini in Filme, Paul McCartney in Musik. Doch wirken sich Träume auch bei der Normalbevölkerung auf die Kreativität aus? Heidelberger Forscher kommen zu überraschenden Ergebnissen. Schreibt die „Welt“ hier.

Kurzarbeit im Autoboom?

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Das Eisenacher Opel-Werk führt laut einem MDR-Bericht ab Donnerstag Kurzarbeit ein. Vom 25. bis 30. Juni werde es in dem Werk Kurzarbeit geben, berichtet der Sender unter Berufung auf die Pressestelle des Werks. Auch für die Zeit vom 13. bis 19. Juli soll Kurzarbeit angemeldet sein, dieser Termin sei von Opel aber noch nicht bestätigt worden. Ab 20. Juli seien dann Betriebsferien.

Och. Und wer baut nun die ganzen Abwrackersatzwägen?

Was ich mit Karstadt verbinde

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Der fallierte KarstadtQuelle-Konzern kobert derzeit, was das Zeug hält. 60 Jahre Bundesrepublik – 60 Jahre Karstadt dabei. Was ich persönlich mit Karstadt verbinde, iist ebenso viel – wie zwiespältig. Da ist die an einer defekten Glasscheibe verletzte Hand meiner Mutter und ein langer unerfreulicher Prozeß. Da ist die manchmal schwierige Zusammenarbeit mit Marketing und Werbung in Essen. Da ist das umgebaute Flagschiff KaDeWe in Berlin, wie Thomas M. meinte, ein Boulevard kleiner Luxusläden erfreue das Herz, stattdessen schreckte es eher ab. Da ist die Piefigkeit des Bielefelder Hauses an der Bahnhofstraße. Da ist die Erinnerung an ein ziemlich abgewracktes Alster-Haus in Hamburg.

Was gesamt bleibt, ist der staubige Eindruck. Vielleicht kann man aus Karstadt ein lebendes Museum machen. Wäre mal was Neues.

Fiat lux

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„Fiat lux“ („Es werde Licht“) steht natürlich nicht an der prächtigen Fassade am Alten Markt, hinter der sich der Geldspeicher der Oetker-Gruppe verbirgt. Es ist die Lampe-Bank, nur eines der unzähligen Unternehmen, die sich hinter dem Familiennamen der Puddingdynastie verbergen. Gestern legte August Oetker ein letztes Mal die Konzernbilanz vor, die mit dem größten Sprung (19,3%) in der Unternehmensgeschichte auf 9,25 Milliarden Euro abschließt. Da blieb sicher was an süßem Pudding über, um 2009 zu überstehen.

Schnöde Mammonsuche statt „Herzblut für Arminia“

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Die possierliche Provinzposse, mit der der Starverein der kleinen geduckten Stadt mit dem eher begrenzten Horizont unter der Sparrenburg derzeit die Republik belustigt, ist noch nicht am Ende. Während Marktkauf-Daudel sich vor den leidensfähigen Mitgliedern des Vereins in Rage und um den Verstand faselte, sollte ein Papier auf die Bühne geschmuggelt werden. Inhalt: Das Konzept für eine Sponsorenandienung durch die „Kritischen Arminen“ um Dirk Obermann. 3 Monate, 50.000 €. Da scheint wohl jemand dringend Kohle zu brauchen. Von wegen „Herzblut für Arminia„.

Machen wir uns nichts vor: Weder Daudel noch Obermann wären das, was man einen Präsidenten eines Clubs im bezahlten Fußball nennt. Sie sollten ihre Mitgliedsbücher zurückgeben. Andererseits: bei der Unprofessionalität des Vereins kommt es auf ein paar Luschen mehr oder weniger ja auch nicht mehr an.

Die Wirtschaft der Region hat übrigens prompt und exakt so reagiert wie zu erwarten war. Wie schrieb doch so schön NW-Leser „Michael“ in einem Kommentar auf der online-Seite der Zeitung?

Obermann hat während der Veranstaltung eines bemerkt: Keiner der Mitglieder wollte Daudel. Das hat er gespürt und so hat er die „Pläne“ durchkreuzt. Ich bin froh, dass Daudel es nicht geworden ist. Ich glaube, der hat von Fußball (Arminia) so viel Ahnung, wie der Papst vom Puff. Seine Rede war völlig blutleer. Wenn die Wirtschaftler (Oetker, Weber, Schüco) so einen Mann an der Spitze sehen, dann weiß ich nicht, wie viel ihnen die Millionen wirklich wert sind, die sie in den Verein bereit sind, zu investieren. Daudel hat nicht ein bisschen Selbstkritik geübt, auch nicht an seiner Funktion im Aufsichtsrat. Kein großer Redner, keine Visionen, keine Emotionen, Stattdessen der Verweis darauf, schon einmal ein 30.000-Mann-Unternehmen geführt zu haben (worauf einer reinrief: „Geführt? – Gegen die Wand gefahren!“). Eine Wahlniederlage war schon im Vorfeld absehbar – und deswegen kam auch sein Rücktritt der Kandidatur als er endlich selber merkte, es hat keinen Sinn mehr. Ich hoffe dennoch, dass Oetker und Co. ihr Wort halten. Es geht doch um den Verein, um die Region. Das kann man doch nicht an einer Person festmachen. Ich bin sehr gespannt.

Danke, ich wollte das bisher nicht so deutlich schreiben. Bleibt die Frage, warum die „Wirtschaftsgrößen“ der Region auf den Einzelhandels-Opa setzten.

PS: Das bundesweite Lachen könnte sich noch verstärken, wenn Mike Büskens von Schalke 04 Trainer werden sollte. Der hat grade abgelehnt, die Amateure des Vereins zu trainieren. Für die kommende 3. Liga würde es hier sicher reichen.

Ich bin ein Armine, holt mich hier raus.

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt’s sich gänzlich ungeniert. Diese Jahreshauptversammlung des DSC Arminia noch zu toppen, dürfte selbst den Schalkern alles abverlangen. Blamabel? Das trifft es nicht. Skandalös? Schon eher. Es war aber noch viel schlimmer. Der Verein hat sich in der Bielefelder Stadthalle so nachhaltig der Lächerlichkeit preisgegeben, dass es eine Schande ist. Weit nach Mitternacht wurde nur gerettet, was noch zu retten war. Hans-Hermann Schwick kann seinen Präsidenten-Schreibtisch wieder
einräumen. Er feiert im nächsten Jahr sein 20-jähriges Dienstjubiläum. Die eigentlichen Kandidaten Klaus Daudel und Dirk
Obermann hatten nicht nachweisen können, dass berechtigter Amtsanspruch besteht. Professionell an den blassen Auftritten – umwoben auch vom Geruch fragwürdiger Absprachen, unmoralischer Angebote und fauler Kompromisse – war gar nichts. Wo blieb das Konzept, das die in beiden Lagern aufgebrachten Mitglieder hätte überzeugen können? Es gab keins. Doch auch wer einen Zweitligisten lenken will, muss erstklassig vorbereitet sein. Stattdessen offenbarte sich eine drittklassige Streitkultur. Sie führte direkt in die Sackgasse. Es sind zehntausend Arminia-Sympathiepunkte verspielt worden an einem armseligen Abend, der gar nicht von Beginn an seinem traurigen Verlauf geweiht war. Aber vorher noch notdürftig zugeschüttete Gräben taten sich später wieder auf. Woran es dem zerrissenen Verein mangelt, ist dabei nicht nur der innere Wille zur Versöhnung. Wer nicht wirklich aufeinanderzugehen will, der schafft es auch nicht. Außerdem fehlt es ganz erheblich an einer Person, die uneitel voran schreitet, die den Marsch bläst, die eint und nicht spaltet, an einem Führungsspieler also mit der Qualität, den Klub hinter sich zu bringen.
Die Früherkennung der sich anbahnenden Krise hätte auch nicht geschadet. Sie ging vom Spielfeld aus. Reagiert wurde viel zu spät. Einen Trainer 90 Minuten vor Saisonschluss zu feuern – Panik pur. Nach dem Abstieg die Schuld dann schnurstracks von einem Fußballstiefel in den anderen zu schieben, ist billig. Und da bekleckerte sich auch der alte, neue Präsident nicht gerade mit Ruhm. Schwick, der Mohikaner, macht nun weiter. Wer auch sonst? Von wegen Neuanfang. War schließlich niemand da, der in Frage gekommen wäre. Auch das eine Erkenntnis einer Versammlung, die in irgendeiner exotischen Bananenrepublik hätte stattfinden können und allenfalls durch ihre Show-Elemente der Kategorie »unglaublich, so eine Nummer haben wir noch nie erlebt« gefiel. Immerhin drifteten die Arminen mit ihrem Auftritt im absurden Theater nicht ins Abseits, sondern mitten ins mediale Interesse. Zuletzt hat dieser Verein vor knapp 40 Jahren so eine Rolle in der Öffentlichkeit gespielt. Zu Zeiten des verheerenden Bundesliga-Skandals. Nun schachern sie nur noch bei sich selbst. Da werden manche jetzt abwinken. Ich bin ein Armine, holt mich hier raus.

Danke, liebes Westfalen-Blatt. Da gehen wir dann mal nach der langen „Armina-Horrornacht“ etwas früher ins Bett. Schmunzelnd. Ein Verein, der irgendwie zur Stadt paßt. Aber im Gegensatz zu Arm. Bielefeld gibts die ja nicht.

Als Arminia noch Fußball spielte

Ein bißchen Nostalgie kann in diesen Chaostagen bei Arm. Bielefeld nicht schaden. Zumal es ja wieder zu diesen aufreibenden Duellen mit dem SC Paderborn kommen wird:

Dennoch: Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Der Gegentreffer. Middendorp bläht die Backen, atmet tief. Alles ist wieder offen und spannend. Halbzeit. „Es war ganz ruhig in der Kabine“, sagt Neundorf, doch jetzt kocht man hier schon wieder im Fegefeuer an der Außenlinie. Nur die Auswechselspieler schweigen. Sitzen stumm da, warten auf ein Zeichen. Jubeln bei Toren – sonst (fast) nichts. Derweil Ernst Middendorp weiter Schwerstarbeit leistet. Als Christian Knehans das 3:1 markiert, geht es ein bißchen besser. Middendorp kommt zurück von seinem weiten Gratulationsausflug. Euphorisch und doch höchst konzentriert. Redet hektisch, aber bestimmt auf Frank Geideck ein, dem Auswechselspieler. „Sag dem Yves noch mal Bescheid, er soll mit dem Hardes in die Mitte gehen.“ Letzte Tipps. Im Hades sind noch Plätze frei. Im Arminen-Himmel heute auch. Und nach 86 Spielminuten (gerade heißt es 6:1) setzt Ernst Middendorp sich endlich wieder hin. Lehnt sich zurück. Hebt zwei Finger zum V. ‚Victory‘ (Sieg)? Nein! „Noch zwei Minuten!“ Und dann plötzlich (sehr heiser und wie ein Wunder noch laut): „Goolooooo, Gooolooooo! Los, komm noch mal!“

(Hubertus Gärtner (NW) beobachtete Ernst Middendorp beim fulminanten 6:1 über Paderborn am 12. November 1989 ganz genau)
Quelle: http://www.jahrhunderttrainer.de/anekdoten.html