Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Di
9
Jun '09

Wer Forsa glaubt ….

… ist nicht zu retten. Manipulinski Güllner hat mal wieder zugeschlagen und so umfragen lassen, wie es die schwarze Front braucht:

Die harte Linie von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in Sachen Opel und Arcandor hat das Ansehen des CSU-Politikers in der Bevölkerung nach einer Umfrage weiter gesteigert. Bei der Erhebung des Forsa-Instituts für den “Stern” sagten 37 Prozent der Befragten, Guttenberg habe in den vergangenen Tagen an Ansehen gewonnen.

Was würde wohl herauskommen, befrüge man das nur in Minderheit überhaupt wählende Volk zu der Frage:

“Finden Sie es richtig, daß der Wirtschaftsminister zu den hunderten ungeprüften Milliarden an die angeblich systemimmanenten Banken schweigt? “

Wie man Güllner kennt, würde er diese Frage aber nur an ausgewiesene CDU/CSU/FDP-Wähler stellen und so eine “Repräsentativität” herstellen.

In Kürze macht der Letzte das Licht aus

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Die klammen Finger der Madeleine Schickedanz, der unseligen Sal. Oppenheim-Bank und den ohnehin an der Hungerkante schrammenden Commerzbank und Royal Bank of Scotland geben wohl kein Bares mehr her, was den Unternehmensrettern in Berlin-Mitte einen finanziellen Strohhalm wert wäre. Wie zu hören ist, interessiert sich die Essener Staatsanwaltschaft bereits für das Thema “Insolvenzverschleppung”. Ach ja. So fällt die Klappe über Tommys bisher größte Tat. Aber wir werden von Mohns Buben sicher noch viel größere Taten hören. Demnächst im Schmierentheater Deutschland.

Die Karstadt – Leute haben also völlig umsonst bei der Europawahl am Sonntag Frau Dr. Murkels und von und zu Guttenzwergs Parteien gewählt. Ein bißchen “Systemimmanenz” muß halt sein, dann kommt Onkel Peer mit der großen Steuergießkanne und gießt in Schwarze Löcher, was das Zeug hält. Da simma dabei, das is prihimaaaaaaaaaaaaaaaa…..

Eine Abrechnung mit Bertelsmanns Staatstotengräbern

Es gärt mehr und mehr in den intelligenteren Schichten der Republik. Mehr und mehr Menschen begreifen auch, wie die treibende Kraft heißt und welche Familie dabei die Hände im dreckigen Spiele hat. Sie wohnt unmittelbar neben uns. Im Straßendorf Gütersloh. Bigott, Charakterlos, abgebrüht treiben sie ihr zerstörerisches Werk voran.

Auf dem Blog “Duckhome” versucht der bayerische Allgemeinmediziner Jan Erik Döllein eine Deutung dieser Entwicklung:

In Bezug auf das Bundesgesundheitsministerium arbeiten derzeit „Fremdarbeiter“ folgender Organisationen: AOK, Bertelsmann Stiftung, DAK, Deutsche Bank, DLR, Techniker Krankenkasse, Werbe- und Vertriebsgemeinschaft Deutscher Apotheker. Ausführlich wird auch die Position von Frau Sophia Schlette von Bertelsmann dargestellt, deren eigentlicher Auftrag im Dunkel bleibt, die aber sehr nah an Ulla Schmidt hängt, deren Reden schreibt, die Außendarstellung koordiniert und sich als Reiseführerin durch die neue Welt der amerikanischen Gesundheitsindustrie engagierte.

Dagegen verblasst Claus Theo Schröder, der Staatssekretär im Bundes-Gesundheitsministerium fast, er war ja vormals nur ein wichtiger Mitarbeiter der Rhön Klinik AG. Sie erinnern sich, das ist dort, wo Prof. Lauterbach und Brigitte Mohn im Aufsichtsrat sitzen. Was ihn aber so interessant macht, ist die Tatsache, dass er gar nicht als Leihbeamter geführt wird, sondern ganz offiziell ein Bundesamt bekleidet und aus Steuergeldern finanziert wird. Wie groß ist wohl die Anzahl der Mitarbeiter in allen Ministerien, die wir direkt bezahlen, die eigentlich aber anderen Herren dienen?

Hier der Link zum lesenswerten Artikel, der mit dem bitteren Satz endet:

Momentan versuchen 5% unseres Landes, 95% zu betrügen. Die große Masse steht derzeit nur ratlos da und fragt sich, was „da oben“ eigentlich los ist. Ja, es muss ein Ruck durch Deutschland gehen, aber anders als er bisher von den neoliberalen Demagogen gefordert wird. Es muss ein Ruck der Verantwortung, des Demokratiebewusstseins und der Ehre durch Deutschland und Europa gehen, damit wir Bürger wieder ruhig unserer Arbeit nachgehen können und uns nicht dauernd fragen müssen, wer uns als nächstes über den Tisch zieht.

Früher haben die Menschen die Dreschflegel rausgeholt – lacht ruhig – und sind in die Carl-Bertelsmann-Straße oder nach Berlin-Mitte zur Templiner Rouladenbraterin gezogen. Heute? Heute wählen sie resigniert die, die sie demnächst noch schneller über den Tisch ziehen und bescheißen.

Strafe für Nichtwähler?

Stell Dir vor, Du bist eine Partei.
Stell Dir vor, Du hast über ein Jahrzehnt lang fast nur Scheiße gebaut.
Stell Dir vor, Du heißt Jörn Thießen.
Stell Dir vor, Du gehörst der Partei an, die ihre Ideale verkauft und verraten hat.
Stell Dir vor, Du gehörst zur SPD.
Stell Dir vor, Du gewinnst nichts bei der Europawahl.

Das ist die Situation, in der Jörn Thießen zeigt, daß er nichts in der Birne hat:

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörn Thießen will die Menschen sogar zum Wählen verpflichten. “Wir Politiker müssen im Parlament abstimmen, das kann man auch von den Wählern bei einer Wahl verlangen. Wer nicht zu einer Wahl geht, sollte 50 Euro Strafe zahlen. Demokratie ohne Demokraten funktioniert nicht”, sagte Thießen ebenfalls der “Bild“-Zeitung. Als Vorbild nannte er Belgien, wo eine Wahlpflicht herrscht. Wer nicht wählen geht, muss mit einer Strafe rechnen. Entsprechend hoch ist dort die Wahlbeteiligung.

Jörn Thießen aus Kellinghusen, der Du “Sektenbeauftragter” im Bundestrag und relativ unbeleckt von dem, was man “reale Arbeit” nennt, bist, Dich würde ich nicht einmal wählen, wenn man mir 100 Euro drauflegen würde. Wer in BLÖD seine Meinung kundtut, ist ohnehin unten durch. Ohne Plan Politik machen, wie es die SPD tut, hat sich noch nie ausgezahlt. Dagegen hilft auch keine Zwangswahlveranstaltung a la DDR. Mit einem schönen, warmen Platz auf der Landesliste der SPD läßt sich leicht in BLÖD schwafeln.

Über den Wolken

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Als ich diese Montage in der Früh in der NW sah, fiel mir spontan Reinhard Meys Gassenhauer “Über den Wolken” ein. Geschrieben auf dem ebenso tristen wie Bielefeld-affinen “Airport” von Westerland/Sylt:

Wind Nord-Ost, Herforder null-drei
bis hier hör ich die Motoren
wie ein Pfeil zieht sie vorbei
und es dröhnt in meinen Ohren
und der nasse Asphalt bebt
wie ein Schleier staubt der Regen
bis sie abhebt und sie schwebt
der Sonne entgegen

Über dem Rathaus (ei-ei-ei)
muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
alle Ängste, alle Sorgen sagt man
blieben darunter verborgen und dann
würde was uns groß und wichtig erscheint
plötzlich nichtig und klein

Ich seh David noch lange nach
seh ihn die Wolken erklimmen
bis die Lichter nach und nach
ganz im Regengrau verschwinden
meinen Augen haben schon
jenen winz´gen Punkt verloren
nur von fern klingt monoton
das Summen der Motoren

Über dem Rathaus (ei-ei-ei)
muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
alle Ängste, alle Sorgen sagt man
blieben darunter verborgen und dann
würde was uns groß und wichtig erscheint
plötzlich nichtig und klein

Dann ist alles still, ich geh
Regen durchdringt meinen Jacke
irgendjemand kocht Kaffee
in der Rathausbarracke
in den Pfützen schwimmt Benzin
schillernd wie ein Regenbogen
Wolken spiegeln sich darin
ich wär gerne mitgeflogen

Man möge mir die winzig kleinen Korrekturen verzeihen. Mit gleich fünf Führungsfiguren im Himmel über der Sparrenburg haben die Metropolisten die Wahl der Qual. Nein, darunter ist keine charismatische Führungsperson. Braver, langweiliger, politischer Durchschnitt. Wenig Ausstrahlung, viel Wollen, wenig Willen. Es wird wohl am 30. August zwischen Bernd Landgraf (CDU) und Piet Clausen (SPD) ausgehen. Eine Entscheidung zwischen Skylla und Charybdis. Wobei der Vergleich mit den Ungeheuern der grechischen Sage zwar weit hergeholt ist angesichts der Güte der Kandidaten. Aber “Wahl zwischen Pest und Cholera ” darf man -. glaub ich – nicht schreiben. Aber ich sage ja nicht, wer Pest und wer Cholera vertritt.