Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Mai '09

30 Minuten an einem Leineweber-Morgen

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Der kleine Bär vorm Spielwarenladen “Ringelspiel” gleich um die Ecke vom “Alex” pustet in regelmäßigen Abständen Seifenblasen in die Luft. Kinder in der Obernstraße versuchen, sie zu erhaschen.

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Noch sind die Leineweber-Märktler dabei, ihre Stände in Gang zu setzen. Keiner drängelt, keiner schubst, keiner zeigt sein ob des eventuellen Arminen-Abstieges verheultes Gesicht in die Altstadt-Luft.

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Jede Menge Bierwagen liefern jede Menge Bier an.

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Der Besuch bei der Fotokünstlerin unseres Vertrauens ist kurz, hat sie doch einen Tag vor ihrem Kretaurlaub die Kundenaufgaben souverän wie immer erledigt.

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Das Riesenrad vorm “Rats” reckt seinen stählernen Kranz in die blaue Luft über der Metropole.

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Vor “Waitz” spiegelt sich die wunderbare Obernstraße in einem wunderbar romantischen Glaskugelgebilde.

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Bei Thomas Kelleins rostfarbenem Kunstbunker treffen sich Rummel und die “Große Unschuld” zu einem ganz neuen Mix. Seitlich hinter den braunen Stahltafeln vermisse ich die Tafel, die auf die Stiftertätigkeit der Familie Oetker hinweist….

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Am Waldhof schließlich fällt es wie Schuppen von den Augen. Hier ist es, das “Bielefelder Gefühl”. Nix Arminia, Nix Oetker:

“Wir sind Pömpel”

SoFFin. So buchstabiert man Verfassungsbruch

SoFFIN: Die Parlamentarier dürfen noch nicht einmal Einsicht in die Bücher der Banken nehmen, um zu prüfen, wie es tatsächlich um die Institute steht, die mit den Steuermilliarden gestützt werden. Und schlimmer noch: Über die Fakten, die er hier erfährt, darf er mit niemandem reden, nicht einmal mit seinen Fraktionskollegen. Alles, was die Regierung zur Bankenrettung preisgibt, ist streng geheim. Den neun Parlamentariern in diesem Gremium drohen sogar Gefängnisstrafen. Obwohl es um Milliarden an Steuergeldern geht. Insgesamt werden so 480 Milliarden Euro an direkten Hilfen und Bürgschaften vergeben. Das ist mehr als der doppelte Bundeshaushalt. Dass die Geschäftsgeheimnisse aber über den demokratischen Kontrollrechten stehen, stößt bei Verfassungs- rechtlern auf Widerspruch. So auch bei Joachim Wieland. Der Professor für Öffentliches Recht und Haushaltsrecht an der Verwaltungshochschule in Speyer hält die weitreichende Beschränkung der Rechte der Abgeordneten in dem Kontrollgremium für verfassungswidrig. “Es ist mit dem Grundgesetz nicht zu vereinbaren, dass das Parlament der Regierung eine Generalvollmacht erteilt, eine große Summe Geldes, die höher ist als der gesamte Haushalt des Bundes, nach eigenem Ermessen auszugeben, ohne irgendwelche konkrete Vorgaben darüber zu machen, was mit dem Geld geschehen soll, wer das Geld empfangen soll und ob es etwa und unter welchen Bedingungen zurückgezahlt werden muss.” Quelle: Das Erste Plusminus

Man muß es mehrmals lesen, was unsere lupenreinen Demokraten da in Berlin gebastelt haben. Wie war das noch mal? Das Volk ist der “Souverän”? Nein. Die Verarschten, die blechen dürfen.

Schnüffelware aus Moskau

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Auch solche Pressemeldungen bekommt man. Diesmal aus Moskau:

REFOG gibt die Veröffentlichung von Refog Employee Monitor bekannt, einer kompakten Softwarelösung für die Überwachung von Mitarbeiter-Aktivitäten. REFOGs Software zur Überwachung von Mitarbeitern protokolliert Tastatureingaben, zeichnet verwendete Anwendungen und besuchte Webseiten auf, verfolgt Gespräche über Instant-Messenger und macht regelmässige Screenshots. Da das Programm im Hintergrund ausgeführt wird, kann Refog Employee Monitor unmöglich aufgespürt werden.
Ausserdem verhindert ein Passwortschutz die Desaktivierung oder Deinstallation der Überwachungssoftware.

Refog Employee Monitor unterstützt Unternehmen bei der Erzielung von besseren Geschäftsergebnissen, da sich die Software direkt auf die Disziplin von Mitarbeitern auswirkt, ohne dass in komplexe Hardware zur Videoüberwachung investiert werden muss. Refog Employee Monitor hat sich für kleine und mittelständische Unternehmen weltweit bewährt und hilft dabei, unerlaubte Aktivitäten und die eigenmächtige Weitergabe von Informationen zu verhindern und liefert Echtzeit-Feedback über die tatsächliche Mitarbeiterleistung.

Die Geschäftsführung wird unmittelbar in Echtzeit über voreingestellte Ereignisse informiert, zum Beispiel wenn ein Mitarbeiter ICQ benutzt oder bestimmte Webseiten besucht. Manager erhalten so eine direkte Rückmeldung über unerlaubte Aktivitäten am Arbeitsplatz.

Refog Employee Monitor erkennt alle gängigen Instant-Messenger und bietet einfachen Zugang zu hierüber geführten Gesprächen. Dank intelligenter Filtersysteme behalten Sie den Überblick über wichtige Informationen und können legitime Aktivitäten einfach überspringen. Refog Employee Monitor kann einfach installiert und verwendet werden, völlig ohne Vorkenntnisse in den Bereichen Sicherheit und Überwachung.

In der aktuellen Zeit, in der die Rezession für jeden Betrieb eine riesige Herausforderung darstellt, ist für Mitarbeiter, die sich am Arbeitsplatz mit Internetangeboten und sonstigem Kram vergnügen, einfach kein Platz mehr.

Na siehste. Da wittern die lupenreinen Demokraten mit der KGB-Vergangenheit weitere Morgenluft. Die Videoüberwachereien bestimmter versiffter Discounter genügt also nicht. Schäubles Wahnvorstellungen sind auch noch nicht am Ende der Möglichkeiten. Da schiebt Russia nach. Kein Wunder bei der jahrzehntelangen Erfahrung. Wer überwacht eigentlich die Überwacher?

Das ist es, das “Bielefelder Gefühl”

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Neulich erst hatte der “Bielfelder Kunstverein” nach dem “Bielefelder Gefühl” gesucht. Viele gefunden, aber nicht “Das Eine”. Dabei ist es so leicht, so Zuckerwatteneinfach. Das “Bielefelder Gefühl”, das ist das, was jetzt wieder durch die Metropole wabert. Immer um “Leineweber” rum. Dann wird es blau, dann kommen die Fahnen, dann sind die Minen bange, dann solidarisiert sich, was sonst einfach so vor sich hinlebt: Jöllenbeck mit Heepen, Gadderbaum mit Deppendorf. Außer Arminia scheint es in dieser Stadt nichts zu geben, womit sich die Einwohner solidarisieren. Weder Oetker nimmt man als “Bielefelderisch” wahr noch Gildemeister.

Dann klebt jemand auch schon mal einen Arm BI-Magneten an den Kühlschrank.

Bielefeld. Stadt in stetiger Angst. Ihr Gefühl heißt: “Auf und nieder. Immer wieder”.