Archiv für den Monat: Mai 2009

Diese Klatsche blieb Arm. BI erspart

Der 1. FC Nürnberg ist wieder da, wo Arm. BI mal war:1. Fußballbundesliga. Mit 3:0 im Hinspiel und dem heutigen 2:0 zeigten die Franken Energie Cottbus den Weg in Liga 2, wo es dann wieder zu nervenaufreibenden Duellen mit Arm. BI kommen wird. Kaum anzunehmen, daß die Arminen, hätten sie denn die Relegation erreicht, da eine Chance gehabt hätten.

Glückwunsch in die Lebkuchenstadt.

Nach Opel jetzt Karstadt-Rettung?

Der Staat wird immer mehr in die Rolle des Retters gedrängt. Jüngstes Beispiel: die Karstadt-Mutter Arcandor. Die Gläubigerbanken machen ihre Kreditzusagen von einer Staatsbürgschaft abhängig. Ihnen ist das Risiko bei Karstadt zu groß.
Sie verlangen Sicherheiten. Wie konnte es mit dem Traditionskonzern nur so weit kommen? Und darf der Bund Opel finanziell unter die Arme greifen, nicht aber Arcandor? In diesem Fall würde die Regierung mit zweierlei Maß messen. Das wäre ungerecht. Falls der Staat Karstadt doch unterstützt, weckte dies Begehrlichkeiten. Auch andere notleidende Firmen würden Bürgschaften
fordern. Das aber kann und darf ein Land nicht leisten. Es geht um unsere Steuergelder. Ursache der Krise sind Managementfehler der vergangenen Jahre. Der frühere Konzernchef Thomas Middelhoff wollte Arcandor zu neuer Größe führen. Er verkaufte die Karstadt-Immobilien, nahm Milliarden ein, bedachte aber nicht die Kehrseite: Nun muss Karstadt 350 Millionen Euro Miete zahlen. Der Konzern ist jedoch zu schwach, um diese Summe aufzubringen. Die Folgen bekommen nun die Mitarbeiter zu spüren.

Das Westfalen-Blatt zeigt schön auf, wem die 50.000 Mitarbeiter den jetzigen Schlamassel verdanken. Hat aber früher auch recht begeistert die Aktionen des Tänzers auf extrem dünnem Eis begleitet. Schließlich ist er doch ein Produkt der BertelsmannMohnSpringer-Denke. Der smarte Ex-Bertelsmannbubi, getauft mit feinstem Mohnwasser, hat exakt vorgeführt, wie die neoliberalen Nieten in Nadelstreifen agieren: charakterlos, schamlos, bar jeder Ahnung vom Geschäft. Aber für ihn hat es sich gelohnt. Goldener Handschlag mit Millionenabfindung und weitermachen als Investbanker. An der Bahnhofstraße werden mittelfristig die Lichter in der Karstadt-Butze ausgehen.

Das sieht auch die „Osnabrücker Zeitung“, die ebenfalls das Thema kommentiert:

Die Zeit drängt. Das wissen auch die Karstadt-Beschäftigten, die gestern in ihren Warenhäusern bundesweit die Kunden dazu anhielten, ihre Solidarität mit den mehr als 50000 Mitarbeitern des Arcandor-Konzerns zu bekunden. Denn in knapp zwei Wochen muss Arcandor rund 850 Millionen Euro an verbürgtem Geld oder in Form von Krediten zusammenhaben, um seinen vielleicht letzten Rettungsversuch zu starten. Die Beantragung der Bürgschaft in Berlin ruft schon seit Tagen die Konkurrenz auf den Plan. Sie schreit berechtigterweise empört auf und gönnt Arcandor diese Hilfe nicht. Da ist von einem Fass ohne Boden, von Ungerechtigkeit und einem Schlag ins Gesicht erfolgreicher Unternehmer die Rede. Untermauert wird diese Einschätzung von Tengelmann, Metro & Co jetzt offenbar auch von unabhängigen Wirtschaftsprüfern, die im Auftrag der Bundesregierung die Arcandor-Zukunft ausloten sollen. Auch sie geben dem Konzern wenig Chancen, auf Dauer überleben zu können – und so wird es sein.

Eine gewaltige Mitschuld trägt auch die mittlerweile fast „verarmte“ Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz:

Doch die lange Zeit größte Aktionärin, Madeleine Schickedanz, hielt an Middelhoff fest, den sie im Jahr 2005 als Arcandor-Chef durchgesetzt hatte. Und das obwohl Arcandor an der Börse seit Jahresbeginn 88 Prozent verloren hat und zuletzt nur noch 420 Millionen Euro wert. Die Quelle-Erbin hat 2008 etwa 1,7 Milliarden Euro mit ihrem Engagement verloren, weil sich die Arcandor-Aktie heute fast in der Gesellschaft hochspekulativer Penny-Stocks befindet. Quelle: Handelsblatt.

Leider ist Thomas „Schaumschläger“ nicht der Einzelfall sondern beinahe schon die Regel im deutschen „Elite“-Managertum.

Ob FDP-Silvana ein Wahrheitsproblem hat?

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Das ist Silvana. Dr. Volkswirtschaft und Geschichte. Neolibs Grinsewelle Vorzeigefrau für Europa. Sie hängt hier auch an jeder Laterne und jeden Baum. Man soll sie wählen, obwohl sie eigentlich nicht mehr wählbar ist. Die Supermutter und Parteivorzeigefrau mit den vielen Besuchen in jedweden Talksshows hat sich nämlich offenbar ein dickes Ding geleistet. Netzpolitik-org schreibt dazu:

Das Ruhrbarone-Blog hat heute über ein Gerichtsereignis in Hamburg geschrieben, wo die Anwälte der FDP-Spitzenkandidatin Silvana Koch-Mehrin versuchten, gegen eine FAZ-Berichterstattung vorzugehen. Der Hintergrund sind Vorwürfe an Silvana Koch-Mehrin, dass diese als FDP-Politikerin in den letzten fünf Jahren nicht sehr häufig im Europaparlament anzutreffen war. Das war relativ bekannt, aber die FAZ brachte dazu vor einigen Wochen einen Artikel. Gegen diesen stellten die Anwälte von Silvana Koch-Mehrin eine Einstweilige Verfügung vor dem Landgericht Hamburg und darum ging es heute.

Nun ist das alles nicht gerade berichtenswert für dieses Blog. Wenn nicht plötzlich die Anwälte von Silvana Koch-Mehrin den Ruhrbaronen zusetzen würden. Diese stellten die Vermutung auf, dass die FDP-Politikerin einen Meineid geleistet haben könnte, weil mit den offiziellen Zahlen etwas nicht stimmt:

Der Knackpunkt ist dabei ein ganz spezieller. Wenn man sich die Plakate von Koch-Mehrin ansieht, mit denen sie versucht, Stimmen für ihre Europaspitzenkandidatur zu gewinnen, dann sieht man das Bild einer stolzen Frau. Sie will den Eindruck erwecken, sie verträte die Interessen der Bürger in Europa gut. In dieses Image scheint es nicht zu passen, wenn herauskommt, dass jemand nur irgendwas unter 45 Prozent der Plenarsitzungen in der EU besucht. Egal aus welchen Gründen. Eigentlich hätte man erwarten können, dass Koch-Mehrin diese Wahrheit im Wahlkampf wegsteckt. Doch die FPD-Dame scheint punktgenau da getroffen worden zu sein, wo es wehtut. Sie war bereit, eine möglicherweise irreführende eidesstattliche Versicherung abzugeben, um diese Wahrheit aus der Welt zu schaffen. Sie hat das EU-Parlament unter Druck setzen lassen, um diese Wahrheit zu vertuschen. Damit nicht genug. Seit dieser Bericht in den Ruhrbaronen hochgefahren ist, setzen uns die Anwälte von Koch-Mehrin zu. Sie sagen, wir würden uns strafbar machen, wenn wir schreiben, dass es einen Widerspruch gibt zwischen den Zahlen in der eidesstattliche Versicherung und den offiziellen Zahlen des EU-Parlamentes. Sie drohen offen mit einer Strafanzeige, wenn wir fragen, ob hier eine falsche strafbewehrte eidesstattliche Versicherung vorliegt.

Und jetzt mal alle im Chor:

Politiker lügen nicht
Politiker betrügen nicht
Politiker folgen nur ihrem Gewissen
Politiker sind nicht beeinflußbar
Politiker tun alles nur für ihre Wähler
Politiker lassen sich nicht korrumpieren
Politiker nehmen keine Vorteile an
Politiker sind meist in ihren richtigen Berufen so extrem erfolgreich und gehen nur deshalb in die Politik
Politiker gehen später nur ins GAZ oder zur Post oder zu Energieversorgern, weil man sie dazu zwingt
Politiker sind die fleißigsten Menschen überhaupt
Politiker nehmen nie nicht Geldkoffer an
Politiker belügen Menschen nicht. das scheint nur so.
Politikere möchten andere niemals drangsalieren, abhören, bespitzeln
Politiker erfinden auch keine imaginären „Terrorfeinde“, um uns mundtot zu machen

Deshalb: Laßt sie doch einfach an den Laternen und Bäumen hängen. Der Ort ist schon gut gewählt.

Ach, da wurde ja noch ein chices Klümpchen zum Verhalten der SuperMutterPolitikerin gefunden:

Attac kritisiert Silvana Koch-Mehrin (FDP-MdEP) als scheinheilig

Brüssel, 29.11.05

Attac Deutschland hat die FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin wegen ihrer Tätigkeit als Lobbyistin und gleichzeitiger Kritik an NGOs als scheinheilig kritisiert. „Während sie anderen Wasser predigt, trinkt sie selbst Champagner“, sagte Attac-Sprecher Malte Kreutzfeldt. So lädt Koch-Mehrin am morgigen Mittwoch, 30. November 2005, zu einer Veranstaltung der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) unter dem Motto „Was ist sozial?“ in Brüssel ein. Als offizielle Unterstützerin der von den Metall-Arbeitgebern finanzierten Lobby-Gruppe INSM hält sie dabei eine Rede mit dem Titel „Sozial ist, was den Reformstau sichtbar macht!“

INSM. Die Totengräber der Republik. Beim Nominierungsparteitag der FDP 2005 weigerte sie sich, eine Erklärung zu unterzeichnen, dass sie als Abgeordnete auf Lobby-Aufträge aus der Wirtschaft verzichten wird.

Das Super-Trouper-Südring-Baumarkt-Gefühl

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Heut früh im Baumarkt am Südring. Vater, Mutter und Kinder schwarwenzeln durch die luftig aufgestellten Waren, greifen hier einen Buchsbaum, da eine Fichtenholzlatte ab und erfüllen an der Kasse den Wunsch der Kleinen nach „na Cola“. Man sagt nicht umsonst, an Pfingsten werde „der Heilige Geist“ ausgeschüttet. Vielleicht wars aber auch Fromboise gestern Abend, als Stefan Raab seine unendliche Eisfußballgeschichte mit reichlich Werbeeinblendungen auf Pro 7 zelebrierte und die Fans des 1. FC Köln in der Lanxess-Arena mit Inbrust sangen: „FC Köllllleeeeeeeeee….“. Solch ein Gefühl möchte ich mal auf der Alm erleben, wo die Vereinshymnen noch öfter wechseln als das Verharren auf Abstiegsplätzen. Es fehlt einfach, das „Alm-Gefühl“.

„Affäre Kentsch“ auch ein Zeitungskrieg?

Komisch. Der umstrittene DSC-Finanzgeschäftsführer Roland Kentsch schickt der roten NW auf ihre Fragen die Antworten per Hamburger Anwaltskanzlei. Dem Westfalen-Blatt aber sitzt er treu und relativ brav Rede und Antwort.

Hier ein Auszug aus dem Interview mit dem schwarzen Konkurrenzblatt der NW:

Nach dem Abstieg des DSC Arminia Bielefeld aus der 1. Fußball-Bundesliga fokussiert sich die Kritik auf Finanzgeschäftsführer Roland Kentsch. Im Interview mit dem WESTFALEN-BLATT bezieht der 52-Jährige Stellung zu seiner Außenwirkung, seiner Einflussnahme auf sportliche Belange und zu seiner Zukunft im Verein. Die Fragen stellten Friedrich-Wilhelm Kröger, Dirk Schuster und Jens Brinkmeier.

Herr Kentsch, wie erklären Sie sich Ihr Feindbild-Dasein in der Öffentlichkeit?

Roland Kentsch: Das ist für mich relativ schwer nachvollziehbar, weil ich weder die Mannschaft zusammengestellt, noch auf dem Platz Fußball gespielt habe. Ich bin seit zehn Jahren mitverantwortlich, davon haben wir sieben Jahre in der 1. Liga gespielt. Als ich in den Vorstand gewählt wurde, war auf der Südtribüne unseres Stadions ein Erdwall. Die Entwicklung der letzten Jahre war für Arminia nicht so schlecht. Ich glaube, dass die hohe Emotionalität nach dem Abstieg auch dadurch begründet ist, dass wir mit fünf Jahren Dauer eine relativ lange Erstligazugehörigkeit hatten und sich das Umfeld hierauf wie selbstverständlich eingestellt hatte. Die Grundbedingungen, die nicht ganz einfach sind, waren ein bisschen in Vergessenheit geraten.

Irgebhdwie gerät das unwürdige Theater um und mit Kentsch auch zu einem Krieg der beiden Tageszeitungen hier. Was noch deutlicher macht, welch zweitklassiges Pflaster doch diese Stadt oft ist.

Opel. Die Büchse der Pandora ist geöffnet.

Die Woche der Wahrheit für Opel ist zu Ende, das Zittern der 26 000 in Deutschland Beschäftigten aber noch längst nicht. Auch wenn Politiker den Opelanern noch so große Hoffnungen machen: Am Ende wird es beim traditionsreichen Autohersteller massive Einschnitte geben. Vielleicht nicht sofort, aber in ein, zwei Jahren. Vielleicht sogar bereits unmittelbar nach der Bundestagswahl. Egal, wie die Opel-Rettung mit Hilfe des kanadischen Zulieferers Magna im Detail aussieht: Investoren – wie auch immer sie heißen – wollen Geld verdienen. Auch bei Magna ist das nicht anders. Jedes Konzept wird Personalabbau nach sich ziehen, auch wenn die deutschen Opel-Standorte in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern vorerst erhalten werden. Denn Opel kann in seiner jetzigen Größe niemals Geld verdienen. Opel verbrennt derzeit Geld. Das hat Fiat-Chef Sergio Marchionne zuletzt immer wieder betont. Der gewiefte Manager hat sich offenbar verzockt. Er ist vermutlich aus dem Verhandlungspoker ausgestiegen, weil er gehofft hatte, Opel über einen Umweg günstiger »schlucken« zu können. Denn wäre Opel in die Insolvenz gefahren, hätte Sergio Marchionne sicherlich wieder auf der Matte gestanden und zugegriffen. Ähnlich hat es Marchionne mit
Chrysler gemacht. Nun deutet alles auf Magna hin. Der kanadische Zulieferer will mit Opel den russischen Markt erobern. Das klingt gut. Ob dies gelingen wird, ist zumindest zu hoffen. Nicht gut klingt, dass Werksschließungen laut Magna jedenfalls vorerst nicht ausgeschlossen werden. Und Magna macht ebenfalls keinen Hehl daraus, europaweit 10 000 Stellen abzubauen. Vor allem sollen jedoch Arbeitsplätze außerhalb Deutschlands wegfallen, wie Magna immer wieder betont hat – eine Garantie gibt es für die Opel-Mitarbeiter in Deutschland aber nicht. Richtig gute Nachrichten klingen anders. Der geplante Magna-Einstieg ist für die Opelaner somit nicht mehr als ein Silberstreif am Horizont. Der wochenlange Poker um die Opel-Rettung – er war und ist auch eine
Wahlkampfschlacht. Am Wochenende werden sich die an den Verhandlungen beteiligten Politiker selbst in den höchsten Tönen loben. Sie werden sagen, alles dafür getan zu haben, damit so viele Arbeitsplätze wie möglich gerettet werden können.
In Wahrheit blieb der Bundesregierung gar keine andere Wahl, als sich in letzter Sekunde für Magna zu entscheiden. Zu groß war der Druck, der auf den Verhandlungsführern Merkel, Steinmeier, Guttenberg & Co. lastete. Zu groß wäre die Blamage gewesen, Opel wenige Wochen vor der Bundestagswahl in die Insolvenz zu schicken. Aber die Opel-Rettung mit Steuergeldern in Millionenhöhe wird es der Bundesregierung auf ihren letzten Metern nicht leichter machen. Die nächsten Unternehmen stehen bereits Schlange: Karstadt, Porsche und Schaeffler – auch sie fordern Staatshilfe.

Liebes Westfalen-Blatt. „Druck“ auf die Politiker allein kann ja wohl nicht der Maßstab sein, nach dem Unternehmen, die offensichtlich am Markt ganz schlechte Karten haben. Was soll da der malermeister mit 20 Leuten sagen, dem ein Auftrag der „Öffentlichen Hand“ oder von Unternehmen, die ihre Absatzziele nicht mehr erreichen können, weggebrochen ist. „Pech gehabt“? Das wäre doch wohl zu einfach.

OB kämpft um Karstadt-Filiale

In gleichlautenden Schreiben hat sich Oberbürgermeister Eberhard David jetzt an den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Karstadt Warenhaus GmbH, an die Geschäftsführerin der Karstadt-Filiale Bielefeld, an den Betriebsratsvorsitzenden sowie an den Vorsitzenden der Jugend- und Auszubildendenvertretung der Filiale Bielefeld gewandt. Darin appelliert das Stadtoberhaupt an sämtliche Entscheidungsträger, alles dafür zu tun, dass das Unternehmen auf Dauer erhalten bleibt.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Medienberichterstattung über die prekäre wirtschaftliche Situation der Karstadt Warenhaus GmbH bringt David zum Ausdruck, dass dies auch der Stadt Bielefeld große Sorgen bereite. Die Filiale an der exponiertesten Stelle in der Fußgängerzone sei seit Jahren ein Identifikationsfaktor für die Bielefelder Innenstadt und sorge mit dafür, dass Bielefeld als „die Einkaufsstadt“ in der Region wahrgenommen werde.

Soweit eine Pressemitteilung der Metropole. Fürwahr, es wäre schade, wenn dieses lebende Kaufhaus-Museum im originalen 70er-Jahre-Look uns abginge. Wird aber nicht passieren, man erklärt es zum „systemimmanenten Club auf Banken-Augenhöhe“.

Opel-Posse immer verrückter

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Der Mann von Opel-Hagemann schaut noch trauriger denn sonst und antwortet auf die beiläufig gemurmelte Frage, was er denn nach dem Abwrackwahn tue, mit einer Stimme, die zur Berliner Oberposse um die amerikansiche Autobauertochter mit deutschem Namen paßt: „Däumchen drehen. Die Dropse sind doch alle gelutscht“. Während die in Sonderschichten und Kurzarbeit zusammen-gekloppten Wägen vom Transporter rollen, legt er Schilder in die Autos:

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„Unsinnig. Fragt ja eh kaum noch jemand nach“, zuckt der Hagemann-Mann die Schultern. Da wußte er noch nicht, daß Fiat die Notbremse gezogen hat und indirekt zugibt, die Kohle zur Übernahme nicht zu haben. Wie auch bei eigenen Milliardenverbindlichkeiten. Vielleicht hofft man aber auch, beim Ausschlachten des Insolvenzkadavers billig dabei zu sein. Auch der Roulardenbraterin und Kanzlerspielerin plötzliche Eingebung, „Eine Insolvenz von Opel schließe ich nicht aus“, wird uns nicht hindern, an Pfingsten fein zu grillen. Wahrscheinlich weiß die ausgewiesene Wirtschaftsfachfrau und herausgehobene Managerin der „Deutschland AG“ ebenso wie ihr Kleinbetriebserfahrener Herr Guttenzwerg, was man dann in der Insolvenz mit Opel macht.

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Wenden wir uns noch mal dem Mann von Hagemann zu: „Absolute Scheiße, was die da machen. Absolut. Keiner kauft beim insolventen Opel Opel. Die labern jetzt seit über einem halben Jahr, nur weil Wahljahr ist“. Klar. Aber Chevrolet vom pleiten GM Daewoo in Südkorea dann auch nicht mehr.

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Fressen aber geht immer. Die Aldi´s teilen grad mit, „extrem expandieren“ zu wollen.

So werden Städte gräulich ver“schönbessert“

So, und nur so, denken sich die da in ihrem Planungsdezernat, sieht Urbanität aus. Rasterfassade, Pflasterung, keine störende optische Ablenkung. Vor allem kein Grünzeugs, von wegen Schnurbäume, die sind da viel weiter als wir, die lassen die Bepflanzung auch noch weg. Nicht mal Basaltbrocken. Auch kein Goethe. Hier und da ein Ablaufgitter, reicht. Neidisch starrt man vom Main an die Donau: Soweit kommt es noch, daß man von der Provinz lernen muß, wie Großstadt geht. (Vermutlich gibt es im Römer auch schon geheime Pläne, den Main in eine Betonrinne zu verlegen, damit sich am Ufergrün nicht so viele dieser lästigen Passanten aufhalten.)

Andrea Diener, die Frankfurter Journalistin mit den schönen Geschichten, beschreibt die Umgestaltung eines der zentralen Plätze Frankfurts. Was wiederum an die architektonischen Ansätze hinsichtlich unseres Kesselbrink erinnert. Hier in der Metropole ist es allerdings noch ruhig ob des gigantischen Planungsvorhabens, präsentiert vom zuständigen Dezernenten. In Frankfurt gingen die Bürger ob des eintönigen Grau in Grau auf die Barrikaden. Was nichts half, es wurde weiter eingegraut, zugepflastert und aus einem einst lebendig-grünen Streifen vor den Gigantomanen-Türmen einer Deutschen Bank ein „urbaner Lebensraum“ gemacht. Pflegeleicht, bei Demos überschaubar und vor allem für „Publiv viewing“ geeignet. was ja auch auf unserem Kesselbrink ein wichtiges Kriterium werden soll.

Früher – und das gilt auch für den Kesselbrink – hat man solche öffentlichen Plätze „zur Erbauung der Bürger“ angelegt. Heute werden sie grau zugeknallt und „fußläufig erschlossen“ für die KiK´s, Taco´s und andere Billigketten. Ob es den Bürgtern gefällt, ist ohnehin kein Kriterium. Die werden mit „Public viewing“ und Freibier ruhiggestellt. „Klappe halten“ ist die erste Bürgerpflicht.

Jetzt demontiert BILD König Roland

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Der finale Gang ist erreicht. Jetzt demontiert BILD den Sonnenkönig von der Alm. Wie der taktisch und medial äußerst ungeschickte Herforder aus dem Schlamassel bei Arm. BI noch herauskommen will, wissen die Götter. Vielleicht findet H.H. Schwick („Begrabt mich dereinst im Anstoßkreis der Alm“) noch einen Kompromiß und schlägt den Bau eines Käfigs mittig der neuen Roland-Kentsch-Gedächtnistribüne vor. Darin ein güldner Thron: „l´état c’est moi“ mit goldnem Fußball und Maulkörben für alle, die anderer Meinung sind in der rechten Hand.

Wie die Bahn die Blogs durchseuchte

In der SZ Süddeutschen Zeitung vom 28.05. steht ein Artikel über die PR-Praktiken der Deutschen Bahn zu Genosse Mehdorns Zeiten. Ertinnert verdammt an Methoden aus Gestapo- und Stasi-Zeiten. Der flotte Hartmut Mehdorn war offensichtlich nicht nur im Spitzeln gewieft, nein, er wollte auch die Meinungen so zurechtbiegen, wie es ihm und dem versifften Immer-noch- Staatsunternehmen DB so passte. Erst als es nicht mehr ging, wurde Helmut, das flitzige Kerlchen mit dem Rattengesicht mit güldnem Handschlag verabschiedet und tauchte wenig später strahlend bei GAZgerds Geburtstag wieder auf. Der Obertoten-gräber der SPD mit dem Napoleon-Anspruch fand das sicher Klasse.

Wie das ging, liest sich so:

Die Bahn half ihrem Image mit fingierten Leserbriefen und gezielter Beeinflussung der Medien auf die Sprünge. Über eine Million Euro wurde in die Manipulation der öffentlichen Wahrnehmung investiert. Zu den Daten- und E-Mail-Affären bei der Deutschen Bahn gesellt sich nun noch ein PR-Skandal. Wie das Unternehmen am Donnerstag selber mitteilte, flossen im Jahr 2007 knapp 1,3 Millionen Euro in die „verdeckte Beeinflussung der Öffentlichkeit“.

Dies hätten die internen Ermittler der Prüfungsgesellschaft KPMG nach Hinweisen des Kölner Vereins LobbyControl herausgefunden.

Der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube, der erst Anfang des Monats seinen Job angetreten hatte, distanzierte sich umgehend: „Diese Form der PR-Maßnahmen lehne ich entschieden ab“, sagte er. Er werde „umgehend im Unternehmen die notwendigen Konsequenzen ziehen“.

Was genau mit dem Geld finanziert wurde, ist in der Bahn bislang unklar. Offenbar wurden damit Leserbriefe, Meinungsumfragen, vorproduzierte Medienbeiträge bezahlt. Auch die Süddeutsche Zeitung erreichten nach ersten Informationen solche fingierten Bahn-Leserbriefe.

Bei einem Teil der Agenturen – nicht nur in Deutschland – hat sich das Instrument „Public relations“ zu einer wirklich schweinischen Veranstaltung entwickelt. Da wird geschmiert, was die Konten und Budgets hergeben, getuschelt, manipuliert und gefälscht, getrickst und gezinkt. Fast alle Ministerchen halten sich mittlerweile PR-Manipulateure. Es stinkt gewaltig. Paßt aber zu dem sumpfigen Verwesungsgeruch, der aus dem politischen Berlin-Mitte herüberweht. Grandios, was in dieser Republik abgeht.

Kentsch, der Jesus der Alm. Schuldlos

Nach den von der Neuen Westfälischen veröffentlichten Anschuldigungen gegen Roland Kentsch meldet sich Arminia Bielefelds Finanz-Geschäftsführer jetzt zu Wort.

Über das Hamburger Anwaltsbüro Nesselhauf ließ Kentsch mitteilen, er habe Mannschaftskapitän Rüdiger Kauf gesagt, „dass arbeitsrechtliche Konsequenzen nicht ausgeschlossen werden können, wenn er von Dritten gegen den Vorstand erhobene Vorwürfe in der Öffentlichkeit wiederhole“. Kaufs Berater Rainer Störk hatte zuvor erklärt, Kentsch habe Kauf am Montag beim Rapport in der Geschäftsstelle gedroht, dass er, Kauf, „kein Spiel mehr für Arminia“ mache, wenn er „nicht seine Klappe“ halte. Persönliche Konsequenzen aus dem Vorfall lehnte Kentsch ab. Quelle: NW Bielefeld. 28.05.09

Grandios, der Mann. Aber es gab ja mal einen negativ berühmten Österreicher, der das deutsche Volk auch für unwürdig seiner Position hielt, ihn „verdient zu haben“. Hier liegt wohl offensichtlich auch seiten des GF Finanzen starker Realitätsverlust vor. Wie will eigentlich ein Mann in einer derartigen Position weiter seinen Job machen, wenn er jetzt schon gegen den Kopf der Mannschaft indirekt anwaltlich sprechen läßt?

Schießen Ex-Arminen Nürnberg in Liga 1 zurück?

Ironie der Geschichte und lebender Beweis für die übergroße Fußballkompetenz bei Arm. Bielefeld: Isaac Bokaye und Christian Eigler, seinerzeit bei Arm. BI nicht mehr gewollte Stürmer schossen für den 1. FC Nürnberg beim Relegationsspiel in Cotbus alle Tore zum 3:0-Sieg des Zweitligisten. Da hätte der Metropolenclub, falls er es geschafft hätte, ohl auch keine Chance gehabt. Ach ja, es gibt ja noch ein paar Spieler, die woanders aufblühten und hier weggegeben wurden oder mußten: Owomoyela, Hain, Dabrowski, Westermann.

Bielefeld, die ungeliebte Fußballdurchreichstation mit dem wohl ehemals schlechtest geführten Club der 1. Liga. An Skandalen reich, an Erfolgen extrem arm. Eben: Arm. Bielefeled.

„In Ehre treu dem Dienstherrn ergeben“. Tata.Tata.Tata.

Bei allem Positiven, das die Online-Welt bietet, das Internet wird zunehmend als Medium für die Vorbereitung und die Ausführung abweichenden Verhaltens, bis hin zur Durchführung krimineller Taten genutzt.

Aber es geht noch weiter:

Aufgrund ungefilterter Internetzugänge sind aber leider auch Inhalte wie Pornographie, Pädophilie, Islamismus, Rechts- und Linksextremismus, Terror und vieles mehr für Kinder und Jugendliche frei verfügbar.

Das sagt „Der Bund Deutscher Kriminalbeamten„. Das hätten sie auch in Reich 3 und in der Ex-DDR gesagt. Wes Brot ich freß, des garstig Lied ich sing. Die Pensionszusagen deutscher Beamter summieren sich bisher schon auf eine praktisch für den Staat nicht erbringbare Summe. Da singen sie dann schon mal das Schäuble-Lied vom „abweichenden Verhalten“. „Abweichend“ ist Euer offensichtliches Duckmäusertum, die Mitläufermentalität und die Billigung paranoider Verhaltensweisen.

Wie die Bundesagentur manipuliert

Als die DDR noch stand und von hier mit politischen Breitseiten wie „Verbrecherstaat“, „Manipulierender Parteiapparat“ und „Spitzelstaat“ bedacht wurde, grausten wir uns, die wir damals drüben zu tun hatten. Bloß schnell wieder raus. Heute, wo die 60 Jahre alte Bundesrepublik das alles übernommen, verfeinert, vertieft und perfektioniert hat und eine ehemalige FDJ-Agitpropsekretärin und damit „staatlich beauftragte Abwehrerin des Klassenfeindes“ diese Republik „lenkt“ (so sieht sie das zumindest) regten wir uns kaum noch auf, wenn wir so nebenbei erfahren, wie die Arbeitslosenzahlen manipuliert werden und die gleichgeschaltete Regierungspresse von BertelsmannMohnSpringer von „Aufschwung am Arbeitsmarkt“ faselt.

Tatsächlich sieht es so aus:

Wie die BA einräumen musste, wird die offizielle Arbeitslosenzahl durch eine zum Jahresbeginn in Kraft getretene statistische Änderung erheblich gedrückt. Nach bisheriger Zählung seien im Mai 3,47 Millionen Menschen statt der offiziell genannten 3,46 Millionen arbeitslos gewesen, sagte eine Sprecherin. Der Rückgang würde sich unter der alten Zählweise lediglich auf rund 100.000 belaufen. Grund ist eine Vorgabe der Bundesregierung. Sie hatte sich darauf verständigt, Jobsucher, die von privaten Vermittlern betreut werden, in Zukunft nicht mehr als arbeitslos einzustufen. Dies war von Sozialverbänden heftig als Verzerrung der Statistik kritisiert worden. Quelle: Die Zeit

Erinnert verdammt an die Pankower Militärparaden und „Neues Deutschland: Plan übererfüllt“.

Die Mindener Leuchte Kampeter

Der haushaltspolitische Sprecher der CDU im Bundestag ist eine jener geistigen und fachlichen Leuchten, deren Licht nächtens aus dem oberen Winkel Ostwestfalens – Minden – durch die Porta Westfalica hindurch über die Autobahn A 2 bis hier nach Bielefeld strahlt. Deshalb hatte der Rat der Stadt auch nach der letzten Inspektion städtischer Leuchtkörper beschlossen, die eingesetzten Leuchtmittel Wattmäßig zu reduzieren. „Lux Kampeter“ leuchtet auch bis hier, bricht sich am Steinhaufen Sparrenburg und lädt Restlicht auf der Alm ab.

Eben jene Leuchte Kampeter ist immer putzig anzuhören, wenn sie im TV auftritt und ihr grandioses Wissen und Können einsetzt. Das hört sich dann in der Talkrunde des „stern“ (Café Einstein) so an:

„Das nützt Ihnen, das nützt mir, das nützt den kleinen Unternehmen, das nützt allen die mit Banken irgendwelche Geschäfte machen oder Sozialleistungen in Anspruch nehmen, also Bankenrettung ist ja letztendlich auch Bürgerrettung.“

Kampeters naive Begründung, warum angeblich „Systemimmanente“ Banken mit Steuergeldern gerettet werden müssen, während rechts und links der Rettung und Fitmachung fürs Weiterspekulieren alles den Bach runter geht. Solange solche Leuchten das beleuchten, was sie schon im strahlendsten Sonnenlicht unterbelichtet nicht erkennen können, besteht Hoffung für uns alle: Das Licht am Ende des Tunnel ist der Gegenzug aus Minden.

Gott erhalte Steffen Kampeter seinen Kinderglauben.

Tri-Tra-Trullala. Nullen ratlos

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Da stehen sie nun, die Nullen der Regierung mit der hessischen Null Roland K. Ratlos. Schlicht und einfach doof. Vorgeführt von den Amerikanern, geführt von einer Rouladenbraterin. Und nun, Herr Frankenjunker, Herr Finanzministerpöbler, Herr Hessenwahlverlierer? Dazu ein Kommentar, der auf Spiegel-online abgegeben wurde und dem Nagel den Kopf breit schlägt:

Was mich erschreckt ist, wie sich die deutsche Regierung da zum Narren machen laesst. Es war eben nicht eine Verhandlungskommission, sondern auch fast die komplette REGIERUNG ( Kanzlerin, Aussenminister, Finanzminister, Wirtschaftsminister ) die sich dazu herabgelassen hat sich in eine Nachtverhandlung ( damit die US-Delegierten den Zeitverschiebungsvorteil hatten )mit drittklassigen Vertretern der US-Regierung und von GM zu begeben. Eine Gesichtsverlust ohne Beispiel .. wer soll die denn noch ernst nehmen?

Die Autoeinschläge, deren Breite sich demnächst wegen Wegfalls der Abwrackprämie dramatisch vergrößert, hat auch in der Metropole ein Zuliefereropfer gefunden: Autozuliefer AKSYS – das hiesige Werk hat rund 300 Arbeitsplätze – hat Insolvenz angemeldet, nachdem ihm aus dem von der Laienregierung in Berlin so heiß gelobten „Wirtschaftsfond Deutschland“ keine Unterstützung gewährt wurde. Ihr hättet eine Bank sein müssen. Dann wärt ihr „Systemrelevant“, wie Peer S. immer faselt.

Artur-Lade-Beach……..

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„Artur-Lade-Beach-Party“. Auahhhhh. Paßt aber nahtlos und artgerecht in die grandiosen Schöpfungen hiesiger Kreativkunst. Kein Wunder, daß die Metropole und die Region bis auf wenige Ausnahmen nicht grad als Hort kreativer werblicher Schaffenskunst gelten. Apropos: Was macht eigentlich „Powerbrands OWL“ aus unserer geliebten factory?

Die Leute treten mehr

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Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mit Blick auf den „Europäischen Tag des Fahrrades“ am 3. Juni mitteilt, lag der reale Umsatz des Fahrradeinzelhandels im Jahr 2008 um 5,2% höher als im Vorjahr. Der gesamte Einzelhandel (ohne Kfz-Handel)
verzeichnete hingegen einen Rückgang von 0,5%. In den Jahren 2005 und 2006 musste der Fahrradeinzelhandel noch mit starken realen Umsatzrückgängen kämpfen (2005: – 12,0%, 2006: – 15,3%, jeweils gegenüber dem Vorjahr). Im Vergleich dazu stieg der reale Umsatz des Einzelhandels im Jahr 2005 um 0,9% und 2006 um 0,2%.
Und wie ein Blick in die Auslage eines gehobnen Fahrradhändlers in der oberen Obernstraße zeigt, kann man da locker ein paar Tausender loswerden für den chicen Tritt zu „Alex“, wo man dann Aussenrestaurantisch bei einem Radler sein teures Radel im Blick behalten kann

Westfalen-Blatt zum Thema „Geld und Fußball“

Wirtschaftskrise? Das Fußball-Unternehmen des FC Bayern hat davon gehört. Aber die Münchner sind gesund genug, um der
Bundesliga zu einem Rekordtransfer zu verhelfen, dem VfB Stuttgart eine fette Einnahme zu bescheren und sich selbst einen Top-Torjäger zu angeln. 30 Millionen Euro wechseln den Besitzer und der 23 Jahre alte Nationalstürmer Mario Gomez mal eben den Verein. 27 Millionen Euro steckt Werder Bremen für seinen brasilianischen Spielgestalter Diego ein. Juventus Turin heißt der glückliche Neu-Inhaber. Das sind Summen, die gar nicht mehr vorstellbar sind. So, als laufe das Geschäft mit dem Fußball nur zum Vergnügen am Monopoly-Brett ab. Gehen Sie über Los, kaufen sie Gomez. Wer Bescheidenheit predigt, wird den Kopf schütteln. Als hätten all jene, die vehement Millionen auf den Markt werfen, einen Sprung in der Schüssel. Haben sie aber nicht. Auch ein FC Bayern definiert sich wie jeder andere Betrieb über den Erfolg. Deswegen kann der seit Jahren der Champions-League-Musik eher hinterherhechelnde deutsche Rekordmeister kaum anders handeln, als seine Mannschaft auch den internationalen Ansprüchen anzupassen. Klar fällt die moralische Einordnung gerade im Augenblick schwer. Wer den Münchnern vorwirft, großspurig zu shoppen, kann nicht gleichzeitig auf tolle Abende mit ihnen hoffen, die vielleicht mal wieder vom Gewinn des Europacups
gekrönt werden. Die Chance darauf bleibt so oder so eingeschränkt. Denn die ausländische Elite langt noch ganz anders hin. Aber während die Bayern ihr Investitionsrisiko sorgfältig abwägen, dürften viele Schatzmeister in Italien, Spanien und England nicht mehr in den Schlaf finden. Auch Russland und sogar die Ukraine werden immer mehr zum Hochpreisland. Die letzten beiden Uefa-Cup-Überraschungssieger St. Petersburg und Donzek entlohnen ihre Mannschaften nicht mit Erdnüssen. Die Besitzverhältnisse sind mitunter problematisch – vor allem, wenn die Zufuhr der Mittel von einem Solisten abhängt. Wird der Geldhahn zugedreht, könnte es schnell schwierig werden. So lässt Öl-Magnat Roman Abramowitsch die Pipeline zum FC Chelsea schon länger nicht mehr unbegrenzt offen. Die Londoner schnallen den Gürtel seither enger. Wobei das relativ ist. Wie die 30 Millionen für Mario Gomez. Das ist Kleingeld im Vergleich zu jenen unfassbaren Monsterbeträgen, die für die absoluten Weltstars Cristiano Ronaldo (Manchester) oder Lionel Messi (Barcelona) aufgerufen würden. Mit Franck Ribéry glauben auch die Bayern, über eine Kapitalanlage der höchsten Kategorie zu verfügen. Ein armer Schlucker ist und bleibt Arminia Bielefeld, gerade wieder
in der 2. Liga gelandet. Der Kreis, aus dem die Absteiger stammen, wird stetig übersichtlicher. Es handelt sich nur noch um schwächlich situierte Kleingruppe, die ihr Kellerdasein fristet. Im Unterhaus wollen die Ostwestfalen nun mit einem Jahresetat von 8,5 Millionen Euro auskommen. Dafür gäbe es von Mario Gomez nicht einmal das Schussbein.

Liebes Westfalen-Blatt. Was Arm. Bielefeld angeht, liegt ja die Armut bereits im Namen begründet. Hätte man die Roland-Kentsch-Gedächtnistribüne sagen wir mal 5 Millionen € einfacher gebaut, die Preise auf Arminia-Niveau gesenkt und dafür einige tausend Zuschauer mehr gehabt, ein, zwei gute Stürmer geholt, Arm. BI wäre immer noch 1. Liga. Ohne „Super“stars. Was immer das auch sein mag. Manchester United hat gestern Abend mit ihren Stars gegen Barcelona verloren…… Es ist immer die Frage, was man eigentlich will. Schalke 04 zum Beispiel bekommt X Millionen in den Hintern geblasen, hat eine 60Tausender-Arena. Und was macht man da draus?

Schwachmatismus

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus F. Zimmermann, hat sich für eine deutliche Erhöhung der Mehrwertsteuer ausgesprochen. „Beim Schuldenabbau wird der Staat um Steuererhöhungen nicht herumkommen“, sagte Zimmermann der „Rheinischen Post“ (Heutige Ausgabe). „Ich plädiere dafür, die Mehrwertsteuer ab 2011 um bis zu sechs Prozentpunkte auf 25 Prozent anzuheben.“ Dieser Satz sei in Skandinavien bereits üblich, so der Ökonom. „Wenn man das jetzt schon ankündigt, ziehen die Bürger viele Käufe vor, was in der Krise den Konsum ankurbelt. Im Gegenzug könnten die Lohnnebenkosten weiter gesenkt werden. Das hilft der Wirtschaft und allen Arbeitnehmern.“

Unverantwortlich, so eine Schwafelei vor dem Hintergrund abgewürgter Binnenkonjunktur.

Die OPEL-Posse geht also weiter

Der aus Bielefeld stammende Obertalkshowhohllaberer Professor Un-Sinn – ja, der mit dem Backenbart und den ständig wechselnden Parolen – sagt auf Seite 1 der NW, die „Bundesregierung wird erpreßt“. Huch, wie das? So Fähiges wie ein adeliger Ex-Kleinstunternehmer, ein undiplomatischer cholerischer Ich-habe-nie-einen-richtigen-Job-in-der Wirtschaft-machen-müssen Bundesfinanzminister, eine Ex-Quantenphysikerin mit jahrzehntelanger DDR-Vergangenheit werden also erpreßt? Da sitzt doch geballte Kompetenz, die wahrscheinlich nicht mal den Zuckerpreis bei Aldi kennt. Von wem? Ach ja:

Die 26.000 Opel-Beschäftigten müssen weiter bangen: Bund, Länder, Investoren und US-Regierung haben sich beim Spitzentreffen im Kanzleramt nicht einigen können – weder auf eine Brückenfinanzierung noch auf ein Treuhand-Modell. GM hatte in letzter Sekunde überraschend mehr Geld gefordert

Was hat man eigentlich im obersten Zirkel der Berliner Junta die ganzen Monate gemacht`? Über was quakte der wie ein fränkischer Adler auf der New Yorker Fifth Avenue posierende Adelspfau eigentlich mit der Obama-Administration und den GM-Führern? Nimmt jemand in den USA die Muppet-Show-Truppe aus Berlin-Mitte eigentlich wirklich ernst?

„Guten Morgen. Das Wetter. Das Tief über Opel hat sich verdichtet und will nicht abziehen“. Kleine Nebenfrage, die Professor Un-Sinn in München sicher beantworten kann: Möchten Sie einen Opel aus einem insolventen Firmenverbund fahren? Sehen Sie, da greifen Sie doch lieber gleich zum Original aus Südkorea. Ehemals Daewoo, heute Chevrolet.

Schwarzes Schaf. Perfekt getarnt

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Draußen im westlichen Speckgürtel vor der Metropole haben sie jetzt Schafskinder. Darunter ein Rabenschwarzes. Es tollt mit seinen Geschwistern. Es mampft die frischen Wiesenkräuter und ist ansonsten perfekt getarnt, wenn der Blick gen dunklen Waldessaum geht. Hand aufs Herz: Könnt ihr sowas Drolliges wirklich essen? Ach so, ja. Es hört auf den schönen Namen „Ursula“. Ob da jemand an die Zenseuse UvdL gedacht hat?

Wer beendet endlich Kentsch-Diktatur beim DSC?

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Mit ungewohnt scharfen Worten geht heute die NW mit dem ebenso selbstherrlichen wie offensichtlich cholerischen Geschäftsführer Finanzen von Arm. Bielefeld, Roland Kentsch, ins Gericht. Man scheut sich auch nicht, Internas zu zitieren und Beispiele des bescheuerten Auftretens von Haupttribünenruine-Erbauer Kentsch zu zitieren. Immer deutlicher wird, wem letztlich die diversen Pleiten, Pech und Pannen des Clubs anzulasten sind. Wer niemand neben sich duldet, Kritik nicht vertragen kann, meint, extrem überhöhte Tribüneneintrittspreise täten dem Club gut und ansonsten wirklich Null Ahnung von Fußball hat, sollte einfach mal das Maul halten. Kann Roland-Riese aber nicht und reiht sich in die würdige Reihe von großmäuligen Idioten aus der Bankerriege ein.

„Der Mafia kann man mehr vertrauen als einem Banker“, hat mal jemand gesagt. Stimmt. Auch in Bielefeld. Also ihr mehr als 12.000 „Restarminen“, wann zeigt ihr dem aalglatten Unsympath, wo der Bartel den Most holt?

Auch das Westfalen-Blatt hat sich kräftig des Themas angenommen. In einer Umfrage, wer für den Abstieg verantwortlich ist, haben aktuell 1474 Leser online so gevotet:

Der Vorstand 56%
Die sportliche Leitung 22,5%
Die Mannschaft 21,5%

Anfänger-Fans

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Die Anfänger-Fans erteilen Dammi die Absolution und schießen sich mit der NW auf den Geschäftsführer ein.

Dabei hat der sportlichen Leitung mehr als nur die Leidenschaft gefehlt!

Wirds der Berliner Junta unbequem?

Wartungsarbeiten
Sehr geehrte Nutzerinnen und Nutzer,
aufgrund von Wartungsarbeiten steht Ihnen das
E-Petitionssystem am Mittwoch, den 27.05.2009
ab 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr leider nicht zur Verfügung.
Wir bitten um Ihr Verständnis.

Komisch, obwohl bald der 100.000 Bürger die Petition gegen Internetsperren zeichnen dürfte, macht das System des Bundestages erst mal Pause. Wer weiß, was danach dann alles „weggewartet“ ist. Oder wird es der Berliner Junta so langsam unbequem? Zensurulla hat sich mittlerweile übrigens in einem Interview mit Spiegel online gründlichst blamiert und es an elementarem, nicht Stephanie Guttenbergisch-Sendungsbewußtsein-belasteten Fakten mangeln lassen. Wer MinisterIn sein will, sollte wenigstens annähernd wissen, wovon er spricht.

Gefährlich friedlich da draußen

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Es ist ruhig und friedlich da draußen im Speckgürtel um die Metropole. Ab und zu ein „Muh“ oder ein wiehern. Mehr nicht. Aber die Ruhe ist trügerisch.

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Knapp 20 Cent bekommen die Milchbauern für den Liter Milch, den ihre Kühe spenden. Da lohnt nicht einmal der Weg in den Stall zurück.

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Die Pferdezüchter, deren es hier bei uns reichhaltig gibt, locken mit Mini-CHIO-Aachen-Aufbauten reitwillige Kids und Jugendliche auf ihr Areal. Das Pferde“kapital“ schüttelt sich derweil noch ein wenig die Hufe aus.

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So friedlich hier. So sanft. So archaisch. Bis wir dann doch noch in einem Getreidefeld eine Tafel entdecken: Sygenta. Dazu heißt es auf Wikipedia:

Kritiker werfen dem Unternehmen sein Engagement auf dem Gebiet der Gentechnik vor. Zudem wird Syngenta vorgeworfen, durch den Verkauf des Herbizids Paraquat Vergiftungs- und Todesfälle von Landarbeitern in Kauf zu nehmen. Dieses Produkt soll beispielsweise in Entwicklungsländern auf Palmöl-Plantagen, entgegen den Anwendungsvorschriften des Herstellers, ohne die notwendige Schutzkleidung eingesetzt werden. Im Rahmen von Protestaktionen gegen das Unternehmen kam es zu Erstürmungen von Syngenta-Anlagen durch die Bauernbewegung Via Campesina, im Oktober 2006 im Süden Brasiliens und im Dezember 2007 im Nordosten in der Nähe von Cajazeiras; dabei wurden Teile der Firmeneinrichtung zerstört, zwei Menschenleben waren zu beklagen. Um den Konflikt zu beenden übergab Syngenta im Oktober 2008 die Forschungsfarm an die brasilianische Regionalverwaltung. Diese hat mitgeteilt künftig Saatgut von Regionalsorten auf dieser Farm zu produzieren.

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Tja, die Saatgut – und Gen-Mafia ist eben überall. Auch im Speckgürtel um die Metropole. So friedlich ist es eben nicht.