Zurück vom Kurztrip in das Ruhrgebiet. Im Autoradio begleitet von min. 122 mal “Schweinegrippe”. Wie blöd müssen Medien eigentlich noch werden? Dann diese chice Pressemeldung gelesen:
Mit der Wirtschaftskrise verflüchtigt sich auch die viel gepriesene Führungskultur in deutschen Unternehmen. So das Ergebnis einer Umfrage des Wirtschaftsmagazins ‘Capital’, das jetzt auf der Website capital.de veröffentlicht wird. Konkret spüren 68 Prozent der Befragten, dass Vorgesetzte mit Verweis auf die wirtschaftliche Lage, die Konkurrenz und anstehende Umstrukturierungen im Betrieb verstärkt Druck ausüben. Deshalb haben bereits 40 Prozent der Mitarbeiter Angst, Fehler zu machen. Jeder Zweite glaubt sogar, eine Entlassung sowieso nicht beeinflussen zu können. Dies führt zu einem enormen Vertrauensverlust. So trauen 45 Prozent ihrem Vorgesetzten nicht mehr über den Weg. Annähernd jeder Dritte vermutet, sein Chef misstraue ihm ebenso. Die Mehrheit der Beschäftigten ist laut capital.de deshalb auch deutlich weniger loyal, leistungsbereit und engagiert. “Die Vertrauensbasis zwischen Chef und Team ist dahin”, stellt Marcus Schmitz von der Kölner IGS Organisationsberatung fest. Schmitz, der die Studie konzipiert und ausgewertet hat, beruft sich auf die Antworten von 498 Managern und Fachkräften, die online zur aktuellen Führungspraxis Auskunft gaben. Managementberater und Bestseller-Autor Reinhard Sprenger hat für dieses frustrierende Bild des Arbeitsalltags eine Erklärung: “Viele Mitarbeiter empfinden ihren
Vorgesetzten als Agenten des Kapitals. Sie projizieren alle beruflichen Ängste auf ihn und unterstellen ihm eine Gestaltungs- und
Entscheidungsmacht, die der faktisch oftmals nicht hat.”
Und Manipulinski Forsa-Güllner veröffentlicht sowas:
Die Bundesbürger haben keine Furcht vor sozialen Unruhen. In einer Umfrage für das Hamburger Magazin stern teilen lediglich 29 Prozent der Befragten die Ängste von DGB-Chef Michael Sommer und SPD-Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan, die beide
kürzlich vor Unruhen beziehungsweise gar einer “sozialen Explosion” gewarnt hatten. 68 Prozent der Bundesbürger rechnen nicht mit Unruhen als Folge der Wirtschaftskrise. Am stärksten ist der Glaube daran noch bei den Anhängern der Linkspartei (44 Prozent).
Datenbasis: 1.000 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 23. und 24. April 2009. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte, Forsa-Institut, Berlin. Auftraggeber: stern
Abgesehen davon, daß es bei Sommers und Schwans Bemerkungen nicht um die “Angst der Bundesbürger vor sozialen Unruhen ging”, verrär Güllners Umfragemethodek, wike manipuliert wird: “Nein, nein, Bundesbürger sind so doof, träge und uninteressiert, daß die keine Angst vor sozialen Unruhen haben. Sie sind ohnehin zu träge für sowas”. Wenn der Affentanz und das charakterlose Auftreten a la Schmierenkomödiant Ackermann so weitergehen, wäre ich mir nicht mehr so sicher, ob die Leute nicht auch wie in Island eine Regierung wegschreien. Die Zeit wäre reif dafür. Abgesehen davon finden die Manager doch ihre Vorbilder in Gestalten wie zB. “Schmarotzerbeschimpfer” Clement und anderen neoliberalen Typen. Man sollte das “öffentliche Ohrfeigen” solcher Leute wieder einführen.
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