Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Mo
27
Apr '09

Das sagt unsere Anja

In Bielefeld gibt es keine Verdachtsfälle auf Schweinegrippe. Das gab Anja Ritschel, zuständige Dezernentin der Stadt Bielefeld, am Montagabend bekannt. Im Laufe des Tages waren zwei Mexiko-Reisende, ein Geschwisterpaar, mit Erkältungssymptomen in das städtische Klinikum Mitte eingeliefert worden. Ein dort durchgeführter Schnelltest verlief negativ. Nach Rücksprache mit dem Robert Koch Institut in Berlin kann nach diesem Befund nicht von Verdachtsfällen gesprochen werden. Die beiden Personen verbleiben zunächst in der Klinik, es werden aus Sicherheitsgründen weitere Tests vorgenommen, detaillierte Laborergebnisse liegen am Dienstag, 28. April, gegen 15 Uhr vor. Die in verschiedenen Medien genannte Zahl von drei Fällen konnte nicht bestätigt werden.

Mundschütze gib es hier:

Filligent, das in Hongkong ansässige Biotechnologie-Unternehmen, stellt Bestände seines vor Infektionen schützenden BioMask-Mundschutzes bereit, um zum Kampf gegen die weltweite Ausbreitung des neuen, tödlichen mexikanischen Stamms des
Influenza-A-Erregers beitragen zu können. Der BioMask-Mundschutz ist der erste medizinische Mundschutz, der das Influenza-A-Virus bei Kontakt innerhalb von Sekunden abtötet, dabei aber das Atmen nicht behindert. Dies ist besonders für an vorderster Front Tätige und für Kinder, die häufig der Ansteckungsgefahr am stärksten ausgesetzt sind, von grosser Bedeutung. “Humanitäre Organisationen und staatliche Stellen kämpfen an vorderster Front, um die Ansteckung einzudämmen, insbesondere bei Kindern”, sagte Melissa Mowbray-d’Arbela, CEO von Filligent. “Wir mobilisieren unsere Ressourcen, um ihren Anforderungen genügen zu können. Der BioMask-Mundschutz wurde speziell für Situationen wie diese entwickelt.”

Tja. so isses mit die Glochballichierisirung gell? Odda so.

“Schreib mal was zur Schweinegrippe”

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Wollt ich eigentlich nicht. Tun doch schon genug andere Medien. Außerdem gibt es doch jedes Jahr etwas, was die Menschheit angeblich ausrottet. Terror, Atom, Meteoriten, Vogelgrippe, BSE, Marburg-Virus, Norovirus, die Krise.

Was auffällt: Diesmal sind es blaue Mundschütze. Bei den Vögeln waren es weiße. Und gegen die Krise gibt es schwarzgelbblaue mit großen Blockbuchstaben: “Gegen Krise hilft CDU/CSU/FDP wählen. Damit es so bleibt wie es ist”.

So ist das mit den Krisen. Sie werden meist gemacht, damit ein paar wieder mehr in die Taschen stecken können. Vor allem die Pharamfritzen, denen es schon fast zu ruhig war. Krankenkassenkrise reicht eben noch nicht.

Die braune Gedankenwelt der U. v.d.L.

Am 15. Januar 1976 wurde Ernst Albrecht als Oppositionskandidat überraschend zum Ministerpräsidenten gewählt. Eigentlich sollte der damalige Finanzminister Helmut Kasimier (SPD) als Nachfolger des aus Altersgründen zurückgetretenen Minister-
präsidenten Alfred Kubel (SPD) gewählt werden. Doch einige Landtagsabgeordnete aus der Koalition von SPD und FDP verweigerten Kasimier die Stimme. Am Abend traf sich dann die Führung der CDU im Central-Hotel in Hannover, um gemeinsam mit dem langjährigen NPD-Vorsitzenden Adolf von Thadden Albrechts Wahl zu feiern.

1979 setzte die niedersächsische CDU zur ersten Europawahl auf ihren Kandidaten Hans Edgar Jahn. Dieser hatte sich durch ein 1943 erschienenes europapolitisches Buch für diesen Posten qualifiziert, mit dem Titel “Der Steppensturm – Der jüdisch-bolschewistische Imperialismus”. Darin prophezeit er die endgültige Zerschlagung des Judentums und die Sammlung der “germanischen Völker” um einen Herd. “Noch nach Jahrtausenden aber wird die Menschheit und vor allem die Jugend mit Achtung und Ehrfurcht einen Namen nennen: Adolf Hitler.”

1976 machte Albrecht ein ähnliches Kaliber gar zum Justizminister: Hans Puvogel. Dieser trat in seiner Amtszeit vor allem gegen den Gedanken eines liberaleren Strafvollzugs und die Idee der Resozialisierung auf. In seiner Doktorarbeit von 1935/36 hatte Puvogel die Gründe für seine Haltung dargelegt. Er schrieb von “Vererbung krimineller Neigungen”, von “anlagebedingten Verbrechern” und von “minderwertigen Menschen”, die “aus der Gemeinschaft ausgeschieden werden müssten”. “Nur ein rassisch wertvoller Mensch” habe “innerhalb der Volksgemeinschaft eine Daseinsberechtigung”.

Wo immer sie konnte hofierte die Landesregierung unter Ernst Albrecht Alt-Nazis. Wilfried Hasselmann (CDU), stellvertretender Ministerpräsident, bescheinigte 1978 der “Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger”, einer Vereinigung von alten Wehrmachtsoffizieren und SS-Männern, in einem Grußwort, dass sie “Mut gezeigt und anderen ein Vorbild gegeben” haben. Hasselmann sei “tief beeindruckt vom Zusammenhalt ihrer Ordensgemeinschaft. Sie haben in vorbildlicher Weise als Soldaten ihre Pflicht erfüllt. Das bleibt gültig für eine nachwachsende Generation.”

Da ist es nicht verwunderlich, dass die niedersächsische CDU unter Albrecht regelmäßig gegen die nach dem Zweiten Weltkrieg festgelegte Oder-Neiße-Grenze zwischen der DDR und Polen polemisierte. [...]

Ihr christliches Menschenbild hat die Bundesfamilienministerin auch in ihrem “Bündnis für Erziehung” demonstriert, das sie Ende April 2006 ausrief. Gemeinsam mit der evangelischen und katholischen Kirche wolle sie “Werte in der Kindererziehung” neu definieren. Muslimische, jüdische Verbände oder gar Wohlfahrtsverbände und kommunale Träger von Kindergärten, Schulen und Jugendzentren waren bei der ersten Sitzung des Bündnisses nicht geladen.

Blogger “Duckhome” listet heute auf, was es mit der Gedankenwelt der zensierwütigen Ursula von der Leyen auf sich hat und in welchem Elternhaus sie aufwuchs. Ganz schön dunkelbrauner Keks……

Wohl “Aus” für Grinsmann

Der FC Bayern München hat sich nach übereinstimmenden Medienberichten von Trainer Jürgen Klinsmann getrennt. Der deutsche Meister zog damit zwei Tage nach dem 0:1 gegen den FC Schalke 04 die Konsequenzen aus dem Rückschlag im Kampf um die deutsche Meisterschaft. Klinsmann war nur zehn Monate im Amt. Dabei können die Bayern sogar noch Meister werden. Also mal wieder “Osram” (Jupp Heynkes mit der meist roten Birne). Wär doch ein Fall für Udo Lattek gewesen. Oder Peter Neururer. Oder Lodda M.

Und nochmal schnell bei Arm. Bielefeld nachgetreten. Da schreibt einer im Forum “Bundesliga-Absteiger” auf Spiegel online:

Weder noch. Cottbus ganz sicher nein. Eher hauen die die Bayern weg. Bielefeld wohl auch nicht. Auch die sind sehr abstiegserprobt und werden sich schon durchschlagen. Absteigen werden die Gladbacher (Katastrophe für Stadt und Region) und mittlerweile rechne ich auch relativ fest mit den Kölnern – die spielen desolat und haben ein schweres Restprogramm.

Bielefeld packt’s in der Relegation gegen den Club. Das entspricht auch der fränkischen Mentalität… Ach was, Arm. Bielefeld schlägt den VfB Stuttgart durch ein Eigentor von VfB-Gomez.

Auf einem Bielefelder Bahnsteig

Ruhe

Ruhe. Ich saß ganz am Ende des Bielefelder Bahnsteigs. In der Sonne. Montag morgen, auf dem Weg zur Arbeit. Der ICE hatte Verspätung. 20 Minuten. Die Welt war ruhig und freundlich. Und ich hab mein Brötchen geknurpst und eine Caprisonne getrunken.

Das war nett. Wirklich. Ich habe ja keine Zeit für sowas – sonst. Da aber gerade schon. Verlangsamung. Das fühlte sich da gerade herrlich an. Der Welt ein wenig beim Dasein zusehen. Wachwerden. Sonne tanken. Die Gedankenmaschine für den Tag anwerfen.

Siehste. Es gibt auch noch nette Worte zur kleinengroßenunbekannten Weltstadt am Rande des Teutoburger Waldes. Aus dem Blog “anmut und demut“.

Nun öffnen sich Google-Viewschleusen endgültig

Googles Street View kommt nach Deutschland: Noch in diesem Jahr will der Internetgigant seine virtuelle Straßenrundfahrt auch mit Fotos aus deutschen Städten anbieten. Das wird möglich durch eine Einigung mit deutschen Datenschützern. Die standen dem Projekt bisher skeptisch gegenüber. In den Gesprächen soll Google nun Zugeständnisse gemacht haben, spezielle Tools sollen die Sicherheit der Privatsphäre deutscher Bürger gewährleisten.

Hahahahaha. In einem Land, wo der Innenminister in bester Stasi-Manier schon in den Computern sitzt, die Handyverbindungen vorratsdatenspeichert und eine ganze Bevölkerung bei Hochstirn Steinbrück unter Steuerhinterziehungsgeneralverdacht steht, hätte es auch sehr gewundert, wenn das anders ausgegangen wäre. Was man dagegen tun kann: Wenn der Kamerawagen sich nähert, Hosen herunterlassen und mit dem Allerwertesten Richtung kameras an den Bordsteinrand stellen. Das werden die Datengeier von Google garantiert schwärzen. Abgesehen davon. Wer braucht diesen neuesten Google-Scheiss eigentlich außer den BKA-Auswertern, die sich das begierig reinziehen werden? Dazu noch die Netzzellen der Handyveranstalter abfragen und schon hat man die auffällige Frau mit den hellen Haaren und diesem gradezu obszönen Gang ausgespäht. Geht nicht? Von wegen. Geht noch viel mehr in diesem Land, das von Paranoiden gesteuert wird.

Muffensausen in Passau auch hier möglich?

Man ist ja immer wieder versucht, den lokalen Holzblättern die Leviten zu lesen. Allzu ulkig ist einiges, was uns da tagtäglich aus Jöllenbeck, Heepen, Schildesche, Brackwede, Dornberg, Gadderbaum und Senne serviert wird und zum Kauf des Blattes auf dem Boulevard animieren soll. All zu sehr rückt man sich oft in die Nähe der BLÖD, deren journalistische Qualität dank Deutschlands ältestem Schülerzeitungschefredakteur nahe an der untersten Socke ist und vor allem bleibt. Ex-Kinderfrau Friede Springer, Ex-Telefonistin Elisabeth Mohn und die Kanzlerin-Auszubildende Dr. Murkel können ja eventuell keinen intellektuelleren Inhalt konsumieren. Das würde diese Einfalt und Einfachheit der 500 maximal benutzten Buchstaben erklären.

Was aber im tiefsten Bayern, in Passau beim dortigen Käseblättchen “Passauer Neue Presse” (um 28.000 Auflage) unter der Ägide einer absolut unfähigen Erbin abgeht, spottet jeder Beschreibung:

Die Zentralredaktion der Passauer Neue Presse sieht mit gemischten Gefühlen einer Osterüberraschung entgegen: Gerd Hertle, Bildzeitungs-Feder im Ruhestand und einer der großen Haudegen des Boulevardblattes in den 90er Jahren, trainiert für mindestens drei Monate die PNP-Mannschaft.

Kommt bekannt vor? Nein, der Zeilenkomiker war noch nicht in Bielefeld bei NW oder Wefabla. Obwohl es sich manchmal so liest und anschaut.

Reinwaschung für ein paar Stunden

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Ein wenig Regen in der Nacht hatte einen durchaus guten Effekt: Die ostwestfälische Luft ist staubfreier geworden. Schade, man hätte die hannoversche Zensurulla mitsamt ihrer siffigen Politmischpoke mit in den Regen stellen sollen. Zu der seltsam tickenden Dame lesen wir heute im Berliner Blog “wirres” :

so kann man die initiative der familienministerin zenzursula von der leyen ja durchaus sehen: als einen durchsichtigen versuch ein delikates und hochkomplexes thema für wahlkampfzwecke, also machterhalt zu instrumentalisieren.

deshalb glauben politiker unverdrossen wiedergewählt zu werden, wenn sie sagen:

* zensur ist scheisse, aber wir beschliessen sie trotzdem
* vorratsdatenspeicherung ist verfassungswidrig, aber wir stimmen ihr nichtsdestotrotz zu
* wir sind für freie märkte, aber enteignung muss einfach manchmal sein
* das „börsencasino“ und die „Jagd nach Maximalrenditen“ in der wirtschaft verletzen „das Gerechtigkeitsgefühl vieler Menschen“ aber die politiker in den aufsichtsräten der landesbanken und anderen maximalrenditefordernden aufsichträten haben da rein gar nichts mit zu tun

dieses ganze verlogene und verantwortung von sich weisende kasperletheater das die CDU und SPD derzeit veranstalten hat aber vielleicht doch einen gewaltigen vorteil. nämlich dass sich erstmals seit langem wieder echter widerstand bildet, echte und tatkräftige unzufriedenheit, die der herrschenden kaste zur wahl klar macht, dass sie sich von denen die sie wählen sollen so weit wie nie entfernt haben.

Auf den Punkt auch Blogger Malte Welding:

Ursula von der Leyen instrumentalisiert die Sorge und Unaufgeklärtheit der Wähler, um an den Urnen zu triumphieren. In den Särgen liegen deswegen nicht weniger Kinderkörper, keine Kinderseele wird gerettet – es handelt sich um ein derart widerwärtiges Polit-Placebo, dass es nicht übertrieben ist, wenn man sagt: Diese Politikerin passt nicht in eine Demokratie. Entweder lässt sie sich von ihren Mitarbeitern einreden, ihre Maßnahmen könnten erfolgreich sein – dann ist sie dumm. Oder sie weiß, dass sie im Wahlkampf ist – dann ist sie bösartig. Vielleicht aber ist es sogar so, wie in Foren, Blogs und mittlerweile sogar in meinem Bekanntenkreis geunkt wird: Dass die Internetsperren nur ein Testballon sind für weitere Deliktfelder und für immer weitere Kontrolle über das Verhalten der Bürger – dann wäre “bösartig” ein viel zu schwaches Wort.

Es ist wirklich an der Zeit, zu fragen: Wie weit sind wir noch von Gestapo und Stasi entfernt? Technisch wurden sie doch schon längst übertrumpft. Warum lassen sich mündige Bürger den Kampf, die Bespitzelung und die Gängelung der Regierung und Parteien gegen ein ganzes Volk noch gefallen? Es sind letztlich nur knapp 1,4 Millionen Parteimitglieder, die sich aufspielen, als ob ihnen das Land gehört.

Der V-Mann tönt wieder

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Nein, nein. Das sind nicht die Wurstfinger von Guido Westerwelle. Auch nicht eine einzelne V-Zeigung nach dem Arminen-Punktgewinn in Möglaba. Erst recht kein Anwohner der Detmolder Straße angesichts eines neuen Bürgersteiges.

Das ist Joe Ackermanns klassisches “V” für “Versager”. Die Woche verspricht spannend zu werden und gekonnt in den “Maitanz” einzumünden. “Versager” Ackermann tönt über seine im ersten Quartal erzielte “Eigenkapitalrendite” von 25%. Keine Kunst, wenn man so wenig Eigenkapital braucht wie eine Bank. Dann spielt man ein bißchen Hütchen, zockt hier, zockt da, berät Frau Dr. Murkel, läßt das “Bankenrettungsgesetz” von seinen eigenen Leuten schreiben und schon klappts wieder mit dem “V”.

Wann sagt dem geschmacklosen Kerl endlich mal jemand, wie das geht mit der PR in einer Zeit, wo der Steuerzahler ihm und seinen charakterlosen Kumpels den Arsch retten muß?

Ab 15% Regierungsuntüchtig

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Beinahe vergessen. Die gelbblauen Neoliberalen waren ja auch noch in der Metropole. Gelb flaggten sie an der “Tüte”. Ein Bild mit Symbolkraft. Ziemlich blau, die Mitbrandstifter der gegenwärtigen “Krise”. Den Bielefelder Seidenberg jedenfalls haben sie auf der Landesliste für die Landtagswahl 2010 ziemlich weit nach hinten geschoben. Sie denken eben stets voraus, die gelbblauen Neoliberalos.