Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Di
21
Apr '09

Vereint am T-Griff

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Ne wat sind das noch für niedliche Kerlchen. Fröhlich haben sie den T-Griff des neuen “Britta”-Spatens (wie genial) in den kleinen Fäustchen und machen einen auf “Working Hero”. Geht ja auch nur um 14,3 Mio. Euro, die da für den so immens wichtigen Stadthallenanbau in den Sand der Metropole gesetzt werden. 5000 Leute können stehend in dem Bau Platz finden, jauchzt das Metropolenblättchen. Ob das alles wirklich Sinn macht, fragt keiner. Dann tun wir es hier mal.

Macht das Sinn?

Futter für die Affenrunde

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Phantastischer Vorgang: Während heute Nachmittag die Affenrunde mit Dr. Murkel, Peer “Hochstirn” Steinbrück, dem Bundesbank-
Fuzzy Weber und Soffin-Häuptling Rehm über die Gründung einer “Bad Bank” tagt, um die armen, gebeutelten Banken zu entlasten, die von alledem nichts wußten, ist aus OWL eine gelbe Kiste unterwegs. Bananen – natürlich Chiquita, weil das vom neoliberalen Charakter her passt – für die tagenden Affen. “Nichts sehen, nichts hören, nichts reden”. Politik am Bürger vorbei. Mögen sie ihnen schmecken, die gelben Futtermittel. Ach ja, ein paar Schälchen Monsanto GEN-Mais sind auch noch dabei. Dann knabbert sichs besser, wenn uns die vier Gestalten über den Tisch ziehen wollen.

Der Pate ist wieder da

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Um das Bundesland Thüringen – ohnehin fast am Ende der Länderskala nach den grandiosen “Leistungen” eines gewissen Herrn Althaus – muß man sich schon Sorgen machen. Nun ist der Pistenrambo wieder da. Gibt sich eiskalt und spielt den Retter der thüringischen CDU. Während sich die Journalisten dort in Erfurt zurückhielten, gab er großkotzig der BLÖD Interviews, der Wahl seiner Partei zum Spitzenkandidaten blieb er aus “Krankheitsgründen” fern. Superdemokrat. Die “Basler Zeitung” schreibt dazu schon am 16.04. 09 unter einem Bild, das die ganze Abgebrühtheit des egomanischen Wendehalses in Boxhandschuhen zeigt:

In Thüringen hat die Art und Weise, in der Althaus seine Rückkehr über eine Boulevardzeitung inszenierte, Kritik ausgelöst. Nach seinem Sturz auf der Skipiste war die Berichterstattung überwiegend von menschlichem Mitempfinden gekennzeichnet. Auch die Oppositionspolitiker hielten sich zurück, um dem Gestürzten nicht noch weitere Treffer zu verpassen. Diese hatte das Schicksal ohnedies weiterhin für Althaus parat: Sein Vater starb.

Ein sichtlich schwer gezeichneter Sohn nahm an der Trauerfeier im thüringischen Heiligenstadt teil. Doch während Fotografen mit aufgespannten Regenschirmen an ihrer Arbeit gehindert wurden, erschien später in der «Bild»-Zeitung ein offenbar gestelltes Foto des Ministerpräsidenten mit seiner Frau Katharina am Grab des Vaters.

«Bild»-Zeitung offenbar instrumentalisiert

Bei dem überraschend anberaumtem Gerichtstermin am 3. März im österreichischen Irdning war neben derselben Zeitung kein sonstiger Vertreter der deutschen Presse zugegen. Und während Althaus auf dem CDU-Parteitag in Abwesenheit zum Spitzenkandidaten gekürt wurde und ins thüringische Waltershausen eine Grussbotschaft per SMS sendete, gab er der «Bild»-Zeitung nahezu zeitgleich ein Exklusiv-Interview.

Mit dieser als fragwürdig kritisierten Inszenierung sorgte Althaus nicht nur bei seinen Parteifreunden für Stirnrunzeln, sondern auch bei den Journalisten in Thüringen, die sich ganz bewusst zurückgehalten hatten und dem Rat der Ärzte «Althaus braucht Ruhe zu seiner Genesung» gefolgt waren.

Keine Gnade von der Opposition

Auch die Opposition, die dem Rekonvaleszenten eine Schonzeit gewährt hatte, gab ihre Zurückhaltung auf. Der Spitzenkandidat der Linken, Bodo Ramelow, nannte es im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP «einen völlig inakzeptablen Vorgang, dass die Boulevardzeitung als amtliches Verlautbarungsblatt der Familie Althaus» benutzt worden sei.

«Was Dieter Althaus dort praktiziert hat, ist für mich auch ein Zeichen für ein, wie ich finde, gestörtes Demokratieverständnis», sagte Ramelow. Unabhängige Medien seien die vierte Säule in einer Demokratie. Man könne sie nicht instrumentell so benutzen, wie man es gern hätte.

Opel-Krise als das drängendste Problem

«Um Opel hat sich bisher die Landesregierung nicht in dem Masse gekümmert, wie es notwendig wäre», kritisierte Ramelow. «Ich erwarte ein Eingreifen des Chefs am Beispiel Opel, aber gleichzeitig braucht die gewerbliche Wirtschaft in Thüringen dringend Unterstützung im Bereich Eigenkapital.» Angesichts der Weltfinanzmarktkrise müsse man in Thüringen neue, eigene Wege gehen, damit kleine und mittelständische Betriebe diese schwierige Phase überstehen.

Für SPD-Landeschef Christoph Matschie hat Althaus jede Menge Dauerbaustellen vor sich. Mit seinen Äusserungen seit der Rückkehr aus der Reha-Klinik in Allensbach habe er ein «politisches Desaster» angerichtet. «Zu keinem aktuellen Problem hat er eine befriedigende Antwort gegeben», sagte Matschie. (raa/ap)

Mit der Demokratie hat er es nicht so ganz, der Unsympath Dieter. Aber er ist ein wichtiges Hätschelkind von Dr. Murkel im eher unterbelichteten CDU-Osten der Republik.

Jetzt hat “die Krise” aber Angst

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Grandios, wie Templins beste Rouladenbraterin (Bundes-Horst Köhler: “Wunderbar kross und die Sauce so schön braun”) ihre Plattitüden raushaut. Jetzt auf der Hannover-Messe, wo ja auch etliche OWL-Unternehmen ausstellen: “Vielleicht ist die Hannover-
Messe ein kleines Signal, dass wir langsam am Tiefpunkt angekommen sind”. Aha. Mal wieder eine Ankunft. Kürzlich sah sie den Aufschwung ankommen, jetzt den Abschwung. Eine echte Seherin. Dazu das Westfalen-Blatt, das ebenfalls das Pfeifen im Walde zu hören glaubt:

Leiser Optimismus in der für Ostwestfalen-Lippe so wichtigen Maschinenbaubranche: Das ist eine gute Nachricht von der
Hannovermesse. Von Wachstum oder gar vom Boom der zurückliegenden Jahre spricht freilich noch niemand – doch das ist in diesen Zeiten auch nicht zu erwarten. Immerhin: Nach dem freien Fall in den ersten drei Monate des Jahres erwarten die Maschinenbauer nun einen – hoffentlich kontrollierbaren – Sinkflug. Im Sommer könnte sogar ein leichter Aufwind wehen. Diese Aussicht wird das eine oder andere Unternehmen hoffentlich dazu veranlassen, vorerst weiter auf Kurzarbeit zu setzen und Entlassungen zu vermeiden. Denn qualifizierte Mitarbeiter sind neben guten Ideen das wichtigste Pfund, mit dem die deutsche Vorzeigebranche wuchern kann. Klasse statt Masse: Nur mit dieser Strategie lässt sich der immer mächtiger werdenden Konkurrenz aus China Paroli bieten. Das Reich der Mitte, einstmals kaum mehr als eine verlängerte Werkbank der westlichen Industriestaaten, hat sich zum Weltmarktführer gemausert. Und nicht nur das: Auf annähernd zwei Billionen Dollar beläuft sich das aktuelle Devisenvermögen Chinas. Damit lässt sich trefflich auf Einkaufstour gehen – ohne jeglichen Bankkredit. Und das nicht nur in
der deutschen Maschinenbaubranche. Wer weiß: Vielleicht kommt die Rettung für Opel ja schon bald aus Peking.

Hanoi, kann man da nur sagen. Die Unternehmen, mit denen ich gesprochen habe, reden unter leicht vorgehaltener Hand von “kommenden Kündigungswellen, tiefem Tal” und anderem ungutem Zeugs. Sie sollten auf Dr. Murkel hören. Bei Bielefelds größtem Reeder, der Oetker-Gruppe, sieht das auch irgendwie düster aus. Die Chinesen schicken auch nicht mehr so viele Container durch die Gegend.

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