
Um das Bundesland Thüringen – ohnehin fast am Ende der Länderskala nach den grandiosen “Leistungen” eines gewissen Herrn Althaus – muß man sich schon Sorgen machen. Nun ist der Pistenrambo wieder da. Gibt sich eiskalt und spielt den Retter der thüringischen CDU. Während sich die Journalisten dort in Erfurt zurückhielten, gab er großkotzig der BLÖD Interviews, der Wahl seiner Partei zum Spitzenkandidaten blieb er aus “Krankheitsgründen” fern. Superdemokrat. Die “Basler Zeitung” schreibt dazu schon am 16.04. 09 unter einem Bild, das die ganze Abgebrühtheit des egomanischen Wendehalses in Boxhandschuhen zeigt:
In Thüringen hat die Art und Weise, in der Althaus seine Rückkehr über eine Boulevardzeitung inszenierte, Kritik ausgelöst. Nach seinem Sturz auf der Skipiste war die Berichterstattung überwiegend von menschlichem Mitempfinden gekennzeichnet. Auch die Oppositionspolitiker hielten sich zurück, um dem Gestürzten nicht noch weitere Treffer zu verpassen. Diese hatte das Schicksal ohnedies weiterhin für Althaus parat: Sein Vater starb.
Ein sichtlich schwer gezeichneter Sohn nahm an der Trauerfeier im thüringischen Heiligenstadt teil. Doch während Fotografen mit aufgespannten Regenschirmen an ihrer Arbeit gehindert wurden, erschien später in der «Bild»-Zeitung ein offenbar gestelltes Foto des Ministerpräsidenten mit seiner Frau Katharina am Grab des Vaters.
«Bild»-Zeitung offenbar instrumentalisiert
Bei dem überraschend anberaumtem Gerichtstermin am 3. März im österreichischen Irdning war neben derselben Zeitung kein sonstiger Vertreter der deutschen Presse zugegen. Und während Althaus auf dem CDU-Parteitag in Abwesenheit zum Spitzenkandidaten gekürt wurde und ins thüringische Waltershausen eine Grussbotschaft per SMS sendete, gab er der «Bild»-Zeitung nahezu zeitgleich ein Exklusiv-Interview.
Mit dieser als fragwürdig kritisierten Inszenierung sorgte Althaus nicht nur bei seinen Parteifreunden für Stirnrunzeln, sondern auch bei den Journalisten in Thüringen, die sich ganz bewusst zurückgehalten hatten und dem Rat der Ärzte «Althaus braucht Ruhe zu seiner Genesung» gefolgt waren.
Keine Gnade von der Opposition
Auch die Opposition, die dem Rekonvaleszenten eine Schonzeit gewährt hatte, gab ihre Zurückhaltung auf. Der Spitzenkandidat der Linken, Bodo Ramelow, nannte es im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP «einen völlig inakzeptablen Vorgang, dass die Boulevardzeitung als amtliches Verlautbarungsblatt der Familie Althaus» benutzt worden sei.
«Was Dieter Althaus dort praktiziert hat, ist für mich auch ein Zeichen für ein, wie ich finde, gestörtes Demokratieverständnis», sagte Ramelow. Unabhängige Medien seien die vierte Säule in einer Demokratie. Man könne sie nicht instrumentell so benutzen, wie man es gern hätte.
Opel-Krise als das drängendste Problem
«Um Opel hat sich bisher die Landesregierung nicht in dem Masse gekümmert, wie es notwendig wäre», kritisierte Ramelow. «Ich erwarte ein Eingreifen des Chefs am Beispiel Opel, aber gleichzeitig braucht die gewerbliche Wirtschaft in Thüringen dringend Unterstützung im Bereich Eigenkapital.» Angesichts der Weltfinanzmarktkrise müsse man in Thüringen neue, eigene Wege gehen, damit kleine und mittelständische Betriebe diese schwierige Phase überstehen.
Für SPD-Landeschef Christoph Matschie hat Althaus jede Menge Dauerbaustellen vor sich. Mit seinen Äusserungen seit der Rückkehr aus der Reha-Klinik in Allensbach habe er ein «politisches Desaster» angerichtet. «Zu keinem aktuellen Problem hat er eine befriedigende Antwort gegeben», sagte Matschie. (raa/ap)
Mit der Demokratie hat er es nicht so ganz, der Unsympath Dieter. Aber er ist ein wichtiges Hätschelkind von Dr. Murkel im eher unterbelichteten CDU-Osten der Republik.
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