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Mo
13
Apr '09

Fast Rilkisch

Engel!: Es wäre ein Platz, den wir nicht wissen, und dorten,
auf unsäglichem Teppich, zeigten die Liebenden, die’s hier
bis zum Können nie bringen, ihre kühnen
hohen Figuren des Herzschwungs,
ihre Türme aus Lust, ihre
längst, wo Boden nie war, nur an einander
lehnenden Leitern, bebend, - und könntens,
vor den Zuschauern rings, unzähligen lautlosen Toten:
Würfen die dann ihre letzten, immer ersparten,
immer verborgenen, die wir nicht kennen, ewig
gültigen Münzen des Glücks vor das endlich
wahrhaft lächelnde Paar auf gestilltem
Teppich?

“Fünfte Duineser Elegie”. R.M. Rilke. Für Hertha Koenig zugeeignet.

Jaja, der Bursche trieb sich auch schon mal im Outback um die Metropole herum. Beäugte die Harse, wo sie einen Winkel machte, brachte Brock den Hagen näher und suchte in Issel den Horst. Heute gegen Mittag war um die Stadt des Geistes herum schon so eine neblige Art “Rilke-Stimmung”. Schauen wir uns das mal an:

unwirklich4.jpg

Oder hier:

unwirklich1.jpg

Hier könnte er auch gewesen sein, der Vielgeliebte:

unwirklich2.jpg

Vielleicht hatte er sogar im nahen Gestüt kostenlosen Unterricht auf des Pferdes Rücken:

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Als der späte Nachmittag sich dann dem leichten Schatten des frühen Abends beugend, gleichsam die Glut des Gasfeuers aufnehmend, der Menge Leute um den Grilltisch versammeln ließ, da vergaß er, seine “Grillsamen Elegien aus Ostwestfalen” zu schreiben. Vielleicht gab es dafür aber auch keinen Sponsor wie Hertha Koenig von Gut Böckel. Tun wir es ohne ihn. Es gibt Lende, Schweinenacken und westfälische Grillwürste. So mag Ostern ausklingen. Ganz Unrilkisch kommt soeben die Sonne über Ostwestfalen durch.

grillen1.jpg

Wenn die Welt die BUNTE wäre

bunte.jpg

Manchmal stolpere ich über ein BUNTEs Heft, voller merkwürdiger Sätze. Gemacht von einer “Journalistin”, die Patricia Riekel heißt und den Auftritt unter “Prominenten, Wichtigen und auf rotem Teppich” mehr liebt als Hinterfragen, Recherche und wenigstens ansatzweise kritische Berichterstattung. Was auch nicht weiter verwundert, ist Patricia, die Hofknickserin doch liiert mit “Fucken, fucken, fucken”-Focusmacher, Helmut “Schwergewicht” Markwort. Sowas färbt gegenseitig ab.

Da wird dann der verflossene G20- Gipfel mit dem hermetisch abgeriegelten Baden-Baden oder den kolossalen Ausrutschern von Straßburg gefeiert, als ob es kein Morgen gäbe: “Wie Popstars”. Meine Fresse, dagegen ist ja das, was wir an der NW bemängeln gelinde gesagt nur “unkritisch”. Patricia bringt uns die Wichtigen, Doofen, Grimassierenden a la Murkel, Sakotzy, Berlusdoofi so nah wie ein Brennglas. Was für liebenswürdige Menschen, gemacht, uns zu beglücken. Ein paar Geheimpolizeiliche Gipfelschlägereien gegen pöse pöse Menschen, die ihre Meinung sagen, das nehmen wir doch nur hin.

So schart Patricia diese wundervollen Menschen völlig unkritisch auf Hochglanzpapier, läßt Dr. Murkel “Ich bin doch Staats-
oberhaupt” huldvoll unter der Udo-Walz-Frisur grinsen und schreibt zu einem Bild mit Auf-dem-Wasser-Wandler und Afghanistan-Puscher Obama, ganz unjournalistisches Dummchen:

“Er kam als Staatsmann und ging als Freund: Die Kanzlerin verwandelte die Gipfeltreffen in einen persönlichen Triumph”.

Jo. Und das führte nur Stunden danach - Jesus Obama hatte grad seine Forderung nach mehr “Mitmachen” auch Deutschlands freundlichst hammerhart formuliert - zu einem eilfertigen Flug nach Afghanistan, Hindukusch gucken. “Schlechtes Wetter” wurde vorgeschoben, als Templins ganzer Stolz ebenso schnell das derangierte Land wieder verlassen mußte. Aber keine Angst, Patricia wird nur schreiben, Obama und Murkels seien “wie Popstars” aufgetreten. Die können aber ab und zu sogar singen…

Die Legende vom wahrscheinlich bereits im Dezember 2001 an Nierenversagen gestorbenen Osama Bin-Laden, der Al-Kaida und den Taliban wird auch unter Popstar Obama ungebremst weitergehen. “Terror”, Finanzkrise und Bankster sind tolle Themen, die Menschen so in Angst zu halten, wie man es für seine Machenschaften braucht. Den Rest besorgen Barbier Udo Walz und die BUNTE.

Die Bimmel, die vom Feste bleibt

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Da, wo Ostersamstag noch eine veritable Schichtholzpyramide von gut 10 Metern Höhe (beachten Sie bitte das Feingestrichelte) thronte, liegt jetzt nur noch ein Häuflein Asche. Wahnsinnige Feinstäube durchwabern die Luft. Wie gut, daß die Behörden uns das Denken abnahmen und die Zahl der in den Grenzen der Metropole abgebrannten Feuer auf eine bestimmte Zahl einzensierten. Wer weiß, was aus uns an diesem Ostermontäglichen Tag geworden wäre. Pompeji wäre nichts dagegen gewesen.

schoggihasentod.jpg

Was die Ärmelschonerträger dagegen nicht eingrenzen konnten, war der Massenmord an den Schoggihasen. Millionenfach bimmeln heute in der Früh die feinen Glöcklein einsam vor sich hin. Da, wo wenige Stunden zuvor ein schöner Hasenhals in Stanniol beglockt wurde, ist jetzt Leere. Sie sind einfach zu schwach, die goldigen Hasen.