Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Di
31
Mrz '09

“Aus” für Marmeladeschmackofatzin: Hero/Schwartau schickt Verona Pooth heim

Tut mir leid, wenn der Name Oetker hier ständig erwähnt wird. Irgendwie sind die aber auch momentan ziemlich aktiv. Jetzt haben sie (bzw. er: Arend Oetker) Verona Pooth als Werbefigur rausgeworfen. Das liest sich dann in der Werbefachpresse so:

Und weg ist der lukrative Werbevertrag mit einem großen Lebensmittelkonzern! Die “Schwartauer Werke” haben die Zusammenarbeit mit Verona Pooth beendet. Dies bestätigte nun “Schwartau”-Geschäftsführer Sebastian Schaeffer gegenüber “horizont.net”. Erst in der letzten Woche wurde bekannt, die Münchner Brauerei “Paulaner” sehe ebenfalls bis auf Weiteres davon ab, die mit Pooth bereits im September 2008 produzierten Fernseh-Werbespots auszustrahlen. Wegen der Ermittlungen gegen ihren Ehemann Franjo war die 40-Jährige im Laufe der letzten Monate immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Dies sei allerdings nicht der Grund für die Zurückstellung der Spots gewesen, wie “Paulaner”-Sprecher Christoph Bohning erklärte. Auch “Schwartau”- Geschäftsführer Sebastian Schaeffer besteht darauf, der Wirbel um die Person Verona Pooth habe nichts mit der ausgebliebenen Vertragsverlängerung zu tun.

Der rätselnde Leser wird sich jetzt erstaunt fragen, ob der Autor spinnt oder wo er den Bezug zu Oetker herstellt. Bitteschön:

Mit einer raffinierten Firmenkonstruktion verlagerte er (Arend Oetker) große Teile seines Besitzes in die Schweiz. Es ist eine Auswanderung auf Raten. Die entscheidende Holding – die FIM AG – sitzt im Kanton Zug, wo die Unternehmenssteuern besonders niedrig sind. 1995 übernahm Oetker die Mehrheit am Schweizer Lebensmittelkonzern Hero AG. Der nach Einschätzung der “Neuen Zürcher Zeitung” “reichlich intransparente” Deal gelang ihm über eine Beteiligungsgesellschaft, die dann die FIM AG in Zug übernahm – jene Holding, in der die Aktienmehrheit der Hero lag.

Geschäfte mit sich selbst

Fast zeitgleich mit dem Einstieg Oetkers beim Hero-Konzern kaufte dieser Auslandsgesellschaften der Schwartauer Werke – die Arend Oetker gehörten. Oetker machte also praktisch Geschäfte mit sich selbst. So auch 2002, als die Hero die Mehrheit am so genannten Markengeschäft der Oetkerschen Marmeladenwerke in Schwartau übernahm. Diese Aktivitäten, darunter Verkauf und Produktion von “Schwartau”, “Schwartau extra” und “Corny”, waren zuvor in eine eigene Gesellschaft gepackt worden: die Schwartauer Werke GmbH & Co. KGaA. Für 51 Prozent an dieser Firma zahlte der Hero-Konzern, der von Oetker kontrolliert wird, 183 Millionen Euro an eine Oetker-Beteiligungsfirma in Deutschland.

Der Erlös war nach den von der rot-grünen Regierung geschaffenen Regelungen für Firmenverkäufe steuerfrei. Oetker schanzte der Hero zudem das Recht zu, ab 2009 auch den Rest des Schwartau-Markengeschäfts zu kaufen. Listig sorgte CDU-Mitglied Oetker sogar für den Fall vor, dass seine Partei die nächste Bundestagswahl im Herbst 2006 gewinnt und die Steuervorteile bei Firmenverkäufen streicht: Dann darf die Hero, die Oetker mittlerweile zu 100 Prozent kontrolliert, schon im Mai 2007 in Schwartau zuschlagen – also bevor Reformen einer neuen Regierung im Gesetzblatt stehen.

Der Schwartauer Betrieb zahlt zwar grundsätzlich weiter Steuern ans deutsche Finanzamt. Aber in internationalen Konzernen besteht die Kunst darin, die Gewinne da anfallen zu lassen, wo die Steuern am niedrigsten sind. Dazu gibt es viele Möglichkeiten – zum Beispiel indem man in Hochsteuerländern die Kosten für Zulieferungen und Dienstleistungen eigener Konzerngesellschaften in die Höhe treibt. (“stern” 9.9.2004)

Na, isser nich clever, der 70 jährige Schlingel? So macht man das, wenn man in den Präsidien der ach so wichtigen deutschen Industrie sitzt, ganz früh das noch nicht mal gesprossene Gras bereits wachsen hört, überall seinen Senf dazu gibt und wichtiger noch: Die Fäden so fein spinnt, daß sie exakt wieder in zwei Händen zusammenlaufen. Seinen eigenen.

Tut er aber wahrscheinlich alles nur, weil er ein Menschenfreund ist und alles auf einen Schlag demnächst dem Schweizer Staat schenkt, wenn der weiter von einem deutschen Kerl namens Peer “Hochstirn” Steinbrück in die finanzielle Enge getrieben wird. Da kennt eine Krähe vor der nächsten keine Freunde und Verwandten mehr.

Hmhmhm macht (nicht nur) Kinder froh

neue-saftbaren.jpg

Ein großer Dienstag in den Iden des März des Jahres 2009 neigt sich seinen letzten Stunden zu. Der 1. April dräut. Die Sonne steht leicht schräg gülden hinter der Sparrenburg, dem weltbekannten Wahrzeichen der geduckten Metropole am Wald, der Varus und seinen Legionen gegen die Germanen den Tod brachte. Zeit, die beim Kultnahversorger Jibi geschossenen Beutel voller neuer “Saftbären” von Hmhmhmhm mit zittrigen Händen aufzureißen. Hmmmm, “Gelatine plus Fruchtsaft”, der Bärenmacher aus Bonn hat nochmal so richtig kreativ zugeschlagen.

Beim satten Mampfen läßt sich der heutige Irrsinn, Abwrackwahnsinn, der Kanzleusenauftritt und das Bekanntwerden von 5,5 Mio. Jahresapanage für Grinsmann ähm – Klinsmann beim FC Bavaria Munic besser ertragen. Vielleicht sollten wir Herbie Grölemaiers Hymne “Kinder an die Macht” endlich in die Realität umsetzen:

Die Armeen aus Gummibärchen
die Panzer aus Marzipan
Kriege werden aufgegessen
einfacher Plan
kindlich genial

Es gibt kein gut,
es gibt kein böse
es gibt kein schwarz,
es gibt kein weiß
es gibt Zahnlücken
statt zu unterdrücken
gibt’s Erdbeereis auf Lebenszeit
immer für ‘ne Überraschung gut

Gebt den Kindern das Kommando
sie berechnen nicht, was sie tun
die Welt gehört in Kinderhände
dem Trübsinn ein Ende
wir werden in Grund und Boden gelacht
Kinder an die Macht!

Sie sind die wahren Anarchisten
und lieben das Chaos
räumen ab
kennen keine Rechte,
keine Pflichten
ungebeugte Kraft,
massenhaft
ungestümer Stolz

Gebt den Kindern das Kommando
sie berechnen nicht, was sie tun
die Welt gehört in Kinderhände
dem Trübsinn ein Ende
wir werden in Grund und Boden gelacht
Kinder an die Macht!

Deutschland. Land der Rekorde

Na niedlich. Da ist sie ja, die Meldung des Tages. Verbreitet vom Staatshetzblatt BLÖD via dpa. Bitte gaaaaaaaanz langsam lesen:

Rekord bei Sanktionen gegen Arbeitslose

Berlin (dpa) – Die Arbeitsagenturen haben 2008 so viele Sanktionen gegen Arbeitslosengeld-I-Empfänger verhängt wie noch nie zuvor. Wie die «Bild»-Zeitung berichtet, wurde in mehr als 740 000 Fällen die Auszahlung des Arbeitslosengeldes zeitweise gesperrt. Das entspricht einem Anstieg um 16 Prozent gegenüber 2007. Drastisch gestiegen sind vor allem die Sperrzeiten wegen verspäteter Arbeitssuchendmeldung. Die Sanktion wird verhängt, wenn sich Arbeitnehmer nicht sofort nach Bekanntwerden der Kündigung bei der BA melden.

“Sofort melden. Aber Dalli. Zack. Zack. Zack”. Gebacken kriegen die, die diesen Staat derzeit “führen” nichts. Das gilt auch für ihre allzeit willfährigen Handlanger, die Staatsbüttel. Nicht einmal so etwas Lächerliches wie diesen “Abwrackserver”, der nun zusammengebrochen ist. Aber wenn sie was hinkriegen, dann das:

Schickane!

Aber da sind sie ja in grandioser deutscher Tradition. Zu Kaiserszeiten mit Pickelhaube und Ärmelschonern. In der Weimarer Republik mit Chaos. Im Dritten aller Reiche mit brutaler Gewalt. In der DDR mit perfiden Zwangsmethoden. Heute ist das anders. Frank – ohne Walter – Steinmeier, der ehemalige lippische Verweser seines Herrn GAZgerd, hat ja genau an den Schaltschräubchen gesessen und gedreht. Vorsichtshalber habe ich mir grad mal einen Kübel in Spuckweite bereitgestellt.

Opel: Allein, Allein

http://www.youtube.com/watch?v=444L2Kc4zIg

Wer kennt ihn nicht, den markanten Song “Allein, Allein” von Polarkreis 18, den wir hier mal geschickt als Opener eines Burners über GM Germany aka Opel Rüsselsheim an den Anfang stellen. Da bin ich heut mal ganz cool, schließlich geht es um einen US-Autobauer mit deutschen Wurzeln, der heute hohen Besuch bekommen hatte. Die Templiner Rouladenbraterin war da und erzählte einen vom Pferd. In kurzen dürren Worten: Staatsknete und Beteiligung nebst günstiger Übernahme mit freier Kost, Logis und feiner Belohnung für versagende Manager gibts nur für die “Systemimmanenten” Hütchenspieler, also die Zockerbanken. Opel kriegt ne Bürgschaft, wenn man “Investoren” beischleppt. Was angesichts der weltweiten Überkapazitäten im Automobilbau nahezu unmöglich ist. Selbst Lada im fernen Rußland soll schon abgewunken haben “Nitschewo”. Lippes Apparatschik im Vizekanzlerstand, Frank – vormals Walter – Steinmeier hatte neulich ja schon mit markiger Schröderimitatstimme gedonnert: “Der Staat beteiligt sich”.

Wäre ich Opelaner und hätte so ein graugelbes Blitzwämslein an wie die in den – Abwrackwahn hin oder her – irgendwie nicht wohlgelittenen Blitzwerken Schaffenden, ich würde eine Klampfe nehmen, den Ghettoblaster auf volle Pulle stellen und lauthals anfangen, ein Lied zu singen:

“Allein, Allein, Allein, Allein.
Merkel war da, das merkt kein Schwein
Steinmeier war da, das merkelte sie dann
Stimmvieh sind wir
Allein, Allein, Allein.
Ich geh nach Haus,
der Ofen ist bald aus.
Allein, Allein.
Allen, Allein.
Wir sind
Allein”

Bescheidene Frage in die Runde: Welchem Behufe diente das Kanzleusesche Frühstück mit Äbbelwoi, Rindsworscht un Weck im Opelwerk als simplem Wahlkampf? Das hätte sie auch bei Opel-Hagemann hier in der Metropole haben können. Da hätte es aus lauter Freude sogar Feines von Klötzer gegeben und ein Lied des Gildemeister-Werkchores mit Verstärkung der Freien Feuerwehr-Combo Gadderbaum : “Weggebrochen sind des Auslands Aufträg….”.

Die ewig gleichen Lokalthemen

ewig-gleiche-themen.jpg

Lothar Schmalen, dem Lokalchef der NW Neue Westfälische Zeitung, gehen die Themen nie aus. Wie auch. Sie sind Jahr für Jahr, Monat für Monat, Tag für Tag vorgegeben. Waschanlagen, Wetter, Gefälligkeitsberichte der Schützenvereine, Jubiläen. Das, was man “wahres Leben” nennt und die Leute bewegt, kommt eher marginal vor. Die Tragik der Holzmedien. Was des nächtens die Rotationsmaschinen verläßt, ist eigentlich schon brennbares Altpapier. Wer sich schneller informieren will, guckt woanders nach. Mich wundert, warum man seine letzten Stärken – die genaue Recherche, die Vernetztheit, das “hinter die Kulissen gucken”, das Kommentieren – nicht ausspielt und stattdessen auf aktuell versucht. Kann logischerweise nicht richtig klappen.

Der “Napoleon der Prellböcke” auf der Titelseite. Unkritisch mit der schon längst von Analysten entzauberten Zeile “Konzern schreibt Milliarden-Gewinn”. Gestern ein lascher PR-Bericht über Tausendsassa Arend Oetker.

So schauen wir uns dann Dienstagmorgen an, was Montagnachmittag bei den Schröderfreunden “unter blauem Himmel fein herausgeputzt anschließend mit der Sonne um die Wette strahlte”. Kannten die Brüder Grimm eigentlich schon für ihre Holzlaufräder die Waschanlage an der Gütersloher? Im “Best”-Paket gäb es sogar “Nanoglanz” dazu.

Da strahlt der Himmel! Und jetzt alle: “Qualität ist das beste Rezept!”. Jawohl. Wer will schon Mist kochen.

“Konservative, fast rückwärtsgewandte Weltsicht”

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Gestern schon schrub ich über den “ärmeren”, aber gleichwohl politisch weitaus einflußreicheren Oetker, den 70 jährigen Arend. “Hans Dampf” in allen Unternehmergassen, gewieft im Verlagern der Schwartauer-Marmeladeführung und – Versteuerung ins extrem steuerbegünstige Zug/Schweiz, gleichzeitig in einer nahezu Hundertschaft von Vorständen, Aufsichtsräten, Gremien vertreten. Mitgründer und – Verdiener hinter den Kulissen der “UEFA.-Championsleague” (Tja, da staunt Ihr, was?). Kurz: überall da, wo man mit seinem bekannten Namen Drähte ziehen, Spin-offs machen kann und hinter den Kulissen Einfluß ausübt. Rastlos, ruhelos. Ein Getriebener. Etwas, in dem die hiesigen Puddingrührer eher lokale Waisenknaben waren. Sprüche wie den oben, wie ihn die dritte Ehefrau des gestorbenen Patriarchen Rudolf-August O. – immerhin schon mal 2. Bürgermeisterin der Metropole – gerne mal raushaute, wenn die Bürger der Stadt mal nicht vor lauter Ehrfurcht vor der Dynastie so wählten, wie man es gerne auf Johannisberg und in Senne gehabt hätte, hörte man selten. Aber es ging noch besser. Vor allem, wenn es um das 3. Reich ging:

maja1.jpg

Nun, das von Rüdiger Jungbluth geschriebene und nicht von der Dynastie autorisierte Buch “Die Oetkers” ist gelesen. Vieles wußte ich. Manches wurde mir als nicht in Bielefeld Geborener sehr viel deutlicher. Zum Beispiel die Verstrickung des damaligen Firmenchefs und Stiefvaters von Rudolf-August O., Richard Kaselowsky, Mitglied des “Freundeskreises Himmler”, jenem SS-Schlächter im Namen des “Führers”. Stolz wie ein Pfau präsentierte er, der “Betriebsführer” bei Puddings, die vom “Führer” verliehene Urkunde mit der Auszeichnung des Unternehmens zum “Nationalsozialistischen Musterbetrieb”. Um seinen Namen, den Rudolf-August O. der von ihm gespendeten Bielefelder Kunsthalle zugedacht hatte, entspann sich ein großer Streit in der Stadt, die sich allzugerne von Puddings aufoktroieren ließ, wie sie sich zu verhalten habe. Der alte Mann, der stolz darauf war, seine Schuhe 20 Jahre und länger zu tragen, zog seine gigantische, aber teure “Querbeet”-Kunstsammlung (“Nur schöne Sachen”) daraufhin aus dem schon von jenem merkwürdigen Herrn Kellein geleiteten rostbraunen Quader, dessen Architekt – oh Wunder – glühender Naziverehrer war. Der Bielefelder “webwecker” schrieb am 02.02.2005 dazu:

Die bedenkliche Namensgebung kam beim Bau der Kunsthalle mit der Beauftragung eines Architekten zusammen, der jahrelang offener und bekannter Sympathisant des Nationalsozialsmus war. Johnson gründete in den USA eine rechtsextreme Partei, später distanzierte er sich davon. Er war angezogen von »all those blond boys in black leather«, fabulierte von der Fazination brennender Städte wie Warschau. Er, der 1930 in das ›Museum of Modern Arts‹ einstieg und schnell großen Erfolg erlangte mit seinem ›International Style‹, macht in der Folge eine merkwürdige Wendung mit.

Er begeistert sich öffentlich für den Nationalsozialismus und reist wiederholt ins Deutsche Reich. Bei der Machtübernahme Hitlers am 30. Januar 1933 war er mit dabei, nicht zum ersten Mal im Deutschen Reich, um sich mit faschistischem Gedankengut und Spektakel vollzusaugen. Das nationalsozialistische Schauspiel habe ihn »gefesselt« und das Charisma Hitlers »aufgewühlt«, schreibt Franz Schulze in seiner 1996 erschienenen Biographie über Philip Johnson.

Der Clan, der Generationen von Hausfrauen im wahrsten Sinne des Wortes in der rechten Handhabung natürlich ihrer Produkte “erzog”, steht durchaus im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Was aber trotz allen Geltungsbedürfnisses dann nicht gerne gesehen wird, wenn die “offiziell genehmigte” Deutung der Dinge hinterfragt wird. Vieles, was einem hier hinter dem stets nahezu “ehrfürchtig” geflüsterten Namen “Dr. Oetker” in Bielefeld begegnet, hat damit zu tun. Kleinkariertheit, Geheimnistuerei und politische Strömungen, die dieser Stadt offensichtlich ebenso wenig gut tun wie die fast Bohemienhafte Schlampigkeit örtlicher Sozialdemokratie unter Mitnahme aller Vorteile und Privilegien der “Fleischtöpfe”, auch wenn das mit “sozial” und “demokratisch” eher sehr wenig zu tun hat.

Seltsame Stadt. Seltsame Clans. Der schöneren und besseren Urbielefelderischen Hälfte sei es gedankt, daß ich meist darüber gedankenverloren hinweglächele. Wir haben ja noch unsere wunderschönen Brachflächen, das buntig-kantige Bahnhofsviertel und eine neue Generation von Puddingrührern, die dem Anschein nach vorsichtig die angebräunten Schichten um Ihr Bild abtragen und wegwerfen. Da Gründer und frühes Werbegenie Aschendorff-Apotheker Dr. August O., der keineswegs das Backpulver erfunden hat, wie er geschickt seinen Jüngerinnen weismachen konnte (es kam aus den USA), stets von oben mit drohendem Kochlöffel zuschaut, ist das für die heutigen Erben ja auch kein leichtes Unterfangen.

gute-hausfrau.jpg

Mit ihrem eigenen Claim “Qualität ist das beste Rezept” sollte es aber gelingen. Vielleicht erhebt sich dann auch die kleine große Metropole so langsam aus ihrem Tiefschlaf im Nebel des Puddings. Es gibt noch mehr Dinge jenseits von “Dr. Oetker Waldmeister”, “Backin”, “Gustin”, “Russischem Zupfkuchen”, “Ofenfrischer”, “Schiffahrt”, “Hotels” und was man da so alles im Laufe der Jahrzehnte zusammengesammelt hat.