Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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März 2009
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So
29
Mrz '09

Die unterfränkische Wallstreet-Mafia

1869, vier Jahre nach dem Bürgerkrieg gründete Goldman in New York City, in der Pine Street, in einem Einzimmerbüro die M. Goldman & Company, eine Firma, die anfangs darauf spezialisiert war, Kunden-Schuldscheine von Tabak- und Diamantenhändlern in Manhattan aufzukaufen, die er unter seinem Zylinder zu tragen pflegte. Gegen geringen Gewinn verkaufte er die Wechsel an Banken weiter.

Das Prinzip hat sich bis heute nicht geändert. Nur mit zig Nullen mehr. Wie man aus den USA lesen darf, werden sich die Prinzipien der Bankster auch unter dem Präsidente, der “Change” versprach und angeblich übers Wasser wandeln kann, nicht dramatisch ändern. Vielleicht gibts da ja “fränkische Verwandschaften”. Marcus Goldman stammte aus Unterfranken. Hayum, Mendel und Maayer Lehman (geborene Lehmanns) ebenfalls. Den Rest der Geschichte kennen Sie ja. Ein paar hundert Milliarden der Billionen-Tricksereien bezahlen wir grad mit Steuermilliarden.

Neulich bei der unterfränkischen Tankrast sah es knapp vor Würzburg noch so aus, als ob Lehmans und Goldmans da von der ergaunerten Kohle nichts hingeschoben hätten. Armut wie anno dunnemals. Und Bocksbeutel. Wie Bielefelder in der “Goldenen Zeit” das allerdings bis heute weitaus cleverer angestellt haben, erzähle ich demnächst mal. Kann sein, daß Euch danach der Pudding im Hals steckenbleibt.

Bitteschön. Sie lachen doch gerne….

Achtung, Achtung. Beim Blick in die Kristallkugel präsentieren wir das neue Bundeskabinett nach der Butawahl im September (Wahlbeteiligung 39%, davon 12% ungültige Stimmen):

Kanzler -Pofalla
Außenministerin – Wieczorek-Zeul
Inneres – von der Leyen
Finanzministerin – Zypries
Wirtschaft – Ulla Schmidt
Justiz – Steinmeier
Verteidigung und Staatsoberhaupt – Merkel
Entwicklungshilfe – Koch
Umwelt – Schäuble
Jugend/Familie – Wowereit
Gesundheit und Ernährung – Gabriel
Kanzleramt – Guttenberg
Verkehr/Superminister- Stoiber
Arbeit – Nahles
Landwirtschaft – Steinbrück
Bildung – Kauder

Nein, nein. Das ist nicht Realsatire. Po falla und Kauder und Nahles und Guttenzwerg gibts wirklich. “One Night in Poberl” (Politisches Berlin). Musik: Dieter Bohlen, Inszenierung: Horst Köhler in einer Doofoscop-Welturaufführung im Verleih der Deutschen Mohnstiftung. Eine BertelsmannArvato-Produktion. Das Buch zum Grusical gibt es ab sofort im Bertelsmann-Buchclub. Für Inhaber der platinernen ReinhardundLizMohnEinHerzFürUnsKarte-Inhaber mit 33% Rabatt.

(PS: Das Ausgangsprodukt, die neue “Kabinettsliste”, fand ich in einem Forenbeitrag auf T-online)

Ein Quantum Verlogenheit

sonntagsfrage.jpg

Nett, wie sich das Westfalen-Blatt um unsere Hausärzte sorgt. Andererseits aber eines der negativsten und handwerklich schlechtesten Machwerke aus der unsäglichen Dr.-Murkel-Regierungszeit meist verteidigt: Die “Gesundheitsreform”. An der sich bekanntlich schon Horst “Kini I.” von Bayern seinen sehr drehfähigen Ingolstädter Dickschädel abarbeitete. Ganz so tragisch werden wir das wohl nicht sehen müssen, ist doch die Porsche-Cayenne-Dichte vor den winzigen Privatvillen noch recht hoch, sind wenige “ärztliche” Golfclubmitgliedschaften gekündigt und hat Feinkost-Klötzer noch keine Einbussen bezüglich Lieferung erlesener Spezialitäten in Medizinerhaushalte zu beklagen.

Die Ärzteschaft, die ja teils schon zu Vorkasse gegen später eventuell miese Leistungen geschritten ist, läßt verlauten:

“Da die Bundesgesundheitsministerin nach wie vor nicht erklären kann, wohin denn die angeblichen Milliarden-Beträge für die Honorare der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte geflossen sind und angesichts zunehmender Diffamierungen der niedergelassenen Ärzteschaft durch Politik und Krankenkassen”, haben der Bundesvorstand und die Regionalbeauftragten der ‘Freien Ärzteschaft’ (FÄ) auf ihrer Frühjahrs-Tagung in Düsseldorf zu bundesweiten Praxis-Schließungen in der Woche vom 18. – 23. Mai aufgerufen. So sollen die vielen geplanten Einzelaktionen zwischen Küste und Alpen gebündelt werden.

“Immer weniger Geld kommt in den Praxen an”, ergänzt FÄ-Präsident Martin Grauduszus, der flächendeckenden wohnortnahen Versorgung durch Haus- und Facharzt drohe – politisch gewollt – das wirtschaftliche Aus zugunsten profitorientierter anonymer Medizinischer Versorgungszentren: “Dieser krankmachenden Gesundheitspolitik muss Einhalt geboten werden”.

Absolut lächerlich auch die Plakate in vielen Praxen, die der SPD bei der “Bundestagswahl maximal 15% wünschen”. Hatte nicht Chefin Dr. Angela Murkel seinerzeit diese “Reform” zur “Chefinsache” gemacht und der nasalierenden Aachener Pflaume UIllala ausdrücklich den Rücken gestärkt? Oder sind die Ärzte nur zu feige, der überstarken Pharmalobby mal die Wahrheit zu sagen? Oder fließen gar die materiellen unversteuerten “Aufbauspritzen” der Pharmareferenten nicht mehr so reichlich in die diskret hinter dem weißbekittelten Rücken ausgestreckte linke Hand? Ich könnte da von ganzen Hundertschaften von Cartier “Pasha” und Rolex “President” bis hin zum jährlichen Porsche Cabrio für die “Frau Doktor” berichten.

Um Einen geht es bei dem ganzen Spiel ganz sicher nicht: Den Patienten. Wenn es ginge, wäre dem der Wartesaal zum Halbgott in Weiß bis auf lukrativ privat Versicherte ganz versperrt.

Der tolle neue NRW-Verkehrsminister

Auf vier Autobahnabschnitten will der neue NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU) bei Staus die Standstreifen für den Verkehr freigeben. Das kündigte der Minister in einem Interview mit der in Essen erscheinenden «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» (Freitagsausgabe) an.

Bei den vier Autobahnabschnitten handelt es sich dem Blatt zufolge um die A 42 von Herne-Crange bis Kreuz Herne, die A 44 vom Kreuz Dortmund/Unna bis nach Unna-Ost sowie die A 45 von Schwerte-Ergste bis Kreuz Westhofen sowie vom Kreuz Hagen bis nach Schwerte-Ergste.

Schon ein toller Hecht, dieser neue NRW-CDU-Verkehrsminister. Von Haus aus Rechtsanwalt, der nun endlich mal die Niederungen der schlecht bezahlten Rechtsstreitereien verlassen und sich – koste was es wolle – profilieren will. Wenn es sein muß, mit für Rettungsdienste versperrten Standspuren. Der Herr Jung-Minister, der 1990 eine rote Ampel überfuhr und einen Unfall mit Blechschaden verursachte, mußte ebenso wie sein naßforscher Vorgänger und 30-Euro-Zonen-Schnellfahrer den Führerschein abgeben mußt, sollte das mal am Bielefelder Berg einführen. Oder vorher an der unfallträchtigen Kurzabfahrt Sennestadt, wenn man von der A 33 aus Richtung Paderborn kommt,. Heissa, das wäre ein Jagen und Hetzen.

Hat die Rüttgers-Truppe eigentlich nur noch Schwachmaten im Angebot?

In der ZEIT angekommen: Fabio erzählt

Der Medienpädagogik-Film zur Bielefeld-Verschwörung: Fabio Magnifico gibt Antworten bei ZEIT online:

http://www.zeit.de/video/player?videoID=20090327f88916