Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

Themen anzeigen:

März 2009
M D M D F S S
« Feb   Apr »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Autoren gesucht - jetzt mitbloggen über deine Stadt!

Fr
20
Mrz '09

Stadtkämmerer können nicht fliegen. Hummeln schon

hummel.jpg

So mancher Stadtkämmerer muß ja im Verein mit seinen Beamten ein extrem schlaues Kerlchen gewesen sein, als er seinerzeit das US-amerikanische Idiotenwerkzeug Cross Border Leasing einsetzte und Gemeinde – oder Stadtinfrastruktur wie Straßenbahnen, Kanalnetze oder Wassernetze für ein paar Silberlinge cash verscherbelte. Jetzt, wo die Versicherer dieser ganzen bekloppten Chose reihenweise den Bach runtergehen, kommt die Quittung. Die bis zu 1000 Seiten starken, in Wirtschaftsenglisch verfassten Verträge mit tausenden Fallstricken hatte keiner dieser Geistegrößen von eigenenen Gnaden wirklich gelesen. Nachschießpflicht oder kompletter Ausstieg gegen Draufzahlung sind die Folge. So kommt es, daß viele Verträge nicht nur das kosten, was man einmal erzielt hat sondern weitaus mehr. Wir können gespannt sein, was Bielefeld da blüht. Die ganz großen Geistesblitzer sitzen bekanntlich nicht grad im Rathaus. So kommt es, daß sie bereits ein paar “Raser” am Bielefelder Berg heillos intellektuell überfordern. “Konnte ja keiner ahnen”, tönt es da unisono aus den Mündern weltfremder Typen. Ist halt Scheiße, wenn die Fenster nach draußen, nur nach drinnen gucken.

Ein Finanzexperte sagt, es sei moralisch fragwürdig, wenn der Steuersünder verfolgende Staat selbst in solche Tricksereien verstrickt sei. Ein weiteres Problem sind laut Hartmann-Wendels die hoch komplizierten Verträge nach amerikanischem Recht. Da könne den Kommunen leicht ein Verstoß gegen einzelne Bestimmungen nachgewiesen werden. Und das schafft zusätzliche Risiken und Probleme.

Ein Staat, dessen hochstirniger Arroganzling im Stuhl des Finanzministers sogar Steuergeld für Hehlerware einsetzt, um an Daten und Adressen von “Steuersündern” zu gelangen, macht sich vollends unglaubwürdig und taugt kein Jota mehr als der Kriminelle, der sich da bereichert hatte. Hummel wissen nicht, daß sie fliegen können. Stadtkämmerer glauben, fliegen zu können, stürzen aber kläglich ab.

Ganz real(es) Lohndumping

realeslohndumping.jpg

Wir hier in der Metropole sind ja auch von einigen real-Märkten beglückt. Was hinter den Märkten steckt, welche Spielchen der Betreiber Metro wie, warum und wie perfid spielt, damit beschäftigt sich der Blog “wareluege“. Auch BILD, das den Konzernchef gemäß seinem seltsamen Verständnis für genaue Recherchen für eine ziemlich sinnlose “Belohnungsaktion” gleich zum “Gewinner” macht, bekommt einen sehr berechtigten Seitenhieb.

Kahn-Medienhype beim Billigkotelettler

tonnieskahn.jpg

Der Titan, der Übermensch, der Gigant, der Ach-Wahnsinn-Kahn war beim Billigstfleischhauer Tönnies. Hoffentlich hat er nicht “Schnitzel” gesagt, als der Clemens Tönnies, Liebling der Discounter, ihm anläßlich des Gespräches über einen eventuellen Management-Job bei Schalke 04 ein Stück paniertes Formfleisch für den Toaster unter die Nase hielt.

Draußen drängten sich die Journaille nebst den üblichen Gaffern im nachbarlichen Provinzstädtchen Rheda-Wiedenbrück die Füße platt, um ein herausgequetschtes Kahn-Wort zu erhaschen. Der sagte aber nichts von Weltbedeutung. Dafür umso mehr Schalke-Prahler Tönnies: “Wir haben die Dinge sauber abgeklopft und ein Konzept besprochen, da sind wir total d´accord”. Mein Gott, solche Aufsichtsratsvorsitzende braucht ein Weltverein wie Schalke. Dann klappts auch ganz sicher mit dem Nichtmeister-Werden und international auf die Nase fallen. Irgendwie hat der Tönnies kein Format und kriegt auch keins. Denn dann kam noch so ein Verbalklops: “Wir haben noch mehr Kandidaten von der Kragenweite”. Kann schon sein, nur der Koteletthauer paßt dazu nicht so ganz.

Jetzt um die Mittagszeit riecht das ganze eher nach Tönnies-Verarsche, der sich mal wieder geil samt Koteletts in medienpräsenter Umgebung sonnen wollte: Kahns Nachteil ist, dass er bis dato keinerlei Erfahrungen als Manager gesammelt hat. Ein wichtiges Kriterium im Anforderungsprofil der Knappen. “Ich glaube deshalb nicht, dass er unser Mann wird”, sagte ein Aufsichtsratsmitglied, das nicht genannt werden möchte, der “NRZ”. “Kahn ist sicher eine starke Persönlichkeit und würde gewisse Voraussetzungen mitbringen, aber es wäre eben der erste Job für ihn. Wenn er – wie ein Stefan Kuntz zum Beispiel – schon irgendeinen Nachweis erbracht hätte, dass er für diese Arbeit geeignet ist – okay. Aber so dürfte es auf eine andere Lösung hinauslaufen.”