Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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März 2009
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So
15
Mrz '09

3 leckere Stunden mit Tartuffo-Finale

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Immer wenn der ungeizigste Schwabe, den ich kenne, einlädt, geht es ins “De Sia” an der Bielefelder Westerfeldstraße. Das von außen so unscheinbare Restaurant war brechend voll, was der guten Stimmung (Nicht einmal hörten wir das Unwort “Krise”) aber keinen Abbruch tat. Sorgt doch Antonella, die gut gelaunte Frau des Herrn der Pfannen, Donato, im Service für flottes Tempo. Wir eröffneten das 3-stündige Gelage mit einer herrlich knusprigen Margharita, der eine geniale, grad so scharf wie notwendig abgeschmeckte Fischsuppe folgte. Dazu gab es das knackig-knusprige selbstgebackene Brot, das ein wenig an Schweizer Bürli erinnert. Richtig frischer Salat bereitete die Mägen für das Halbfinale mit Pasta in schlunziger Sauce und gegrillter Dorade vor. Final wunderbar kühle Tartuffo, diese italienischen Eismohrenköpfe. Obendrauf schließlich ein Espresso, der den Namen wirklich verdient.

Ganz locker stellte der ungeizige Schwabe mit Antonella für Freitag ein Menü für Geschäftsfreunde zusammen. Wir freuen uns schon auf das, was Donato dann zaubern wird. Die Spitze des türkischen Fußballverbandes war am 20. Mai 2008 übrigens bei De Sia zu Gast, als die Türken auf der Alm ein Freundschaftsspiel 1:0 gegen die Slowakei gewannen. Laut Antonella schmeckte es ihnen so gut, daß sie erst auf die Alm kamen, als das Spiel bereits lief.

Das Motto der sympathischen Wirtsleute passt:

Nach einem langen Tag:
Essen, Lachen, Erzählen -
wie bei Freunden…”

Klaus frißt, bis er kotzen muß

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Da äsen sie ganz friedlich. Nur 30 Meter vom Hund entfernt, der sich das entspannt anschaut. Er heißt ja nicht Klaus Zumwinkel. Das ist der als Reh verkleidete Typ ganz rechtsaußen auf dem Foto, das im Speckgürtel vor der Metropole entstand. Der rehäugige Klaus schaut wie immer ein bißchen tumb und kurzsichtig in die Kamera. “Harmlos doof” würde man dazu sagen. Ist Klaus Zumwinkel aber nicht. Klaus Zumwinkel war nämlich früher bei den Wirtschaftsjesuiten vom Schlage McKinsey. Das sind die, die in Nadelstreifen die Heuhaufen in den Firmen, die sie beraten, durchwühlen. Wenn sie dann wieder gehen, sind aus den Heuhaufen Misthaufen geworden und das Konto “Beratungsaufwendungen” um ein paar Millionen Honorar erleichtert. Was der etwas tumb, doof und harmlos guckende Steuerhinterzieher Klaus auf seinem Berufsweg hinterließ, endete meist in Trümmern oder wurde in Liechtenstein gebunkert. Leute vom Schlage Klaus Zumwinklels bestimmen nämlich selbst, wieviel Steuern sie gnädigerweise zahlen wollen. Meist lassen sie sich auf Null runterrechnen und setzen auch noch das Klopapier für die Hausangestellte ab. Madeleine Schickedanz als Quelle-Erbin kann davon ein Lied singen, die Abhöraffäre bei der Teledumm singt das disharmonische Zumwinkel-Lied des Paranoiden und bei der Deutschen Post hat Klaus ein Engagement von 6 in den USA in den Sand gesetzten Milliarden Euro zu verbuchen. Verursacher: Größenwahnling Klaus Zumwinkel.

Jetzt hat Klaus Zumwinkel noch mal einen Coup gelandet und sich auf einen Schlag seine Pension mit über 20 Millionen Euro auszahlen lassen. Was Klaus, den Minuszauberer, aber nicht hinderte in seinem Prozeß wegen Steuerhinterziehung sein Vermögen mit lediglich 13 Mio. Euro anzugeben. Wonach sich bekanntlich die Höhe richtet, nach der sich eine auf wunderbare Weise die eigentlich zu verhängende Gefängnisstrafe in eine Geldstrafe in Portokassenhöhe verwandelte. Klaus kann nämlich das Meer teilen, übers Wasser wandeln und normales Leitungswasser für sich in köstlichen Wein verwandeln. Aber nur für sich. Einfache Postboten würde er da nicht zulassen, obwohl sie die Briefe ausschleppen und nicht weiland Klaus himself.

Klaus Zumwinkel muß mit dem ICE durch die Kinderstube im elterlichen Krämerladenimperium gerast sein, Sozialkompetenz wurde ihm wohl nie beigebracht und statt “wir” hieß es für ihn nur: “Was zählt ist ich”. Es ist sicher nicht strafbar, Klaus Zumwinkel als das zu bezeichnen, was er ständig demonstriert: Gesellschaftlicher Schmarotzer erster Güte mit stark kriminellen Anlagen. Dreck dieser Güte ist es, der im Verein mit willfährigen Politikern Deutschland in Schieflage bringt. Dreck kann und muß man wegfegen. Die netten Herren in den orangenen Anzügen mit den orangenen Autos und den Jahreseinkommen in Höhe der erschlichenen und ergaunerten Tageszinserträge eines Klaus Zumwinkel übernehmen das gerne. Dann hätte ich entgegen meiner früheren Meinung auch nichts mehr dagegen, wenn ARD, ZDF und Private live von der Auskehrung des Charakterdrecks berichten würden. Ganz offen hoffe ich danach auch auf extra eingeflogene Mafia-Richter, die das leidige Problem mit zwei frisch gefüllten Zementeimern und einer vergnüglichen kleinen Gardaseesegeltour in die Mitte des Sees unterhalb der Mauernj seiner chicen Wohnburg lösen würden. Deutsche Richter würden nämlich exakt so lange über der Unterarmdicken Gaunerakte Zumwinkel schlafen, bis wieder Wichtiges verjährt ist. Klaus weiß als Ex-Wirtschaftsjesuit, wie man das deichselt.

Notfalls ruft er schnell mal seine guten Freunde BruttoNetto-Angela und Hypo-Real-Estate-systemimmanent-Fütterer Peer “Hochstirn” Steinbrück an.

Das muß ich in Sachen Zumwinkel noch loswerden, weil es über die Ticker lief:

Am Wochenende kam noch ein zweiter unschöner Vorwurf ans Licht: Laut einem internen Vermerk soll Zumwinkel als Aufsichtsratschef der Telekom auch illegale Spähaktionen gedeckt haben. Soll der Bürger wirklich jene alimentieren, die der Gemeinschaft vorsätzlich Steuergeld vorenthalten, und womöglich Judas-Löhne für Schnüffler freigegeben haben? Mag Zumwinkel vertraglich Recht auf 20 Millionen Euro haben – verdient hat er sie nicht. Die gesellschaftliche Ächtung, die vor einigen Jahren jedem Sozialhilfetrickser zuteil wurde, darf auch den Größen der Wirtschaft zuteil werden. Zudem sollten gerade die lautstark protestierenden Politiker kurz einmal überlegen, wer denn die Verträge mit Zumwinkel im Quasi-Staatsbetrieb Post durchgewunken hat. Die Volksvertreter gewinnen ihre Glaubwürdigkeit erst dann wieder, wenn die Mehrheit der Bürger den Eindruck hat, dass man sich gesellschaftlichen Aufstieg und Status nicht nur verdienen kann, sondern auch stets aufs Neue verdienen muss.

Wann kommt der Aufstand der Ehrlichen, Abgezockten, Beschnüffelten, Überwachten, von einer meist hirnlosen Herde nichtsnutziger Beamter mit Pensionsansprüchen bis zur Steinzeit penibel Ausspionierter und Drangsalierter, per Bafin-Auskunft über ihre Bankkonten auch wirtschaftlich Kontrollierter? Kontrolle des Staates gibt es an den Stellen, die elementar wichtig sind, stattdessen nicht. Hat ein einziger Abgeordneter je diese Fragen gestellt: Kontrolliert ein Finanzminister, der sich als Hehler betätigt und von einem Kriminellen DVD´s kauft, die Banken? Wo kontrollliert eine Kanzlerin, die ihre Stasiakte sorgsam daheim im Tresor verwahrt und in eine Position geschoben wurde, die sie noch weitaus weniger ausfüllen kann als ihr großmäöuliger Vorgänger ? Es ist diese unheilige Allianz angeblicher “Eliten”, die dieses Land in Schieflage bringt. Diese Mauscheleien in Hinterzimmerzirkeln, diese MohnschenSpringerschenMerkelschen Kaffeekränzchen Unter den Linden 1 (Bertelsmann)? Wie kann es sein, daß ein Ex-Kanzler noch zu seiner Amtszeit einen Deal mit einem Extremdemokraten wie Herrn Putin abschließt, der später zu einem äußerst lukrativen Arbeitsvertrag an der Schaltstelle der GAZversorgung Deutschlands führte?

Zynismus pur

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Da hat Postbankvorstand Klein zu seinem ohnehin schon nicht grad kleinlichen Gehalt trotz des widrigen Umfeldes weit über 3 Millionen allein dafür bekommen, daß er die Postbank an die Deutsche Bank mehrheitlich verscherbelt oder verschachert hat. Was ja letztlich zu seinen Aufgaben gehört, sollte es Vorgabe des Aufsichtsrates gewesen sein. Jetzt plärrt dieser Heini öffentlichkeits – wirksam, er würde “den Job auch für 1 Euro machen”. Zynismus pur angesichts der Tatsache, daß 1-Euro-Jobs in der Giftkammer der Sozialgesetze des gescheiterten kleinen Kanzlers aus dem Lipperland im Verein mit der ebenfalls pervertierten Union eine der Höchststrafen in diesem Lande sind. Glauben würde ich dem dümmlichen Bankerfiffi erst, wenn er seinen 1-Euro-Job mal bei einer “Tafel” oder einer Gemeinde als Billigst-Ersatz eines ohnehin schon schlecht bezahlten Gemeindearbeiters machen würde. Zynismus in diesen Dingen ist seit den gehässigen Tiraden eines Herrn Clement auf Schwächere absolut fehl am Platze.

Empörte Leserbriefe wegen Althaus

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Die Leserbriefe im Sonntagsblatt des Westfalen-Blattes sprechen eine deutliche Sprache. Der Tenor reicht von Unverständnis bis zur Abrechnung mit eklatantem Fehlverhalten derer, die sich in Politik, Wirtschaft und Justiz für unfehlbar halten. Wer gestern den Thüringer Nominierungsparteitag mit der Geisterabstimmung über den nicht anwesenden Geisterfahrer Althaus im TV gesehen hat, kommt nur zu einem Schluß: Die CDU hat in diesem Bundesland keinerlei Alternative. Da muß dann sogar jemand herhalten, der aller Wahrscheinlichkeit nach in diesem Amt nicht mehr tragbar ist. Aber das können Thüringens Wähler ja am 30. August bei der Landtagswahl selbst entscheiden. Mitleid, auf das eventuell die CDU hofft, wäre nicht nur wegen des tragischen Unfalles fehl am Platz sondern vor allem wegen der Person des Dieter Althaus überhaupt. Eine ausführliche Analyse dieses Wendehalses par Excellence aus der früheren SED-nahen Blockpartei CDU Ost findet sich hier.