Wer einen Mann wie Appel hat, ebenso wie Vorgänger Klaus “Steuerkürzer” Zumwinkel ehemaliger McKinsey-Mann, der weiß: Jetzt wird gequatscht, was das Zeug hält und mal wieder umgekrempelt. Ergebnis danach: Wie immer. Nur anders. So sind sie die Beraterchen. Die Börsenzeitung nimmt uns so richtig den Spaß, wenn demnächst die gelben Wägelchen unsere Briefe und Pakete auf der neuen “Roadmap to Value” nicht mehr pünktlich anliefern:
“First Choice”, “Roadmap to Value”, “IndEx”, “Every One Counts” – es ist allerhand, was sich die Deutsche Post so alles an Programmen ausdenkt. Und die genannten Initiativen sind nur einige aus der Vielzahl von Aktivitäten der Bonner auf diesem Gebiet.
Jetzt will der seit einem Jahr amtierende Vorstandschef Frank Appel auch noch mit nichts weniger als einer “Kulturrevolution” punkten. Vollmundig hat er die Strategie 2015 auf einem “Event” in Bonn präsentiert.
Doch der Berg kreißte und gebar eine Maus: Jede Menge Berater-Kauderwelsch für Anspruch, Leitbild und Kundenversprechen
sind herausgekommen. Das greifbare Resultat des Konzerns, der bekannt ist für das exzessive Anheuern von Beratern, ist eine Namensänderung; aus der Deutschen Post mit dem unschönen Zusatz “World Net” wird künftig “Deutsche Post DHL”. Da werden sich Kunden, Beschäftigte und Investoren aber freuen, deren Wohl der ehemalige McKinsey-Manager entdeckt und bei denen er ein unverwechselbares Profil gewinnen möchte.
Der “neue” Name soll die beiden Säulen symbolisieren, auf denen der Konzern inzwischen steht: Brief und Logistik, Tradition und
Zukunft, Cash-flow und – nach dem Ende der Krise hoffentlich – Wachstum. Appel weiß, das Briefgeschäft, das die (Porto-)Kasse füllt, war nie so wertvoll wie heute. Die Postbank hat keine Zukunft mehr unter dem Post-Dach; das Abenteuer DHL-Amerika mit horrenden Verlusten ist weitgehend abgearbeitet. Die Folgen tragen die Aktionäre mit Milliarden-Fehlbetrag und Dividendenkürzung. Der Kurs liegt nahe dem erst jüngst markierten Allzeittief, das Papier hat sich 2008 deutlich schlechter entwickelt als die Aktien der Rivalen TNT, UPS und Fedex, und der Marktwert sank auf 9 Mrd. Euro.
Das Motto “Wir kaufen nix” hat Appel nach der milliardenschweren Einkaufstour seines Vorgängers Klaus Zumwinkel längst ausgegeben. Zu recht. Auch jetzt will er nicht antizyklisch zu gesunkenen Bewertungen akquirieren, sondern Bares horten und neue Schulden vermeiden. Und das ist auch angebracht. Appel will Komplexität aus der Gruppe herausnehmen, die damit effizienter und kostengünstiger werden soll. So einfach ist das. Ganz simpel bewegt sich der Konzern heute fast wieder dort, wo die Bundespost früher war: beim Brief als Cash-cow. Doch heute gibt es, anders als damals, E-Mails.
Wann fährt endlich mal jemand diesen unsäglichen Quatschern, Umbauern und Theoretikern so richtig in die Parade? Bisher hat keiner dieser Nadelstreifenvögel bewiesen, daß seinen hohlen Phrasen wirkliche positive Taten folgen. Außer, daß sie ihre eigenen Taschen prall füllen.
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