
Da hat der NW Chefboulevardeur in der Eile des täglichen Zeitungsmachens ja mal wieder was rausgehauen. “Dieter Althaus ist kein Pistenrowdy”. Nein nein, er fuhr nur ein klein wenig zu schnell und nebenbei die in vielen der gleichgeschalteten Medien ständig als “Slowakin” titulierte vierfache 41 jährige Mutter zu Tode. Kostet schlappe 5.000 €. Vernehmungsfähig ist Thüringens nicht nur auf Ski häufig als “Rambo” bezeichneter Politwendehals bis heute nicht, konnte aber 1200km quer durch Deutschland zur Beerdigung seines Vaters gurken.
Der Prozeß in Österreich dauerte grad mal so lange wie eine Verhandlung gegen eine 81 jährige Oma, die aus Hunger ein Brötchen mitgehen läßt. Und ungefähr so hoch ist die “Strafe”: 33.300 €. Peanuts. Das zahlen sicher Sponsoren.
Zurück bleibt ein Würgen im Hals und die Frage, was solch ein Typ noch im Amt eines Ministerpräsidenten zu suchen hat. Oder braucht es da mittlerweile keinen klaren Kopf mehr? Mag schon sein, trägt er eben Helm im Parlament. Wie der Torwart eines englischen Premier-League-Clubs. Allerdings kannn der mehr als Dieter A. Es wird jetzt politisch sehr schwer sein für seine politischen Gegner, mit den fälligen Tomaten und faulen Eiern zu werfen, obwohl dieses Urteil zum Himmel stinkt. Seine Busen – und Parteifreundin Dr. Murkel, die sich gerne mit zwielichtigen und devoten oder gar sichtbar irren – dafür aber leicht und gefüg handelnden – Gestalten umgibt, hält als Kanzleuse die dicke Pfote über Thüringens gloriosen Helden, dem das Denken nicht erst vor dem Unfall abhanden gekommen ist. Das erklärt auch die extreme Kürze und das seltsame Verfahren in der Sache Althaus. Wie man als Vorsitzende des Politbüros eingreift weiß sie ja noch von vor der Zeit, als die für ihre Moskautreue Sicht sehr bequeme Mauer noch oben war. Danach ergriff der Wendehals die “politische Chance”. Gott sei es geklagt.
Darf ich jetzt zum Kotzen gehen? Nein, Uwe Zimmer, ich nehme Sie nicht mit. Würgen Sie bitte alleine in der Niedernstraße.
Ergänzung aus dem Blog “Alter Falter”:Was mich beim österreichischen Blitzurteil gegen den alpinen Geisterfahrer und Thüringer Ministerpräsidenten am meisten verwundert, ist, dass Dieter Althaus im Monat bloß 5.550 Euro netto verdienen soll, nämlich 185 Euro pro Tag. Skiunfall Althaus: Rechts vor links? Kann das wirklich sein? Was macht er falsch? Ähnlich erstaunlich finde ich, dass man für eine tote Ehefrau und Mutter in Österreich nur die doppelte Abwrackprämie bekommt, nämlich 5.000 Euro. Das ist zumindest das Schmerzensgeld, das Dieter Althaus an den Ehemann der verstorbenen Beata C. abdrücken muss. Also einen Tacken weniger, als Dieter Althaus jeden Monat von Thüringen aufs Konto überwiesen kriegt. Eventuell hat ja strafmildernd gewirkt, dass Dieter Althaus von rechts kam, wie die Rekonstruktion des Unfallhergangs belegt. Dass Dieter Althaus gegen die Fahrtrichtung bergauf gekurvt ist, entspricht allerdings sicher nicht den Verhaltensregeln des internationalen Skiverbandes FIS. Insofern geht die Verurteilung des Thüringer Ministerpräsidenten aus meiner Sicht in Ordnung. Das menschliche Drama des Skiunfalls ist zweifelsohne hollywoodreif. Vielleicht sollte Dieter Althaus deshalb mal den umgekehrten Weg gehen und Schauspieler werden anstatt Politiker zu bleiben.
Althaus bekommt als Ministerpräsident des kleinen Landes eine Aufwandsentschädigung von 12.800 €/monatlich brutto. Wahrscheinlich hat er nichts abzusetzen und muß viel mehr Steuern zahlen als der Herr Schumacher. Dafür kriegt die Familie der Toten die doppelte “Abwrackprämie”. Pervers. Jetzt bin ich gespannt, wie der thüringische Unsympath glaubt, Manna aus der Story ziehen zu können. Wären Wähler klug, würden sie ihm jetzt die “Rote Karte” zeigen. Tragik hin oder her.
Soso. Wie man grad erfahren darf, hat sich Thüringens Pistenrowdy schriftlich! geäußert. Er sei “bereit für weitere 5 Jahre”. Leute mit Größe hätten jetzt ihren Abschied erklärt. Vorbestrafte Leute mit Dachschaden machen einfach weiter. Eine Äußerung zum tragischen Tod der Mutter, die er über den Haufen fuhr, unterblieb. Offenbar braucht Thüringen und die CDU aber wohl jeden Geisterfahrer. Murkel wird sich freuen. Die Chancen am Rennsteig steigen. Hoffentlich macht er nicht noch eine finale Abfahrt vom Kyffhäuser und es stellt sich jemand einfach in die Spur, wenn er ultrarechts abbiegt.
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