Archiv für den Monat: März 2009

„Aus“ für Marmeladeschmackofatzin: Hero/Schwartau schickt Verona Pooth heim

Tut mir leid, wenn der Name Oetker hier ständig erwähnt wird. Irgendwie sind die aber auch momentan ziemlich aktiv. Jetzt haben sie (bzw. er: Arend Oetker) Verona Pooth als Werbefigur rausgeworfen. Das liest sich dann in der Werbefachpresse so:

Und weg ist der lukrative Werbevertrag mit einem großen Lebensmittelkonzern! Die „Schwartauer Werke“ haben die Zusammenarbeit mit Verona Pooth beendet. Dies bestätigte nun „Schwartau“-Geschäftsführer Sebastian Schaeffer gegenüber „horizont.net“. Erst in der letzten Woche wurde bekannt, die Münchner Brauerei „Paulaner“ sehe ebenfalls bis auf Weiteres davon ab, die mit Pooth bereits im September 2008 produzierten Fernseh-Werbespots auszustrahlen. Wegen der Ermittlungen gegen ihren Ehemann Franjo war die 40-Jährige im Laufe der letzten Monate immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Dies sei allerdings nicht der Grund für die Zurückstellung der Spots gewesen, wie „Paulaner“-Sprecher Christoph Bohning erklärte. Auch „Schwartau“- Geschäftsführer Sebastian Schaeffer besteht darauf, der Wirbel um die Person Verona Pooth habe nichts mit der ausgebliebenen Vertragsverlängerung zu tun.

Der rätselnde Leser wird sich jetzt erstaunt fragen, ob der Autor spinnt oder wo er den Bezug zu Oetker herstellt. Bitteschön:

Mit einer raffinierten Firmenkonstruktion verlagerte er (Arend Oetker) große Teile seines Besitzes in die Schweiz. Es ist eine Auswanderung auf Raten. Die entscheidende Holding – die FIM AG – sitzt im Kanton Zug, wo die Unternehmenssteuern besonders niedrig sind. 1995 übernahm Oetker die Mehrheit am Schweizer Lebensmittelkonzern Hero AG. Der nach Einschätzung der „Neuen Zürcher Zeitung“ „reichlich intransparente“ Deal gelang ihm über eine Beteiligungsgesellschaft, die dann die FIM AG in Zug übernahm – jene Holding, in der die Aktienmehrheit der Hero lag.

Geschäfte mit sich selbst

Fast zeitgleich mit dem Einstieg Oetkers beim Hero-Konzern kaufte dieser Auslandsgesellschaften der Schwartauer Werke – die Arend Oetker gehörten. Oetker machte also praktisch Geschäfte mit sich selbst. So auch 2002, als die Hero die Mehrheit am so genannten Markengeschäft der Oetkerschen Marmeladenwerke in Schwartau übernahm. Diese Aktivitäten, darunter Verkauf und Produktion von „Schwartau“, „Schwartau extra“ und „Corny“, waren zuvor in eine eigene Gesellschaft gepackt worden: die Schwartauer Werke GmbH & Co. KGaA. Für 51 Prozent an dieser Firma zahlte der Hero-Konzern, der von Oetker kontrolliert wird, 183 Millionen Euro an eine Oetker-Beteiligungsfirma in Deutschland.

Der Erlös war nach den von der rot-grünen Regierung geschaffenen Regelungen für Firmenverkäufe steuerfrei. Oetker schanzte der Hero zudem das Recht zu, ab 2009 auch den Rest des Schwartau-Markengeschäfts zu kaufen. Listig sorgte CDU-Mitglied Oetker sogar für den Fall vor, dass seine Partei die nächste Bundestagswahl im Herbst 2006 gewinnt und die Steuervorteile bei Firmenverkäufen streicht: Dann darf die Hero, die Oetker mittlerweile zu 100 Prozent kontrolliert, schon im Mai 2007 in Schwartau zuschlagen – also bevor Reformen einer neuen Regierung im Gesetzblatt stehen.

Der Schwartauer Betrieb zahlt zwar grundsätzlich weiter Steuern ans deutsche Finanzamt. Aber in internationalen Konzernen besteht die Kunst darin, die Gewinne da anfallen zu lassen, wo die Steuern am niedrigsten sind. Dazu gibt es viele Möglichkeiten – zum Beispiel indem man in Hochsteuerländern die Kosten für Zulieferungen und Dienstleistungen eigener Konzerngesellschaften in die Höhe treibt. („stern“ 9.9.2004)

Na, isser nich clever, der 70 jährige Schlingel? So macht man das, wenn man in den Präsidien der ach so wichtigen deutschen Industrie sitzt, ganz früh das noch nicht mal gesprossene Gras bereits wachsen hört, überall seinen Senf dazu gibt und wichtiger noch: Die Fäden so fein spinnt, daß sie exakt wieder in zwei Händen zusammenlaufen. Seinen eigenen.

Tut er aber wahrscheinlich alles nur, weil er ein Menschenfreund ist und alles auf einen Schlag demnächst dem Schweizer Staat schenkt, wenn der weiter von einem deutschen Kerl namens Peer „Hochstirn“ Steinbrück in die finanzielle Enge getrieben wird. Da kennt eine Krähe vor der nächsten keine Freunde und Verwandten mehr.

Hmhmhm macht (nicht nur) Kinder froh

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Ein großer Dienstag in den Iden des März des Jahres 2009 neigt sich seinen letzten Stunden zu. Der 1. April dräut. Die Sonne steht leicht schräg gülden hinter der Sparrenburg, dem weltbekannten Wahrzeichen der geduckten Metropole am Wald, der Varus und seinen Legionen gegen die Germanen den Tod brachte. Zeit, die beim Kultnahversorger Jibi geschossenen Beutel voller neuer „Saftbären“ von Hmhmhmhm mit zittrigen Händen aufzureißen. Hmmmm, „Gelatine plus Fruchtsaft“, der Bärenmacher aus Bonn hat nochmal so richtig kreativ zugeschlagen.

Beim satten Mampfen läßt sich der heutige Irrsinn, Abwrackwahnsinn, der Kanzleusenauftritt und das Bekanntwerden von 5,5 Mio. Jahresapanage für Grinsmann ähm – Klinsmann beim FC Bavaria Munic besser ertragen. Vielleicht sollten wir Herbie Grölemaiers Hymne „Kinder an die Macht“ endlich in die Realität umsetzen:

Die Armeen aus Gummibärchen
die Panzer aus Marzipan
Kriege werden aufgegessen
einfacher Plan
kindlich genial

Es gibt kein gut,
es gibt kein böse
es gibt kein schwarz,
es gibt kein weiß
es gibt Zahnlücken
statt zu unterdrücken
gibt’s Erdbeereis auf Lebenszeit
immer für ’ne Überraschung gut

Gebt den Kindern das Kommando
sie berechnen nicht, was sie tun
die Welt gehört in Kinderhände
dem Trübsinn ein Ende
wir werden in Grund und Boden gelacht
Kinder an die Macht!

Sie sind die wahren Anarchisten
und lieben das Chaos
räumen ab
kennen keine Rechte,
keine Pflichten
ungebeugte Kraft,
massenhaft
ungestümer Stolz

Gebt den Kindern das Kommando
sie berechnen nicht, was sie tun
die Welt gehört in Kinderhände
dem Trübsinn ein Ende
wir werden in Grund und Boden gelacht
Kinder an die Macht!

Deutschland. Land der Rekorde

Na niedlich. Da ist sie ja, die Meldung des Tages. Verbreitet vom Staatshetzblatt BLÖD via dpa. Bitte gaaaaaaaanz langsam lesen:

Rekord bei Sanktionen gegen Arbeitslose

Berlin (dpa) – Die Arbeitsagenturen haben 2008 so viele Sanktionen gegen Arbeitslosengeld-I-Empfänger verhängt wie noch nie zuvor. Wie die «Bild»-Zeitung berichtet, wurde in mehr als 740 000 Fällen die Auszahlung des Arbeitslosengeldes zeitweise gesperrt. Das entspricht einem Anstieg um 16 Prozent gegenüber 2007. Drastisch gestiegen sind vor allem die Sperrzeiten wegen verspäteter Arbeitssuchendmeldung. Die Sanktion wird verhängt, wenn sich Arbeitnehmer nicht sofort nach Bekanntwerden der Kündigung bei der BA melden.

„Sofort melden. Aber Dalli. Zack. Zack. Zack“. Gebacken kriegen die, die diesen Staat derzeit „führen“ nichts. Das gilt auch für ihre allzeit willfährigen Handlanger, die Staatsbüttel. Nicht einmal so etwas Lächerliches wie diesen „Abwrackserver“, der nun zusammengebrochen ist. Aber wenn sie was hinkriegen, dann das:

Schickane!

Aber da sind sie ja in grandioser deutscher Tradition. Zu Kaiserszeiten mit Pickelhaube und Ärmelschonern. In der Weimarer Republik mit Chaos. Im Dritten aller Reiche mit brutaler Gewalt. In der DDR mit perfiden Zwangsmethoden. Heute ist das anders. Frank – ohne Walter – Steinmeier, der ehemalige lippische Verweser seines Herrn GAZgerd, hat ja genau an den Schaltschräubchen gesessen und gedreht. Vorsichtshalber habe ich mir grad mal einen Kübel in Spuckweite bereitgestellt.

Opel: Allein, Allein

http://www.youtube.com/watch?v=444L2Kc4zIg

Wer kennt ihn nicht, den markanten Song „Allein, Allein“ von Polarkreis 18, den wir hier mal geschickt als Opener eines Burners über GM Germany aka Opel Rüsselsheim an den Anfang stellen. Da bin ich heut mal ganz cool, schließlich geht es um einen US-Autobauer mit deutschen Wurzeln, der heute hohen Besuch bekommen hatte. Die Templiner Rouladenbraterin war da und erzählte einen vom Pferd. In kurzen dürren Worten: Staatsknete und Beteiligung nebst günstiger Übernahme mit freier Kost, Logis und feiner Belohnung für versagende Manager gibts nur für die „Systemimmanenten“ Hütchenspieler, also die Zockerbanken. Opel kriegt ne Bürgschaft, wenn man „Investoren“ beischleppt. Was angesichts der weltweiten Überkapazitäten im Automobilbau nahezu unmöglich ist. Selbst Lada im fernen Rußland soll schon abgewunken haben „Nitschewo“. Lippes Apparatschik im Vizekanzlerstand, Frank – vormals Walter – Steinmeier hatte neulich ja schon mit markiger Schröderimitatstimme gedonnert: „Der Staat beteiligt sich“.

Wäre ich Opelaner und hätte so ein graugelbes Blitzwämslein an wie die in den – Abwrackwahn hin oder her – irgendwie nicht wohlgelittenen Blitzwerken Schaffenden, ich würde eine Klampfe nehmen, den Ghettoblaster auf volle Pulle stellen und lauthals anfangen, ein Lied zu singen:

„Allein, Allein, Allein, Allein.
Merkel war da, das merkt kein Schwein
Steinmeier war da, das merkelte sie dann
Stimmvieh sind wir
Allein, Allein, Allein.
Ich geh nach Haus,
der Ofen ist bald aus.
Allein, Allein.
Allen, Allein.
Wir sind
Allein“

Bescheidene Frage in die Runde: Welchem Behufe diente das Kanzleusesche Frühstück mit Äbbelwoi, Rindsworscht un Weck im Opelwerk als simplem Wahlkampf? Das hätte sie auch bei Opel-Hagemann hier in der Metropole haben können. Da hätte es aus lauter Freude sogar Feines von Klötzer gegeben und ein Lied des Gildemeister-Werkchores mit Verstärkung der Freien Feuerwehr-Combo Gadderbaum : „Weggebrochen sind des Auslands Aufträg….“.

Die ewig gleichen Lokalthemen

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Lothar Schmalen, dem Lokalchef der NW Neue Westfälische Zeitung, gehen die Themen nie aus. Wie auch. Sie sind Jahr für Jahr, Monat für Monat, Tag für Tag vorgegeben. Waschanlagen, Wetter, Gefälligkeitsberichte der Schützenvereine, Jubiläen. Das, was man „wahres Leben“ nennt und die Leute bewegt, kommt eher marginal vor. Die Tragik der Holzmedien. Was des nächtens die Rotationsmaschinen verläßt, ist eigentlich schon brennbares Altpapier. Wer sich schneller informieren will, guckt woanders nach. Mich wundert, warum man seine letzten Stärken – die genaue Recherche, die Vernetztheit, das „hinter die Kulissen gucken“, das Kommentieren – nicht ausspielt und stattdessen auf aktuell versucht. Kann logischerweise nicht richtig klappen.

Der „Napoleon der Prellböcke“ auf der Titelseite. Unkritisch mit der schon längst von Analysten entzauberten Zeile „Konzern schreibt Milliarden-Gewinn“. Gestern ein lascher PR-Bericht über Tausendsassa Arend Oetker.

So schauen wir uns dann Dienstagmorgen an, was Montagnachmittag bei den Schröderfreunden „unter blauem Himmel fein herausgeputzt anschließend mit der Sonne um die Wette strahlte“. Kannten die Brüder Grimm eigentlich schon für ihre Holzlaufräder die Waschanlage an der Gütersloher? Im „Best“-Paket gäb es sogar „Nanoglanz“ dazu.

Da strahlt der Himmel! Und jetzt alle: „Qualität ist das beste Rezept!“. Jawohl. Wer will schon Mist kochen.

„Konservative, fast rückwärtsgewandte Weltsicht“

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Gestern schon schrub ich über den „ärmeren“, aber gleichwohl politisch weitaus einflußreicheren Oetker, den 70 jährigen Arend. „Hans Dampf“ in allen Unternehmergassen, gewieft im Verlagern der Schwartauer-Marmeladeführung und – Versteuerung ins extrem steuerbegünstige Zug/Schweiz, gleichzeitig in einer nahezu Hundertschaft von Vorständen, Aufsichtsräten, Gremien vertreten. Mitgründer und – Verdiener hinter den Kulissen der „UEFA.-Championsleague“ (Tja, da staunt Ihr, was?). Kurz: überall da, wo man mit seinem bekannten Namen Drähte ziehen, Spin-offs machen kann und hinter den Kulissen Einfluß ausübt. Rastlos, ruhelos. Ein Getriebener. Etwas, in dem die hiesigen Puddingrührer eher lokale Waisenknaben waren. Sprüche wie den oben, wie ihn die dritte Ehefrau des gestorbenen Patriarchen Rudolf-August O. – immerhin schon mal 2. Bürgermeisterin der Metropole – gerne mal raushaute, wenn die Bürger der Stadt mal nicht vor lauter Ehrfurcht vor der Dynastie so wählten, wie man es gerne auf Johannisberg und in Senne gehabt hätte, hörte man selten. Aber es ging noch besser. Vor allem, wenn es um das 3. Reich ging:

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Nun, das von Rüdiger Jungbluth geschriebene und nicht von der Dynastie autorisierte Buch „Die Oetkers“ ist gelesen. Vieles wußte ich. Manches wurde mir als nicht in Bielefeld Geborener sehr viel deutlicher. Zum Beispiel die Verstrickung des damaligen Firmenchefs und Stiefvaters von Rudolf-August O., Richard Kaselowsky, Mitglied des „Freundeskreises Himmler“, jenem SS-Schlächter im Namen des „Führers“. Stolz wie ein Pfau präsentierte er, der „Betriebsführer“ bei Puddings, die vom „Führer“ verliehene Urkunde mit der Auszeichnung des Unternehmens zum „Nationalsozialistischen Musterbetrieb“. Um seinen Namen, den Rudolf-August O. der von ihm gespendeten Bielefelder Kunsthalle zugedacht hatte, entspann sich ein großer Streit in der Stadt, die sich allzugerne von Puddings aufoktroieren ließ, wie sie sich zu verhalten habe. Der alte Mann, der stolz darauf war, seine Schuhe 20 Jahre und länger zu tragen, zog seine gigantische, aber teure „Querbeet“-Kunstsammlung („Nur schöne Sachen“) daraufhin aus dem schon von jenem merkwürdigen Herrn Kellein geleiteten rostbraunen Quader, dessen Architekt – oh Wunder – glühender Naziverehrer war. Der Bielefelder „webwecker“ schrieb am 02.02.2005 dazu:

Die bedenkliche Namensgebung kam beim Bau der Kunsthalle mit der Beauftragung eines Architekten zusammen, der jahrelang offener und bekannter Sympathisant des Nationalsozialsmus war. Johnson gründete in den USA eine rechtsextreme Partei, später distanzierte er sich davon. Er war angezogen von »all those blond boys in black leather«, fabulierte von der Fazination brennender Städte wie Warschau. Er, der 1930 in das ›Museum of Modern Arts‹ einstieg und schnell großen Erfolg erlangte mit seinem ›International Style‹, macht in der Folge eine merkwürdige Wendung mit.

Er begeistert sich öffentlich für den Nationalsozialismus und reist wiederholt ins Deutsche Reich. Bei der Machtübernahme Hitlers am 30. Januar 1933 war er mit dabei, nicht zum ersten Mal im Deutschen Reich, um sich mit faschistischem Gedankengut und Spektakel vollzusaugen. Das nationalsozialistische Schauspiel habe ihn »gefesselt« und das Charisma Hitlers »aufgewühlt«, schreibt Franz Schulze in seiner 1996 erschienenen Biographie über Philip Johnson.

Der Clan, der Generationen von Hausfrauen im wahrsten Sinne des Wortes in der rechten Handhabung natürlich ihrer Produkte „erzog“, steht durchaus im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Was aber trotz allen Geltungsbedürfnisses dann nicht gerne gesehen wird, wenn die „offiziell genehmigte“ Deutung der Dinge hinterfragt wird. Vieles, was einem hier hinter dem stets nahezu „ehrfürchtig“ geflüsterten Namen „Dr. Oetker“ in Bielefeld begegnet, hat damit zu tun. Kleinkariertheit, Geheimnistuerei und politische Strömungen, die dieser Stadt offensichtlich ebenso wenig gut tun wie die fast Bohemienhafte Schlampigkeit örtlicher Sozialdemokratie unter Mitnahme aller Vorteile und Privilegien der „Fleischtöpfe“, auch wenn das mit „sozial“ und „demokratisch“ eher sehr wenig zu tun hat.

Seltsame Stadt. Seltsame Clans. Der schöneren und besseren Urbielefelderischen Hälfte sei es gedankt, daß ich meist darüber gedankenverloren hinweglächele. Wir haben ja noch unsere wunderschönen Brachflächen, das buntig-kantige Bahnhofsviertel und eine neue Generation von Puddingrührern, die dem Anschein nach vorsichtig die angebräunten Schichten um Ihr Bild abtragen und wegwerfen. Da Gründer und frühes Werbegenie Aschendorff-Apotheker Dr. August O., der keineswegs das Backpulver erfunden hat, wie er geschickt seinen Jüngerinnen weismachen konnte (es kam aus den USA), stets von oben mit drohendem Kochlöffel zuschaut, ist das für die heutigen Erben ja auch kein leichtes Unterfangen.

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Mit ihrem eigenen Claim „Qualität ist das beste Rezept“ sollte es aber gelingen. Vielleicht erhebt sich dann auch die kleine große Metropole so langsam aus ihrem Tiefschlaf im Nebel des Puddings. Es gibt noch mehr Dinge jenseits von „Dr. Oetker Waldmeister“, „Backin“, „Gustin“, „Russischem Zupfkuchen“, „Ofenfrischer“, „Schiffahrt“, „Hotels“ und was man da so alles im Laufe der Jahrzehnte zusammengesammelt hat.

Die unwürdige Posse um Hermannslauf und Buch

Das Westfalen-Blatt kommentiert die Provinzposse um das Buch „Tödlicher Hermannslauf“ und die Veranstalter des „Hermannslauf“:

Als kürzlich bekannt wurde, dass ein Sportverein gegen einen Buchtitel klagen wollte – hat da jemand laut gelacht? Diesem Impuls hätte man nachgeben können, aber das wäre falsch gewesen, denn die Angelegenheit ist nicht lustig. Sie ist peinlich. Sie ist gefährlich. Peinlich für jene, die die Justiz bemühen, weil sie glauben, zwei Wörter – »Tödlicher Hermannslauf« – könnten eine starke Leistung zerstören. Gefährlich aber wird dieses kindische Verhalten, sollte sich irgendwann der erste Richter auf die Seite solcher Kläger stellen. Dann wäre es vorbei mit der Freiheit der Kunst, dann könnte jeder Wichtigtuer des Schriftstellers Text ins Feuer werfen, dem Schauspieler einen Maulkorb anlegen und dem Maler den Pinsel aus der Hand schlagen. Die Begründung für den Klageverzicht macht nun die Affäre vollends zur Blamage: Man habe Gnade vor Recht ergehen lassen, weil der Verleger und die Autorin dem Sportereignis nicht hätten schaden wollen. Hat da etwa jemand – ernsthaft – etwas anderes geglaubt? Es heißt, die Läufer hätten gelassen auf den Titel reagiert, so dass sich die Klage erübrige. Das zeigt uns, dass der Funktionär vom aktiven Sportler noch viel lernen muss. Der Kulturschaffende aber, in unserer Gesellschaft ohnehin wie ein Paria behandelt, wischt sich den Angstschweiß von der Stirn. Das hätte ins Auge gehen können. Wir sind noch einmal davongekommen.

Richtig. Aber eines Tages ird es die Richter geben, die dem Kläger nachgeben. Vielleicht gehört er sogar dem veranstaltenden Verein an, fühlt sich von den Tausenden auf der Strecke gestört oder hat einfach am frühen Morgen was Unrechtes gegessen. Der Justiz in diesem Lande sind besonders in den letzten Jahren schon allerlei unglaubwürdige Urteile gelungen. Zuletzt der Fall „Gardasee-Klaus“ oder die „1,30-Euro-Bon-Geschichte“. Oder, oder. Die Frage bleibt: Ist es überhaupt Recht, was geklagt wird, gerichtet wird oder einfach nur noch „Lust und Laune“?

Das Schweigen der ICE-Achsen. „Aus“ für Mehdorn

Heute schon am Hauptbahnhof gewesen? Kommen noch Züge an. Fahren noch welche ab? Werden noch Verbindungen ausgerufen? Kaum zu glauben, das alles auch ohne den genialsten, überheblichsten, großkotzigsten und neben den Bankstern bei der Unverfrorenheit in der Champions-League der Wirtschaftgauner spielenden kleinen Napoleon der Prellböcke gehen soll. Bahnchef Hartmut Mehdorn stürzt über den Daten-Skandal bei der Deutschen Bahn. Er habe dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Konzerns die Auflösung seines Vertrages angeboten, sagte der 66-Jährige in Berlin. Er sehe zwar keine eigene Schuld in der Datenaffäre, wolle sich seiner Verantwortung als Konzernchef aber nicht entziehen, sagte er bei der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens. Die sich überschlagenden Ereignisse um die Person Mehdorn überschatteten die Geschäftsbilanz der Deutschen Bahn, die der Konzernchef zuvor präsentierte.

Das Web. 2015

Wohin der politische Affentanz um das „Kinderpornographie und schreckliche Inhalte fördernde Internet“ bei den ziemlich beschränkten Politamateuren in Berlin-Mitte führen könnte, hat der Blogger „Spiegelfechter“ in einer beklemmenden Fiktion beschrieben. Wirklich lesenswert, zumal die handelnden Personen wie USA-Ausflügler zu Guttenzwerg, BLÖD-Diekmann, Antiporni-„Vorreiterin“ (Ach, endlich ein gutes Thema für meinen Wahlkampf) „Keksröschen“ von der Leyen (Warum versuche ich immer, „von der Laien“ zu schreiben?) tatsächlich jeden Tag per Glotze präsent sind und ihr halbgares Geschwafel („Die blonde Bush-Parodie) in die bereitwilligst hingehaltenen Mikros hämmern.

Was für ein unbeschreibliches Glück, das es Bielefeld nicht gibt. Man wird uns und unser Web hier nicht finden. „Google Earth“ muß sich da die Weltkarten der verblichenen US-Regierung zu eigen gemacht haben, die ja auch Atombomben, Biowaffen und Chemische Waffen im Irak liegen sahen.

Massenhysterie um Abwrackerei

Stell Dir vor, der Staat „schenkt“ Dir was, was er Dir hintenrum vorher per Steuererhöhung längst geklaut hat: Die Abwrackprämie.
Stell Dir weiter vor, der Staat – in Sachen IT/Internet nur fähig, wenns ums Bespitzeln geht – stellt das notwendige Formular ins Web, sorgt aber – Beamte können sowas nicht wissen – nicht dafür, genügend Serverpower bereit zu stellen.
Stell Dir vor, das Web bricht zusammen und Tausende Abwrackos kommen nicht zum Zuge.

Dann liest sich das so:

Die Abwrackprämie kann seit heute nur noch im Internet beantragt werden – zumindest theoretisch. Der Staat hat die Fördermittel aufgestockt, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat seit heute morgen auf Online-Formulare umgestellt. Das Verfahren dürfte für viele aber zur Geduldsprobe werden: Aktuell ist die Seite der BAFA www.ump.bafa.de nicht oder nur schwer erreichbar – das Online-Formular lässt sich nur mit Mühe ausfüllen und abschicken.

Dieser Staat, bzw. seine bis zum Tode gut Versorgten, werden es niemals lernen, so zu arbeiten, wie das angesichts der kassierten Diäten/Bezüge/Pensionen zu erwarten wäre.

Die Abwrackprämie. Ein Paradebeispiel deutscher Hysterie.

Der „ärmere“ Oetker wird 70

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Auszug aus dem Buch: „Die Oetkers“. Von Rüdiger Jungbluth.

Der Zufall will es, daß ich mich derzeit mit der Chronik der bekanntesten Bielefelder Dynastie beschäftige. Vieles aus dem Verhalten der Familie und ihrer Patriarchen spiegelt sich auch in der Metropole wider und hat sie zwischen Kleinkariertheit, Krämerseele, Nazihörigkeit und dann wieder Hamburger Weitläufigkeit und „großem Auftritt“ im Jahrzehnte alten Frack geprägt. Stets aber schaute die ostwestfälische „Achottachott-Mentalität“ durch die Knopflöcher. Darüber täuschen auch die Kilometerlang sich an der Bahnlinie vom Hauptbahnhof nach Brackwede hinziehenden zigfach mit Firmenlogos bepflasterten Bielefelder Firmengebäude nicht hinweg.

Einer aus der Dynastie, der – viele wissen es nicht – überhaupt nicht wirtschaftlich mit den Bielefeldern verbunden ist, heißt Arend Oetker und hat ein veritables Reich aufgebaut. Der Sohn von Rudolf-August Oetkers (Vater des jetzigen Firmenchefs August Oetker) Schwester Ursula macht heute neben „Marmelade“ (Schwartau) auch in „Saatgut, Schiffahrt, Rohstoffhandel, Verpackung und Weiterbildung“. Engagements im BDI, Stifterverband und Auswärtiger Politik machten ihn bei Insidern bekannter als den aktuellen Bielefelder Firmenchef.

Arend Oetker wird heute 70 Jahre.

Sagt bloß nicht „Schnitzel“ zu Schalke

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Am kommenden Abend des Freitag versinkt die Alm ja bekanntlich in Blau. Schalke ist da und möchte Arm. Bielefeld schlagen. Vorher aber haut der Rhedaer Billigstfleischhauer im viel zu großen Aufsichtsratssessel des russischen GAZ-Staatsclubs noch mal so richtig die Klöpse raus und blamiert sich und den Club im Minutentakt. Selbst Fußballheroen wie Lodda M. und ein gewisser Neururer, die neben dem unsterblichen Seppel Herberger locker bestehen können, wollen kein Veltins trinken. Angeblich soll nun ein Gaukler, Verzeihung Gaugler, die panierten Formfleischstücke in die Toaster werfen und „Kein Schnitzel“ schreien. Im Gespräch als Trainer ist wohl auch Otto Rekhakel, jener Ehrengrieche, der die „eingesprungene Viererkette“ erfunden hat.

Das, was man sonst meist von Arm. Bielefeld erwarten konnte, wenn das jährliche Saisonziel „1 Platz über dem Abstieg“ verlustig zu gehen drohte, kommt nun aus der Stadt im Ruhrgebiet: 16 Jahre hat Gaugler Wacker Burghausen gegaukelt, ähm gemänätscht, bis die Dritte Liga gesichert war.

Könnte sich Schalkes Aufsichtsratsgaukler Tönnies auch vorstellen. Ist ja auch ein Ziel. Billigstfleischhauer Europas, Toprestepanierer Europas, da wird ein Name zum Programm „Tönnies“. Da steckt jede Menge „tönen“ drin. Hohl tönen. Reicht aber nicht, um Schalke zu führen. Geld scheint hier tatsächlich den letzten Rest Verstand zu übertönniessen.

Sagt am Freitag bloß nicht „Schnitzel“ zu Schalke. Wir freuen uns auf Arminias Sieg! Zecki, mach sie naß. Zeig Mädchen Kurany, wo das Nutella steht. Die haben ja nicht mal einen Trainer. Und auf die leere Haupttribüne legen wir ein formvollendetes paniertes „Toastie“.

„Leistung lohnt sich wieder“. Für Bankster.

In London fürchten die Banker um ihr Leben, und ein Professor, der hofft, dass die Demonstranten zum G20-Gipfel nur Pappbanker hängen, wurde vorsichtshalber suspendiert. Gott save the Banksters. Ob das bei uns auch so ist? – Ruft Peer Steinbrück jeden Morgen bei Josef Ackermann an und fragt, wieviel Milliarden er denn heute brauche, und fragt Angela Merkel mittags nach, ob auch alles in Ordnung sei. Aber wahrscheinlich haben die beiden und die anderen Minister Telefone ohne Mikrophon. Darüber erhalten sie von Ackermann, den Quandts, von Springer, Mohn-Bertelsmann und dem Rest des Großkapitals ihre Befehle. Nein, die brauchen kein Mikrophon! Widerspruch gibt es nicht, und auf Zustimmung können die wahren Herrscher in Deutschland verzichten.

„Duckhome“ startet den Bankenmontag mit wahren Boshaftigkeiten. Lesenswert hier.

Potz Blitz

Weit über 100 Journalisten erwartet Opel zum Besuch von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am Dienstag (31. März 2009) im Insignia-Werk in Rüsselsheim. Begleitet wird sie dabei vom hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, Verteidigungsminister Franz Josef Jung sowie dem hessischen Wirtschaftsminister Dieter Posch. Mehr als 3000 Mitarbeiter wollen die Ansprachen von Angela Merkel und Roland Koch in einer Werkshalle verfolgen. Zunächst informieren sich die Kanzlerin und ihre Begleiter bei einem Rundgang durch die Insignia-Fertigung. Anschließend sprechen neben Merkel und Koch auch General Motors Europa-Präsident Carl-Peter Forster, Opel-Chef Hans Demant sowie der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Klaus Franz, vor den Mitarbeitern und geladenen Gästen. Forster unterstrich jetzt bereits im Vorfeld die Bedeutung des Besuchs: „Wir bedanken uns vor allem bei der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Ministerpräsident Roland Koch, dass Sie die Gelegenheit wahrnehmen, sich persönlich ein Bild von Opel in Rüsselsheim zu machen, vom hohem Qualitätsniveau unserer Automobilproduktion und unserer technologischen Entwicklung“. … sagt eine Opel-Pressemitteilung über den morgigen Auftritt der Bundeskanzleuse. Sagte diese nicht vollmundig: „keine Staatshilfen für Ausnahmen“? Oder gilt das nicht, wenn Wahlkampf ist und Populismus angesagt? Wenn ich Opelaner wäre, würde ich mich mit dem Rücken zum Podium stellen. Sitzen werden sie nicht dürfen, wenn Templins begnadeteste Rouladenbraterin ihre Weisheiten zum Besten gibt und neben dem brutalstmöglichen Aufklärer, dem Koch der Köche, steht. Warum wirft der eigentlich nicht ein paar Milliarden aus den in Liechtenstein gebunkerten „jüdischen Vermächtnissen“ auf die Insignia-Bänder? Insignia. „Insignia, powered bei CDU“. Die Räder aus Continental-Restbeständen sind doch schon tiefschwarz. Und die Sonderversion „Politheuchler“ ist doch schnell gestylt. Ein bißchen Mitleid, ein Schuß Populismus, umrühren, Chromleisten dran. Fertig. Freuen wir uns auf Morgen. Bei Hagemann haben sie Breitwandschirme aufgestellt. Man kann also direkt zugucken, wie Opel zum Wahlkampfthema zwischen die Mühlsteine der Laberer gerät. US-Präses Obama watet derzeit noch auf gestapelten Opel-Patenten trocken über den Erie-See unweit Detroit.

Die unterfränkische Wallstreet-Mafia

1869, vier Jahre nach dem Bürgerkrieg gründete Goldman in New York City, in der Pine Street, in einem Einzimmerbüro die M. Goldman & Company, eine Firma, die anfangs darauf spezialisiert war, Kunden-Schuldscheine von Tabak- und Diamantenhändlern in Manhattan aufzukaufen, die er unter seinem Zylinder zu tragen pflegte. Gegen geringen Gewinn verkaufte er die Wechsel an Banken weiter.

Das Prinzip hat sich bis heute nicht geändert. Nur mit zig Nullen mehr. Wie man aus den USA lesen darf, werden sich die Prinzipien der Bankster auch unter dem Präsidente, der „Change“ versprach und angeblich übers Wasser wandeln kann, nicht dramatisch ändern. Vielleicht gibts da ja „fränkische Verwandschaften“. Marcus Goldman stammte aus Unterfranken. Hayum, Mendel und Maayer Lehman (geborene Lehmanns) ebenfalls. Den Rest der Geschichte kennen Sie ja. Ein paar hundert Milliarden der Billionen-Tricksereien bezahlen wir grad mit Steuermilliarden.

Neulich bei der unterfränkischen Tankrast sah es knapp vor Würzburg noch so aus, als ob Lehmans und Goldmans da von der ergaunerten Kohle nichts hingeschoben hätten. Armut wie anno dunnemals. Und Bocksbeutel. Wie Bielefelder in der „Goldenen Zeit“ das allerdings bis heute weitaus cleverer angestellt haben, erzähle ich demnächst mal. Kann sein, daß Euch danach der Pudding im Hals steckenbleibt.

Bitteschön. Sie lachen doch gerne….

Achtung, Achtung. Beim Blick in die Kristallkugel präsentieren wir das neue Bundeskabinett nach der Butawahl im September (Wahlbeteiligung 39%, davon 12% ungültige Stimmen):

Kanzler -Pofalla
Außenministerin – Wieczorek-Zeul
Inneres – von der Leyen
Finanzministerin – Zypries
Wirtschaft – Ulla Schmidt
Justiz – Steinmeier
Verteidigung und Staatsoberhaupt – Merkel
Entwicklungshilfe – Koch
Umwelt – Schäuble
Jugend/Familie – Wowereit
Gesundheit und Ernährung – Gabriel
Kanzleramt – Guttenberg
Verkehr/Superminister- Stoiber
Arbeit – Nahles
Landwirtschaft – Steinbrück
Bildung – Kauder

Nein, nein. Das ist nicht Realsatire. Po falla und Kauder und Nahles und Guttenzwerg gibts wirklich. „One Night in Poberl“ (Politisches Berlin). Musik: Dieter Bohlen, Inszenierung: Horst Köhler in einer Doofoscop-Welturaufführung im Verleih der Deutschen Mohnstiftung. Eine BertelsmannArvato-Produktion. Das Buch zum Grusical gibt es ab sofort im Bertelsmann-Buchclub. Für Inhaber der platinernen ReinhardundLizMohnEinHerzFürUnsKarte-Inhaber mit 33% Rabatt.

(PS: Das Ausgangsprodukt, die neue „Kabinettsliste“, fand ich in einem Forenbeitrag auf T-online)

Ein Quantum Verlogenheit

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Nett, wie sich das Westfalen-Blatt um unsere Hausärzte sorgt. Andererseits aber eines der negativsten und handwerklich schlechtesten Machwerke aus der unsäglichen Dr.-Murkel-Regierungszeit meist verteidigt: Die „Gesundheitsreform“. An der sich bekanntlich schon Horst „Kini I.“ von Bayern seinen sehr drehfähigen Ingolstädter Dickschädel abarbeitete. Ganz so tragisch werden wir das wohl nicht sehen müssen, ist doch die Porsche-Cayenne-Dichte vor den winzigen Privatvillen noch recht hoch, sind wenige „ärztliche“ Golfclubmitgliedschaften gekündigt und hat Feinkost-Klötzer noch keine Einbussen bezüglich Lieferung erlesener Spezialitäten in Medizinerhaushalte zu beklagen.

Die Ärzteschaft, die ja teils schon zu Vorkasse gegen später eventuell miese Leistungen geschritten ist, läßt verlauten:

„Da die Bundesgesundheitsministerin nach wie vor nicht erklären kann, wohin denn die angeblichen Milliarden-Beträge für die Honorare der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte geflossen sind und angesichts zunehmender Diffamierungen der niedergelassenen Ärzteschaft durch Politik und Krankenkassen“, haben der Bundesvorstand und die Regionalbeauftragten der ‚Freien Ärzteschaft‘ (FÄ) auf ihrer Frühjahrs-Tagung in Düsseldorf zu bundesweiten Praxis-Schließungen in der Woche vom 18. – 23. Mai aufgerufen. So sollen die vielen geplanten Einzelaktionen zwischen Küste und Alpen gebündelt werden.

„Immer weniger Geld kommt in den Praxen an“, ergänzt FÄ-Präsident Martin Grauduszus, der flächendeckenden wohnortnahen Versorgung durch Haus- und Facharzt drohe – politisch gewollt – das wirtschaftliche Aus zugunsten profitorientierter anonymer Medizinischer Versorgungszentren: „Dieser krankmachenden Gesundheitspolitik muss Einhalt geboten werden“.

Absolut lächerlich auch die Plakate in vielen Praxen, die der SPD bei der „Bundestagswahl maximal 15% wünschen“. Hatte nicht Chefin Dr. Angela Murkel seinerzeit diese „Reform“ zur „Chefinsache“ gemacht und der nasalierenden Aachener Pflaume UIllala ausdrücklich den Rücken gestärkt? Oder sind die Ärzte nur zu feige, der überstarken Pharmalobby mal die Wahrheit zu sagen? Oder fließen gar die materiellen unversteuerten „Aufbauspritzen“ der Pharmareferenten nicht mehr so reichlich in die diskret hinter dem weißbekittelten Rücken ausgestreckte linke Hand? Ich könnte da von ganzen Hundertschaften von Cartier „Pasha“ und Rolex „President“ bis hin zum jährlichen Porsche Cabrio für die „Frau Doktor“ berichten.

Um Einen geht es bei dem ganzen Spiel ganz sicher nicht: Den Patienten. Wenn es ginge, wäre dem der Wartesaal zum Halbgott in Weiß bis auf lukrativ privat Versicherte ganz versperrt.

Der tolle neue NRW-Verkehrsminister

Auf vier Autobahnabschnitten will der neue NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU) bei Staus die Standstreifen für den Verkehr freigeben. Das kündigte der Minister in einem Interview mit der in Essen erscheinenden «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» (Freitagsausgabe) an.

Bei den vier Autobahnabschnitten handelt es sich dem Blatt zufolge um die A 42 von Herne-Crange bis Kreuz Herne, die A 44 vom Kreuz Dortmund/Unna bis nach Unna-Ost sowie die A 45 von Schwerte-Ergste bis Kreuz Westhofen sowie vom Kreuz Hagen bis nach Schwerte-Ergste.

Schon ein toller Hecht, dieser neue NRW-CDU-Verkehrsminister. Von Haus aus Rechtsanwalt, der nun endlich mal die Niederungen der schlecht bezahlten Rechtsstreitereien verlassen und sich – koste was es wolle – profilieren will. Wenn es sein muß, mit für Rettungsdienste versperrten Standspuren. Der Herr Jung-Minister, der 1990 eine rote Ampel überfuhr und einen Unfall mit Blechschaden verursachte, mußte ebenso wie sein naßforscher Vorgänger und 30-Euro-Zonen-Schnellfahrer den Führerschein abgeben mußt, sollte das mal am Bielefelder Berg einführen. Oder vorher an der unfallträchtigen Kurzabfahrt Sennestadt, wenn man von der A 33 aus Richtung Paderborn kommt,. Heissa, das wäre ein Jagen und Hetzen.

Hat die Rüttgers-Truppe eigentlich nur noch Schwachmaten im Angebot?

Undankbares Volk

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Es ist aber auch schwer für Frau Dr. Murkel im viel zu weiten und hohen Kanzlersessel (GAZgerd hatte immer ein Polster aus verschiedenen seidenen Kissen untergelegt. Sah aber auch doof aus, weil die Beine in der Luft zappelten. Steinmeier schob ihm oft ein Matruschka-Schemelchen aus Putinschen Wäldern unter). Da verteilt die untätigste aller bisherigen Nachkriegsregierungen die Almosen, die aus der Speisung der „notleidenden“ Banken und deren grandiosen Flopmanagern an das Volk über geblieben waren und keiner ist so richtig dankbar. Dabei war das doch so schön gedacht. Konjunkturprogramme für französische, rumänische, koreanische und evtl. noch japanische Kleinautobauer. Deutsche Fahrzeuge liegen ja eher dadrüber.

Die Gebrauchtwagenhalden nehmen Altautostapel bis in den verhangenen Himmel ein, die Verschrotter wissen angesichts der Krise in der Stahlerzeugung nicht, wo sie das gepresste Autozeugs hintun sollen und den Werkstätten fehlen nun auch noch Kunden. Das Volk ist richtig undankbar, man sollte ihm nur noch Kuchen statt Brot zu essen geben. Die nun geplante Abwrackprämie 2 nehmen wir und wracken diese Regierung und gleich ein paar Parteien mit ab.

Bertelskrake giftet weiter

Europas größter Medienkonzern Bertelsmann aus dem Straßendorg Gütersloh nebenan hält an seinem Ziel fest, das Geschäft mit kommunalen Dienstleistungen auch in Deutschland aufzubauen. Bisher betreibt Bertelsmanns Dienstleistungssparte Arvato lediglich ein Pilotprojekt mit der Verwaltung der Stadt Würzburg, das bisher jedoch noch keine Nachahmer gefunden hat – unter anderem wegen politischer Widerstände gegen das Outsourcing öffentlicher Dienstleistungen an private Anbieter. „In Deutschland ist man mit dem Thema noch nicht soweit, hier gibt es noch Ressentiments“, sagt Bertelsmann-Vorstandschef Hartmut Ostrowski im Interview mit HORIZONT, Zeitung für Marketing, Werbung und Medien (Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main).

Am Dienstag dieser Woche verkündete Ostrowski für den Bertelsmann-Vorstand für 2009 öffentlich einen Verzicht auf
Tantiemen-Ansprüche. Dadurch würde bei jedem der bisher fünf Vorstände das Einkommen mindestens halbiert, hieß es. Dies darf als Signal an die weltweit über 100.000 Bertelsmann-Mitarbeiter gedeutet werden – als Vorbereitung für mögliche Gespräche über Gehaltsverzicht oder gar Stellenabbau.

Lieber Herr Ostrowski, ein gütiges Schicksal möge weiteren deutschen Gemeinden ersparen, von Arvato verwaltet zu werden.

Schon für die „115“ geblecht?

Auch die Metropole hat sie, die gepriesene bundesweit einheitliche „Behördennummer“ 115. Unter einer einzigen Telefonnummer gibt die öffentliche Verwaltung Auskünfte über Leistungen der öffentlichen Verwaltung, und lässt sich dafür noch bezahlen. Bei Anruf per Handy an die Nummer 115 bis zu 50 Cent die Minute. Aus dem Festnetz bis zu 39 Cent die Minute.

Ausgedacht hat sich dies eine Projektgruppe aus Schäubles Innenministerium und dem Land Hessen. Koch lässt grüßen. 2 Jahre wurde an diesem Projekt gearbeitet. Und jetzt wird das ganze noch als bürgernahe und bürgerfreundliche Maßnahme beworben. Seit dem 24. März wird diese neue Service-Rufnummer 115 in ausgewählten Kommunen erprobt. Zwar kann man diese Nummer nur an den Wochentagen von 8 -18 anrufen, aber es wird versprochen, dass 75% der Anrufer innerhalb von 30 Sekunden weitergeleitet werden. Dafür sollen weitere Service-Center eingerichtet werden. Das Land Bremen nimmt zwar an dem Pilotprojekt noch nicht teil, sieht den Vorteil des Projekts D115 aber vor allem im Kostenbereich:

– Herauslösung von (Teil-)Prozessen aus der bisherigen Sachbearbeitung
– Optimierung der Kernprozesse / effizienterer Personaleinsatz
– Zentralisierung von Auskunftsdiensten und „Erst-Bearbeitung“
– mittelfristig mögliche Kostenreduktion

Dreimal testweise angerufen. Zweimal dauerte es mehr als 1 MInute, bevor irgendeines dieser unsäglichen Callcenter abhob. Auskunft so lala. Unglaublich. Der Bürger muß dafür bezahlen, daß er selbstverständliche Auskünfte „seines“ Staates erfahren will. Oder ist es bereits vollständig „ihr“ Staat? Aber was soll dabei herauskommen, wenn ausgerechnet Schäuble und Koch sich etwas ausdenken?

Geldverschleuderer Staat hält alle unter Generalverdacht

„Nur wenigen Steuerzahlern ist bewusst, wie lückenlos vernetzt die Ämter bereits mit anderen Behörden sind“, sagt Steuerberater Günter Hagemann aus Lüneburg, der selbst früher als Finanzbeamter gearbeitet hat. Bekannt ist gewöhnlich, dass sich die Finanzämter mit Kirchen, Gemeinden, Lebensversicherungen oder Bausparkassen rege austauschen. Auch Banken müssen mittlerweile umfangreich Kontodaten mitteilen; seit vergangener Woche ist das Bankgeheimnis kaum noch existent. Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte die Schwelle gesenkt, ab der Betriebsprüfer von Banken sogenannte Kontrollmitteilungen an die Finanzämter der Anleger schicken dürfen. Künftig muss nun kein konkreter Verdacht mehr auf eine Straftat vorliegen. Quelle: Financial Times Deutschland.

Taj, da erhebt sich doch die Frage, wer eigentlich von Seiten der Beschnüffelten, Bespitzelten, Überwachten die Chance hat, mal zB. das Bielefelder Finanzamt Innenstadt zu prüfen? ZB. auf „Verwendung der Steuergelder“. Da hörft man nur den ebenso bescheuerten wie dümmlichen Begrfiff „Systemimmanent“. Wer es glaubt, wird heilig gesprochen.

Ein Hauch Altmeppen in OWL

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Manchmal siehts hier so richtig chic aus. Ach so, Sie können ja nicht wissen warum. Also, in der Kunsthalle Emden, von Lieschen Müller aka Henri Nannen (ja, da war der „stern“ noch einer) gegründet und von seiner Frau Eske rührig weiterentwickelt, hängt ein Bild von Heiner Altmeppen. „Norddeutsche Landschaft“ heißt es. OWL kann sich da durchaus neben sehen lassen. Zumal es an der Küste eher keine Hünenburg, keinen Teutoburger Wald und keine „Nicht-existente-existente-Großstadt“ namens Bielefeld gibt.

Neues Futter für paranoide Politiker

Die britische Regierung plant einem Bericht der BBC zufolge, die Erfassung von Kommunikationsdaten im Rahmen der Vorrats –
datenspeicherung auch auf Chats und Social Networks auszudehnen. Analog zur flächendeckenden Überwachung und Archivierung des E-Mail-Verkehrs sei man dabei aber nicht an Inhalten interessiert, wie ein Sprecher des Innenministeriums klar machte, sondern nur daran, wer da mit wem kommuniziere.

Großbritanniens Innenminister Vernon Coaker: Will jeden denkbaren Kommunikationsweg überwachen Gerechtfertigt wird der Plan wie üblich mit dem Killerargument der Prävention gegen Kriminalität und Terrorismus. Kriminelle Banden und Terroristen könnten, so vermutet das britische Innenministerium offenbar, Plattformen wie MySpace oder Facebook für ihre Kommunikation nutzen. In der britischen Netzöffentlichkeit sorgt diese theoretisch denkbare Möglichkeit eher für Lacher: Die Kommunikation über Social Networks gilt als unheimlich wenig heimlich – öffentlicher geht es nicht

Ich gehe jetzt einfach mal die Wette ein, daß die politischen Halbamateure nicht einmal wissen, wo man einen Rechner überhaupt einschaltet. Beim Internet lassen sie sich soufflieren. Aktuell hat Keksröschen von der Leyen (eigentlich müßte sie sich: Laien schreiben) für weitere feuchte Träume bei Chefparanoiker Wolfgang S. gesorgt mit dem halbgaren Gesetz, das „Kinderpornografische Seiten verhindern soll“. Ach ja…… Nicht atmen schützt auch vor Lungenkrebs.

Das ist doch noch nicht alles

Die Rettung der Skandalbank Hypo Real Estate (HRE) kann für die Steuerzahler deutlich teurer werden als bisher bekannt. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner aktuellen, Morgen erscheinenden Ausgabe berichtet, liegt dem Finanzministerium ein geheimes Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers vor, wonach die Ausfallrisiken auf bis zu 60 Prozent der Bilanzsumme des Immobilienfinanzierers steigen könnten. Das wären im schlimmsten Fall 235 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der Bundeshaushalt beträgt in diesem Jahr rund 290 Milliarden Euro.

Immer diese „geheimen“ Gutachten. Wie sehen denn dann die wirklich geheimen Gutachten aus? Ob die Verwaltung der Metropole auch solche geheimen Giftpapierchen bezüglich „Cross Border Leasing“ im Tresor hat? Würde mich schon interessieren.

Bei Forsa liest sich das sicher anders

Die Misstöne der jüngsten Zeit zwischen Kanzlerin Angela Merkel von der CDU und FDP-Chef Guido Westerwelle scheinen dem bürgerlichen Lager nicht zu bekommen. Die Folge: Union und Liberale haben derzeit erstmals nach Monaten keine Mehrheit in der Wählergunst mehr. Das ergab die aktuelle Meinungsumfrage des Bielefelder Emnid-Instituts.

Der gestern veröffentlichte Erhebung für den Nachrichtensender N24 zufolge, kommen CDU und CSU dabei zusammen zwar unverändert auf 33 Prozent. Aber: Die Liberalen verschlechtern sich um einen Punkt auf 15 Prozent.

Unsere Emnidados haben wohl keinen so guten Draht ins Reichspropagandaamt wie Forsa-Manipulinski Güllner…..

Da kommt es auch schon über den Ticker. Forsa-Manipulinski Güllner hat wieder zugeschlagen:

Die Unionsparteien sind nach einer neuen Umfrage in der Wählergunst wieder leicht gestiegen. Bei der am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Erhebung für das Magazin „Stern“ und den TV-Sender RTL verbesserten sich CDU und CSU um einen Punkt auf 34 Prozent. In der Vorwoche war die Union auf den Umfrage-Tiefstand vom Juli 2006 gerutscht. Die FDP büßte einen Prozentpunkt ein und liegt jetzt bei 16 Prozent. Zusammen hätte eine schwarz-gelbe Koalition mit 50 Prozent aber weiter eine klare Mehrheit gegenüber SPD, Grünen und Linken. Die Sozialdemokraten blieben bei 24 Prozent der Stimmen, auch die Grünen mit 10 und die Linkspartei mit 11 Prozent waren gegenüber der Vorwoche unverändert.

So langsam fällt auch dem Dümmsten das Spiel aus dem Reichspropagandaamt auf.

Frühling?

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Womit wir das am 25. März 2009 verdient haben, entzieht sich mir. Aber Tief „Herbert“, wie es in der NW heißt, bringt laut T-online als „Ingolf“ jedenfalls Kälte und Schnee. Bibberbibber.

Angepasst. Verdrängt. Hauptsache unscheinbar. Die deutsche Feigheit

Das alles wiederum machte der stalinhaft-klammheimlichen Kohl-Killerin Merkel Mut, und sie erklärte plötzlich immer öfter, immer lauter, immer schamloser: „Ich war keine Heldin. Ich habe mich angepasst.“ In einer Rezension von Jana Hensels Buch „Zonenkinder“, der traurigen Geschichte der lustigen Ostdeutschen im neuesten Deutschland, ging Angela Merkel sogar noch weiter. Sie machte aus ihrer Vergangenheit ihre und unsere Gegenwart. Sie schrieb, die stilbildenden Folgen dieses Satzes genau einkalkulierend, sie „halte die Regeln, die sich die Zonenkinder auferlegten, für absolut praktikabel: Nichts sagen, Mund halten, alles andere führt zu Chaos.“ Eine solche Extrem-Untertanin darf jetzt also das Drehbuch von sechzig Millionen westdeutschen Leben umschreiben.

Maxim Biller, FAZ.net

Das erinnert mich an einen Besuch aus Dresden. Nicht einmal sehr lange her. Zu DDR-Zeiten „innerer Widerstand“. Die von Dr. Merkel so glorifizierten Regeln „Nichts sagen, Mund halten, alles andere führt zum Chaos“. Sagte er damals. Sagt er heute. Perfekt. Sich aber aufgeigen über die „gemessen an Dresden mickrige Bielfelder Altstadt“, das brachte er fertig. In seiner inneren Nische verharrend hätte er das zu DDR-Zeiten wohl nicht gewagt, zu sagen. Da war die Frauenkirche ein angekokelter Steinhaufen, das Schloß ein Trümmerfeld und man wurde von mißmutigen Kellnern in die Schlange der „Sättungsbeilage“ Erbittenden eingeteilt. Wer das Ganze letztlich gezahlt hat, hat er verdrängt. Daß Dresden sämtliche städtischen Wohnungen – mit Steuergeldern gebaut – an eine „Heuschrecke“ verhökerte und plötzlich Schuldenfrei dastand, hat er verdrängt.

Deutsche Verdrängung. Ganz normaler Alltag heute.