Archiv für den Monat: Februar 2009

Verhundefizierte Langeweile

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Blöder Karnevalsdienstag. Keiner kümmert sich richtig um mich. Alle gruscheln sie an irgendwas rum. Draußen scheint die Sonne. Gut, daß ich (noch) nicht lesen kann. Mir würden sonst wohl die Haare zu Berge stehen. Sagt Herrchen immer. Nicht mal auf die Sparrenburg will er mit mir gehen.

Nettes Kompliment

Die Bundestrainerin lobte auch die hervorragenden Bedingungen im Quartier in Marienfeld und freute sich, in Bielefeld spielen zu dürfen. „Hier könnten wir öfters spielen“, freute sich die 44-jährige.

DFB-Bundestrainerin Silvia Neid heute auf der Pressekonferenz in Marienfeld zum morgigen Länderspiel (16 Uhr) gegen China. Ja, so ein Zweitligataugliches Stadion, das hat schon was. Auch wenn es garantiert nicht ausverkauft sein wird. Das möchte man bei Hausherr Arm. Bielefeld wahrscheinlich auch nicht. Bei ausverkaufter neuer Osttribüne würden ja auch die schönen blauen und bei Regen naß werdenden Sitzchen verdeckt. Die „besten Plätze der Stadt“ sind ohnehin weiter oben und mit Kaviarschnittchen verbunden.

Wann war das letzte Bier?

Im Jahr 2008 wurden in Deutschland nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 87,9 Millionen Hektoliter Bier konsumiert; diese Menge schließt auch Biermischungen, aber nicht alkoholfreies Bier und Malztrunk ein. Auch wenn nicht
jede/r Bier trinkt und manche umso mehr – rein rechnerisch ergibt sich daraus ein durchschnittlicher jährlicher Verbrauch von 123,9
Liter Bier je potenziellem Biertrinker (Personen im Alter von 15 Jahren und älter). Diese Menge entspricht etwa einer kleinen Flasche Bier oder exakt 0,34 Liter pro Tag. Der Inlandsverbrauch errechnet sich aus dem versteuerten Absatz, in dem auch die importierten ausländischen Biere enthalten sind, zuzüglich Bier, das von Brauereien unentgeltlich als Haustrunk an Ihre Angestellten abgegeben wird. Exporte sind im Inlandsverbrauch nicht enthalten.

Ich bekenne: das letzte Bier war ein 0,3l-Radeberger. Im Januar. Danach nichts mehr. Und bei Ihnen?

Kündigung wegen 1,30 € rechtens?

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Die Berliner Kassiererin „Emmely“, die Pfandbons im Wert von 1,30 Euro unterschlagen haben soll und deshalb gekündigt wurde, hat den Rechtsstreit auch in zweiter Instanz verloren. Das Landesarbeitsgericht erklärte die fristlose Kündigung durch ihren Arbeitgeber heute für wirksam. Es seien alle Voraussetzungen für eine Verdachtskündigung erfüllt, urteilten die Richter. Damit bestätigten sie die Vorinstanz. Der Fall hatte über die Grenzen Berlins hinaus Schlagzeilen gemacht, weil die Kassiererin Barbara E. und Gewerkschafter dem Unternehmen vorwarfen, den Vorfall als Grund für die Kündigung nur vorzuschieben.

Ich habe ja immer gesagt, die Justiz sei die einzig verläßliche, gerechte Größe in diesem Land. Urteile werden ausgewürfelt, drohende Gefängnisstrafen per Verschlafen des Termins in Geldstrafen korrigiert, aufgeweckte Staatsanwälte weggemobbt oder strafversetzt. Und manchmal fliegt eben auch jemand wegen lumpiger 1,30 €. Was gäbe ich darum, mit der Faust dreinschlagen zu können, diese perverse Mischpoke bei den Haaren zu greifen und mit der Nase im Mist auf das hinzuweisen, was derzeit im Banksterunwesen gang und gäbe und von „ganz oben“ sogar gedeckt ist: Gauner in Nadelstreifen, Bescheisser, Betrüger ohne Charakter. Schon einen angeklagt gesehen? Eben. Bei 1,30 € wäre das wohl eher passiert als bei X Milliarden. Vielleicht können Steinbrück und Dr. Murkel aber auch nur nicht bis drei zählen.

Sollte die gelbe neoliberale Gefahr des Guido Westerwelle samt ihren Niebels, Brüderles und vorbestraften Ex-Ministern im Herbst mit an die Macht kommen, ist sogar noch eine Steigerung drin. Wer mit seiner Denke „18% Freibier für alle und für Wenige das Meiste“ die komplette Weltwirtschaft fast aushebelt, den lieben die Leute und wählen eine solche Partei. Siehe Hessen.

Wer da meint, hiesige Richter an Amts – und Langricht würden derlei Urteile „Im Namen des Volkes“ nicht sprechen, darf sich gerne einmal die Entscheidungen aus 2008 anschauen. So viel Holz können sämtliche Pferde Ostwestfalens gar nicht kotzen, wie da rumliegt. Die Damen und Herren im schwarzen Talar mit den Binden vor den Augen steigen einfach drüber.

Ach ja: Unsere extrem intelligente Bundesregierung unter Dr. Murkel denkt grad darüber nach, Opel einen „Schnellkredit“ zu geben. Und das vor dem Hintergrund des „Rekordabsatzes und besten Monats seit 5 Jahren“. GM hat Hochstirn Steinbrück schon mal die Kontoverbindung bei der Citybank Detroit gefaxt. Bei Lehman hat so ein Manöver trotz bekannt gewordener Insolvenz ja auch in der KfW geklappt. Konsequenzen? Siehe weiter oben unter „Richter“. Bitte aufpassen, meldet Radio Bielefeld soeben. Oben am Niederwall kotzt grad wieder ein Pferd Holz.

Mohnkuchen zu den Schulaufgaben. Für 19,99 €/Monat

Zum Start der Online Lernplattform scoyo setzt fischerAppelt, furore das Bertelsmann Tochterunternehmen mit einer
umfassenden Kampagne in Szene. Unter dem Claim „Mach dich schlau.“, soll das Lernportal bei Eltern sowie Schülern der Klassen eins bis sieben bekannt gemacht werden. Dazu wird es ab April neben Print-Motiven auch verschiedene Online- sowie Below the Line Maßnahmen geben. „Als interaktives Lernportal verbindet scoyo auf einzigartige Weise Lehrinhalte mit Unterhaltung. Wir freuen uns sehr, dieses innovative Format mit einer Kampagne unterstützen zu können“, so Tobias Schlösser, Geschäftsführer von fischerAppelt, furore. Die Agentur hatte sich Ende 2008 in einem mehrstufigen Pitch als Lead-Agentur durchgesetzt.

Neben der Werbung zeichnet sich fischerAppelt auch für die PR von scoyo verantwortlich. Diese wird vom Münchener Standort der
Agenturgruppe betreut, der auf eine langjährige Erfahrung in der Marken-PR für die Bereiche Education & Entertainment mit Kunden wie Lego und Disney zurückblicken kann.
Aus einer Pressemeldung der für ihre Arroganz sehr beliebten Hamburger Werbe- und PR-Butze.

Schön, wie man sich – reichlich honoriert – für die „Ziele“ der Gütersloher Bertelsmann-Krakentochter für 19,99 €/Monat begeistern kann. Kaufen Sie Ihrem Kind lieber für 19,99 €/Monat eine Kiste Äpfel. Der Schritt hin zu Reinhard Mohns beschissenem „Quartals-Vorschlagsband“ aus dem hauseigenen „Buchclub“ ist vorprogrammiert.

Was macht eigentlich „Die Linke“ Bielefeld?

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Also Freunde, Ihr müsst jetzt sehr tapfer und stark sein. Ab sofort liest Wolfgang „Stasi 2.0“ Schäuble auch im Bielefeld-Blog mit. Und das kommt so: Obwohl CDU/CSU nach der Wende lecker mit sogenannten „Blockflöten“ aus ehemaligen Blockparteien angereichert wurden, ist die „Die Linke“ im Visier des Verfassungsschutzes, weil sie angeblich „Nachfolgerin der SED“ sei. Ach ja, seufz. Wie Agitation und Agitprop in einer angeblichen Demokratie geht, führt uns ja grad Ex-FDJ-Sekretärin und mutmaßliche „IM Erika“ Dr. Angela Murkel im siffigen Polit-Berlin mit ihrem Weg in den Staatskapitalismus vor. Banken – staatlich. Opel – staatlich. Schaeffler – staatlich. Passt zwar alles nicht zu dem, was die Union und die FDP jahrzehntelang gepredigt und die Splitterpartei SPD schließlich mit den Grünen im Boot unter GAZgerd so ganz gegen ihre eigentliche Wählerklientel vollendete, aber lassen wir das mal so stehen. Wir wissen ja alle noch, was aus der populistischen „Rettung“ des damaligen Holzmann-Konzerns in Franfurt durch den lippischen Gummistiefler wurde.

„Die Linke“ hat im Gegensatz zu „staatstragenden“ Parteien eine aktuelle Website. Unter „Sonntag, 22. Februar 2009“ prangt der Eintrag, der Bielefelder interessiert und worüber man in den Holzmedien der Metropole eher rudimentär liest („Bähh, Linkspartei, bäähh. Ab in die Schmuddelecke“):

Bürgerbegehren in Sachen Stadtbibliothek

Einfach mal lesen. Und das sei den hochtrabenden und in den letzten Jahren so katastrophal versagenden Staatsparteien mal ins Stammbuch geschrieben: Wer zu doof ist, die rechte NPD zu verbieten oder es eventuell auch gar nicht will, der soll das Maul über Andere halten. Auf dem rechten Auge ist die „bürgerliche Mitte“ traditionell ziemlich blind. Das, was wir gegenwärtig als „Krise“ im Finanzwesen und zunehmend der Realwirtschaft präsentiert bekommen, hat sehr viel mit der Politik der CDU/CSU/FDP/SPD/Grünen zu tun. Hier in Bielefeld ist es an der Zeit, die Schnarchnasen aufzumischen. „Hundert Jahre Kesselbrink wie er sich heute präsentiert“ ist zum Beispiel kein erstrebenswertes Ziel.

„Pickert mit Rübensaft“. Oder: „Die wahre Wahrheit über die Varus-Schlacht“

2000 Jahre ist sie her, die Varus-Schlacht, als Hermann der Cherusker die stolzen Römer hier stoppte. Mythen und Sagen ranken sich um Ort und Tat. Aber ein tapferer Bielefelder Lehrender (ob er persönlich dabei war, läßt er offen) namens Jürgen Buchmann
hat in seinem noch unveröffentlichten Buch „Helden. Geschichten aus OWL“ die Briefe des Quintilius Varus an Tacitus aufgeschrieben. Wir dürfen schon einmal exclusiv in die beiden ersten Briefe schauen und lesen Köstliches:

ALLES KLAR IN OSTWESTFALEN.
DIE GEHEIME KORRESPONDENZ
DES QUINTILIUS VARUS

Die Frage, wo die Varusschlacht stattfand, ist in mehr als 700 Untersuchungen diskutiert worden. Sehr viel seltener wurde die Frage geprüft, ob sie überhaupt stattfand. Der folgende, bisher unpublizierte Briefwechsel wirft darauf ein neues Licht.

I.

Varus Tacito salutem.

Mein lieber Tacitus! Die germanische Expedition gestaltet sich vollständig anders als vorgesehen. Wir sind nirgends auf nennenswerten Widerstand gestoßen. Lediglich das Fünfte Pionierbataillon unter Gaius Manilius wurde bei dem taktischen Versuch, die Rheinbrücke bei Köln abzureißen, zurückgeworfen. Ich habe mich darum entschlossen, die Legionen unter Gnaeus Lerius in Xanten zurück-zulassen und den Weg nach Ostwestfalen-Lippe mit einer Bedeckung von lediglich einhundert Mann aus der Decima Nona Augusta allein fortzusetzen. Unser Ziel wird Bielefeld sein, die Kapitale des Landes. Ein heckenschneidender älterer Herr, der uns in Harsewinkel am Gartenzaun den Weg erklärte, machte viel Rühmens von dem Ort, der sechzehn Beerdigungsinstitute besitzen soll.

Ich schreibe dies in dem Lager, das wir heute bei Borgholzhausen zu Füßen des Teutoburger Waldes aufgeschlagen haben. Das Städtchen ist für seine Lebkuchen bekannt; als Nachtmahl war dennoch wie seit Tagen nur Pickert mit Rübensirup zu erhalten, das Einzige, wovor die Truppe sich fürchtet. Die Männer fassten missvergnügt Essen, beaufsichtigt von Sextus Abulenius, unserem Centurio, der mit der unnachgiebigsten seiner Mienen ihre Feldgeschirre füllte.

Inzwischen ist es Mitternacht. Weit entfernt, irgend-wo in der undurchdringlichen Finsternis, kläfft ein Hund. Das Lager liegt im Schlaf, und nichts ist zu hören als die Parole der Wache „Livia Augusta“ und die wiederkehrende Antwort „Semper felix faus-taque“: der militärische, pendelnde Puls der Nacht, der jedem Soldaten aus dem Halbschlaf vertraut ist, präzise wie der Mechanismus einer alexandrinischen Klepsydra. Ich blicke auf und sehe an dem samt-schwarzen Himmel die gleiche Milchstraße funkeln, die ihren Silberstaub über die Zypressen von Rom streut. Und während ich die Decke über meinen Kopf ziehe, frage ich mich, wann ich wieder zu Hause sein werde.

Am späten Vormittag sind wir in Werther einmarschiert, einen Ort, der für die Schönheit seiner Frauen und seine Bonbons bekannt ist. Die Eindrücke sind mehr oder weniger die gleichen wie überall, wo wir einmarschieren, sei es in der Cyrenaica, Cappa-docia oder Germania Inferior: Die Straßen gesäumt von Barbaren, die halb verblüfft, halb misstrauisch unsere Rüstungen begaffen; schreiende Kleinkinder, kichernde Teenies und Ordnungskräfte, die schwitzend den Verkehr umleiten. Ich wurde gefragt, ob unser Zug angemeldet sei. Meine in lateinischer Sprache gegebene Antwort, wir seien im Auftrag des Göttlichen Augustus gekommen, um Ostwestfalen-Lippe zu pazifizieren und der Herrschaft des Senats und des Römischen Volks zu unterwerfen, schien den Mann zu beeindrucken; er gab achselzuckend den Weg frei.

Die Manieren der Einheimischen haben im allgemeinen wenig Gefälliges. In Huxohl, einer Ortschaft, die aus einem Zapfhahn und einer Kegelbahn besteht, zog ich Erkundigungen über den Weg nach Bielefeld ein und empfahl mich mit einem verbindlichen Lebwohl, „Fac valeas.“ Der Flegel warf mir einen Blick zu und erwiderte säuerlich „Fuck yourself. “

Ich sende Dir diesen Reisebericht mit einer Brieftaube, die nach Xanten zurückeilt, pünktlich genug, wie ich hoffe, für ihre gefiederte Kollegin, die nach Rom geht. Vale.

II.

Varus Tacito salutem.

Heute am frühen Nachmittag marschierten wir in Bielefeld ein. Ich ließ die Männer auf dem Kesselbrink antreten, pflanzte den römischen Adler und die Rutenbündel auf und ergriff in einer kurzen, aber würdigen Zeremonie im Namen von Senat und Volk von Rom Besitz von dem Land, nicht ohne an die Wohltaten des Göttlichen Augustus in der Vergangenheit zu erinnern und Freundschaft und Schutz des Römischen Volks in Aussicht zu stellen.

Zwei Uniformierte, deren Fahrzeug sich mit Sirene und Blaulicht den Weg durch die zusammengeström-te Menge gebahnt hatte, forderten mich auf, meine Papiere vorzulegen. Ich ließ ihnen von meinem Adjutanten eine vorbereitete Mappe überreichen, die Bilder von Korinth und Karthago enthielt, vorher und nachher. Gaius Sempronius, unser Artillerie-offizier, unterstrich entgegenkommend, es werde nicht mehr als eine halbe Stunde brauchen, um eines unserer Katapulte zu montieren, und nur einen Bruchteil dieser Zeit… er unterbrach sich, um einen Blick auf das gegenüber befindliche Polizeipräsi-dium zu werfen. Die Beamten blätterten mit erkennbarer Nervosität in unserer Dokumentation. Eine mit dem Handy geführte Debatte mit einem Vorgesetzten konzentrierte sich, parallell zur Montage unseres Katapults, auf geeignete Formen der Deeskalierung. Schließlich ersuchte man uns, zunächst auf den Johannisberg abzurücken, ein Gelände am Teutoburger Wald, das sich besser zum Lagerplatz eigne.

Nach kurzer Beratung mit meinen Offizieren und Prüfung der Karten erklärte ich mich einverstanden. Unter Blaulichtgeflacker verlegte die Truppe auf die bezeichnete Höhe, wo wir das Lager aufschlugen. Trotz der Proteste hinzugeeilter Zivilisten gelang es unseren Fourageuren, in einem nahegelegenen Wildpark zwei Wisents zu erlegen, eine Art wilder Rinder, an denen die Wälder Germaniens reich sind und die eine willkommene Abwechslung zu unserem Pickert mit Rübensirup lieferten.

Schon spreizt meine gurrende Post ihr Gefieder: Vale.

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Jürgen Buchmann, geboren 1945 in Schaumburg-Lippe, promovierte in Philosophie und Klassischer Philologie und lebt seit 1975 als Schriftsteller und Lehrender der Universität in Bielefeld, umgeben von Grammatiken, Musikinstrumenten und lippischen Landkarten. Sein literarisches Werk umfasst neben der HERMANNSVERFINSTERUNG Satiren, Essays, Reden, Parodien, Über-setzungen und poetische Prosa. Ein Sammelband mit dem LOGBUCH VOM MEER DER FINSTERNIS, der PHANTASTISCHEN TOPOGRAPHIE DER HANSESTADT LÜNEBURG, der GRAMMATIK DER SPRACHEN VON BABEL und der EINSCHIFFUNG NACH CYTHERA ist unter dem Titel ABWESENHEITEN für 2009 vorgesehen.

Mehr zu Autor und zum Bielefelder Verlag erclickt man sich hier.

ARGEs Offenbarungseide

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Naive Menschen mögen sich ja von den hiesigen Politgrößen, der IHK und dem Handwerksverband Sand in die Augen streuen lassen, die Realität übertrifft aber bei weitem das gefühlt Geahnte. Bei der Lehrstellenversorgung protzen Bielefeld mit Platz 171, Herford 176 und Detmold mit 175. Lediglich Paderborn „glänzt“ mit Platz 146. Und das im bundesweiten Vergleich. Ein Armutszeugnis ohnegleichen. Das BIBB – Bundesinstitut für Berufsbildung – hat jetzt diese Zahlen vorgelegt. Wir, die wir hier ständig große Reden hören, welch Hort der Glückseligkeit OWL sei, greifen uns ein weiteres Mal an den ohnehin schon geplagten Kopf. Schlusslichter in ganz Deutschland. Hat was von Arm. Bielefeld. Stimmts? Wird aber auf dem Rücken der Jugendlichen ausgetragen. Peinlich auch, weil die zu allem ihren billigen Senf hinzugebende Bertelsmann-Stiftung hier ansässig ist. Aber die hat für den zuständigen Minister Olaf „Tranflöte“ Scholz SPD sicher schon das Patentrezept „Jugendliche zahlen ihre Ausbildungsplätze bei Vollzeitbeschäftigung selbst. Das Nullsummenspiel“ in der Schublade. Man hat nur noch keinen neuen Schreibtisch für den passenden Lobbyisten im Berliner Sumpf gefunden.

„Krieg ich jetzt Abfrackprämje?“

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Kaum war der 5 jährige Pfiffikus aus der geduckten Metropole unter der Sparrenburg mit seinem gewaltigen Bauwerk aus Legosteinen fertig, stellte er auch schon die entscheidende Frage:

„Was krieg ich als Abfrackprämje?“

Wir schauten uns an und überlegten. „Sagen wir mal, 10 längste Pralinen der Welt“.

Ok. Wir machten den Deal. 10 längste Pralinen wechselten den Besitzer, er übergab uns automobiles Bauwerk, Zulassung, Nummernschilder und den Kraftfahrzeugbrief, den wir rot durchkreuzten. „Entwertet bei Aufsichtspersonen“. Die weitere Arbeit erledigte der Riesenkasten, in dem die Steine zerbröselnd verschwanden. Was sagt uns das? Bitte lesen Sie die Nachricht aus dem Eulenspiegelland:

Missbrauch mit der Prämie soll künftig erschwert werden. Laut Bundeswirtschaftsministerium müssen Autokäufer, die in den Genuss der 2500 Euro kommen wollen, nach der Verschrottung des alten Wagens nicht nur die Zulassungspapiere einreichen, sondern auch den entwerteten Fahrzeugbrief. Mit der Verabschiedung des Konjunkturpakets II im Bundesrat an letztren Freitag wurde auch die Neuerung beschlossen, die Missbrauch verhindern soll. Die Vorlage des entwerteten Kraftfahrzeugbriefes beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) soll verhindern, dass angeblich verschrottete Autos weiter genutzt werden.

Heißanochjuchhei. Eiderdaus. Beamtens haben tatsächlich nach einigen Monaten Bedenkens gemerkt, daß auch der Kraftfahrzeug
schein entwertet werden muß, um die Verschrottung zu dokumentieren. So lange die Leitung vom weichen Bürostuhl bis hin zum Hirn, der logischen Bedenkung eines Gesetzes und seiner praxisnahen Umsetzung so lang ist, braucht uns um den von uns hoch gesponserten Berufsstand nicht bange zu sein. Die heilige Allianz Politiker – Banker – Juristen – Beamte ist es, die uns ruhig schlafen läßt.

Susanne Klattens Antwort auf die Autokrise

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Gegenwärtig ist ja das weibliche Milliardärsdasein nicht der Einfachsten Eines. Da stellt Susanna Klatten, liebesfrustrierte Inhaberin der Münchner weißblauen Autowerke mit dem Propellerzeichen auch schon mal einem Liebhaber einen Karton mit 7 Millionen Euro in den Kofferaum. Von Frau Schaeffler im kackbraunen Gucci-Westchen mal ganz zu schweigen. Was Susannchen Klatten aus dem im 3. Reich so wundervoll profitierenden Quandt-Clan jetzt aber wohl als Mehrheitseignerin von BMW abnickte, ist sowas von daneben. In einer Zeit, wo kleine Kisten unter 10.000 € vom Volk vorgezogen geleast, finanziert oder zusammengestottert werden, kontert Susannchen mit einem allerliebsten Sportwägelchen. Und was tut unsere grandiose Lokalzeitung? Jubelt in schönstem PR-Stil mit und vergißt den Satz: „Ob das zeitgemäß ist?“. Nur diesen Satz, liebe NW und wir wären uns ein paar Millimeter näher gerückt. Ich verziehe Euch sogar die Nähe zur untergehenden ehemaligen Volkspartei SPD Gazgerdscher Versagerprägung.

Aber wo wir schon mal dabei sind, hier noch eine gar köstliche Schote aus dem Hause Wissmann in Berlin. Das ist der komisch aussehende Typ, der mal Minister war und nun der Autoindustrie präsidiert:

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Und im Wolfsburger Stammwerk fliegen die Spatzen in der stillen Halle 54 zwitschernd um die halb – und fertigen Gölfe und flöten: „Kauf mich, ich bin kein Abwrackprodukt“. Tirillilliiiliii. Wer wissen will, was „Halle 54“ ist, klickt hier.

Dabei dopt Hoppenheim mit Spätzle

Gegen die beiden Hoffenheimer Profis Andreas Ibertsberger und Christoph Janker ermittelt der DFB-Kontrollausschuss auf Antrag der DFB-Anti-Doping-Kommission, weil sich die beiden Profis bei den unangemeldeten Doping-Kontrollen nach dem Bundesliga-Spiel am 7. Februar 2009 bei Borussia Mönchengladbach (1:1) nicht korrekt verhalten haben. Die beiden zur Doping-Kontrolle ausgelosten Spieler hatten sich entgegen der Vorschrift des Paragrafen 7, Nr. 1, der DFB-Anti-Doping-Richtlinien nicht unmittelbar nach dem Abpfiff direkt vom Spielfeld in den Dopingkontroll-Raum begeben. Sie erschienen dort erst nach der Teilnahme an einer Mannschaftssitzung mit zehnminütiger Verspätung. Wer den Kraichgau kennt, der weiß: Das kann nicht sein. Die dopen da unten zwischen Heilbronn und Karlsruhe mit „Roschtbrate mit Spätzle und dazu einen Trollinger“.

Schade aber auch, daß Arm. Bielefeld bei der seinerzeitigen Niederlage gegen Hoppenheim keinen Stürmer des Dorfvereins des SAP-Milliardärs Hopp („Ich habe fast 2 Milliarden verloren“) erwischt hat. Wie meinte VfB-Stürmer Gomez nach dem Samstagspiel gegen Hoffenheim (3:3), als er im TV zu dem Verein gefragt wurde? „Die sind unsympathisch geworden“. Wozu sicher auch der Trainer Ralf Rangnick ein Scherflein beiträgt, der sich wie ein bekloppter Irrwisch im Coachingraum bewegt. Da lautet die Hoppsche Vorgabe dann doch wohl: „Mit alle Gewalt Meischter werde. Hanoi so isch das da“. Diese Ambitionen hat Arm. Bielefeld nicht. Wir haben aber auch keinen Roschtbraten mit Spätzle und Trollinger (Eine Rotweinsorte).

Ich kann Mißfelder

Da ist dem ZDF eine wirkliche Überraschung gelungen: Wenn bei der neuen Casting-Show „Ich kann Kanzler“ im Sommer nach jungen politischen Talenten gesucht wird, sitzt ihnen niemand Geringerer in der Jury gegenüber als der langjährige Außenminister der Bundesrepublik Hans-Dietrich Genscher. Neben ihm nehmen Comedian Anke Engelke und Moderator Günther Jauch Platz, um die 40 besten, debattierfreudigen Bewerber mit strengem Auge zu beurteilen, berichtet „faz.net“. Vier aus 40 werden dann ins Finale einziehen und müssen der prominenten Jury beweisen, dass sie das Zeug zum Politiker haben – immerhin winken laut ZDF ein „Kanzlergehalt und ein Praktikum da, wo große Politik gemacht wird.“

Siehste, geht immer noch doller. Falls sich niemand anders aus der Region oder der Metropole meldet, der vielleicht den Müntefering oder den Steinmeier machen will: Ich kann Mißfelder. Jung, doof, unverschämt. Zynisch geht immer. Vorbereitend suche ich mir per Telefonaquise eines heimischen Star-Arbeitgebers Adjutanten., Bedingung: CDU/FDP-Mitglied und bedingungslose Anbetung der 10 Thesen des Herrn Clement sowie der Frau Dr. Murkel: „Der Markt richtet allet. Watta nich richtet, machen wa passend.“

Hurra Deutschland. Alles andere richtet die Bertelsmann-Stiftung.

Ach, FDP haben wir hier auch?

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Die FDP hier in der Metropole und in OWL fällt eher durch Nichtauffallen auf denn durch wirkliche Aktivitäten. Da die gelbblaue Spässken-Partei aber gegenwärtig ja von Forsa Manipulinski Güllner gezielt hochgeumfragt wird, sei hier auch mal ein Blick auf die -sehr bescheidene – Website der Bielefelder Truppe gestattet. Letzter Eintrag unter dem 13.11.2008: FDP-Ratsgruppe empfiehlt stärkere Berücksichtigung des Abiturs an beruflichen Schulen in der Schullaufbahnberatung für die SchülerInnen der Sekundarstufe I.

Wahrscheinlich ist die von dem Medienunternehmer Thomas Seidenberg geführte marktradikalste Vereinigung noch so betrunken von dem Coup, in Hessen mit dem brutalstmöglichen Aufklärer Roland Koch zu koalieren, daß man keine Zeit hatte, seine Website zu überarbeiten. Warum auch. Angeblich strömen die Wählen ja nur nur so zu der Partei, deren grandiose Eckpfeiler grade im Banken – und Wirtschaftstsunami zusammengebrochen und ad absurdum geführt worden sind. Man kann sich etwas eigentlich potthäßliches auch im wahrsten Sinne des Wortes schön trinken. Skål!

Ob Varus hier seine Legionen tränkte?

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Während andernorts die Kamelle und Strüsscher fliegen, alkoholgeschwängerte Blicke von Prunkwagen herab die Welt in Rosarot tauchen und Wildfremde sich beim Schunkeln nahe kommen, ist es in und um die Metropole bis auf die Stättenj ausgelassenen westfälischen Karnevals („Knolli, Knolli, Schabau“ – Salzkotten-Scharmede) recht ruhig. Zeit zu überlegen, wo denn nun jener Varus, dessen Niederlage gegen Hermann den Cherusker wir in diesem Jahr hier einige tausend Male durchleben, seine römischen Legionen getränkt hat. War es hier?

Interessant auch Varussens persönliche Geschichte. Ersetzt man seinen Namen in der folgenden Passage einfach durch Peer Steinbrück, passt es auch 2000 Jahre danach:

Die Einsetzung des Publius Quinctilius Varus (um 46 v.Chr. bis 9 n.Chr.) als Statthalter in Germanien sollte sich als Fehlschlag erweisen. Varus hatte sich in Afrika und Syrien als sehr erfolgreicher Verwaltungsfachmann ausgezeichnet. Gerade diese Eigenschaft wurde ihm in Germanien zum Verhängnis. Zu überstürzt führte er die römische Gerichts- und Steuerverfassung ein. Er bedachte nicht, dass die Erhebung von Steuern in Germanien noch kaum bekannt war, deshalb als Unrecht empfunden wurde und große Verbitterung gegen die Römer hervorrief. Auch wünschten die Germanen keineswegs ein neue Gerichtsverfassung. Kurzum – die Germanen wollten keine Fremdherrschaft. Vor dem Hintergrund dieser gespannten Situation zwischen den germanischen Völkern und der römischen Besatzungsmacht sind die Ereignisse zu sehen, die im Jahre 9 n.Chr. zur «Schlacht im Teutoburger Wald» führten.

Siehste. Und wir wollen auch keine Herrschaft der Banken und der Politiker über den Staat. Folglich? Wo ist der neue Hermann, der die kommende Schlacht schlägt und gewinnt? Philipp Mißfelder mit Hüftgelenk und Hartz 4-Gutscheinen? Humpe Pampe Dumpe von und zu Guttenzwerg? Wohl kaum. Die hätte Hermann auch ohne Schwert mit der Gewalt seiner Worte erledigt. „Knolli, Knolli, Schabau!“. Genau.

Nachgetreten

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Offensichtlich guckt sich das DSC-Führungsbüro nicht die samstägliche Sportschau an. Auf der riesigen neuen Paradetribüne hockten ein paar verlorene Männeken und die Kamera zog gen leere Haupttribüne auf, wo wohl oben hinter erleuchteten „Skyoffice“ – Fenstern die Kaviarbrötli und der Champagner kreisten. Gespenstisch wie das Verharren der DSC-Oberen an den Preisen für die Tribüne. Irgendwie widersinnig: Lieber Leerstand als vernünftige Preise und volles Haus. So, liebe Freunde, seht Ihr auch uns auf lange Zeit nicht auf der Alm. Vielleicht kommen wir wieder, wenn es in Liga 2 gegen Union Berlin oder Kickers Emden geht. Die dann grad mal 10.000 können sich die Sitzplätze wohl aussuchen.

Bekloppte im Märchenwald

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Im Autokäufer-Märchenwald. Süßer die Abwrackglocken nie klangen……

Unweit des Hauses hörte ich laute Stimmen. Jubel, Gekreisch. Ein sichtlich nicht gehobener Einkommensschicht angehöriges Paar präsentierte den beamteten Freunden (71,7% Pension später) einen neuen schwarzen, kleinen Hüüüüundayyy. Worte wie „Keine Lust, den alten selbst zu verschrotten“ und „eigentlich war er ja 4000 wert“ und „Superschnäppchen“ fielen. Der Tanz ums schwarze Kälbchen aus Pjönjang dauerte eine gute Viertelstunde. Sie küßten und herzten das Wägelchen. Dann tuckerten sie weg. Beamtens winkten ergriffen. Welch försorglicher Staat. Sorgt sich um koreanische, japanische, französische und rumänische Arbeitsplätze. Wie damals bei Nokia in Bochum und Peng Kuh, als der Ramsch nach Rumänien zog und Minipräses Rüttschers dastand wie ein Arbeiterführer, dem man die Unterhose verkehrt herum angezogen hat. Die Halbdummen stellen die Wunschküche zurück, die ebentuell zusammenbricht und gieren nach 2500 €. Die noch Dümmeren verschulden sich und sitzen da, wenn der Tsunami aus Richtung Schaeffler, Opel usw. vollends hereinbricht. Und die Superdummen sind zu faul, mal nachzugucken, was ihr Schätzchen noch wirklich wert ist, bevor der clevere Händler es ein weiteres Mal auf den großen Transporter nach Litauen karren läßt.

Wenn aber die Abwrackprämie für jeden entsorgten Politiker kommt, dann bin ich dabei. Ich lege sogar freiwillig 2500 € pro Nase obendrauf!

Frage an unsere CDU-MdB: Kommt das hier auch?

Offensichtlich ist Wolfgang „Stasi 2.0“ Schäuble nur die paranoide Spitze des Überwachungswahneisberges der Unionsparteien. Darunter schlummert noch Ungeahntes, kaum Denkbares. Aber die politische Mischpoke bereitet schon eifrig vor. Anlaß ist die „gewaltige Terrorgefahr, auch durch Minderjährige“. In den Diensten und der Berliner Zeitung stand jetzt, worum es denen geht, die längst nicht mehr alle Tassen im Schrank haben und diesen Staat und das Gemeinwesen mit aller Gewalt zerstören wollen:

Ungeachtet einer Affäre um die illegale Speicherung von Daten Minderjähriger durch den Verfassungsschutz von Sachsen-Anhalt will die Union dem Bundesamt für Verfassungsschutz deutlich mehr Rechte geben. Das bestätigte der Innenpolitik-Experte der Unionsfraktion, Hans-Peter Uhl (CSU), der Berliner Zeitung. Demnach soll die Altersgrenze für die elektronische Speicherung personenbezogener Daten von derzeit 16 Jahren auf 14 oder zwölf Jahre gesenkt werden. Damit solle eine bessere Überwachung terrorverdächtiger Minderjähriger erreicht werden, so Uhl. Die Änderung des Gesetzes soll vor der Sommerpause erfolgen.

Die Opposition kündigte Widerstand gegen den Plan an, der auch in der SPD umstritten ist. „Das sind Vorschläge, die mir überhaupt nicht nötig erscheinen. Es gibt also keinen Grund, dem Vorschlag zu folgen“, sagte der Vorsitzende des Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD). FDP-Fraktionsvize Max Stadler sprach von der „Überschreitung einer Grenze“: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ein unabweisbares Bedürfnis für solche Praktiken gibt.“ Jerzy Montag (Grüne) erklärte, die Union gebe sich „dem allgemeinen Wahn nach vollständiger Überwachung“ hin.

In Sachsen-Anhalt ist bekannt geworden, dass der Landesverfassungsschutz zwei Jahre lang rechtswidrig Angaben über Kinder von unter 14 Jahren gespeichert hat. Diese seien im Zusammenhang mit rechtsextrem motivierter Kriminalität auffällig geworden. Die Daten hätten zwar auf Papier, aber nicht elektronisch erfasst werden dürfen.

Deshalb die öffentliche Frage an Lena Strothmann und CDU-Kollegen:

– Kommt das hier auch?

Es wird Zeit, daß jemand den Antrag stellt, diese Partei durch den Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Die Aufklärung des Kohl/Schäubleschen/Kochschen Parteispendenskandals ist immer noch anhängig.

Regalleere bei Aldi. Vorboten?

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So wie auf diesem heimlich geschossenen Handyfoto sah es gestern Nachmittag zu bester Kaufzeit in gleich drei Aldi-Läden im Westen und Südwesten aus. Und heute fiel mir dieser TAZ-Artikel in die Hände:

Bundesregierung rät zum Hamstern

Die Vorratshaushaltung ist aus der Mode gekommen. Dennoch empfiehlt die Bundesregierung, stets für zwei Wochen genügend Essen im Haus zu haben. VON HANNA GERSMANN

„Auf Nummer sicher gehen Sie mit folgendem Vorrat (pro Person für ein Jahr): 170 kg Weizen oder anderes Getreide im ganzen Korn, 45 kg Zucker oder Honig (Zucker hält jahrzehntelang, Honig ist unbegrenzt lagerfähig), 45kg Magermilchpulver (Haltbarkeit wird meist mit 2 Jahren angegeben, in Wirklichkeit kann man es weitaus länger lagern), 6 kg Salz (trocken unbegrenzt haltbar).“ … „Wenn Sie keinen Bauernhof besitzen oder keinen pachten können, sollten Sie sich mit einigen Bauern anfreunden und somit stabile Kontakte zu Lebensmittelerzeugern aufbauen.“ … „Pachten Sie einen Schrebergarten“ … „Kaufen Sie sich einen Brotbackautomaten.“ (www.krisenvorsorge.com)

Herbst letzten Jahres: Die Isländer stürmen die Supermärkte. Sie decken sich mit Milch und Obst ein. Soeben sind ihre drei größten Kreditinstitute zusammengebrochen. Winter 2009: Deutsche Banken brauchen Staatshilfe, einst erfolgsverwöhnte Automobilkonzerne schicken ihre Leute in die Kurzarbeit. Die Deutschen hamstern nicht. Sie legen wenig Vorräte an. Zu wenig, meint die Bundesregierung. Die Beamten im Hause von CSU-Verbraucherministerin Ilse Aigner klagen: „Über mögliche Versorgungsengpässe macht sich kaum noch jemand Gedanken.“ Ihr Tipp heißt: immer „gut gewappnet zu sein für den Fall der Fälle“.

Sie empfehlen jedem, stets einen Vorrat für 14 Tage im Haus zu haben. Aber wer will schon Dosengemüse horten? Zumal viele gar keinen Keller und keine Speisekammer besitzen. Und die Zeiten, in denen Hausfrauen im Sommer Erbsen, Bohnen, Pflaumen einkochten, damit es auch im Winter etwas zu essen gab, sind lange vorbei. So stößt man auch nur zufällig auf die praktische Lebenshilfe der Regierungsbeamten. In den 1960er-Jahren war das – zumindest in Westdeutschland – noch anders.

Die Bundesregierung wollte ein Land voller Hamster oder besser gesagt: eine Eichhörnchenrepublik. „Aktion Eichhörnchen: Denke dran, schaffe Vorrat ran“ – so rief sie die Haushalte Anfang der 1960er-Jahre auf. Bürger bekamen Broschüren in die Hand gedrückt mit Einkaufslisten für eine 14-Tage-Ration: Mehl, Pumpernickel, Schmalzfleisch. Mehrere Jahre ging das so. Es war Kubakrise, Kalter Krieg. Für die Eichhörnchenwerbung spendierte die Regierung jedes Jahre bis zu 1,5 Millionen D-Mark. Die DDR sparte sich solche Aufrufe.

Ende der 60er-Jahre galt Hamstern und Horten im Westen dann „als lächerlich“, meint der Göttinger Psychologe und Panikforscher Borwin Bandelow. Menschen im Norden neigten allerdings eher zum Vorräteanlegen als jene, die im Süden leben. Bandelow erklärt: „Als die Menschen nach Norden wanderten, mussten sie mit der monatelangen Kälte zurechtkommen.“ Sie fürchteten zu verhungern.

Angst? Die hatten viele, als der Atomreaktor in Tschernobyl in die Luft flog. H-Milch verkaufte sich damals gut. Medikamente wurden knapp, als die Vogelgrippe drohte. Zurzeit gibt es keine leeren Regale. „Die Finanzkrise sehen die meisten derzeit nicht als ihr Problem an“, meint Bandelow – „noch nicht“.

In den einschlägigen Finanzmedien ist die Rede vom „Bank-run“, der in den USA am Montag einsetzen soll. Und bei uns?

Angst vor Kellein?

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Ob die unendliche Kellein-Fehde gegen den Kunsthallencafé – Betreiber nun endlich ein Ende findet? Jedenfalls regen sich in Mitte endlich Politiker und haben die Nase voll von dem Affentheater des Kunsthallen-Kaisers. Die Frage bleibt, warum bis heute keinen Dienstanweisung ergangen ist. Der Mann steht weder unter Naturschutz, noch ist er unersetzlich, noch hat sein kindisches Verhalten Hand und Fuß. Aber er schadet der Stadt Bielefeld enorm.

Welche Imageprobleme die hat, zeigt heute eine von Bielefeld Marketing bei TNS Emnid in Auftrag gegebene Umfrage. 27% verbinden das geduckte Metropölchen unter der Sparrenburg mit Arm. Bielefeld, danach wird mit 13% die Uni genannt. 11% siedeln Dr. Oetker hier an. Mal weniger euphorisch betrachtet, ist das eigentlich recht traurig und zeigt, wie wenig Image Bielefeld insgesamt in der Republik aufgebaut hat.

Mit geballter Tumbheit auf die Seite 1

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Na, da hat Ihro gesammelte Blödheit ja doch noch erreicht, was er bezweckte. Die Seite 1 der NW-Holzpresse unter den geballten Bescheuertheiten ist ihm sicher. Da ist es nicht weiter tragisch, wenn der gute Kommentar auf der Seite 2 ihn einen „Zyniker“ nennt vor dem einem „angst und bange“ werden könne, wenn er mal Verantwortung in der Christlich-Demokratischen Union trage. Wieso eigentlich? Die Bundesrepublik braucht offensichlich charakterlose Menschen in der Politik, die zwar keine Ahnung vom realen Leben haben, aber dafür bärenstarke Sprüche klopfen. Wenn so etwas als „eines der größten Talente der CDU gilt“, was sind dann die, die derzeit rumhampeln? Murkel, Kauder, Po falla, usw. Ex-SPD-Rambo Clement hatte schon recht, wenn er den Begriff „Schmarotzer“ prägte. Allerdings gilt das für seine Spezies. Mistfelder inbegriffen.

Avenue de Schnaps

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So manche Ausfallstraße der Metropole sieht an ihren Rändern aus, als ob die Karawane durchgezogen ist und der Sultan immer noch „Dorscht“ hat. Ob die alle am Steuer sitzen und Westfalenkorn nuckeln?

FDP von Westfalen-Blatt überbewertet

Auch wenn die FDP nach den jüngsten Umfrageergebnissen vor Kraft kaum laufen kann: Das 50 Milliarden Euro schwere Konjunkturpaket der schwarz-roten Regierung vermochten die Liberalen nicht aufzuhalten. Das wollten sie am Ende auch gar nicht
mehr. Denn mit einem Nein hätte sich die Partei, die derzeit auf 18 Prozent der Wählerstimmen zählen kann, den Vorwurf des politischen Hochverrats am Wunschpartner CDU eingehandelt. So blieb es bei einem marktwirtschaftlichen Fächertanz für die Kulisse: Die Steuern werden sinken, wenn wir erst in der Regierung sind! Dabei ist es mehr als fraglich, ob nach der Wahl überhaupt noch etwas zu verteilen ist. Niemand vermag seriös vorherzusagen, wann die Konjunktur anspringt. Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung ist bis Mitte nächsten Jahres gedeckelt, Mehrausgaben durch weiteren Jobabbau schlagen auf die Staatskasse durch. Und nicht zuletzt kosten Rekordschulden mehr Zinsen. Die staatliche Milliardenspritze kann die Rezession nicht stoppen, aber sie kann sie mildern. Der Erfolg der Abwrackprämie beweist, wie sehr Psychologie die Ökonomie beherrscht. Soll das Konjunkturpaket in seiner Gesamtheit eine ähnlich starke Wirkung entfalten, darf es nicht länger zerredet werden.

Liebes Westfalen-Blatt. 18% für die gelbe Westerwelle? Das glaubt auch nur Ihr und Forsa-Manipulinski Güllner. Laßt das ganze Theater mal in Kürze auch beim letzten Gutgläubigen ankommen, es wirfd den Wählerwillen ziemlich radikal ändern. Auch der Politikuninteressierteste kapiert langsam, wie grottenschlecht er in Berlin vertreten wird.

En „Doof Nuß“ schlägt wieder zu

Empörung über Philipp Mißfelder: „Die Erhöhung von Hartz IV war ein Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie“, soll der Chef der Jungen Union bei einem Frühschoppen im Westfälischen gesagt haben. Er habe nur auf Missstände hinweisen wollen, relativiert der CDU-Politiker seine Aussage inzwischen. Es war ein lange vereinbarter Termin im heimischen Wahlkreis. Philipp Mißfelder, CDU-Präsidiumsmitglied und Chef der Jungen Union (JU), hatte seiner Partei im westfälischen Haltern diesen Besuch versprochen. „Wir schätzen ihn sehr, er sucht Kontakt zur Basis“, sagt Bruno Kleine Stegemann, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Haltern am See.

Vergangenen Sonntag kam Mißfelder dann zum Frühschoppen ins Hotel Himmelmann in den Ortsteil Lippramsdorf. „War gut besucht, 40 bis 45 Leute“, erinnert sich Kleine Stegemann. Mißfelder habe eine „größere Rede“ gehalten. Und darin fiel dann irgendwann dieser Satz. „Ich hab nur gedacht: Um Gottes Willen!“, so Kleine Stegemann zu SPIEGEL ONLINE. Da hatte der JU-Chef gerade seine Attacke gegen Arbeitslose geritten: „Die Erhöhung von Hartz IV war ein Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie.“

Im kölschen Karneval gibt es eine Figur namens „Doof Nuß“. Ein gewisser Philip Mißfelder, Vorsitzender JU-Bubi und völlig unbeleckt von jeglicher Arbeitserfahrung, toppt diese Figur bei weitem. Ob dem charakterlosen Menschen eigentlich klar ist, wer ihn relativ fürstlich – gemessen an seinem marginalen Können – bezahlt? Der Berliner Reichstag ist ein derartiger Saustall und Sammelbecken dubios gescheiterter Existenzen geworden, daß Schreikämpfe nicht mehr genügen. Die Fenster dort können gar nicht so weit aufgerissen werden, um Mief und Dreck schnell genug heraus zu kehren. Herr Mißfelder stünde in der ersten Reihe, wenn die Berliner Stadtrreinigung kommt. .

Merkel, Steinbrück. Treten Sie zurück!

Beim angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) sind laut einem Zeitungsbericht Geschäfte in Milliarden-Höhe getätigt worden, die nicht in der Bilanz auftauchen. Diese seien zum Teil hochspekulativ gewesen, berichtet die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“. Zusammen mit der offiziellen Bilanzsumme von etwa 400 Milliarden Euro ergebe sich eine Summe von knapp einer Billion Euro, die die Bank laufend mit neuen Krediten refinanzieren müsse.

Der ebenso ahnungslose wie arrogante Finanzminister „rettet“ scheibchenweise und was wir von Templins grandioser Rouladenbraterin Dr. Angela Dorothea „IM Erika“ zu halten haben, offenbart sich in ganzer epischer Breite.

Dazu kommt über die Ticker aktuell: Der finanzpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hermann Otto Solms, hat Bundesfinanzminister Steinbrück (SPD) zum Rücktritt aufgefordert. „Peer Steinbrück trägt die Verantwortung dafür, dass der Steuerzahler die Boni für die schlechten Manager der Commerzbank-Tochter Dresdner Kleinwort zahlen muss. 400 Millionen Euro sind einen Rücktritt wert“, sagte Solms der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Morgige Ausgabe). Hintergrund sind Prämienzusagen für die Investmentbanker in Höhe von 400 Millionen Euro für 2008. Der Staat ist inzwischen Miteigentümer der Commerzbank und stützt das Institut mit Milliarden.

Es schlägt dem Faß gleich mehrere Böden aus …..

Umwelt-Rischel:“BI Teil eines EU-weiten (Klima)Netzwerkes“

Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am 19. Februar einstimmig beschlossen, dem Konvent der Bürgermeister und Bürgermeisterinnen zur Erreichung der EU-Klimaziele beizutreten. Oberbürgermeister Eberhard David wird die Beitrittserklärung unterzeichnen. Zum Hintergrund: Auch die Europäische Union (EU) hat sich Klimaziele gesetzt. Unter dem Motto „20-20-20 by 2020“ soll eine zwanzigprozentige Steigerung der Energieeffizienz, eine zwanzigprozentige Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien und eine Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2020 erreicht werden.

Um diese Ziele auch tatsächlich zu realisieren, wendet sich die EU gezielt an die Städte und Gemeinden, denen sie eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung dieser herausragenden Zukunftsaufgabe zuweist. Dazu wurde im letzten Jahr der EU-Konvent ins Leben gerufen. Am 10. Februar 2009 war der Start mit einem Festakt im EU-Parlament, wo 346 europäische Städte vertreten waren. Bislang sind 21 deutsche Städte – darunter Aachen, Dortmund, Hamburg, Hannover, Köln und München – dem Konvent beigetreten.

Die mit dem EU-Konvent verbundenen Verpflichtungen kann Bielefeld angesichts seines eigenen ehrgeizigen Klimaschutzprogramms problemlos gewährleisten. Anja Ritschel, Beigeordnete für Umwelt und Klimaschutz: „Wir werden sicherlich in Bezug auf Ideentransfer und Kooperation davon profitieren, Teil eines EU-weiten Netzwerks zu sein.“ Zudem wird den beteiligten Kommunen in Aussicht gestellt, dass der Zugang zu Fördermitteln für den Klimaschutz erleichtert und Unterstützung bei Entwicklung und Einsatz innovativer Techniken und Vorgehensweisen gegeben wird.

Aus einer Presseerklärung der Metropolverwaltung. Das kleine geduckte Haufendorf unter der Sparrenburg hat wohl noch nicht mitbekommen, das „Klima“ kein Thema mehr ist. Frau Dr. Murkel selbst hat sich längst anderen Zielen zugewandt: Freie Fahrt für Kuh sieben mit 5 Litern Hubraum und Porsches mit Pfeffernamen. Aber man ging hier ja immer schon mit der Zeit. Die Uhren ticken allerdings immer 10 Jahre zurück.

BI beim Gaspreis Champions-League

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Wie dieser von der NW aufbereiteten Tabelle des Internetportals „verivox“ zu entnehmen ist, belegt das Metropölchen einen der ganz vorderen Plätze beim Gaspreis der bundesrepublikanischen Städte. Verglichen wurde ein Verbrauch von 20.000 kWh/Jahr. Frankfurt/Main, gewiß kein Kleinverdienerpflaster, verlangt dafür 1.113 €, die Stadt an der reißenden Lutter 1.507 € ab 1. April. Da wird es aber gewaltigen Erklärungsbedarf im Hochhaus der Stadtwerke an der Bahnklinie nach Hannover geben. Besonders das SPD-Männlein mit dem Schnauzbart an der Spitze wird Rede und Antwort stehen müssen.

Und dann säuselt Seeaal ins Mikro

Bevor aber die hübschen Blondinen, Brünetten, Kurz- und Langhaarigen ins Rampenlicht treten durften, bekam Heidi Klum ihren dramatischen Auftritt. Countdown, Jubelschreie und eine große Begrüßungsrede, die eher einer Selbstbeweihräucherung nahe kam. Erst nach dem großen Tamtam um Klum durften auch die Jurymitglieder Peyman Amin und Rolf Schneider ihre zarten Gesichter in die Kamera halten und sich feiern lassen. Nach den ersten beiden Runden, in denen die Jury im Schnellverfahren die hübschesten Gesichter und „Fahrgestelle“ aussortiert hatten, blieben 45 Mädchen übrig. Für diese Schönheiten gab weitere zwei Durchgänge zu bewältigen: Erst mussten sie im Bikini antreten, was für die extravagante Olivia tatsächlich zum Problem wurde. Bei er letzten Station hieß es „bitte recht freundlich“ – beim Foto-Shooting sollten die Grazien ihr Können vor der Kamera unter Beweis stellen. So hofberichtet die Unterhaltungspresse heute.

Massenhysterie um Heidi K. Wie meinte doch die recht attraktive 17 jährige Freundin des Jüngeren gestern?

„Wie, Du magst die Tusse nicht?“.
Ich: „Nein. Merkt man das?“.
Sie: „Ja. Aber tröste Dich, ich finde die Frau auch unmöglich“.
Ich: „Willst Du da nicht mal mitmachen?“.
Sie: „Pffffftt. Um Gottes Willen. Am Ende schreibt der Seeaal noch ein Lied für mich und der dümmliche Papa von der Almdudlerin vermarktet mich. Nein danke. Ich mache lieber mein Abi und studiere dann“.

Richtig. Aber es rennen genügend hin, um sich bei der Prekariatsshow begaffen zu lassen und Heidi K.´s halbgare Sprüche anzuhören. „Tu Glas. Macht das Leben schöner. Zack, zack. Yes, yes, yes“.

Dieses Jahr laufen wir bisher noch nicht Gefahr, daß eine Bielefelderin mitmacht und auf den Kopf fäll.

Autoverwerter greifen sich an den Kopf

Gestern erzählte mir jemand von einem der größten Autoverwerter hier in der Gegend. Dem Besitzer tat es sichtbar leid, voll funktionstüchtige Wagen verschrotten zu müssen. Er hat wohl einigen Leuten angeboten, den Wagen für 2.500 EUR zu kaufen, weil sie noch gut in Schuss und somit mehr wert waren, aber dieses Ansinnen wurde wohl mehrfach abgelehnt. Er konnte sich das auch nicht mehr erklären, die Leute wären so geil auf diese Prämie, dass der Verstand offensichtlich aussetzt.

Was mich zu dem Schluß kommen läßt, daß Frau Dr. Murkel die Umwelt völlig egal ist, wenn man mit exakt den gegenteiligen Aussagen Wählerstimmen haschen kann. Momentan liegen übrigens rund 85.000 Anträge bei der zuständigen Behörde vor. Wenn das angeblich schon solch einen „Boom“ auslöst, was ist, wenn die geplanten 600.000 Autos zur Abwrackung anstehen? Die Stahlpreise und damit die Preise für Alteisen sind im Keller. Von der Umwelt – und Energiebilanz wollen wir mal höflich nicht schreiben.

Warum verschweigen das unsere Zeitungen?

Die Opposition im Bundestag verlangt von der Regierung Aufklärung über die Vorgänge um den angeschlagenen Immobilien- und Staatsfinanzierer Hypo Real Estate (HRE). Linksparteichef Oskar Lafontaine machte sich für einen Untersuchungsausschuss stark und forderte FDP und Grüne zur Unterstützung auf. Für ein solches Gremium muss ein Viertel der Abgeordneten im Bundestag votieren. Lafontaine erhob schwere Vorwürfe gegen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück. Er soll den ehemaligen Eigentümer, die jetzt zur italienischen UniCredit gehörende HypoVereinsbank, absichtlich aus seiner Verantwortung für die HRE entlassen haben.

Lafontaine erklärte, nach dem Umwandlungsgesetz hätte die heute zum italienischen UniCredit-Konzern gehörende HypoVereinsbank bis zum 28. September 2008 für die Schulden der HRE haften müssen. Einen Tag nach Ablauf dieser Frist habe der Bundesfinanzminister die erste Bürgschaft für die HRE abgezeichnet. Lafontaine: „Der Verdacht, dass hier zum Nachteil der Steuerzahler die Haftungsfrist versäumt und die private HypoVereinsbank geschont wurde, ist nicht ausgeräumt.“ Eine entsprechende Anfrage des FDP-Abgeordneten Volker Wissing habe das Finanzministerium unzureichend und ausweichend beantwortet.

Die seltsamen Vorgänge um die Hypo Real Estate und all die anderen Saubanken stinken zum Himmel. Der Geruch breitet sich auch über Ostwestfalen aus. In unseren Zeitungen wird er allerdings nicht wahrgenommen. Da versuchen ein paar Wirtschafts – redakteure immer noch, „Äppel für Eier“ zu verkaufen und uns weis zu machen, der Bundesfinami mit der hohen oder hohlen? Stirn „täte alles, die Krise zu bewältigen“. Wer tiefer hinter den Kulissen liest und vor allem sich über Medien informiert, die nicht dem Reichspropagandastream aus Berlin ergeben sind, der liest Erstaunliches. Vor allem wird deutlich, wie die Hohlpfeifen um Dr. Murkel die Bürger im wahrsten Sinne des Wortes „verarschen“. Wer soll denn noch glauben, daß eine Bankruine mit grad mal 300 Millionen Börsenwert Verbindlichkeiten von bisher bekannten 120 Mrd. aufbauen kann? Und warum hat die Deutsche Bank von V-Mann „Joe“ Ackermann nur ein paar lässige Milliardchen „Faules“ in der Bilanz?

Freuen wir uns doch einfach über die Sonderbeilage „Dornberg“ in der NW. Ein Ortsteil heißt ja nicht ohne Grund „Deppendorf“.