Was da auf den Ummelner Erdbeerfeldern so blond leuchet, ist Stroh. Darauf werden später die Ferrariroten Erdbeeren ihre leckeren Häupter betten. Freunde, der Frühling kann nicht mehr so arg weit weg sein.
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Seine Anhänger halten Schilder hoch: “Seehofer ist unser Obama” und “Yes we can – mit Horst”. Als der CSU-Chef durch die Reihen der Passauer Dreiländerhalle schreitet, bemühen sich seine Parteifreunde beim politischen Aschermittwoch um positive Botschaften. Aber auch aggressivere Sprüche gegen den politischen Gegner sind zu lesen: “Sozis raus aus Berlin” heißt es auf einem Plakat.
Nun besteht ja auf den 500sten Blick eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Obama und Fremdgänger/Kindermacher Seehofer. Und ich, der ich in nicht allzu ferner Zeit in den tiefen alten tumben Süden der Republik muß, frage mich, ob es schon Visumspflicht an der boarischen Staatsgrenze gibt.
“Es wäre tragisch, wenn Saab dichtmachen müsste, und ich will es mir nicht vorstellen”, sagt Elizabeth Nyström. Die konservative Politikerin saß bis vor zwei Jahren im Verkehrsausschuss des schwedischen Parlaments und ist seither in ihrer Heimatstadt Trollhättan kommunalpolitisch aktiv. In den 60er- und 70er-Jahren fuhr sie oft in einem Saab als Co-Pilotin bei internationalen Autorallyes mit. “Ich bin privat immer Saab gefahren und weiß, dass die gute Autos machen, aber wenn sich das wirklich überhaupt nicht mehr lohnt, ist das doch nicht das Ende. Die Leute, die dort arbeiten, haben Spitzenkompetenzen, die in anderen Industrien gefragt sind.” Die Zeitung “Aftonbladet” sieht das ähnlich und startete am Montag die Kampagne “Nu lyfter vi Sverige” – “Jetzt bringen wir Schweden voran”. Sie veröffentlichte eine Liste mit 11.629 offenen Stellen.
Das ist schon einmal ein Anfang, auch wenn viele der Stellen andernorts in Schweden liegen und erst nach Umschulung und Weiterbildung das richtige für Autobauer wären. Es ist aber zu befürchten, dass in Schweden schnell erheblich mehr Menschen als 11.629 arbeitslos werden. Die örtliche Metallgewerkschaft bietet sich schon einmal als Dienstleister an. Dank eines Organisationsgrads von über 90 Prozent hat sie viel Einfluss. “Im Falle des Falles würden wir uns mit Entlassenen und deren Banken zusammensetzen, um zu schauen, ob die Tilgung von möglichen Hypotheken ausgesetzt werden kann, und über Qualifizierungsmöglichkeiten sprechen”, sagt der Gewerkschaftsfunktionär Leif Håkansson. Auch die Arbeitsvermittlung hat schon Extrapersonal nach Trollhättan geschickt. Wenn die Arbeitslosigkeit steigt, soll in Schweden bis zum nächsten Aufschwung zumindest niemand allein gelassen werden. Quelle: Financial Times Deutschland
Wäre eine derartige Einstellung und derartige Aktivität hier bei uns denkbar? Niemals. Nein. Stattdessen gibt auch noch der letzte Wichtigtuer aus irgenbdeinem alleingelassenen Tal der EDinfaolt seinen ungefragten Senf dazu. Und wie das Beispiel HSH Nordbank zeigt, machen die Politamateure genau so weiter, wie sie es bisher schon getan und alles in die Scheisse geritten haben.
“Nu lyfter vi Tyskland” geht hier nicht. Sverige steht auch nicht ohne Grund bei der Pisa-Studie weit vor dieser verafften Republik. Was sie da oben auch nicht haben: Die Gnade der Bertelsmann-Stiftung aus unserem bigotten Nachbarstraßendorf Gütersloh. Offensichtlich eine Wohltat, die den Geist beflügelt und frei fürs Denken macht.
Offensichtlich haben wir eine Stadtspitze, die besonders im finanziell wirtschaftlichen Bereich nur langsam lernt. Wie sonst ist zu erklären, daß CDU-Ratsherr Rainer Lux für die geduckte Stadt unter der Sparrenburg mit dem neuen Haushaltsdefizit von 80 Mio. Euro einen “Lernprozeß” ankündigt? Wie gehen denn andere Städte mit dem “Neuen kommunalen Finanzmanagement” um? Sind die klüger, schneller, besser? Oder einfach nur nicht so schildaesk wie unsere Freunde am Niederwall……
Man hat mich angerufen. Aus Hannover. “Sag mal, was ist denn jetzt schon wieder in Bielefeld los. Man liest über eine Tribüne von Arminia, man hört vom Kunsthallen – Krach. Erzähl mal”. Ich erzählte. Mein Telefonpartner schüttete sich vor Lachen aus. “Ihr seid wirklich eine äußerst absurde Stadt. Habt Ihr auch ernsthafte Themen?”. Nein, haben wir nicht. Zumindest werden sie nicht diskutiert.
Nochmal Osttribüne. Der Ton in den Leserbriefen der Gazetten wird erheblich rauher. Offensichtlich entwickelt sich die Osttribüne auf AlmSchücoArena zu einer erneuten schildaesken Veranstaltung, die diese Stadt zum Gespött der Republik machen. Was ja nichts wesentlich Neues wäre. Es sei allerdings die Frage gestattet, was Arminias Obergaukler um Präses Schwick sich eigentlich so denken. Vermutlich nichts. Wenn man liest, daß es einen Schwarzmarkt für Eintrittskarten bei nahezu leerer Haupttribüne gibt, zweifelt man doch erheblich an der kaufmännischen Kompetenz der Verantwortlichen.
Wir feiern im Norden jetzt überall
Mit hoher Erlaubnis den Carneval.
Wir treiben Spott, wir treiben Scherz
Mit allerlei in unserm Land und allerwärts.
So kommt denn manche Wahrheit wohl an den Tag,
Die man nicht offenbaren darf und mag.
Und mancher singt und mancher sagt,
Was er doch sonst wohl schwerlich hätte gewagt.
Das wäre nun Alles zu unserm Gedeihn,
Ja, müsst’ es bei uns ewig Fasching sein.
Wer kann Jahr aus, wer kann Jahr ein
Und immerfort und immerfort ein Narr doch sein.
Der Carneval vergehet ohne Spur,
Und immerfort behalten wir die Censur.
Gäbt ihr dafür die Presse frei,
Bei Gott, das wär’ die allerschönste Narretei!
(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)
… und nun fastet die nächsten 40 Tage mal schön!
Es treibt seltsame Blüten, was PR und Umfragewesen der Republik so machen. Die plastene Puppe des US-Herstellers Mattel hats mal wieder auf die Titelseite der NW geschafft und dazu noch eine ebenso deftige wie bescheuerte Umfrage eines Kober-Portals für Single. Interpretiert man richtig, daß sich von 4.562 befragten Singelmännern 46% blaue Augen und 37% eine Blondine als Partnerin wünschen, möchte die überragende Mehrheit am liebsten mit der Traumfrau Barbie davonziehen.
Schon mal überlegt, wie sich dürres Plastik anfühlt? Hersteller Mattel jedenfalls freut sich über die kostenlose Werbung in unserer Lokalpostille.
Da hab ich mich doch kürzlich noch vorlaut geäußert, die CDU hätte ihre Website nicht aktualisiert. Jetzt wissen wir, warum und reiben uns die Augen. Dr. Murkel, Po falla und Chefhetzer Kauder sind jetzt auf “You tube”, dem bisher recht lustigen Videoportal. Damit ist es jetzt vorbei. Locker flockig läßt der seltsame Herr Po falla über den Koalitionspartner hetzen, beansprucht “Die Mitte” Deutschlands für sich und treibt allerlei Schabernack mit ganz vielen Videofilmchen über mehr oder weniger inhaltslose Botschaften der CDU-Granden. Gesehen hat man das alles schon im Wahlkampf von Amerikas neuem Heilsbringer, Mr. Obama, der sich ziemlich eiertanzend durch die Politik windet.
Verlinken tue ich den orangefarbenen Erguß allerdings nicht.
Gut, daß es sehr leicht ist, “Die Mitte” wegzuclicken. Politik als Gaudi und Videospaß, Veitstanz und Luftverkauf passt allerdings zu der Truppe von Clowns und Gauklern, Lügnern und Tricksern. Es hat aber auch seine gute Seite: Man kann jetzt noch mal zurückspulen und sich mehrmals anhören, wie die unenendlichen Plattitüden formuliert sind.
Wer sich jemals die Podcasts von Trudchen Murkel aus Templin gegeben hat, wer Torsten Schäfer-Dingensens Twitterei (und das schlechteste Wahlergebnis in Hessen) erlebt hat weiß: sich “modern” anbiedernde Politiker sind unglaubwürdiger denn je. Es genügt nicht, das Internet für seine schwammigen Ziele zu mißbrauchen, wenn die realen Taten meilenweit von dem entfernt sind, was da an Lügen abgesondert wird. Oder sollen wir uns an Münteferings berühmten Satz halten, wonach er nicht an seinen Aussagen vor der Wahl gemessen werden will?








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