Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Mo
23
Feb '09

“Krieg ich jetzt Abfrackprämje?”

abfrackpramie.jpg

Kaum war der 5 jährige Pfiffikus aus der geduckten Metropole unter der Sparrenburg mit seinem gewaltigen Bauwerk aus Legosteinen fertig, stellte er auch schon die entscheidende Frage:

“Was krieg ich als Abfrackprämje?”

Wir schauten uns an und überlegten. “Sagen wir mal, 10 längste Pralinen der Welt”.

Ok. Wir machten den Deal. 10 längste Pralinen wechselten den Besitzer, er übergab uns automobiles Bauwerk, Zulassung, Nummernschilder und den Kraftfahrzeugbrief, den wir rot durchkreuzten. “Entwertet bei Aufsichtspersonen”. Die weitere Arbeit erledigte der Riesenkasten, in dem die Steine zerbröselnd verschwanden. Was sagt uns das? Bitte lesen Sie die Nachricht aus dem Eulenspiegelland:

Missbrauch mit der Prämie soll künftig erschwert werden. Laut Bundeswirtschaftsministerium müssen Autokäufer, die in den Genuss der 2500 Euro kommen wollen, nach der Verschrottung des alten Wagens nicht nur die Zulassungspapiere einreichen, sondern auch den entwerteten Fahrzeugbrief. Mit der Verabschiedung des Konjunkturpakets II im Bundesrat an letztren Freitag wurde auch die Neuerung beschlossen, die Missbrauch verhindern soll. Die Vorlage des entwerteten Kraftfahrzeugbriefes beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) soll verhindern, dass angeblich verschrottete Autos weiter genutzt werden.

Heißanochjuchhei. Eiderdaus. Beamtens haben tatsächlich nach einigen Monaten Bedenkens gemerkt, daß auch der Kraftfahrzeug
schein entwertet werden muß, um die Verschrottung zu dokumentieren. So lange die Leitung vom weichen Bürostuhl bis hin zum Hirn, der logischen Bedenkung eines Gesetzes und seiner praxisnahen Umsetzung so lang ist, braucht uns um den von uns hoch gesponserten Berufsstand nicht bange zu sein. Die heilige Allianz Politiker – Banker – Juristen – Beamte ist es, die uns ruhig schlafen läßt.

Schönen Rosenmontag mit Kälbchen Rosamunde

steinhagener-kuh.jpg

… und umme Ecke warten schon die Bullen auf diese Steinhägerin.

Susanne Klattens Antwort auf die Autokrise

bmw-antwort-auf-krise.jpg

Gegenwärtig ist ja das weibliche Milliardärsdasein nicht der Einfachsten Eines. Da stellt Susanna Klatten, liebesfrustrierte Inhaberin der Münchner weißblauen Autowerke mit dem Propellerzeichen auch schon mal einem Liebhaber einen Karton mit 7 Millionen Euro in den Kofferaum. Von Frau Schaeffler im kackbraunen Gucci-Westchen mal ganz zu schweigen. Was Susannchen Klatten aus dem im 3. Reich so wundervoll profitierenden Quandt-Clan jetzt aber wohl als Mehrheitseignerin von BMW abnickte, ist sowas von daneben. In einer Zeit, wo kleine Kisten unter 10.000 € vom Volk vorgezogen geleast, finanziert oder zusammengestottert werden, kontert Susannchen mit einem allerliebsten Sportwägelchen. Und was tut unsere grandiose Lokalzeitung? Jubelt in schönstem PR-Stil mit und vergißt den Satz: “Ob das zeitgemäß ist?”. Nur diesen Satz, liebe NW und wir wären uns ein paar Millimeter näher gerückt. Ich verziehe Euch sogar die Nähe zur untergehenden ehemaligen Volkspartei SPD Gazgerdscher Versagerprägung.

Aber wo wir schon mal dabei sind, hier noch eine gar köstliche Schote aus dem Hause Wissmann in Berlin. Das ist der komisch aussehende Typ, der mal Minister war und nun der Autoindustrie präsidiert:

abwrackkakophonie.jpg

Und im Wolfsburger Stammwerk fliegen die Spatzen in der stillen Halle 54 zwitschernd um die halb – und fertigen Gölfe und flöten: “Kauf mich, ich bin kein Abwrackprodukt”. Tirillilliiiliii. Wer wissen will, was “Halle 54″ ist, klickt hier.

Dabei dopt Hoppenheim mit Spätzle

Gegen die beiden Hoffenheimer Profis Andreas Ibertsberger und Christoph Janker ermittelt der DFB-Kontrollausschuss auf Antrag der DFB-Anti-Doping-Kommission, weil sich die beiden Profis bei den unangemeldeten Doping-Kontrollen nach dem Bundesliga-Spiel am 7. Februar 2009 bei Borussia Mönchengladbach (1:1) nicht korrekt verhalten haben. Die beiden zur Doping-Kontrolle ausgelosten Spieler hatten sich entgegen der Vorschrift des Paragrafen 7, Nr. 1, der DFB-Anti-Doping-Richtlinien nicht unmittelbar nach dem Abpfiff direkt vom Spielfeld in den Dopingkontroll-Raum begeben. Sie erschienen dort erst nach der Teilnahme an einer Mannschaftssitzung mit zehnminütiger Verspätung. Wer den Kraichgau kennt, der weiß: Das kann nicht sein. Die dopen da unten zwischen Heilbronn und Karlsruhe mit “Roschtbrate mit Spätzle und dazu einen Trollinger”.

Schade aber auch, daß Arm. Bielefeld bei der seinerzeitigen Niederlage gegen Hoppenheim keinen Stürmer des Dorfvereins des SAP-Milliardärs Hopp (“Ich habe fast 2 Milliarden verloren”) erwischt hat. Wie meinte VfB-Stürmer Gomez nach dem Samstagspiel gegen Hoffenheim (3:3), als er im TV zu dem Verein gefragt wurde? “Die sind unsympathisch geworden”. Wozu sicher auch der Trainer Ralf Rangnick ein Scherflein beiträgt, der sich wie ein bekloppter Irrwisch im Coachingraum bewegt. Da lautet die Hoppsche Vorgabe dann doch wohl: “Mit alle Gewalt Meischter werde. Hanoi so isch das da”. Diese Ambitionen hat Arm. Bielefeld nicht. Wir haben aber auch keinen Roschtbraten mit Spätzle und Trollinger (Eine Rotweinsorte).

Ich kann Mißfelder

Da ist dem ZDF eine wirkliche Überraschung gelungen: Wenn bei der neuen Casting-Show “Ich kann Kanzler” im Sommer nach jungen politischen Talenten gesucht wird, sitzt ihnen niemand Geringerer in der Jury gegenüber als der langjährige Außenminister der Bundesrepublik Hans-Dietrich Genscher. Neben ihm nehmen Comedian Anke Engelke und Moderator Günther Jauch Platz, um die 40 besten, debattierfreudigen Bewerber mit strengem Auge zu beurteilen, berichtet “faz.net”. Vier aus 40 werden dann ins Finale einziehen und müssen der prominenten Jury beweisen, dass sie das Zeug zum Politiker haben – immerhin winken laut ZDF ein “Kanzlergehalt und ein Praktikum da, wo große Politik gemacht wird.”

Siehste, geht immer noch doller. Falls sich niemand anders aus der Region oder der Metropole meldet, der vielleicht den Müntefering oder den Steinmeier machen will: Ich kann Mißfelder. Jung, doof, unverschämt. Zynisch geht immer. Vorbereitend suche ich mir per Telefonaquise eines heimischen Star-Arbeitgebers Adjutanten., Bedingung: CDU/FDP-Mitglied und bedingungslose Anbetung der 10 Thesen des Herrn Clement sowie der Frau Dr. Murkel: “Der Markt richtet allet. Watta nich richtet, machen wa passend.”

Hurra Deutschland. Alles andere richtet die Bertelsmann-Stiftung.