Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Do
12
Feb '09

Blaublütiger Wichtiglügner

Es gehört zwar nicht direkt nach Bielefeld und Ostwestfalen. Da wir aber auch hier von den (Un)taten des unter dem Protektorat Sonnenkönig Seehofer dem 1. von Bayern stehenden neuen Schickimicki-Wirtschaftsministers aus dem tiefen alten deutschen Süden betroffen sein werden, veröffentliche ich mal die Pressenmeldung des NDR Norddeutscher Rundfunk hier. Ein neuer Beleg, von wessen Geistes Kindern wir in Berlin regiert werden:

Die unternehmerische Erfahrung des neuen Wirtschaftsministers Karl Theodor zu Guttenberg ist nach Recherchen des ARD-Magazins “Panorama” weit geringer als bisher von ihm nahegelegt. Auf einer Pressekonferenz am Montag (9. Februar) hatte zu Guttenberg den Eindruck erweckt, er habe am Börsengang der Rhön Klinikum AG mitgewirkt. “Ich durfte”, hatte zu Guttenberg wörtlich behauptet, “mit teilnehmen an einem Gang, den die Familie mit begleitet hat – und zwar federführend mit begleitet hat – eines großen Konzerns, der an die Börse geführt wurde und der ein MDax-Unternehmen wurde. Ihnen werden die Rhön Kliniken etwas sagen.” Diverse Zeitungen hatten auch aufgrund dieser Äußerungen berichtet, der neue Wirtschaftsminister sei vor Jahren am Börsengang des bedeutenden Gesundheitskonzerns beteiligt gewesen.

In Wahrheit war Karl Theodor zu Guttenberg gerade einmal 18 Jahre alt und bereitete sich auf den Wehrdienst vor, als 1989 die Rhön Klinikum AG an die Börse ging. Erst später saß er dort im Aufsichtsrat, war also auch dann nicht am operativen Geschäft
beteiligt. In einem Fernseh-Interview (ZDF) hatte zu Guttenberg außerdem betont: “Ich habe vor dem Eintritt in die Politik in der freien Wirtschaft gearbeitet, war dort tätig und habe Verantwortung in dem eigenen Familienunternehmen getragen.” Dabei handelte es sich nach Recherchen von “Panorama” jedoch lediglich um zwei recht kleine Unternehmen: die so genannte Guttenberg’sche Forstverwaltung und die Guttenberg GmbH in München. Die Guttenberg GmbH hatte, wie die Firmenauskunft “Creditreform” offenbarte, “ca. drei Beschäftigte”, machte im Jahr 2000 einen Umsatz von “25.000 Euro geschätzt” und wurde 2004 aufgelöst. Sie beschäftigte sich vor allem mit der Verwaltung des eigenen Vermögens. Auch in der Guttenberg’schen Forstverwaltung waren nach “Panorama”-Recherchen nur wenige Mitarbeiter tätig.

Bereits am Mittwoch hatte das ARD-Magazin beim Bundeswirtschaftsministerium um eine Stellungnahme nachgesucht, sie
aber bis zum heutigen Donnerstagmittag nicht erhalten.

Der Typ scheint ja noch tumber zu sein als Dr. Murkel mit ihrer daheim versteckten Stasiakte “IM Erika”…. Sarkastisch gesehen ist er also genau der richtige Gesprächspartner für die Hütchenspieler aus den Gangsterbanken. Da lügt sich zusammen, was zusammen lügen muß.

Na, schon GEZahlt?

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Die NW schreibt über Unsauberkeiten seitens eines GEZ-Beauftragten. Ok, wo wir jetzt in diesem unserem Land die Zeit der Generalabrechnung haben, eine chice Geschichte von Abzocke, Betrug, List, Tücke und Sauerei. Kurz: GEZ. Da hatte jemand für kurze Zeit, weil er sich mehrmals monatlich in der ein paar hundert Kilometer von Ostwestfalen entfernten Gegend aufhielt, ein Zimmer im Haus seines Sohnes. Der brav und treu wie jeder “anständige” Insasse der Republik, seine per Gesetz erpreßten GEZ-Gebühren für TV und Rundfunk bezahlte. Der Jemand zahlte sie an seiner Hauptadresse. Dann löste der Jemand das sohnliche Wohnverhältnis wieder auf und die GEZ-Orgie begann. Wöchentlich flatterten Briefe der Kölner Idiotie in sein Haus. Immer heftiger wurde der Ton, bis final sogar rotes Papier verwendet wurde. Lange ließ er sie unbeachtet. Dann stand eines Tages ein GEZ-Scherge aus der Sheriff-Truppe vor der ostwestfälischen Haustür und plapperte seine dümmlichen Sätze. Der Hinweis, ihn anzuzeigen, verscheuchte ihn schließlich. Dann schickte das Ordungsamt der Stadt dem Jemand eine Art Gerichtsvollzug. Er nahm sich einen Anwalt, der riet, die Summe “unter Vorbehalt” zu zahlen und parallel zu klagen. Der Prozeß wurde von dem Jemand in 1. Instanz gewonnen, weil niemand GEZ zahlen muß, wenn die Geräte-Gebühr bereits bezahlt wird. Die gnadenlos beschränkte GEZ ging in die nächste Instanz.

Aus meiner Sicht ist die GEZ lediglich eine Versorgungsanstalt für abgehalfterte Politiker in den Aufsichtsräten der “Anstalten”. Eine ebenso überflüssige wie unverschämte Einrichtung für Sender, die schon sehr lange nicht mehr nur ihrer im Staatsvertrag festgeschriebenen Aufgabe nachgehen. Aber daran rührt kein Politiker, er könnte ja ein Pöstchen erhaschen. Wenn dann noch offensichtlich getrickst und betrogen wird, ist es Zeit für eine Grundsatzklage. Passt aber nahtlos zum Generalverdacht gegen jeden Bürger, den der rollende Berliner Paranoiker hegt. Wie wärs mit einer Fahrt in eine Anstalt? Gibt ja in jedem Bundesland mindestens eine, dazu viele Unteranstalten, Verwaltungsanstalten und geschlossene Anstalten.

Gigantofurchtbarriesenschrecklichmenetekel

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Die Bielefelder Geschäftsfrau eben, die mir frisches Gemüse verkaufte, hielt sich symbolisch die Ohren zu: “Ich kann das Geschwafel nicht mehr hören”. Verständlich. Wenn da nicht grad EU-Kommissar Günter Verheugen in der Financial Times die ganz große Unkenkeule rausgeholt hätte und mit seiner Physiognomie, die an die schröckliche Seherin von Delphi (oder war es ein Orakel?) erinnert, barmte: “EU erwartet Kollaps der Produktion”. Siehste. Und deshalb ist es sicher sinnvoll, immer mehr Milliarden in die Bankenkloaken zu kippen. Wieder was gelernt. Nicht wichtig ist es, da zu stützen, wo produziert wird sondern da, wo verbrannt, gelogen, geheuchelt, abgezockt und Hütchen gespielt wird.

Wenn die Krise vorbei ist, sollte man alle Bankster ohne Ansehen der Person zusammentreiben und standrechtlich erschießen. Aber das wird nicht passieren, weil sie fröhlich so weitermachen, wie ihre politischen Lakaien es ihnen gestatten. Die Brüsseler Mischpoke übrigens können wir dann auch gleich mal mit einsparen. Das gibt unendlich viele Milliarden.

Gildemeister: Umsatzrekord und Auftragseinbruch

Beim Bielefelder Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister sind im Schlussquartal 2008 die Bestellungen eingebrochen. Seine Jahresziele hat das Unternehmen aber dennoch erreicht und damit neue Rekordmarken gesetzt, wie aus den heute vorgelegten vorläufigen Zahlen hervorgeht. Der Umsatz stieg von 1,56 auf 1,90 Milliarden Euro und der Überschuss von 50,1 auf 81,1 Millionen Euro. Wie schwierig die Lage derzeit aber ist, zeigte der Auftragseingang von Oktober bis Dezember: Er ging von 461,1 auf 289,2 Millionen Euro zurück. Dank eines guten ersten Halbjahres lagen die Bestellungen im Gesamtjahr aber wie geplant mit 1,88 Milliarden Euro knapp über dem Niveau von 2007.

Ein Film über die Stadt wo nicht gibt

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Einen Hauch Hollywood wollen Uni Bielefeld und Bielefeld Marketing über die geduckte Häuseransammlung unter der Sparrenburg sprühen. Thema: “Die Bielefeld-Verschwörung“. Die Hauptrolle der Seherin könnten wir Veronica Ferres andienen, während die Nebenrollen der im Café Knigge um den runden Tisch versammelten “Waisen aus dem Teutoland” an die drei Oberbürgermeisterkandidaten gingen. Melanie Kreuther von der städtischen Oper dürfte Idealbesetzung der “Requiem über eine Stadt” singenden Diva sein. Für die Komparserie hält die Stadt wo nicht gibt an die 320.000 Statisten bereit, gewandet in feinstes Leinen, gewebt in der Ravensberger Spinnerei. (Unbestätigt bestätigten Gerüchten zufolge sollen sie sich in Gruppen zu 20.000 bereits heimlich in der Alm auf Schüco-Arena an der Melanchthon-Straße versammeln und Verdis “Flieg Pickert” aus der ungeschriebenen Oper “Bielefeld. Du Schöne” einüben). Daselbst wird auch der Film mit einer professionellen Spinnerei bei einer fangfrischen “Pizza wie beim Italiener” beginnen. Wir sind gespannt.

Weltranglisten 56.ter kassiert DFB-Abwrackprämie

Sie pfiffen gestern Abend im Fußballverwöhnten Düsseldorf (Fortuna: 3. Liga), als die Ballackeure auf dem Rasen am Rhein nichts gebacken bekamen und Norwegen schließlich 1:0 siegte. Für die Mannen aus dem Fjorddurchzogenen Nordland sicher ein Gefühl wie der Arminen-Sieg im Bremer Weserstadion. Für uns vorm Fernseher Sitzende wars eher langweilig. Da halfen auch die Käsehappen zu Bürenkemper-Baguettebrötchen wenig. Erleichterung schaffte erst ein spritziger Chardonnay aus der Jöllenbecker Steilllage.

Dann schauen wir mal, was der ostwestfälische Tag am heutigen 11. Februar so bringt.