Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Mi
11
Feb '09

Schul-Sommer: “Netter Kerl. Und immer flott dabei”

So. Ich fühle klammheimliche Freude. Da hat es mal einen erwischt, der sonst immer das Maul über die Bürger wetzt, den Zeigefinger hebt und auf der ministeriellen Webseite besserwisserisch ermahnt: Oliver Wittke, den Verkehrsminister von NRW, hat die öffentliche Meinung zurückgetreten. In Olpe war´s, als er bis 109 km/h Gas gab, wo andere auch nur 50 fahren dürfen. Jetzt hoffen wir mal, daß Barbara Sommer, unsere superblonde Bielefelder Schulministreuse (Meinung siehe in der Headline) da mal durchfährt und genügend Gas gibt. Dann der bescheuerte Buba-Mehdorn, der sogar Konten ausforschen ließ und schließlich der tumbe Tiefen see, der Bundesverkehrsminister mimt. Olpe/Sauerland freut sich schon und richtet extra eine Teststrecke für hochrangige Rasereien ein. Ich vergaß noch: Po falla, Kauder und die Templiner Roulardenbraterin. Oder der Hindukusch-Strucki mit den gelben Zähnen. Aber die kommen ja eher nicht ins Sauerland. Könnten ja Münte auf Augenhöhe treffen….

So ist das, wenn man im Glashaus sitzt und mit Verkehrsübertretungen, Tiefschlaf und Verletzung der ministeriellen Aufsichts –
pflicht um sich wirft. Ab und an hat der Bürger mal was, worüber er sich herzlich freuen kann. Auch wenn Pensionsansprüche dadurch nicht berührt werden. Wittke wird sicher bald bei E.On, RWE oder sowas wieder auftauchen. Abfallentsorger nehmen politisch Entsorgte auch gerne. Dreck kommt zu Dreck. Hat er nicht auch mal im Parlament während einer Sitzung Panini-Bilder getauscht? Was kriegt man für einen Wittke? 3 Bezirksligakicker? Ach ne. Die können mehr.

Paranoikers Website erwischt

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Hacker haben die Kontrolle über die Internetseite von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble übernommen. Dabei hinterließen die Unbekannten einen großflächig angezeigten Verweis auf eine Protestseite gegen Vorratsdatenspeicherung. Schäubles Lieblingsprojekt ist vielen Hackern ein Dorn im Auge. Der Angriff hatte gestern am späten Abend stattgefunden. Doch noch heute Morgen war auf wolfgang-schaeuble.de der Protestlink zu sehen. Der Hacker signierte mit dem Synonym “007 aka gewinner”. Außerdem verhöhnte er die Administratoren der Seite mit einem weiteren Link zu einem Hilfeportal für Online-Sicherheit. Dort könnten sie erfahren, wie sie ihre Seite richtig gegen Hacker-Attacken absichern könnten. Mittlerweile wurde die Seite vom Netz genommen, ein Angriff auf Besucher der Seite hat wohl nicht stattgefunden. Komisch, wir konnten sie dennoch aufmachen und sichern…. Bei FoeBUD hier in Bielefeld dürften die Prosecco-Korken knallen.

Nicht alles ist Abwrack, wo das draufsteht

Seit Einführung der Abwrackprämie stürmen die Kunden die Autohäuser. Kein Wunder, denn die Besitzer von betagten Altautos können dank der staatlichen Umweltprämie von 2500 Euro und den Zugaben der Autobauer viel Geld sparen. Jetzt soll auch Prämie bereits beim Kauf eines Neuwagens zugesichert werden. Doch nicht jedes Angebot ist ein Schnäppchen. Bei manchen Offerten ersetzt die Abwrackprämie die bisherigen Rabatte. Das bedurfte nicht unbedingt einer AFP-Meldung. Das sieht man in der Herforder, Detmolder und anderen Ballungsorten der Autohändler mit bloßem Auge. Nehmen wir als Beispiel den Dacia Sandero…..

Wie sagt doch Deutschlands umtriebigster Autoproffer Ferdinand Dudenhöffer? “Die Kleinwagenhersteller reduzieren die Rabatte auf Kosten der Steuerzahler”. Essig dagegen bei den in Deutschland hergestellten Fahrzeugen mit dem weißblauen Propeller, Stern, vier Ringen oder “P” im Heck. Insgesamt sagt der Professor, sei es aber dennoch “eine gute Zeit für Autokäufer”. Klar. Mindestens 110% aller Deutschen haben ja min. 50.000 € dafür rumliegen oder bekommen sie von den extrem freigiebigen Banken als Kredit für die nächsten 7 Jahre. Heißt ja nicht jeder Spasskasse.

Deutsch-türkische Befindlichkeiten

Wie schon einmal geschrieben, zeigte ein deutscher Privatsender – gesteuert vom BertelsmannMohn-Konzern – neulich in epischer Bandbreite einen türkischstämmigen 17 jährigen, der “auf deutsche Frauen scheißt”, “keinen Bock auf dieses Land hat”, “mit meinen Heimatland Türkei nich zurechtkommt”, “alles voll krass Scheiße findet”, in der Schule große Probleme hat und seltsam radebrecht, obwohl hier geboren, zur Schule gegangen und von Kindesbeinen an mit der Sprache dieses Landes konfrontiert.

Ei Alda, da stimmt was nicht mehr. Warum gibt man ihm eine Bühne? Warum zeigt die Kamera ihn bewußt in ganz bestimmten Situationen? Das Westfalen-Blatt hat einen nachdenklichen Kommentar geschrieben:

Als es das Wort Migrationshintergrund noch nicht gab, da waren Ausländerkinder einfach Ausländerkinder, und meine Freunde hießen Melih, Alpay und Nihat. Beim Kindergeburtstag mit den drei türkischen Jungs achtete ich darauf, dass auf den Hamburgern wirklich nur Rindfleisch war. Und von eins bis zehn zählen konnte ich auf Türkisch etwa zur gleichen Zeit wie auf Englisch. Geblieben ist von dieser Freundschaft nur die Erinnerung. Der Kontakt brach schon während der weiteren Schullaufbahn ab. Überhaupt wurde die Zahl der Türkischstämmigen in meinem Lebensumfeld immer geringer, an der Hochschule sowieso, aber selbst im Sportverein. Warum? In der Rückschau fallen mir da Situationen ein, denen ich damals nur wenig Bedeutung beigemessen habe. Momente voller Zweifel. Der Bekannten-Zweifel, ob der deutsche Junge die richtigen Spielkameraden hat. Der Lehrer-Zweifel, ob man dem Ausländerkind eine Empfehlung fürs Gymnasium geben kann. Der Zweifel der türkischen Eltern, ob das Kind seinen Weg machen wird und ob es überhaupt wichtig ist, sich zu den Bedingungen dieser deutschen Gesellschaft anzustrengen. Mehr als 25 Jahre später sind diese Zweifel nicht ausgeräumt. Die Gruppe der etwa 1,7 Millionen türkischen Staatsbürger in Deutschland und etwa 700 000 Deutschen türkischer Herkunft hat sich auseinander entwickelt. Die einen leben in ihrer Parallelgesellschaft mit türkischem Fernsehen, Zeitungen und Wertvorstellungen weiter weg von uns, als es damals der Fall war. Die anderen haben sich die deutsche Gesellschaft als die ihre gewählt. Türkischstämmige Arbeitgeber beschäftigten schon vor dem letzten Aufschwung etwa eine Viertelmillion Menschen, ein Drittel davon Deutsche. Was es also nicht mehr gibt, ist der typische »Türke in Deutschland«. Dafür hat eine deutsche Partei seit einiger Zeit einen Vorsitzenden mit Vornamen Cem, und im Kader der deutschen Fußballnationalmannschaft für das Länderspiel gegen Norwegen stehen ein Serdar und ein Mesut. Egal, ob Herr Özdemir die Grünen zum Erfolg führen wird, ob die Herren Tasci und Özil wirklich so begnadete Kicker sind: Deutsche und Türken beschäftigen sich fernab von Integrationsstudien mit ihrem Verhältnis. Und das in großer Bandbreite: Auf deutscher Seite halten viele Cem Özdemirs Forderung nach einem Kabinettsmitglied mit türkischen Wurzeln für ähnlich sensationell wie einen schwarzen US-Präsidenten. Auf türkischer Seite wird der Gelsenkirchener Junge Mesut Özil von einigen als Verräter beschimpft, weil er es wagte, sich für die Mannschaft des Landes zu entscheiden, in dem seine Familie in dritter Generation heimisch ist. So verschieden diese Reaktionen zu sein scheinen: Haben nicht beide Seiten einfach nur auf ihre Art noch Zweifel daran, dass Deutsche mit Migrationshintergrund richtige Deutsche sein können? Darüber sollten wir mal kurz nachdenken! Vor dem Länderspiel gibt es eine gute Gelegenheit: während der Nationalhymne unseres Einwanderungslandes.

Schon wieder dumm gelaufen

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Bis auf die in drangvoller Enge vor sich hinschuftenden Verwalter der A2-Metropolenblitzanlage am Bielefelder Berg ist das Rathaus am Niederwall ja ein Hort absoluter Stille. Gestern nachmittag allerdings klirrten zwei Löffel durch den alten, dunklen Bau: Oberbürgermeister und Baudezernent hatten sich zu ihrem verdienten Mittagsschläfchen gegen 11 in den kleinen Sitzungssaal gesetzt, beide hielten den Kaffeelöffel noch in der Hand. Gegen 12 schallte dann der Weckruf des auch tagsüber in der Sparrenburgstadt tätigen Nachtwächters durch die Gänge: “Schenker strebt nach Schloß Holte”. Klirr, machte es einmal. Das war der Oberbürgermeister. Klirr machte es nochmals, das war der Herr über die Brachflächen, der Baudezernent. Beide blinzelten ein wenig in das doch noch recht helle Tageslicht, drehten die Köpfchen auf die andere Seite und schnarchten weiter.

So weit die aktuellen Ereignisse. Wenn die bahneigene Spedition hier keine Brachfläche, kein Brachland zugewiesen bekommen konnte, muß ja was schief gelaufen sein. Was die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft WEGE der Stadt “energisch” bestreitet. Bleibt die gehässige Frage aus dem Off, warum die nicht grade kleine Spedition Kühne & Nagel aus dem nahen Steinhagen in die Metropole umgesiedelt werden konnte. Und warum die Bundesbahn hier einen brachen Containerbahnhof in der Mitte der Stadt hat und Schenker da nicht hin kann, darf, soll….. Schloß Holte wird sich über die Gewerbesteuereinnahmen freuen und alles dafür tun, damit der neue Betrieb sich frei entfalten kann.

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Dahinter steckt mal wieder Absicht

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Es merkt selbst der Dümmste: die PR-Maschine unserer Ordnungshüter in Geldtransporterblau läuft auf Hochtouren. Gestern berichtete die NW detailliert von der gar erschröcklichen “Zunahme der Gewalttaten im nächtlichen Bielefeld”. Heute wird nachgelegt mit der Headline: “Gewalt gegen Polizisten nimmt zu” und was finden wir im Web auf “T-online”? Da gibt es eine Tendenz-Meldung (hinter dem Content steckt BILD-online):

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Die Krönung aber findet sich auf “SPIEGEL-online”, mittlerweile bedenklich in BILD-Nähe gerücktes online-Portal des ehemaligen Nachrichtenblattes, heute verkommen zur Schlammschleuder des Neoliberalismus:

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Absurd. Exakt die Thesen, die der gelbe Spaßvogel predigt, haben zum gegenwärtigen Banken – und Wirtschaftsdesaster geführt. Und Guido plus Templins Star-Roulardenbraterin als Tandem. Das wäre zuviel des “Guten”. Wie geschrieben: Hinter allem steckt Absicht. Hat alles leider nichts mehr mit seriösem Journalismus zu tun sondern ist pure Meinungsmache.