Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Feb '09

Neues Leben für altes Schätzken

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Was hat es nicht schon alles gesehen, das alte Lederjackenschätzken. Die Weiten der Welt. Den Helmut Kohl. Den Gerhard Schröder. Dr. Murkel. Viele Länder. Offene Autos. Geschlossene Autos. Vor einiger Zeit verbannte eine aufgesprungene Naht das Schätzken in den hinteren Bereich des Kleiderschrankes, wo die temporär Gelähmten hängen. Dann fragte ich die Änderungs - schneiderin des Vertrauens, ob Schätzken reanimierbar sei. “Kein Problem” meinte die resolute Herrscherin über Nadel, Faden und Dürkopp-Nähmaschine. 2 € hat die Reanimation gekostet. Ich holte Schätzken heute ab und bezahlte ungläubig. Wo kriegt man heute noch ein Schätzken für 2 € zurück?

… und diese samtene Lederhaut.

Die Wahrheit. Stückweise.

Am 8. Oktober 2008 war die Krise noch jung, man möchte fast sagen: unschuldig. An jenem Mittwochabend luden die Bundeskanzlerin und ihr Finanzminister die Chefs der wichtigsten Zeitungen ins Kanzleramt, um ihnen eine Botschaft zu übermitteln. Die lautete: Wir wissen zwar nicht genau, was in zwei oder drei Wochen ist, aber würden doch sehr herzlich um Ihr Vertrauen bitten und vor allem darum, dass Sie keine schlechte Stimmung machen, denn dazu ist die Lage zu ernst. … Spätestens im März wird Deutschland voll von der Wirtschaftskrise erfasst, dann werden sich die Firmenpleiten häufen und die Arbeitslosen zahlen steigen. Die Leute ahnen das, ihnen schwant, dass die Regierung keinen rechten Plan hat, so wenig übrigens wie die Zeitungen*. Liest sich harmlos. ist es aber nicht. Man kann es auch “Manipulation der Vierten Gewalt” nennen….. So begann übrigens auch die Amtszeit von Frau Dr. Murkel: Unkritische Vorschußlorbeeren der Medien ohne Ende. Das Ergebnis haben wir nun vor Augen. Es ist der Gipfel.

* Gelesen auf den “Nachdenkseiten

Nachgetreten

Arm. Bielefeld ist heute der Liebling der Sportmedien. An der Weser gewonnen, das hat schon was. Unser Bielefeld-affiner Vorposten tat seinen Rückweg im Auto ausgewiesener Werder-Fans. Unsere fröhliche SMS an ihn ließ der fahrende Werderfan am Steuer denn auch so kommentieren: “Wenn wir das nächste Mal bei Euch sind, gibts Haue”. Mal ehrlich, haben Bielefelder und Ostwestfalen noch eine Sekunde Angst vor Werder und seinen Fans? Nach diesem Sonntag schon mal gar nicht mehr.

Freitag 20:30 Uhr gehts nun auf AlmSchücoArena weiter. Der Gegner ist die alte Tante Hertha BSC, erstaunlicherweise hinter Hoffenheim Tabellzweiter. Wobei das niemand erklären kann. Nach dem Spiel werden sie das dann allerdings nicht mehr sein, denn Arm. Bielefeld gewinnt auch dieses Spiel. Bißchen Schnee wär nicht schlecht, dann spielen die Zeckibuben immer ganz gut.

Arminia “Can”!

Tatort Lidl

Gestern Abend gab es einen Tatort, der beim Discounter “Billy” spielte. Wobei “Billy” verdammt nah am Original namens “Lidl” orientiert war. Praktiken, Umgang mit Menschen, Druck, Druck, Druck. Arbeitsbedingungen, wie sie im heutigen Neo-Liberalismus als “modern” gepriesen werden. Das alles erinnerte sehr an den Skandal, den der Neckarsulmer Discounter noch gar nicht so lange hinter sich hat. Wie denn auch bei der nachfolgenden “Anne Will” von einer Lidl-Betriebsrätin freundlich bestätigt wurde, habe sich das aber sehr geändert. Hust. Nun ja, wer in seinem Umfeld mit Menschen zu tun hat, die mit dem Marktführer Aldi direkt oder indirekt zu tun haben und tiefere Einblicke ins Milieu hat, der zieht da schon noch Grenzen. Wir haben in unserem Aufmarschfeld Zugriff auf geschätzt 5 Lidls und 6 Aldis. In die Butzen der Neckarsulmer Lidls setzen wir seit dem Skandal strikt keinen Fuß mehr. Bei Aldi ist das aus geschilderten Gründen anders. Und wir haben noch ein Indiz: So lange der Filialleiter eines bestimmten Aldi seinen Kittel nur alle X Wochen wechselt, das Gemüse häufiger mal vor sich hingammelt und Teile der Regale permanent unterbelegt sind, kann der Druck der Bezirksleitung zumindest da nicht so schlimm sein.

Die Masse dessen, was wir so benötigen kaufen wir allerdings meist beim Kult-Nahversorger Jibi, dessen Mitarbeiter häufiger mal in freundliche Gespräche verwickelt sind und der Regalnachschub wie eine “Eins” funktioniert und bei Edeka, jenem Laden, der die “Lebensmittel” liebt. Es hat aber auch sehr lange Zeiten in meinem Leben gegeben, da galt es Familienseits als “äußerst unfein”, auch nur in die Nähe einer Aldi-Tür zu kommen, geschweige denn, den Parktplatz dortens anzufahren.

Berührungsängste habe ich heute nur noch bei Lidl, was aber damit zusammenhängt, die ehrenwerte Familie der ehemaligen Neckarsulmer Fruchtgroßhändler und Aldi-Kopisten relativ nahe zu kennen. Was nicht unbedingt eine Ehre ist.

Hatte ich eigentlich das immense Beilagen - und Anzeigenaufkommen der Centfuchser in den Holzmedien erwähnt, was wiederum “Wohlwollen” auf Verlegerseite produziert? Hatte ich eigentlich erwähnt, daß GAZgerd Schröders “Agenda 2010″ dank Hartzisierung riesiger Bevölkerungsgruppen den Milliardenerfolg der Essener/Mülheimer/Neckarsulmer Pappkartonverkäufer gradezu zementiert hat? Seiner Partei hat es allerdings den berechtigten Vorwurf eingetragen die unsozialste Partei am Markt zu sein und die eigentlich darauf spezialisierten CDU/CSU/FDP noch übertroffen zu haben. Auf gut Deutsch ist es doch wirklich scheißegal, ob die Milch nun 2 Cent weniger kostet oder der angegammelte polnische Porree immer noch für 70 Cent in der Kiste verrottet….. Und bis 20 Uhr den Laden aufzuhalten, ist auch nicht wirklich notwendig, schaffte es doch lediglich unterbezahlte Kleinstjobs.

Westend-Boys

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Hätte die charmant-nachlässige Metropole unter der Sparrenburg sie nicht, sie müßten glatt erfunden werden: Mischael-Sarim Vérollet, Micha-El Göhre und Markus Freise. Jetzt gründeten sie mit Bielefelds bekanntestem Comic-Zeichner Ralph Rute die “West Side Stories” und feierten Premiere im “Konsulat”. Die Kneipe, wo bekanntlich im Westen der Weltstadt an der Lutter liegt. Dem Publikum bereitete es Vergnügen, Rouven Ritter schrub dadrüber in der NW und das Ganze wird wohl sicher eine Fortsetzung finden. Vielleicht kommen ja auch noch die Petshop-Boys vorbei und singen ihr “Westend-Girls and Eastern Boys”. Ach ja, etliches aus der Denkwelt der Boys findet sich hier.

Westfalen-Blatt demontiert Murkel

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Wer die ganzen Steuern abschafft, bekommt bei der nächsten Bundestagswahl meine Stimme. Ehrlich. Der Wettstreit ist
eröffnet. Aber im Ernst: Nach dem Kraftakt des Bundes mit milliardenschweren Konjunktur- und Hilfspaketen hätte sich niemand
gewundert, wenn die Bundeskanzlerin und ihr oberster Kassenwart Peer Steinbrück uns die Wahrheit gesagt hätten: Wir wollen die Wirtschaft und unsere Arbeitsplätze retten und haben uns außergewöhnlich hoch verschuldet. Eigentlich sind wir pleite. In den nächsten fünf Jahren gibt es keine Wahlversprechen und -geschenke. Das wäre bitter, aber ehrlich. Stattdessen ist jetzt zu hören, die Union schiebt nach einem Wahlsieg die große Steuerreform an. Die zusätzlichen Kosten von 25 Milliarden sind dann zu stemmen, rechnet Unions-Fraktionschef Volker Kauder vor. Aber warum erst nach der Bundestagswahl? Wenn es um Steuergerechtigkeit, Entlastung des Mittelstandes und der Stärkung der Kaufkraft geht, gibt es andere Instrumente: Mehrwertsteuer runter und Abschreibung für Bauherren wieder einführen. Das ist schnell wirksam, kostet aber richtig Geld. Aber das steckt in vielen Einzelmaßnahmen, deren Wirkung umstritten ist.
Liebes Westfalen-Blatt, was der eher einfach gestrickte Kauder, Volker, vor sich hinbrabbelt, nennt man schicht und einfach “Volksverdummung”.

Was aber ist, wenn das Volk merkelt, was Murkel da plant?

Die Wahrheit übers Weihnachtsgeschäft

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Die deutschen Internetshops sind die Gewinner des Weihnachtsgeschäfts 2008. Unbeeindruckt von der Finanzkrise und düsteren Konjunkturaussichten stürmten die Deutschen die virtuellen Filialen der Online-Händler. Mehr als 2,5 Millionen zusätzliche
Online-Shopper (Unique Audience) gingen zum Jahresende bei den zehn führenden E-Commerce-Anbietern auf Einkaufstour. Im Vergleich zum Oktober 2008 brachte die absatzstarke Vorweihnachtszeit den größten deutschen Internetshops damit ein Nutzerplus von mehr als zehn Prozent ein. Das sind die Ergebnisse einer Sonderanalyse des internationalen Medien- und Marktforschers Nielsen Online.

Unangefochten auf Rang Eins der beliebtesten Online-Shops liegt dabei eBay. Im Dezember 2008 griffen rund 20 Millionen
Internetnutzer (Unique Audience) auf die Internetseite des Auktionshauses zu. Das waren rund acht Prozent mehr als noch im
Oktober. Größter Gewinner der Rekordweihnacht ist jedoch Amazon. Der Online-Buchhändler konnte während des Weihnachtsgeschäfts seine Nutzerzahlen um 2,6 Millionen zusätzliche Besucher erhöhen - ein Plus von mehr als 20 Prozent. Somit suchten bei Amazon im Dezember insgesamt 15,3 Millionen Internetnutzer nach Geschenken. An dritter Stelle folgt mit großem Abstand auf die beiden Platzhirsche eBay und Amazon der Online-Shop von Quelle. Hier wurden im Dezember rund acht
Millionen Besucher gezählt - ein Plus von elf Prozent.

Der vorweihnachtliche Kundenansturm kommt dabei jedoch nicht nur den Marktführern unter den E-Commerce-Anbietern zu Gute. Mit einem Nutzerplus von 69 Prozent steht Weltbild in punkto Wachstumsdynamik an der Spitze der Top 20 deutschen Online-Shops. Im Dezember 2008 lag der Medienhändler damit im Gesamtranking der Nutzerzahlen an achter Stelle. Auch BAUR konnte seine Nutzer mehr als vordoppeln. Gegenüber Oktober stieg die Zahl der Internetnutzer, die im Dezember bei BAUR auf Shopping-Tour gingen, um 58 Prozent.

Mit diesen positiven Wachstumszahlen unterstreichen die Online-Händler welche Potenziale in den kommenden Jahren im
E-Commerce erschlossen werden können. Immer mehr Kunden meiden offenbar den Einkaufsstress in den Innenstädten und nutzen dagegen die Vorteile des Internets. Insgesamt waren im Dezember 2008 knapp 73 Prozent der deutschen Internetnutzer in den Shops der E-Commerce-Anbieter unterwegs oder verglichen Preise online. Im Monatsdurchschnitt verbrachten rund 29 Millionen Schnäppchenjäger mehr als zwei Stunden in den Internetläden. Jeder zweite Nutzer stöberte dabei bei eBay nach Geschenken, 39 Prozent bei Amazon und jeder Fünfte bei Quelle.

So siehts also aus, das deutsche Weihnachtsgeschäft 2008, statistisch aufgearbeitet. Wir bekennen uns “schuldig”. Waren wir doch auch unter den Käufern bei “amazon.de“. Bei “ebay” kaufen wir eher so gut wie nichts, zuviele Geisterfahrer, Gangster und Betrüger unterwegs. Aber wir haben auch dem Bielefelder Einzelhandel ein wenig abgekauft. Das sind wir ebenfalls schuldig.

ErVolksgeheimnis

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Von Bielefelds bekanntestem Dummschreiber, Kai Diekmann, dem eher einfach gestrickten Chefredaktor der Zeitung mit den vier beschränkten Buchstaben geistig Durchdachtes zu erwarten, hieße, Perlen vor die Säue zu werfen. Wenn aber Frau Schickedanz, früher mal Milliarden schwere und jetzt nahezu dank heftiger Lehman-Spekulation verarmte Mitinhaberin des Versenders Quelle den bescheuerten Begriff “Volks….” für ihre Werbung übernehmen läßt, stinkt das schon ziemlich.

Volksempfänger
Volkssturm
Ein Volk. Ein Reich. Ein Oberidiot.
usw.

Der Begriff ist derart negativ besetzt, daß bereits Diekmännchens bescheuerte Erfindungen “Volkskamera”, “Volksstrom”, usw. bei eher sensibleren Zeitgenossen Unwohlsein erzeugte. Sich aber als Versender ebenfalls da dranzuhängen, zeigt, wie unsensibel- dumm manche Werber und Marketer wohl sein müssen.

Es ist und bleibt ihr ErVolksgeheimnis.

Lemmmings Zeitung

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Gestern Abend ging ich bei einem Glas Jöllenbecker Steillage Grand Cru extraordinaire eine Wette ein: “Die NW macht heute auch mit dem Terrorscheiß auf, den das Westfalen-Blatt schon abgedruckt hat”. Siehste. Es kam, wie´s prophezeit war. Sie machten mit dem Traum des rollenden Paranoikers auf. Warum legen Westfalen-Blatt und NW eigentlich ihre Politik - und Mantelredaktionen nicht zusammen, drucken einfach den ddp-Shit kommentarlos nach und es hat sich? Sicher, die Terrorgefahr ist “erhöht”. Aber ich wiederhole mich: Sie sitzt bereits mitten in Berlin. Wir werden diesen Quark jetzt täglich bekommen, wie es weiland ein gewisser Goebbels und später ein Erich Mielke gemacht haben: Gebt dem Volk über die willfährige Presse süßen Lebertran. Dann merken sie eines Tages nicht mehr, wenn wir den Zucker weglassen. Dann beantworten sie auch die dämlich-populistische Frage: “Wollt Ihr Butter oder Kanonen” mit einem dümmlich-gebrüllten “Jaaaaaaaaaaaa”.

Mir schaudert.