Archiv für den Monat: Februar 2009

Bürokratieabbau? Nein danke

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Sinnbild: So agieren Politiker. Nebulös

Zur Verteilung der Gelder aus dem Konjunkturprogramm II an die Kommunen in NRW sollen 38 neue Stellen geschaffen. Auf diese Ankündigung von NRW-Finanzminister Helmut Linssen (CDU) reagierte die SPD empört. „Es ist bestimmt nicht der Sinn des Konjunkturprogramms, daraus ein Programm zur Bürokratie-Ausweitung zu machen“, sagte der SPD-Kommunalexperte
Hans-Willi Körfges der Rheinischen Post (Heutige Ausgabe). Die Schaffung von 38 Stellen sei ein unglaublicher Vorgang.
Nach Angaben von Linssen werden 32 Stellen bei den Bezirksregierungen, drei im Innen-, zwei im Wissenschafts- und eine
im Finanzministerium eingerichtet. Die neuen Stellen sind bis Ende 2011, zum Teil aber auch bis Ende 2012 befristet. Die
Personalausgaben belaufen nach Angaben des Finanzministers auf mehr als eine Million Euro. Aus dem Konjunkturprogramm II erhalten die Kommunen insgesamt 2,3 Milliarden Euro. Das Geld soll für Projekte im Bildungsbereich sowie für Infrastruktur –
maßnahmen verwendet werden und die Konjunktur beleben. Viele Kommunen wollen ihre Schulgebäude sanieren.

Das Beispiel der schildaesken Stadt Bielefeld hat also auch schon landesweit Schule gemacht. Sind es hier die gewaltigen, niemals erwarteten Blitzattacken am Bielefelder Autobahnberg und deren Verwaltung und Eintreibung, die neue Stellen im Rathaus schufen, ist es landesweit das Konjunkturprogramm. Hatte der Detroitflieger Rüttgers nicht über seine Regierungszeit „Bürokratieabbau NRW“ geschrieben? Wahrscheinlich verlangen wir von Politclowns aber zuviel, wenn wir sie daran erinnern. Politikergedächtnisse funktionieren nur extrem kurzzeitig.

4 Törchen

Mitabstiegsaspirant VfL Bochum schlägt Cottbus 3:2 und überholt Arm. Bielefeld in der Tabelle. Lediglich der Umstand, daß die Almbuben 4 Gegentore weniger haben, verhindert den finalen Sturz auf einen gemütlichen Abstiegsplatz. Wie bekannt wäre Bielefeld eigentlich bundesweit, wenn Arminia wieder mal in Liga 2 spielt? Oder kommen wir dann dem Idealzustand der „Stadt wo nicht gibt“ dramatisch näher?

Bielefelder SPD-Kandidat nicht auf Butawa-Landesliste

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Der DGB-Landesvorsitzende Guntram Schneider, der bei der Bundestagswahl in Bielefeld für die SPD kandidiert, ist vom SPD-Regionalvorstand beim OWL-Vorschlag für die SPD-Landesliste bei der Bundestagswahl nicht berücksichtigt worden. Die OWL-Liste wird angeführt vom Gütersloher Klaus Brandner, gefolgt von Ute Berg (Paderborn) und Dirk Becker (Lippe). Becker setzte sich gegen den Herforder Stefan Schwartze und Guntram Schneider durch. Schneider hatte auf eine weitere Kandidatur…

Wie sagt man doch gleich? „Dumm wie ein Brötchen“. Die Bielefelder SPD scheint nahe dran zu sein. Warum ausgerechnet wieder der Brandner Kaspar aus dem Straßendorf nebenan vorne drangestellt wird, bleibt das Geheimnis der Genossen. Aber egal, ich wähle weder Schneider, noch Brandner, noch Berg noch Becker.

Idee für Bielefeld: Reichsschülerputzdienst. Oder: Wenn Politiker durchdrehen

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Reichsarbeitsdienst. Quelle: Wikipedia

Komische Dinge tun sich gerade in Deutschland auf. So stolperte ich über einen Blog, der es als „sozial“ bezeichnet, wenn Schüler nun mehrmals wöchentlich zum Putzen verdonnert werden. Hintergrund ist nicht etwa das Stärken sozialer Kontakte, sondern schlicht und ergreifend der Wille zum Sparen. Die Stadtverwaltung Hildesheim ordnet zum 1. April – und es handelt sich hier leider nicht um einen April-Scherz – für 27 Schulen den Schülerputzdienst an. Material, so heißt es, werde in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt. Frei nach dem Motto: „In der DDR war nicht alles schlecht“, sollen Schüler nun selbst den Besen schwingen.

Das Sparprogramm sieht eine Reduzierung der Ausgaben für die Reinigungsdienste vor. Sie arbeiten dann nur noch 2 Tage die Woche, statt – wie zuvor- 5 Tage. – Die Reinigungskräfte werden also zur Kurzarbeit verdonnert und das, obwohl sie sowieso schon unterbezahlt sind. Die Stadt Hildesheim würde somit etwa jährlich 150.000 Euro einsparen. Ob die Rechnung aufgeht, wenn sie statt der Reinigungskräfte mehr Ausgaben über Sozialämter und ARGE haben?

An den Lernverlust der Schüler und Schülerinnen denkt scheinbar niemand. Gerade in Niedersachsen beginnt dies wohl zur Regel zu werden. Als nützlich könnte sich hier allerdings der Dienst der Hausmeister erweisen. Unter der Obhut des Hausmeisters wären dann auch wieder die Lehrer entlastet. Nur lernen … lernen tun die Schüler so auch nichts, und ob sich dadurch das Sozialverhalten verbessert, sei dahingestellt.

Fakt ist, dass Schulen als allererstes eine Aufgabe haben, die nun wirklich nichts mit Reinigungskräften zu tun hat. Sie haben einen Lehrauftrag, und diesem wird durch kuriose Sparmaßnahmen nicht gedient – das Gegenteil ist der Fall.

Will man sich aber für die Zukunft willige Reinigungskräfte heranziehen, hätten diese ihre Ausbildung zumindest umsonst gehabt – das wäre dann eine sehr effektive Sparmaßnahme gewesen. Vielleicht wird das ja dann auch in der Pisa-Studie mitberücksichtigt. Dann hätte Niedersachsen wohl deutlich bessere Chancen, auf Platz 1. zu kommen.

Frei nach dem obigen Motto könnte man sich dann auch davon trennen, ständig für das Guthalten von nationalsozialistischen Sozialvorgaben gemaßregelt zu werden – eben für das Motto „Damals war doch auch nicht alles schlecht“. Schließlich sorgen Konjunkturpakete eben auch für Arbeitskräfte, z.B. beim Bau und Ausbau von Reichsautobahnen (s.a. Deutsches Reich im Anmarsch), Sportzentren und dem Ausbau oder der Sanierung von Gemeinschaftseinrichtungen. Und die 1-Euro-Jobs sind doch sowieso schon in die Kategorie „Sklavenarbeit“ einzuordnen – also, was soll’s?

Halt’s Maul – putz und arbeite jetzt, denn Putzen und Arbeiten macht die Politiker reich und andere abhängig! Kinderarbeit zum Erhalt und Ausweitung von Hartz IV-Empfängern wird ab sofort wieder erlaubt! Auf geht’s … An die Besen, fertig, los! (Gelesen hier)

Das wäre doch mal eine geniale Idee für das mit 80 Millionen Miesen chronisch klamme Gemeinwesen namens Biefeld (Warum eigentlich?). Dann ist der Schritt zum Reichsarbeitsdienst ja nicht mehr weit. (Wir wären dann Gau XVI und ausgerechnet Münster Sitz der Gauleitung). Ich bin ganz sicher, die seltsamen Typen um Dr. Murkel träumen in ihren feuchten Träumen schon davon. Gesichert durch einen bereits unmittelbar nach der Geburt eingepflanzten RFID-Chip mit der neuen, lebenslangen und 20 Jahre toten Steuernummer, gehts ab in die Botanik. Es nützt in diesem Lande nichts mehr, sich nur an den Kopf zu greifen. Es muß sich grundlegend etwas ändern.

Wo ich schon dabei bin an diesem unheiligen Samstag: Die Pfarrerstochter und vermutliche „IM Erika“ möchte den ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender „loswerden“ und schickt ihren Parteifreund und brutalstmöglichen Politgauner Roland „Fresse“ Koch als Aufmischer an die Front. Brender ist der ehemaligen FDJ-Agitpropsekretärin nicht botmäßig genug. Wie war das grad noch in der DDR? Die Baddei bestimmt. Alles. Das ist Murkels Traum. Helfen wir alle mit, daß er nicht in Erfüllung geht und schicken wir das schlechteste Kanzler, das Deutschland je hatte dahin, wo es hingehört: In die Streusandwüste Brandenburgs.

Bielefelder Busen ohne Verse-Blusen

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84 Jahre gab es Verse-Blusen an der Apfelstraße. Für viele Bielefelderinnen Inbegriff eines zeitlos unzeitgemäßen Stils (Schönere und bessere Häfte: „Trutschig. Trug schon meine Omma“). Nun hat Meister Insolvenz zugeschlagen wie weiland schon bei Jobis. Es sieht nicht gut aus in der Metropole Modeindustrie. Vielleicht hätten sie sich mal ein wenig nach Halle orientieren sollen und Gerry Weber rechtzeitig was abgeschaut? „Made with love to make your look more beautiful“ versteht nicht unbedingt jeder….

Mageres Opelkonzeptchen

GM Europa und der Aufsichtsrat der Adam Opel GmbH haben heute einen langfristigen Zukunftsplan verabschiedet, der in den nächsten Tagen Regierungsvertretern übergeben wird. Danach wird der Plan auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Das umfangreiche vertrauliche Papier beinhaltet eine Finanzierungsanfrage nach Unterstützung in Höhe von 3,3 Milliarden Euro durch Bundes- bzw. Landesregierungen, 3 Milliarden Unterstützung durch GM und 1,2 Milliarden Strukturkostenreduzierung. Durch die Restrukturierung und bei konservativer Markteinschätzung, kann GM Europa/Opel bis 2011 so wieder profitabel werden. GM arbeitet mit Vertretern der Bundesregierung und der Landesregierungen eng zusammen, um offene Fragen zu klären und ergänzende Informationen zu geben, die für den Fortgang des Finanzierungsprozesses noch gebraucht werden.

Die Gespräche mit der Regierung sind angetrieben von der außergewöhnlich schwachen wirtschaftlichen Situation, die einen
starken Rückgang der Auto-Nachfrage mit sich gebracht hat – gleichzeitig ist die Möglichkeit für jedermann schwieriger geworden,
sich auf dem Markt einen Kredit zu besorgen, was für die Nachfrage besonders bedrohlich ist“, sagte Carl-Peter Forster,
Opel-Aufsichtsratsvorsitzender und Präsident von GM Europa. „Wir werden unser Geschäft mit möglichst geringen Auswirkungen auf die Arbeitsplätze restrukturieren, aber Tatsache ist, dass wir uns in einer außergewöhnlichen wirtschaftlichen Situation befinden und eventuell Werksschließungen in Betracht gezogen werden müssen. Dies soll aber durch Einsparungsverhandlungen möglichst verhindert werden.“

„Wir arbeiten mit den Arbeitnehmervertretern an dem besten Weg, um die sozialen Auswirkungen der Restrukturierung abzuschwächen, aber es muss klar sein, dass wir für eine erfolgreiche Zukunft alle drei Teile des Plans benötigen – die Strukturkostenreduzierung, Regierungs- und GM-Unterstützung. Wenn etwas davon fehlt, wird es keine praktikable Lösung geben“, so Forster. GM Europa bleib offen für Diskussionen über Partnerschaften, Beteiligungen oder andere Konstellationen, die die relative Position von Opel/GM stärken. Opel bleibt ein integraler und wichtiger Bestandteil von GMs globalem Geschäft und wird dies auch in Zukunft sein.

Das ist der Kern der Pressemeldung, die jetzt aus Rüsselsheim über die Ticker ging. Mit GM weiter. Mit GM in den Untergang? Oder sollen so mal schnell 3 Mrd. € Steuergelder über den Teich wandern? Wer garantiert, wenn das Strohfeuer des Abwrackens verloschen ist, daß weiter überhaupt Opel gekauft werden? Offensichtlich gab es doch bereits in der Vergangenheit massive Modell – und Marktprobleme. Was da vorgelegt wurde, ist nicht einmal ein Konzeptchen, geschweige denn ein Konzept. Aber die politischen Marktschreier werden schon einen weiteren Rettungsschirm spannen. Den aber bitte auch hier in unsere Gegend OWL, damit die Mitarbeiter bei Hella, Benteler, etc. auch was davon haben.

Pickert-Statue für Bielefeld?

Die größte Jesus-Statue der Welt will ein Unternehmer in der Nähe des mittelfränkischen Örtchens Wassertrüdingen bauen. Nachdem der Stadtrat und Bürgermeister dem Projekt schon zugestimmt hatten, gibt es jetzt Ärger um den Bau der 55 Meter hohen Statue. Nach anhaltender Kritik werden die Pläne noch einmal überdacht, eine neue Entscheidung fällt wohl im April.

Bei einer Abstimmung auf T-online halten sich Befürworter und Gegner derzeit fast die Waage. Was Wassertrüdingen in der Gegend, die Bayern fränkische Politikcremé stellt, glaubt zu können, können wir hier doch schon lange. Wir fordern den Pickowardo (Vorbild: Die Christusfigur über Rio de Janeiro). 180 Meter hoch und nur aus übereinander gestapelten Pfannenpickerts. Obendrauf prangt als Sinnbild der Region die „Güldne OWL“. Den Fuß der Statue zieren all die Schildaeskereien, einschließlich der Arm. Bielefeldschen Schmiergeld-Clownerie, die damals die Fußball-Bundesliga erschütterte. So wie wohl heute Abend das Ligaspiel in Köln gegen den FC.

So kommen Lehrer aus GT endlich mal zu You tube

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Das Straßendorf Gütersloh scheint ja nicht nur durch Bertelsmann und die Stifung ein besonderes Pflaster zu, jetzt greifen auch dortige Lehrer ein. Splitterfasernackt. Im – laut NW – „unschuldweißen“ BMW fuhr er aus dem Kaff nach Hagen-Hohenlimburg und tankte dort. Nun ja. Sowas soll es geben. Ein Bielefelder kommt dafür häufig ins Gefängnis, weil Nacktheit in der Öffentlichkeit ja blind macht und Kinderseelen verstört. Nackt tanken werden demnächst noch mehr Menschen. Eine Folge der erschröcklichen Krise. Sie zieht selbst die letzte Unterhose aus. Aber vielleicht war der GT-Mann auch Kunde bei Hartz IV und wollte ein Exempel statuieren. Bisher gibt es keine Anzeige gegen den Flitzer und er selbst hat sich zur Polizei begeben und das Ganze als „Wette“ erklärt. Nun denn, könnte doch Schule machen. Wie wärs mit den Damen? Eva sieht ja nackelig nun mal hübscher aus als Adam.

BMW hat jetzt eine neue Farbe im Angebot für seinen weißblauen Mühlen: „Unschuldsweiß“. Bei Urban Priol in der ZDF-Satire „Neues aus der Anstalt“ hieß es kürzlich: Spermaweiß. Es ging um den Anstrich eines „Papamobils“ für „unseren“ deutschen Papst.

(S)can they?

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Verdammt, warum bekomme ich immer Bauchschmerzen, wenn Werbung so vollkommen sinnfrei einfaltslos ist? Warum muß man Obamas Claim unbedingt im Metropölchen unter der Sparrenburg aufgreifen und in der NW-Beilage „Mut zur Zukunft“ präsentieren? Das Wortspiel „Yes, we (s)can“ hätte ich ja bei einer anerkannt guten Litho-Butze mit dem Namen „Scanlitho“ noch verstanden….

„Mut zur Zukunft“… Wie kann ich als Zeitung Anzeigenraum generieren? Indem ich dem Leser suggeriere: „Guck mal, das sind tapfere Unternehmen. Alles halb so schlimm. Die können sich noch unseren Anzeigenraum leisten“. Na dann kurzarbeitet mal schön weiter.

Das Imperium schlägt zurück

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Wer sich bisher darüber gewundert hat, daß die in nahezu 300 Beiträgen hier im „Bielefeld-Blog“ teilweise massiv geäußerte Kritik an der Telefonmarketing-Agentur @friends nicht auch in Bielefelds größter Lokalzeitung NW aufgegriffen wird, bekommt heute Morgen die Erklärung serviert: eine 1/1 Seite in der „Mut zur Zukunft“-Beilage der Zeitung. Vollmundig wird da noch einmal aus dem vollen Holz geschnitzt, wie der „beste mittelständische Arbeitgeber“ der Region sich sieht. (Vor allem ganz nah an Kotzbrocken und Hartz IV-Miterfinder Wolfgang Clement, was an sich ja schon zu denken gibt). Hier ein Textauszug aus der Weihrauch-Arie:

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Merke: Wes Brot ich freß´, den kritisier ich nicht. Einen flotten zweistelligen Betrag werden die NWler dafür schon erhalten haben. Preisliste Nr. 44 nennt einen Millimeter-Preis von 16,76 brutto für die Gesamtausgabe. Schon erstaunlich, was aus der einst „vierten Gewalt im Staat“ geworden ist.

Theo, laß den Hut lieber auf

Wie haben Sie die Stimmung hier im Stadion empfunden?
Ich war heute zum ersten Mal im Bielefelder Stadion. Es hat
mich sehr beeindruckt. Die Arena ist sehr großzügig gebaut,
wirkt trotzdem kompakt. Das Publikum heute war Klasse. Wenn
zu einem Freundschafts-Länderspiel über 17.000 Zuschauer
kommen, dann muss man vor Bielefeld den Hut ziehen. Gerade
auch in Anbetracht der Live-Übertragung und der frühen Anstoßzeit.
Man mag sich kaum vorstellen, welche Stimmung hier erst herrscht,
wenn das Stadion bis auf den letzten Platz gefüllt ist

Theo war da. Theo Zwanziger. Der Vorturner des DFB Deutscher Fußballbund. Artig hat er nach dem Damenfußball-Spiel Deutschland gegen China sein Sprüchlein aufgesagt, immerhin haben sie ja beim DFB in der Gespensterkulisse des Bundeskanzlerinnenamtes zu Berlin Magdeburg und Bielefeld um Spiele bei der Frauen-WM im Fußball beschissen und lieber den fußballerisch eher der Sahel-Zone ähnelnden Kraichgau mit Sinsheim-Hoppenheim zur Spielstätte erkoren. Kniefall vor den Milliarden des SAPisten Dietmar Hopp.

Wir, lieber Theo Zwanziger, können uns allerdings nicht vorstellen, wie es ist, wenn das Stadion bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Siehe Diskussion über des Vorstandes Glanztat: die neue Ost/Haupttribüpne mit der aseptischen Kaviarschnittchen – Etage und den regenüberströmten königsblauen VIP-Sitzchen. Aus dem Handgelenk kann ich 10 ehemalige Dauerkarten nennen, die heute statt Stadiontribüne lieber Premiere gucken. Wenn dann im TV die leere Tribüne genüßlich abgefahren wird, stöhnen sie auf.

Es ist wirklich einfach, Deutschland zum Lachen über Bielefeld zu bringen. Ist schon eine ziemlich schlingelige Stadt da unter der Sparrenburg.

Min. 9,5 Millionen Menschen „nicht erwerbstätig“, aber erfasst

Von wegen „3,5 Millionen Arbeitslose“. Auf Seite 46 des von der „Bundesagentur für Arbeit“ vorgeklegten Februar-Berichtes zur Arbeit (Neuerdings von trägen Journalisten gemäß McKinsey/R. Berger-Definition „Jobs“ genannt) offenbart sich das Gesamtbild:

… mindestens 9,5 Millionen Menschen, die nicht erwerbstätig (ALG I + II, Qualifizierungsmaßnahmen) sind. Denen gegenüber stehen 27.893.600, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.

So, und auch diese Statistik ist mit an 100% grenzender Wahrscheinlichkeit stellenweise geschönt, getürkt, umgestrickt, kanalisiert. Na Frau Dr. Murkel, dann garantieren Sie mal schön….

Der nächste Riesenhumbug rollt an

Ende Februar startet Nordrhein-Westfalen mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Arzt- und Zahnarztpraxen sowie Kliniken werden dann mit neuen Kartenterminals und angepassten Verwaltungssystemen ausgestattet. Allein in der Region Nordrhein werden nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung mehr als 22.000 Kartenterminals ausgeliefert. Dies ist ein wichtiger Meilenstein des Zukunftsprojekts, mit dem Deutschland international technologische Trends im Gesundheitswesen setzen will. Im Zuge der Einführung muss jedoch sichergestellt werden, dass die Betriebsabläufe bei den Leistungserbringern nicht beeinträchtigt werden. Ein zentrales Rollout-Management ermöglicht eine bessere Koordinierung sowie eine neutrale Beratung und hilft damit, anfängliche Schwierigkeiten bei der Einführung zu vermeiden. Das sind die Erfahrungen von Steria Mummert Consulting als Projektverantwortlicher in der Testregion Rheinland-Pfalz/Trier.

„Die elektronische Gesundheitskarte ist ein sehr ehrgeiziges Projekt, bei dem es sich um eines der großen Zukunftsthemen handelt. Schwierigkeiten bei der Umsetzung lassen sich durch ein gutes Rollout-Management beheben, dem neben der Klärung der Finanzierungsfrage besondere Beachtung geschenkt werden sollte“, so Horst Martin Dreyer, verantwortlich für den Bereich Health Care bei Steria Mummert Consulting. „Der nächste große Meilenstein, der Start des Online-Rollouts, schafft die Voraussetzung für zahlreiche Anwendungen mit hohem Mehrwert wie beispielsweise den elektronischen Arztbrief oder die elektronische Patientenakte“.

Man beachte bitte die feine, geschliffene Sprache dieser Pressemitteilung zu einem der größten Humbugs der an Humbugen reichen Geschichte der Gesundheitsreform. So ist das, wenn nasalierende Stümper ministrieren und gemeinsame Sache mit den abzockenden Lobbyistebn machen.

Und wer kauft die Gebrauchten?

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Der Mann bei Hagemann schüttelt den Kopf und schwenkt den Arm ausladend über die riesige Menge Gebrauchtwagen im weiten Rund. „Wie Blei. Die kauft jetzt keiner mehr, kosten aber Finanzierung“. Tja, in all den Jubel und Trubel, die Dankesgebete an eine so „freigiebige“ Regierung, den nationalen Abwrackwahn weihnachtlichen Ausmasses, mischen sich tatsächlich nachdenkliche Töne? Jetzt, wo die Saabchen heim zu Mamma Hagemann rollen und keiner sie mehr will, macht sich Verwunderung breit bei den Autoleuten. Hagemann begegnet dem mit Nostalgie, man rollt alte Schätzchen heraus. „Senator“ aus der Zeit vor Einsparungs – totengräber Lopez. Als die Schweller noch nicht programmiert rosteten und Bleche nicht wie zu dünn gebackene Eierkuchen mit Magermilch wirkten. Es war die Zeit, als Opel noch eine Automacht war in Deutschland, mit Marktanteilen, die GM in Detroit richtig mästeten und niemals an Kleinwagen denken ließ.

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„Manchmal“, sagt der Mann von Hagemann in die Stille hinein, „manchmal glaube ich, es wäre besser, Opel ginge in die Insolvenz und losgelöst von General Motors und schlanker Ausrichtung neu in den Markt“.

„Löst das Ihr Gebrauchtwagenproblem?“, frage ich.

„Nein“, sagt der Mann von Hagemann, „natürlich nicht“.

Dazu passen die Zahlen aus einer aktuellen Pressemeldung:

– In den letzten drei Monaten gab es 22 Insolvenzen von
Automobilzulieferern, davon sind 32.000 Mitarbeiter betroffen
– Insolvenzwelle wird im März 2009 ihren Höhepunkt erreichen
– 2009 könnten in Deutschland weitere 50 bis 80 Zulieferer
zusammenbrechen
– 100.000 Arbeitsplätze bei insolventen Zulieferern in Gefahr
– Renditen fallen um 65 Prozent

Quelle: Oliver-Wyman-Analyse „Krise in der Automobilindustrie“.

Merke: Unsere oberklugen Faseler in Berlin halten es für viel viel wichtiger, Steuergelder in „Systemimmanente Banken“ zu versenken. Wie verlogen und absolut unwahr das ist, belegen derzeit aktuelle Analysen berufener Leute. Man könnte auch unhöflich sagen: „Die Politiker sind mit den Banken verwoben und versuchen, die Rettung ihrer Ärsche zeitlich hinaus zu zögern bis es nicht mehr geht“. Auf Dauer wird das nicht gelingen. Aber hat Frau Dr. Murkel nicht für alle Sparkonten persönlich gebürgt? Na bitte. Jeder kriegt dann eine hausgebratene Roulade, die laut unserem Horst „so lecker und toll sind“. Mehr kann das Kanzler aber auch wirklich nicht. Erinnert ihre Politik doch täglich an Rouladenbraterei.

Baby, es brennt….

Zu Ostern brennen im Ostwestfälischen traditionell viele Feuer. Nicht immer geht es dabei um die Brauchtumspflege. Häufig werden auf diese Weise Grünschnitt und Gartenabfälle entsorgt. Die Folge: erhebliche Luftverschmutzungen und gesundheitliche Beschwerden bei empfindlichen Menschen. Dies soll ab 2009 besser werden. Auf die neuen Regelungen der Osterfeuerverordnung weisen das Ordnungsamt und das Umweltamt hin.

Private Osterfeuer sind danach verboten. Erlaubt sind öffentliche, für jedermann frei zugängliche Veranstaltungen, die auf schriftlichen Antrag vom Ordnungsamt genehmigt werden. Um die negativen Folgen für die Luftqualität und den Gesundheitsschutz zu begrenzen, erhalten nur solche Veranstalter eine Erlaubnis, die auf eine langjährige Tradition verweisen können oder deren Vorhaben im öffentlichen Interesse liegt. Das Abbrennen der genehmigten Osterfeuer ist von Karsamstag bis Ostermontag jeweils in der Zeit von 16.00 Uhr bis 24.00 Uhr möglich. Anträge müssen spätestens am 13. März 2009 für die Stadtbezirke Mitte, Schildesche, Stieghorst, Dornberg und Gadderbaum beim Ordnungsamt und für die übrigen Bezirke beim jeweiligen Bezirksamt vorliegen. Notwendig sind genaue Angaben zum Ort, zum Zeitpunkt, zum Brennmaterial, zur verantwortlichen Person mit Name, Anschrift und Mobiltelefonnummer.

Sollte bereits Verbrennungsmaterial für ein nicht genehmigungsfähiges Osterfeuer zusammengetragen worden sein, gibt die Abfallberatung des Umweltbetriebes Informationen über Möglichkeiten einer ökologisch sinnvollen Verwertung (Telefon: 51-33 41).

Aus einer Pressemeldung der Metropole. Warum sind die eigentlich immer mit dem erhobenen Zeigefinger geschrieben und mit offenen Drohungen garniert?

Keine Keeper in Kölle?

Arm. Bielefeld hat vor dem Auswärtsspiel gegen den 1. FC Köln große Personalprobleme im Tor. Ersatzkeeper Rowen Fernandez fällt wegen eines schweren Magen-Darminfekts definitiv aus. Und auch Stammtorhüter Dennis Eilhoff liegt seit heute Nacht mit einem Virus flach. Die Verantwortlichen hoffen aber, dass er bis Freitag fit wird. Ansonsten muss der dritte Keeper Alexander Bade ins Tor. Über 2.000 Arminenfans wollen ihre Mannschaft zum Spiel nach Köln begleiten. Wenn es kein Punktgewinn wird, dürften die Almdribbler wohl auf einen Abstiegsplatz in der Tabelle fallen. Aber das ist ja nun keine wirklich neue Erfahrung.

Der Gipfel der EU-Blödheit

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Kaum haben sie ihm per Unfähigkeit der SPD und schleimender Willfährigkeit der FDP den Arsch wieder zementiert, schlägt Hessens brutalstmöglicher Ministerpräsident zu und schafft Fakten, die einen an den Kopf greifen lassen. In Frankfurt wird am Giganto-Airport die unnötige weitere Landebahn in den grünen Wald der praktisch enteigneten Gemeinde Kelsterbach geschlagen und das Flughäfelchen Kassel-Calden wird für 114 Mio. zum Konkurrenten von Paderborn-Lippstadt ausgebaut. Die ebenso bekloppte wie unfähige EU in Brüssel nickt das auch noch ab. Die vorsichtige Stimme des Paderborner Flughafenchefs, wonach „beide Flughäfen kostendeckend nebeneinander zu betreiben möglicherweise nicht möglich ist“, wird in den hessischen Wind geschlagen.

Solche Ministerpräsidenten braucht die deutsche „Elite“. Dann klappts auch mit Abgreifen von Steuergeldern durch gierige Banken. Ach, ich vergaß. Die sind ja alle „Systemimmanent“. Sind deutsche Märchen auch. Die muß man aber nicht glauben. Obwohl, bei Licht gesehen, sieht ein gewisser Koch schon aus wie der verkleidete Wolf aus „Hänsel und Gretel“.

„Mutter Koch“, warum hast du so dicke Lippen? „Damit ich schneller fressen kann, als Ihr kotzt“. Und im Hintergrund pfeift das hessische FDP-Hähnchen sein neoliberales Lied.

Volkes Mund …

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Wer wirklich wissen will, was Volkes Meinung ist, liest nicht ergeben Forsa-Manipulinski Güllners gekaufte Umfragen sondern stöbert in Leserbriefen und einschlägigen Foren. Da sieht das Bild sehr viel anders aus und der gelbe FDP-Schein schrumpft eher zu dem was es ist : „FDP-Fähnchen im Wind“, wie dieser Leserbrief in der NW es ausdrückt:

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Wer nicht glauben mag, daß FDP lediglich eine umgefärbte und verschlimmerte Union ist, mag sich verdeutlichen, was passiert, wenn „Ihro heilige Unfähigkeit aus Meck-Vop“ mit „Mister Laberlaber“ in gemeinsame politische Bett steigt:

– Zementierung dessen, was soeben weltweit zusammengebrochen ist und den Mist eingebrockt
Neoliberalismus in seiner häßlichsten Form
– Steuerreform, die noch mehr nach „oben“ verteilt
– Korrigierte Erbschaft zugunsten großer Vermögen
– Wirtschaftspolitik wie „es ist ja nichts geschehen“
– weitere Reduzierung staatlicher Aufgaben zugunster solcher Gebilde wie Bertelsmann-Arvato
– weiterer Abbau der Hartz IV-Leistungen
– noch stärkerer Einfluß charakterloser Typen a la „Mißfelder“

Für Quote jaucht und kernerts um die Wette

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Der Mord an der kleinen Kardelen aus Paderborn ist schrecklich. Keine Frage. Final aufgeklärt ist er aber bis heute nicht. Also ein sogenanntes „schwebendes Verfahren“. Warum also die Eltern beim Dackelblicker und Wichtigtuer Jauch in der Sendung sitzen und der Schwiegervater beim Oberlaberer und Dünnbrettbohrer Kerner auf der Couch sitzend noch einen draufsetzt, ist sehr fraglich. Das Fernsehen giert nach Quote und da wird letztlich alles genommen, was passt oder passend gemacht werden kann, um die Breitwandflachbildschirme neuester Generation zu füllen. Das unsere Holzmedien – hier die NW -da auf dem vorletzten Loch pfeifend sich berichterstattend gemein mit dem Fernsehen machen, ist ein Phänomen unserer Zeit. Ein kritisches Wort zu dieser Art Sensationshatz habe ich allerdings nicht gelesen. Oder überlesen?

„Seehofer ist unser Obama“

Seine Anhänger halten Schilder hoch: „Seehofer ist unser Obama“ und „Yes we can – mit Horst“. Als der CSU-Chef durch die Reihen der Passauer Dreiländerhalle schreitet, bemühen sich seine Parteifreunde beim politischen Aschermittwoch um positive Botschaften. Aber auch aggressivere Sprüche gegen den politischen Gegner sind zu lesen: „Sozis raus aus Berlin“ heißt es auf einem Plakat.

Nun besteht ja auf den 500sten Blick eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Obama und Fremdgänger/Kindermacher Seehofer. Und ich, der ich in nicht allzu ferner Zeit in den tiefen alten tumben Süden der Republik muß, frage mich, ob es schon Visumspflicht an der boarischen Staatsgrenze gibt.

Nach Saab-Pleite: „Nu lyfter vi Sverige“

„Es wäre tragisch, wenn Saab dichtmachen müsste, und ich will es mir nicht vorstellen“, sagt Elizabeth Nyström. Die konservative Politikerin saß bis vor zwei Jahren im Verkehrsausschuss des schwedischen Parlaments und ist seither in ihrer Heimatstadt Trollhättan kommunalpolitisch aktiv. In den 60er- und 70er-Jahren fuhr sie oft in einem Saab als Co-Pilotin bei internationalen Autorallyes mit. „Ich bin privat immer Saab gefahren und weiß, dass die gute Autos machen, aber wenn sich das wirklich überhaupt nicht mehr lohnt, ist das doch nicht das Ende. Die Leute, die dort arbeiten, haben Spitzenkompetenzen, die in anderen Industrien gefragt sind.“ Die Zeitung „Aftonbladet“ sieht das ähnlich und startete am Montag die Kampagne „Nu lyfter vi Sverige“ – „Jetzt bringen wir Schweden voran“. Sie veröffentlichte eine Liste mit 11.629 offenen Stellen.

Das ist schon einmal ein Anfang, auch wenn viele der Stellen andernorts in Schweden liegen und erst nach Umschulung und Weiterbildung das richtige für Autobauer wären. Es ist aber zu befürchten, dass in Schweden schnell erheblich mehr Menschen als 11.629 arbeitslos werden. Die örtliche Metallgewerkschaft bietet sich schon einmal als Dienstleister an. Dank eines Organisationsgrads von über 90 Prozent hat sie viel Einfluss. „Im Falle des Falles würden wir uns mit Entlassenen und deren Banken zusammensetzen, um zu schauen, ob die Tilgung von möglichen Hypotheken ausgesetzt werden kann, und über Qualifizierungsmöglichkeiten sprechen“, sagt der Gewerkschaftsfunktionär Leif Håkansson. Auch die Arbeitsvermittlung hat schon Extrapersonal nach Trollhättan geschickt. Wenn die Arbeitslosigkeit steigt, soll in Schweden bis zum nächsten Aufschwung zumindest niemand allein gelassen werden. Quelle: Financial Times Deutschland

Wäre eine derartige Einstellung und derartige Aktivität hier bei uns denkbar? Niemals. Nein. Stattdessen gibt auch noch der letzte Wichtigtuer aus irgenbdeinem alleingelassenen Tal der EDinfaolt seinen ungefragten Senf dazu. Und wie das Beispiel HSH Nordbank zeigt, machen die Politamateure genau so weiter, wie sie es bisher schon getan und alles in die Scheisse geritten haben.

„Nu lyfter vi Tyskland“ geht hier nicht. Sverige steht auch nicht ohne Grund bei der Pisa-Studie weit vor dieser verafften Republik. Was sie da oben auch nicht haben: Die Gnade der Bertelsmann-Stiftung aus unserem bigotten Nachbarstraßendorf Gütersloh. Offensichtlich eine Wohltat, die den Geist beflügelt und frei fürs Denken macht.

Sind Bielefelds Stadtverwalter dümmer als andere?

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Offensichtlich haben wir eine Stadtspitze, die besonders im finanziell wirtschaftlichen Bereich nur langsam lernt. Wie sonst ist zu erklären, daß CDU-Ratsherr Rainer Lux für die geduckte Stadt unter der Sparrenburg mit dem neuen Haushaltsdefizit von 80 Mio. Euro einen „Lernprozeß“ ankündigt? Wie gehen denn andere Städte mit dem „Neuen kommunalen Finanzmanagement“ um? Sind die klüger, schneller, besser? Oder einfach nur nicht so schildaesk wie unsere Freunde am Niederwall……

Härtere Töne um die neue Alm-Osttribüne

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Man hat mich angerufen. Aus Hannover. „Sag mal, was ist denn jetzt schon wieder in Bielefeld los. Man liest über eine Tribüne von Arminia, man hört vom Kunsthallen – Krach. Erzähl mal“. Ich erzählte. Mein Telefonpartner schüttete sich vor Lachen aus. „Ihr seid wirklich eine äußerst absurde Stadt. Habt Ihr auch ernsthafte Themen?“. Nein, haben wir nicht. Zumindest werden sie nicht diskutiert.

Nochmal Osttribüne. Der Ton in den Leserbriefen der Gazetten wird erheblich rauher. Offensichtlich entwickelt sich die Osttribüne auf AlmSchücoArena zu einer erneuten schildaesken Veranstaltung, die diese Stadt zum Gespött der Republik machen. Was ja nichts wesentlich Neues wäre. Es sei allerdings die Frage gestattet, was Arminias Obergaukler um Präses Schwick sich eigentlich so denken. Vermutlich nichts. Wenn man liest, daß es einen Schwarzmarkt für Eintrittskarten bei nahezu leerer Haupttribüne gibt, zweifelt man doch erheblich an der kaufmännischen Kompetenz der Verantwortlichen.

Aschermittwoch

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Wir feiern im Norden jetzt überall
Mit hoher Erlaubnis den Carneval.
Wir treiben Spott, wir treiben Scherz
Mit allerlei in unserm Land und allerwärts.

So kommt denn manche Wahrheit wohl an den Tag,
Die man nicht offenbaren darf und mag.
Und mancher singt und mancher sagt,
Was er doch sonst wohl schwerlich hätte gewagt.

Das wäre nun Alles zu unserm Gedeihn,
Ja, müsst‘ es bei uns ewig Fasching sein.
Wer kann Jahr aus, wer kann Jahr ein
Und immerfort und immerfort ein Narr doch sein.

Der Carneval vergehet ohne Spur,
Und immerfort behalten wir die Censur.
Gäbt ihr dafür die Presse frei,
Bei Gott, das wär‘ die allerschönste Narretei!

(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

… und nun fastet die nächsten 40 Tage mal schön!

Hilfe. Bin ich abartig?

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Es treibt seltsame Blüten, was PR und Umfragewesen der Republik so machen. Die plastene Puppe des US-Herstellers Mattel hats mal wieder auf die Titelseite der NW geschafft und dazu noch eine ebenso deftige wie bescheuerte Umfrage eines Kober-Portals für Single. Interpretiert man richtig, daß sich von 4.562 befragten Singelmännern 46% blaue Augen und 37% eine Blondine als Partnerin wünschen, möchte die überragende Mehrheit am liebsten mit der Traumfrau Barbie davonziehen.

Schon mal überlegt, wie sich dürres Plastik anfühlt? Hersteller Mattel jedenfalls freut sich über die kostenlose Werbung in unserer Lokalpostille.

Die Obamaisierung der CDU

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Da hab ich mich doch kürzlich noch vorlaut geäußert, die CDU hätte ihre Website nicht aktualisiert. Jetzt wissen wir, warum und reiben uns die Augen. Dr. Murkel, Po falla und Chefhetzer Kauder sind jetzt auf „You tube“, dem bisher recht lustigen Videoportal. Damit ist es jetzt vorbei. Locker flockig läßt der seltsame Herr Po falla über den Koalitionspartner hetzen, beansprucht „Die Mitte“ Deutschlands für sich und treibt allerlei Schabernack mit ganz vielen Videofilmchen über mehr oder weniger inhaltslose Botschaften der CDU-Granden. Gesehen hat man das alles schon im Wahlkampf von Amerikas neuem Heilsbringer, Mr. Obama, der sich ziemlich eiertanzend durch die Politik windet.

Verlinken tue ich den orangefarbenen Erguß allerdings nicht.

Gut, daß es sehr leicht ist, „Die Mitte“ wegzuclicken. Politik als Gaudi und Videospaß, Veitstanz und Luftverkauf passt allerdings zu der Truppe von Clowns und Gauklern, Lügnern und Tricksern. Es hat aber auch seine gute Seite: Man kann jetzt noch mal zurückspulen und sich mehrmals anhören, wie die unenendlichen Plattitüden formuliert sind.

Wer sich jemals die Podcasts von Trudchen Murkel aus Templin gegeben hat, wer Torsten Schäfer-Dingensens Twitterei (und das schlechteste Wahlergebnis in Hessen) erlebt hat weiß: sich „modern“ anbiedernde Politiker sind unglaubwürdiger denn je. Es genügt nicht, das Internet für seine schwammigen Ziele zu mißbrauchen, wenn die realen Taten meilenweit von dem entfernt sind, was da an Lügen abgesondert wird. Oder sollen wir uns an Münteferings berühmten Satz halten, wonach er nicht an seinen Aussagen vor der Wahl gemessen werden will?

Gerry Webers Pottwal schläft noch

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Das Ding namens „Eventcenter“ nahe der Weberschen Tennisarena in Halle liegt dick und bräsig weiß in der ostwestfälischen Landschaft. Da tritt dann schon mal Dudelheini Silbereisen mit seiner sibirischen Helene auf und geigen andere Barden der seichten Kunst ihre Liedchen. Schön ist das Ding nicht. Aber es wird seinen leckeren Deckungsbeitrag zur Weberschen Kostenrechnung leisten. Was man alles so auf der Basis von Klamotten anstellen kann. Clever, der „Schneider von Halle“. Offensichtlich hatte er nie Besuch von den Lehman-Brothers.

Darf ich mal laut lachen?

Das Institut der Deutschen Wirtschaft, bezahlte Meinungsmacher aus Köln, hat unsere heimische Demoskopiefabrik TNS Emnid mal wieder was abfragen lassen. Hier die Pressemeldung, die offensichtlich vom ganz großen Mist ablenken und ein bißchen „Empörung“ erzeugen soll. Abgesehen dabvon, daß wohl kein klar denkender Mensch einem Interviewer sagen würde, wann er wen wofür „schwarz“ beschäftigt:

Jeder dritte Deutsche lässt schwarz arbeiten

Die Nachfrage nach Haushaltshilfen steigt und steigt – doch die meisten Deutschen beschäftigen Putz- und Bügelhilfen schwarz. Fast jeder Dritte hat einer Studie zufolge im Jahr 2007 Schwarzarbeiter beschäftigt und im Schnitt rund 1000 Euro bezahlt. Ein schlechtes Gewissen hat kaum jemand.

Schwarzarbeit ist in deutschen Haushalten weit verbreitet. Das ergab eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage von TNS-Emnid für das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Vor allem Handwerker werden demnach gerne schwarz beschäftigt – ihr Anteil an der Schwarzarbeit machte im Jahr 2007 19 Prozent aus. Aber auch die Kosten für Kinderbetreuung, Gartenarbeit, Bügelservice oder Putzhilfen werden häufig am Finanzamt vorbei abgerechnet – ihr Anteil: 16 Prozent. Im Schnitt zahlte jeder dritte Deutsche den illegal Beschäftigten übers Jahr gerechnet 1000 Euro.

Allein die Überschrift zu der Meldung der bezahlten Salbader und Kaffeesatzleser ist angesichts dessen, was zur Zeit in Banken, Industrie und Politik abgeht, unverschämt. Da werden Milliarden um Milliarden versenkt, der Staat immer mehr in die jahrzehntelang wirkenden Verbindlichkeiten getrieben und dann kommt diese Mischpoke mit „Schwarzarbeit“? Nennen wir es einfach mal „Notwehr“, dann wird ein Schuh daraus.

Diese Mietmäuler vom Institut der Deutschen Wirtschaft veröffentlichten noch am 24.4. 2008 diese Prognose:

Vor diesem Hintergrund erwartet das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in seiner Frühjahrsprognose – wie bereits im vorigen Herbst – zwar für die Bundesrepublik ein geringeres Wachstumstempo als 2007, schließt eine Rezession aber derzeit aus (Tableau): Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird 2008 voraussichtlich um 1,7 Prozent zulegen, für das kommende Jahr kann noch mit einem Plus von 1,4 Prozent gerechnet werden.

Pfffffffffffffffffft. Soviel zum Thema „Experten“. Geht mir fort!