Archiv für den Monat: Januar 2009

Wenn der Kesselbrink umzingelt wird

„Die WestLB ist offenbar bereits auf dem Weg zur eigenen „Bad Bank“. Die Landesbank will eine neue Gesellschaft gründen, in die problematische Vermögensteile ausgegliedert werden sollen. Nach Informationen aus dem Umfeld der Bank handelt es sich um risikoreiche Wertpapiere im Wert von rund 80 Mrd. Euro – das entspricht fast einem Drittel des Geschäfts der Bank. Wie die Ausgliederung finanziert werden soll, ist noch unklar.“ Noch im Ohr, was die grandios dämlichen Bielefelder Spassbänkler im letzten Jahr tönten? Man habe „den Gipfel überschritten“ und Besserung sei in Sicht. Staattdessen wird das Maß des Horrors auch und grade in den öffentlich kontrollierten Instituten jeden Tag ein wenig mehr angehoben. Damit sich das Volk stückweise dran gewöhnt, daß Pleite wohl ein Alltagswort geworden ist. Schön, wenn wir dann Politiker haben, denen wir so sehr vertrauen können, daß sie die Bundeswehr im Innern schon rechtzeitig losschicken werden. Das erspart unkontrollierte Aufstände des blöden Volkes. Der so übersichtlich gestaltete Kesselbrink ließe sich ja in wenigen Minuten bequem umzingeln.

Sollte diese Rechnung nicht aufgehen, haben wir ja noch wahlweise den „Klimawandel“ mit seinem jetzt auch den Südpol erfassenden Abbrechen des Schelfeises. Wie furchtbar, wo sollen denn dann unsere Kinder einer fernen Zukunft mit den Eisbären spielen? Worauf stehen dann Pinguine die Füße platt? Ach ne. Das kriegt unsere wunderbare Regierung schon noch in den Griff. Ein wenig mehr CO2 mit den steuerlich privilegierten Privatpanzern vom Schlage EiKuh und die Sache beschleunigt sich.

Klappt auch nicht so ganz? Tja. Da wäre dann noch das Hämmerken Abwertung. Liegt eh zuviel Geld auf den deutschen Sparkonten. Da muß mal Luft rein. So ein Währungsschnitt wie weiland DDR-Mark für D-Mark. Nur umgekehrt. Euro einfach halbiert. Dann klappts auch mit dem Stillhalten des Volkes.

Bitte viel Hirn für Berlin

51bundesstaat.jpg

Dear Mr. President, als 51. Bundesstaat mit der Gouverneurin Dr. Murkel an der Spitze hätten wir schon einen Wunsch: Lassen Sie bitte gezielt tonnenweise Hirn über Berlin Mitte abwerfen. Offensichtlich ist es da flächendeckend ausgetrocknet. So, liebes Westfalen-Blatt, nun dürft Ihr weiter Sonntagsfragen.

Die Einschläge sind da

kurzarbeit.jpg

Tja. Das werden wohl noch mehr werden. Sind leider alles keine Bankster. Da würde der hochintelligente Peer Steinbrück mal eben locker 20 Milliarden versenken. So langsam fragt man sich, wie lange die Deutschen sich diese Art Politik noch gefallen lassen. Gestern am „Vitaminchen“ in der Citypassage. Ein älteres Paar kauft 2 Pöttchen mit geschnitten Obst und legt dafür eine beträchtliche Summe auf den Tresen: „Wer weiß, wie lange wir das noch können“. Auf Nachfrage: „Ab Montag arbeiten wir beide kurz“…. Dafür wars dann vorne gegenüber dem Kaufhof-Eingang bein Billigchinesen brechend voll. „Ente knusprig, 6,95 €“. Aha.

Bielefeld liegt jetzt an der Sale

sale1.jpg

Die wunderschöne Metropole unter der mehr und mehr freigelegten Sparrenburg kennt nur noch einen Begriff: „Sale“. „Sale“, wohin man guckt. „Sale“ hier, „Sale“ da. Überall springt einen „Sale“ an. Half heut aber wohl auch nicht viel. Die Geschäfte waren meist ziemlich leer. Selbst im Café Knigge gabs genügend Plätze. Oder Liegt es daran, daß die Raucher nach draußen quartiert sind? Oder sind die Stadtläufer alle bei den Autofritzen, um sich die Super-Abwrackprämie zu holen? Eher nicht. Da herrschte fast überall lähmende Leere. Egal ob auf der „Automeile“ Herforder oder der Detmolder.

sale2.jpg

Ach ja. Wer hat eigentlich das große Firmenschild der @friends mit Sprühfarbe „verziert“?

Erinnerungen

gute-butter.jpg

Wer Omas hatte, die noch der Kriegsgeneration angehörten, kennt den Begriff: „Gute Butter“, flankiert von „Echtem Bohnenkaffee“. Bei unserem Chefverramscher ist jetzt die Chance geboten, bei „guter Butter“ so richtig zuzuschlagen. Anscheinend haben die Sonderpöstler die Mitnahme ja nicht auf „Haushaltsübliche Menge“ sondern „Solange der Vorrat reicht“ begrenzt. Aber warum „Irrtümer vorbehalten“?

Setzen wir ein Zeichen

zeichen.jpg

Setzen wir einfach mal an diesem verregneten, trüben Freitag ein Zeichen. Ein Frühlingszeichen. Die Abwrackprämie beschert koreanischen, japanischen, rumänischen, französischen, italienischen, belgischen, spanischen und niedersächsischen Kleinwagenbaubändern ein wenig Montagebandanlauf (angeblich, mal sehen, was am Ende bleibt), während Klaus Hurrelmann seine letzte Vorlesung hatte, Obama wirbelt und die Handballer spielen bei der WM in Kroatien munter auf. Ach ja. Giulia Siegel hat den Dschungel verlassen. Und im nahen Straßendorf Gütersloh sammeln sich die Bertelsmann-Gegner an diesem Wochenende, um aufzuzeigen, warum die „Mohn-Krake“ so gefährlich für den Staat und seine Bürger ist. Alles wird gut.

Abwrackpolitik

abwrackpolitik.jpg

Der Mann hinterm Schreibtisch im immer noch modernen Bielefelder Center „Am Stadtholz“ lehnt sich zurück, wippt mit dem Stuhl, schnellt wieder nach vone. Dann holt er tief Luft, zeigt auf einen schmalen Ordner hinter sich im Regal und seufzt vernehmbar: „Früher hatte ich im Januar schon so einen Ordner voll mit Neuaufträgen. Und jetzt sehn Sie ja selbst“. Ich sah den mageren Leitz-Papiersammler. Nicht, daß wir nun Maybach abwracken wollen, es ging einfach nur mal darum, mit einem Mann aus der Praxis das Thema „Abwrackprämie“ zu erörtern. Es war ein verbales Wespennest. Er machte sich Luft. „Absolutes Chaos. Völlig Hirnrissig“.

Überflüssig, nun noch andere Händler zu befragen. Niemand weiß Genaues. Aber es passt zur Politik einer Groko, die in 3 Jahren nichts bewegt hat außer Umverteilung von Vermögen. „1% besitzt 25% in Deutschland“. Von allem. Aber Bundesmurkel stellt sich mit dem gelben Schaumschläger der Wiederwahl im Herbst. Na dann, Gute Nacht.

He can übers Wasser gehn

obamaresk.jpg

Willkommen im 51. Bundesstaat der USA! So langsam nimmt die Obamania krankhafte Züge an. Die Medien out – und online sind Obamarisiert. Sorry, es gibt Nachrichten, die uns weitaus näher sind. Z.B. diese:

Ein Prozent der Bevölkerung besitzt ein Viertel des Vermögens

Die Kluft zwischen Arm und Reich ist in Deutschland weiter gewachsen: Laut einer DIW-Studie besitzen die oberen zehn Prozent der Bevölkerung über 60 Prozent des gesamtdeutschen Vermögens. Die Armen dagegen verschulden sich immer stärker.

Oder diese:

Prozess gegen Ex-Postchef beginnt

Der frühere Postchef Klaus Zumwinkel muss sich von heute an wegen Steuerhinterziehung vor dem Landgericht Bochum verantworten. Der 65-Jährige soll über eine Liechtensteiner Stiftung Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben.

Oder diese:

Ratio plant Umbau und Entlassungen

Das Warenhaus Ratio in Sennestadt will in der nächsten Zeit etwa 15 Mitarbeiter entlassen. Schuld daran seien die Umsatzeinbußen der letzten Jahre und die Veränderungen im Einzelhandel, erklärte der Geschäftsführer Hendrik Snoek im Gespräch mit Radio Bielefeld.

Ganz furchtbar auch diese:

Hermannslauf ist ausgebucht

Der diesjährige Hermannslauf ist ausgebucht. Das Limit von 7.000 Teilnehmern ist erreicht. Der Hermanslauf von Detmold nach Bielefeld findet traditionell am letzten Sonntag im April statt. In diesem Jahr ist das der 26. April.

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Hermannslauf in die USA übertragen. Jesus Obama hat bereits sein „heimliches Mitlaufen“ angekündigt.

Er can einfach alles.

Superwaschtag

waschtag.jpg

Stoßstange an Stoßstange fahren sie ihr Heiligs Blechle in die Kathedralen des maschinellen Waschens ein. Egal ob Eckenheimer, Gütersloher, Südring oder wo sonst noch gebürstet und gewaschen wird: momentan lohnt sich der Betrieb einer Wasche.

Wenn Barack Clausen twittert

Rouven Ridder von der NW schreibt heute über die Internet-Aktivitäten der Bielefelder Präsidentschafts .. ähm OB-Kandidaten Landgraf, Clausen und Weiß. Und begibt sich mit einem momentan wohl üblichen Obama-Vergleich auf ziemlich dünnes Eis. Abgesehen davon, daß die Website des Weißen Hauses eine Minute nach dem Amtseid auf „Yes wie can“ umgeschaltet wurde, ist die Puddingstadt wohl eher noch Web-Entwicklungsland. Auch wenn Barack Clausen – sähe er nicht anders aus und wäre unfarbig, könnte er glatt ein Zwillingsbruder des neuen Weißhäuslers sein -neumodisch „twittert“* : das gesprochene und auf Holzpapier geschriebene Wort gilt hier in Ostwestfalen doch noch mehr. Bernd Landgraf ist noch nicht so progressiv wie der twitternde Arbeitsrichter und Vorsitzende der Fraktion einer etwas größeren Splitterpartei im Rat der Metropole. Seinem „großen“ Kollegen TSG im hessischen Wahlkampf hat die Twitterei übrigens letztlich nichts gebracht, außer das schlechteste Ergebnis, das eine SPD jemals in Hesse hatte. Auch wenn Comedian Müntefering das schöntwittert. Gespannt kann man sein, wann Oberspaßvogel Westerwelle auf die Twitterrampe geht: „Hallo Leute, nicht jede Flasche hat bald 18%“.

*Twitter ist ein soziales Netzwerk und ein Mikro-Blogging-Dienst. Angemeldete Benutzer können Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen senden und die Nachrichten anderer Benutzer empfangen. Die Nachrichten werden „Updates“ oder „Tweets“ (engl. to tweet, deutsch zwitschern) genannt. Das soziale Netzwerk beruht darauf, dass man anderen Benutzern folgt (engl. „following“), das heißt die Updates anderer Benutzer abonniert. Benutzer, die den eigenen Updates folgen, nennt man „Follower“. Auf der Twitter-Startseite kann man Updates eingeben und die Updates der Personen, denen man folgt, nach der Zeit sortiert sehen. Der Absender kann entscheiden, ob er die Updates allen zur Verfügung stellen oder den Zugang auf eine Freundesgruppe beschränken will. (Wikipedia)

Westfalen-Blatt zum „Unwort des Jahres“

Es ist schon 36 Jahre her, da sagte Kurt Biedenkopf, wer erfolgreich Revolution machen wolle, besetze keine Regierungsgebäude mehr, sondern Begriffe. Der damalige CDU-Generalsekretär war verärgert: Linke Kräfte hatten gegen die Familienpolitik der Union polemisiert, und Biedenkopf wähnte allein wegen der frechen Begriffsbesetzung des Gegners die Demokratie in Gefahr. Hätte der CDU-Mann recht gehabt, läge heute die Demokratie in Trümmern. Was nämlich die Besetzung der Begriffe angeht, so haben die
Parteipolitiker jeder Couleur von den Krawallos früherer Tage gut gelernt und betreiben seither ihr Geschäft unter der Tarnkappe
beschönigender Begriffe. Wie wichtig der Machtelite der Schutz dieser Tarnkappe geworden ist, belegt auch die Geschichte des »Unworts«: Als Bundeskanzler Kohl 1993 die Gesellschaft für Deutsche Sprache wegen des »kollektiven Freizeitparks« (Platz 2) rügte, war die Kraft der Aktion dahin. Seither benennen die Regierten ihre Unwörter, aber wo ist der Volksvertreter, der schimpfende Bürger ernst nähme? Mit den »notleidenden Banken« geht es auf ausgetretenen Pfaden fort: Die Zeche zahlt der Steuerzahler, die Hochfinanz agiert unkontrolliert weiter, darf sich aber als Opfer fühlen. Biedenkopf sagte 1973 auch: »Die Argumente der Politik sind gut. Sie vertragen eine klare Sprache.« Wenn das stimmen würde, hätte es die »notleidenden Banken« nie gegeben.

Welcher Dreck regiert uns bloß?

dreck.jpg

Man muß sich wirklich fragen, von welch einer verkommenen und moralisch pervertierten Mischpoke dieses Deutschland regiert wird. Der Paranoiker im Rollstuhl dreht immer mehr durch, in Hessen bringt eine FDP einen Menschenverachter erster Güte wieder an die Macht und die Mehdornbahn spioniert ihre Mitarbeiter aus, anstatt die Weichen so zu stellen, daß die Züge pünktlich sind. Dazu passt, was der „stern“ Morgen berichten wird:

Die Deutsche Bahn hat im großen Stil Mitarbeiter und auch deren Ehefrauen ausforschen lassen. Nach Informationen des Hamburger Magazins stern waren mehr als 1000 Personen von der Bespitzelung betroffen, darunter ein Großteil des oberen Managements. Wie der stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, muss sich nun – nach den Skandalen bei Lidl und der Deutschen Telekom – auch die Bahn massiven Vorwürfen von Datenschützern stellen.

Das Magazin beruft sich auf interne Auftragsunterlagen. In allen Fällen war die Network Deutschland GmbH aktiv, dieselbe Detektei, die auch bei der Telekom für Spitzeldienste eingesetzt wurde. Die Konzernrevision der Bahn beauftragte Network zuletzt 2007; die Spähaktionen liefen im Namen der Korruptionsbekämpfung.

Eine der verdeckten Aktionen bei dem Staatsunternehmen trug laut stern den Decknamen „Eichhörnchen“: Im Jahr 2003 erhielt Network Deutschland dabei den Unterlagen zufolge den Auftrag auszukundschaften, ob Top-Manager oder Ehepartner außerhalb des Unternehmens wirtschaftlich engagiert waren. Im Fall von „Eichhörnchen“ bestand also kein konkreter Verdacht. Die Revision der Bahn reichte eine CD-ROM mit den persönlichen Daten von 774 Führungskräften an die Detektei weiter.

Bereits im Dezember 2002 lief laut stern das Projekt „Babylon“. Auch hier wurde eine Rasterfahndung initiiert, statt gezielt nach
Tätern zu suchen. Die Firma Network erhielt dabei den Auftrag, Verbindungen zwischen Mitarbeitern der Bahn und Lieferanten zu
ermitteln. Hunderte Personen wurden im Zuge von „Babylon“ gerastert. In der Auftragsbeschreibung der Detektei heißt es dazu: Nach dem Adressabgleich sei der Auftrag „dahingehend erweitert“ worden, „auch die Bank- und Telefonverbindungen in die Untersuchung einzubinden“.

Der für die Aufsicht des Konzerns zuständige Datenschutzbeauftragte von Berlin, Alexander Dix, hält solche Spähaktionen für nicht rechtens. Dem stern sagte Dix: „Wir haben bei der Bahn erhebliche Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz festgestellt.“ Die Behörde prüfe, ob das Unternehmen ein Bußgeld zahlen müsse. Möglicherweise rufen die Spitzelaufträge auch die Ermittlungsbehörden auf den Plan. Datenschützer Dix: „Ein Straftatbestand ist in einigen Fällen nicht auszuschließen. Wir
prüfen, ob wir die Staatsanwaltschaft einschalten.“

Vom stern konfrontiert, räumte die Bahn ein, dass es entsprechende Ermittlungsaktionen gab. Auch mögliche Probleme beim Datenschutz gibt der Konzern zu. Ein Vergleich mit Datenschutzskandalen – wie bei der Telekom – sei jedoch „völlig falsch und abwegig“. Das Unternehmen reagierte gestern mit einer Erklärung auf die stern-Recherchen.

Ach ja. Seit gestern sind wir ja ohnehin der 51. – und gemessen an der Einwohnerzahl größte Bundesstaat – der USA, rechne man mal die devote Live-Berichterstattung der Öffentlich-rechtlichen zusammen. Gegen das, was hier immer mehr abgeht, waren Gestapo und Stasi fast schon Kindergeburtstage.

An JIBIS Parkplatzrand

graue-pracht.jpg

Da liegt sie nun neben dem Abwrackfähigen Opel, die ehemals weiße Pracht. Aber Vorsicht. Was hier den Rand eines JIBI- Parkplatzes „ziert“, ist immer noch in der Lage, eine Arschbombe vom Feinsten zu zelebrieren. Bei nicht weit über Null ist es glatter als der bläuliche Himmel vermuten läßt.

Wehen feuerte Ex-Armine fristlos

Bereits Ende des vergangenen Jahres hat der abstiegsbedrohte Fußball-Zweitligist SV Wehen Wiesbaden seinem Offensiv-Spieler Abdelaziz Ahanfouf schriftlich und mit sofortiger Wirkung gekündigt. Damit wird Ahanfouf nicht mehr am Trainings- und Spielbetrieb beim hessischen Zweitligisten teilnehmen. Der Eindruck, den der Bub bei Arm.Bielefeld hinterlassen hatte, trog also nicht…..

Die Stützen der Gesellschaft

Die Stützen der Gesellschaft hassen es zurecht, wenn dergleichen Probleme im Müll der modernen Medien plattgetreten wird, sie meiden TV-affine Unterschichten und das Geschrei der Moderatoren. Aber eigentlich sind sie gar nicht so unglücklich, dass sich viele in die Scheinwerfer drängeln, und für sie kein Platz in den Medien ist. Sie haben recht. Ich fahre los, ersetze den unerträglichen Mornigshowgockel mit der Missa Salisburgensis, und erreiche beim Agnus Dei Schloss Weissenstein bei Pommersfelden, wo ich in einem Café Torte kaufe. Gegenüber tuscheln rosa Tanten über den bedauerlichen Zustand der Welt und über neue Todesfälle.

Soso. Der bekannte Blogger Don Alphonso schreibt also jetzt im FAZ.net. Über „Die Stützen der Gesellschaft„. Hätte es eine Chance, über die hiesigen Pendants zu bloggen? Die Oetkers, Mieles, Delius, Seidensticker usw.? Mitnichten. Die ostwestfälische Provinz ist in derlei Hinsicht unergiebig. Hier gibt es keine Brillantenbehängten Wasserleichen im See. In welchem auch. Hier haben wir keine „Stadtpaläste“ wie Don Alphonso einen in Ingolstadt. Offensichtlich sind sein piefiger urbayerischer Heimatort Ingolstadt (Mir wohl bekannt) und sein Zweitwohnort Tegernsee gesellschaftlich gesehen ungleich ergiebiger als Senne, Gütersloh und Johannisberg. Vielleicht haben wir es hier auch einfach nur ein wenig besser, offener. Gegen den „Münchner Merkur“ oder den Ingolstädter „Donaukurier“ sind unsere hiesigen NW und Westfalen-Blatt weltoffene, kritische Medien.

Black-Yellow beim Wefabla

Auch wenn am Wahlabend andere lauter gejubelt haben: Es ist das Comeback des Jahres. Roland Koch hat seine politische Wiedergeburt gefeiert. Schien Kochs politische Karriere noch vor zwölf Monaten so gut wie beendet zu sein, ist er der alte
und neue Ministerpräsident in Hessen. Trotz seines glanzlosen Sieges ist auch auf Bundesebene wieder mit Koch zu rechnen. Gut möglich, dass er – auch aufgrund des bescheidenen Ergebnisses – gar nicht weitere fünf Jahre in Hessen bleibt und der bisherige Innenminister Volker Bouffier ihn beerbt. Auch über einen Tausch mit dem einzigen Hessen im Bundeskabinett, Franz Josef Jung, wird spekuliert. Ob Angela Merkel ihn nach der Bundestagswahl sogar als Wirtschaftsminister in ihr Kabinett holt, bleibt abzuwarten.Aber Kochs Wiederwahl war nur möglich, weil die SPD politischen Selbstmord begangen hat. Der Wortbruch Andrea Ypsilantis vor einem Jahr war der Anfang vom Ende. Ihr eigenes politisches Aus folgte gestern in Blitzgeschwindigkeit. Wer für solch eine historische Niederlage verantwortlich ist, muss eben gehen. Thorsten Schäfer-Gümbel, der sich mutig von Ypsilanti distanziert hat, gehört die Zukunft. Er kann der neue starke Mann der Hessen-SPD werden, trotz der Niederlage, die nicht seine Pleite ist, sondern ganz alleine die seiner Vorgängerin. Und dann war da noch ein Mann, den vor Wochen niemand so richtig auf
dem Zettel hatte: Jörg-Uwe Hahn. Der FDP-Landeschef hat in den vergangenen zwölf Monaten vieles richtig gemacht und somit viel Vertrauen bei den Hessen gewonnen. Hahn blieb seiner Linie immer treu, gab der Ampel vor und nach der Wahl eine klare Absage und fiel auch nicht um, als das von Ypsilanti angestrebte Bündnis mit den Linken längst den Bach herunter gegangen war. Der Lohn ist das bundesweit beste Ergebnis seit 50 Jahren. Hahn hat mit dafür gesorgt, dass CDU und FDP in Hessen eine sehr
stabile Mehrheit errungen haben. Nach diesem furiosen Start ins Superwahljahr 2009 könnte Schwarz-Gelb die politische Trendfarbe des Jahres 2009 werden. Denn dadurch, dass es die hessischen Liberalen mit einem für sie sensationellen Ergebnis in die Landesregierung geschafft haben, hat die Große Koalition in Berlin ihre Bundesratsmehrheit verloren. Und das ist gleichzeitig die große Stunde von Guido Westerwelle. Seinem Ziel, Außenminister einer schwarz-gelben Bundesregierung zu werden, ist der FDP-Chef gestern Abend einen großen Schritt näher gekommen. Die Liberalen haben an Macht in Berlin dazugewonnen, können
und werden ihre Muskeln spielen lassen. Bundespräsident Horst Köhler gehört übrigens auch zu den Gewinnern der Hessen-Wahl. Warum? Das gestrige Wahlergebnis wird das Kräfteverhältnis in der Bundesversammlung zugunsten der Union und der FDP verändern. Übrigens: Die fünf größten Bundesländer – Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen – werden jetzt von schwarz-gelben Koalitionen regiert. Ein Signal für Berlin?
Niedlich. Dieses Westfalen-Blättchen. Schwarz-gelb hängt schon im Wind. Wärs Schwarz-Grün geworden, es würd genauso flattern.

forschungsgruppe-qualen.jpg

Jetzt ist es kurz nach 16 Uhr im Ostwestfälischen. Der Himmel ist so grau wie die Zukunftsaussichten des Bundeslandes Hessen. In nicht mal mehr 2 Stunden wird die „Forschungsgruppe Qualen“ nochmal 5 Jahre Koch verkünden. Zusammen mit dem FDP-Huhn. Das ist die Chance des unsympathischsten deutschen Politikers, die „Vermächtnisse“ in Liechtenstein endgültiig verschwinden zu lassen. Die paar hessischen WählerInnen, die sich nicht von der lächerlich-aufgeblasenen Hetzkampagne haben beeinflussen lassen, wird man wie die Stecknadeln im doofen Heuhaufen suchen können. Da ist es eigentlich egal, daß die Sonntagsfrage des Westfalen-Blattes sich mit den Wahlgeschenken aus Steuermitteln beschäftigt. Gemessen an den Milliarden, die an die Hütchenspieler-Banken gehen, ist das doch ohnehin nur verlogene Effekthascherei. Oder glauben Sie einem einzigen Politiker oder Bankster auch nur noch ein Wort?l

Das Leben. (K)Ein Ponyhof

ponies.jpg

Nichts bringt die ostwestfälischen Ponies aus der Ruhe. Weder Hochstirn Steinbrücks dümmliches Poberl (Politisches Berlin) – Ablenkungsgeschwafel über das „zukünftig überaus harte Vorgehen gegen Steueroasen“ (Junge, kehr erst mal vor der eigenen Tür, da werden grad die Kübel mit Milliarden an unaufgedeckten Derivaten aus den deutschen Banken gekippt, die deutsche Dussel sich in ihrer Gier und politischen Unbeaufsichtigtheit haben andrehen lassen), noch der rasant schmelzende Schnee.

schneeschmelze.jpg

Was mich aber ganz entschieden tröstet, ist ein Blick in die Natur. An den Eichen und Buchen schwellen die Knospen an. Das Frühjahr kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Egal, ob nun ein paar Gaunerbanken endlich über die Wupper gehen, der Kesselbrink zubetoniert oder Riese Goliath Bielefelder OB wird.

labbe-geht-weiter.jpg

Opel-Schirm für Pornobranche?

Na, das möchte ich den geneigten BiBlo-Lesern nicht vorenthalten, obwohl sich meiner Kenntnis entzieht, welche Protagonisten des genres in der Metropole werkeln:

Auch die deutsche Sex- und Pornoindustrie wünscht sich finanzielle Unterstützung vom Staat. „Wirtschaftliche Hilfe wäre sinnvoll“, sagte Uwe Kaltenberg vom Bundesverband Erotik-Handel der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Samstagausgabe). Die Branche bestehe vor allem aus kleinen und mittelständischen Betrieben, die finanzielle Hilfen gut gebrauchen könnten, etwa für Fortbildungen. Allerdings geht Kaltenberg nicht davon aus, dass die Politik dem Wunsch der Pornobranche nachkommt. „Die Rettung von Opel ist für eine Wahl eben besser als die Unterstützung von kleinen und mittelständischen Betrieben unserer Branche“, sagte Kaltenberg. Dabei sei Sex ein Grundbedürfnis des Menschen. Dem Verband gehören 365 Mitglieder an, darunter sind Ladengeschäfte, Großhändler aber auch Pornofilm-Produzenten. Gerade die Filmproduzenten leiden laut Kaltenberg massiv unter der Konkurrenz aus dem Internet. „Der deutsche Pornofilm ist stark rückläufig“, sagte er. Anfang Januar hatte in den USA die dortige Pornoindustrie nach Banken und Autofirmen ebenfalls staatliche Finanzhilfen in Höhe von fünf Milliarden Dollar gefordert.

Schüco im Freudentaumel: + 20%

Ach ja. Die ganze Wirtschaftswelt im rezessiven Geheul. Doch aus Bielefeld gibts vom Namensgeber der Alm-Arena andere Töne. Aus einer Pressemitteilung:

2008 war für die Schüco International KG erneut ein erfolgreiches Jahr. Der führende Anbieter von Aluminium-, Solar-, Stahl- und Kunststoffsystemen für innovative und energieeffiziente Gebäudehüllen erlöste erstmals einen Umsatz von 2,2 Mrd. Euro. Allein in den letzten zwölf Monaten wuchs der Umsatz trotz international schlechterer Rahmenbedingungen um 400 Mio. Euro. Dies entspricht einer prozentualen Steigerung von über 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ende 2008 waren mehr als 5.500 Mitarbeiter für die Schüco-Gruppe weltweit tätig; auf Deutschland entfielen davon rund 3.600 Mitarbeiter.

Das zweistellige Umsatzwachstum wurde nachhaltig durch die anhaltende, international geführte Klimadiskussion getragen. Schüco erreichte hier mit seinem Leitbild „Energy² – Energie sparen und Energie gewinnen“ starke Aufmerksamkeit. Durch Wärmedämmung und Automation wird der Energieverbrauch von Gebäuden deutlich gesenkt; mit dem gleichzeitigen Einsatz von Photovoltaik und Solarthermie wird die Fassade zum eigenständigen Kraftwerk, das Strom, Wärme oder sogar Kälte erzeugt.

„Umwelt und Klima kennen keine nationalen Grenzen. Das Sparen von Energie, die effizientere Nutzung von Energie und die Suche nach neuen klimaneutralen Energiequellen ist ein Weltthema jenseits aller konjunkturellen Hochs und Tiefs,“ ist Dirk U. Hindrichs,
Geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter der Schüco International KG, überzeugt.

Erlebnisse in Frankfort

grie-soss.jpg

Die schönere und bessere Häfte – Westfälin durch und durch, stolz darauf, daß ihre frühen Vorfahren bereits die Truppe Hermann des Cheruskers mit Detmolder Schinkenbroten bei Laune hielten – bedeckte heute in der Frankfurter Früh vis a vis der Türme einer Deutschen Bank für einen Augenblick die Augen: „Mädsche, is Ihne schlescht?“ babbelte es unter der Batschkapp rechts von ihr. „Die hole doch nur den Aggermann daheraus“. Verstanden hatte sie nichts, die sie für ein paar Messetage aus der Metropole in die kleine „Handkäs mit Mussik-Stadt“ gefahren war, fühlte sich wie auf der Leitung stehend. „Was ist mit Ackermann“, säuselte sie den hässischen Batschkappträcher neben sich an. „Ei wisse se nich? Der hat Milliaddeverluschte un dann is da ne Deal mit de Poschtbank. Die is jetzt bei denne drin. Dann is er auf die Fress gefalle“. Pingelling machte es bei der Westfälin, vermutlich direkte Nachfahrin des Cheruskers und Römervertreibers. „Dankeschön für die Information. Aber ich muß jetzt noch in die Kleine Markthalle“. Sprachs, machte stracks auf dem Absatz kehrt und rief auf dem Weg an Zeil und Paulskirche in Sichtweite vorbei erst einmal einen Check auf ihrem modernen Informationsgerät mit dem Apfel ab. Da stand es. Der Chefberater von Templins Murkel hatte also kleine Brötchen in die Röhre gelegt, Milliarden Minus eingefangen und sich indirekt in die Arme des bisher verhöhnten Staates geflüchtet. „Kleiner Schweizer mit dem großen Maul“ dachte sie noch und stand schon in Frankforts Kleiner Markthalle. „Ein paar Gebinde Grüne Sauce, bitte“, flötete die Westfälin den gestandenen hässischen Bauern ab. „Heut morje erst gepflückt, frische gehts nisch“, lachte der Pausback.

Ich habe sie bereits verarbeitet. Sollte ein gewisser Koch am Sonntag von den hässlichen Deppen haushoch gewählt werden, taufe ich das Verarbeitete in „Salsa verde“ um. „Grie Soss“ wäre eine zu große Reminiszenz an das seltsame Land und die seltsame Stadt am Maa, wo Landmänner mit Milliarden gaunern. Aber wer eine Freundin wie Äntschie hat, der darf das.

Ach ja, da war noch was. Als sie den schweren Sternwagen mit dem Kennzeichen wo nicht gibt, bestieg, lacht die Politesse sie an: „Ei gudde Frau, Audos mit dem Kennzeische aus der Stadt wo das Wölkscher herkommt schreibbe mer net uff. Mei Kinner un isch esse das Zeugs zu gern“. Danke, Otti Doetker!

Shit on ELLI

denkwerk realisiert die web-basierte Anwendung

„European Lifelong Learning Indicators“ (ELLI) zur Messung des lebenslangen Lernens in Europa für die Bertelsmann Stiftung. Das Monitoring-Instrument wird Lernaktivitäten und -voraussetzungen europaweit transparent und vergleichbar machen. Zukünftig ermöglicht es die Unterstützung von Entscheidungsprozessen und die Erkennung gesellschaftlicher Trends. ELLI wird jedem Internetnutzer kostenlos zur Verfügung stehen und kann so gleichermaßen von Politikern, Wissenschaftlern, Unternehmern und Privatpersonen genutzt werden.

Die Kölner Agentur für interaktive Kommunikation betreut das ELLI Projekt und verantwortet die Beratung, Konzeption, das Design sowie die technische Umsetzung. Mit ELLI vertieft denkwerk die Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung auf internationaler
Ebene. Schon Mitte dieses Jahres wurde das Umfrage-Tool zur Selbstevaluation in Schulen (SEIS) sowie die Website
das-macht-schule.de gemeinsam relauncht. SEIS war unter anderem für den Deutschen Multimedia Award 2008 nominiert.

Abgesehen von der grottenschlechten Formulierung dieser Pressemitteilung fehlt dann nur noch der kindgerecht ab dem 5.ten Lebensjahr eingepflanzte RFID-Chip, um Kaugeräusche, Denklänge, Abgelenktheit usw. zu speichern. So macht man die Kids Konzernkompatibel. Knopfdruck und der Mohn blüht. Aber wir wissen ja:Gekaufte Politiker und Mietmäuler würden es nie wagen, der Kuh, die sie kauft, in Gütersloh auf die Pfoten zu haun. Dann freut Euch mal auf das „Lernen mit Vollvisierhelm“. Distribution by Bertelsmann-Arvato. Powered by Angela M. In friendly connection with Franz Müntefering. Ach so, können die überhaupt Denglisch?

53,63 Euro für jeden Bielefelder

millionenspiel.jpg

„Jo is denn scho Weihnachten?“ hat der tuppe Bayern-Franzl mal in einem Werbespot gefragt. Man könnte es angesichts des Berliner Füllhorn wiederholen. Da werden Finger lang, da steppt der Konjunkturbär, da werden feuchte Phantasien ausgeplaudert. Teilen wir mal 177 Mio. auf 330.000 Bielefelder auf. Na, was sagt der Adam-Riese-Rechner? Genau. 53,63 Euro. Oder 533,3 Euro? Millionen? Milliarden? Dabei liegt die Lösung auf der Hand. Der „begnadete Verwaltungsspezialist“ und designierte Oberbürgermeister lässt Gutscheine drucken. Drucken kann er ja besonders gut: „Chices Abendmenu für 2 hoch oben im Bernstein“. Da könnten sich die Puddingstädeter dann mal hoch über den Dächen der Metropole bei einem Glas herrlicher Jöllenbecker Spätlese „Piepenkötter Grand Krüh“, Pickert vom vollen Blech und westfälischem Schinken aus dem Versmolder Outback anschauen, was die Verwaltungshengste in all den Jahren so aus der Kohle gemacht haben. Weit schweift der Blick über die herrlichen, naturbelassenen Brachflächen an der Herforder, an der Hauptpost und am Containerbahnhof bis weit hinüber zur guten Stube der Stadt, dem köstlichen „Grande Place“. Hier Kesselbrink genannt. Schon wären die 177 Mio aufgebraucht und die Verwalter könnten ihre begehrlich langen Finger wieder einfahren.

Laßt uns mit den Höhnern singen:

Kleine Tore, große Männer, das ist der Trend der Zeit.
Handball ist der Sport für Kenner, jederzeit zum Wurf bereit.
Irgendwann fängt es an, und auf einmal läuft das Spiel.
Freier Fall und der Ball landet unhaltbar im Ziel.

Dann wird es allen klar: So werden Wunder war,
komm wir holen uns den Weltpokal.
Wenn nicht jetzt, wann dann?
Wenn nicht hier, sag mir wo und wann?
Wenn nicht wir, wer sonst?
Es wird Zeit.
Komm wir nehmen das Glück in die Hand.

Da meckern ja die Mehdörner

erst-die-achsen.jpg

Erst warens monatelang die Achsen der ICE 3. Nun heißen die Achsen Automaten. Und die geben keine Fahrkarten mehr her, weil ein kleiner Stromausfall Hartmut Mehdorns Rambazambavorzeigeunternehmen ziemlich lahm gelegt hat. Pleiten – Pech – und Pannenbahn sollte man sie umtaufen, werden sich gestern auch hunderte von Fahrgästen in Bielefelds kapitalem Hauptstadtbahnhof gedacht haben. So ist das, wenn man ein Staatsunternehmen jahrzehntelang „strafft“, damit die Heuschrecken demnächst an der Börse so richtig was zu futtern haben. Wie tief man damit in die Scheisse fahren kann, davon können Engländer ein Lied singen, seit ihre „Railway“ auf diese Weise „gestärkt“ wurde. Unsere Poberl-Kasperletruppe kann ja jetzt ein paar Milliarden aus dem größten Konjunkturpaket seit Moses als Morgengabe geben….

Stellen Sie sich vor – es nimmt kein Ende….

Erinnern Sie sich? Am 9. Dezember konnten Sie hier lesen, dass ein großes Bielefelder Autohaus in die Insolvenz gegangen war. Plötzlich und unerwartet. Keiner konnte es ahnen. Man konnte nichts machen. Ach, doch- eines konnte man tun: Man konnte einer gutgläubigen Kundin 3 Tage zuvor noch ihr Geld abnehmen und dann konnte man (wahrscheinlich mit letzter Kraft) auch noch ihr Altfahrzeug, das sie in Zahlung gegeben hatte, entgegen nehmen. Ohne ihr allerdings ihren Neuwagen zu geben. Den kleinen, blauen. Den hatte nämlich die Insolvenz verschluckt. Ihr Geld auch.

 Sie müssen wissen, es handelt sich um ein besonders dummes Exemplar von Kundin. Um eine, die dem Verkäufer geglaubt hatte, als er sie von Woche zu Woche vertröstete und ihr immer wieder versprach, ihr Auto werde in der darauf folgenden Woche geliefert werden. Die sogar geglaubt hatte, als dieses Aushängeschild des Autohauses ihr gesagt hatte,  dass Opel wegen der zurückgegangenen Produktion nur noch einmal in der Woche Briefe drucken würde und dass ihr Neuwagen deshalb leider noch nicht zugelassen werden konnte.

 Sie müssen wissen, diese Kundin ist nicht nur gutgläubig, sondern sie hat auch noch ein gutes Herz. Als nämlich der Geschäftsführer bei ihr anrief und sie inständig bat, den Redakteur, der sich für die Geschichte interessierte, zu stoppen, da eine Veröffentlichung seiner misslichen Lage für ihn eine Katastrophe bedeuten würde, da tat sie dies. Wegen des guten Herzens. Und weil er ihr versprach, alles, wirklich alles tun zu wollen, dass sie ihr schönes kleines blaues Auto doch noch bekäme.

Also vertraute diese Kundin dem unglücklichen Mann und wartete ab. Während sie gutgläubig wartete und darauf hoffte, dass ihre Anwältin etwas für sie erreichen könnte, ohne dem armen Mann das Herz zu brechen, liefen seine Geschäfte weiter. Mussten sie ja auch: Schließlich musste er Geld verdienen, um der gutgläubigen Kundin ihr Auto liefern zu können.

Alle Freunde und Bekannte versuchten, sie aufzuwecken und ihr zu sagen, dass sie ihr Geld und ihr noch funktionstüchtiges, wenn auch altes Auto unwiderbringlich verloren hätte. Ihre Brüder belächelten sie, wenn sie sagte, dass sie davon überzeugt sei, in allernächster Zeit würde ein Tieflader vorfahren, ihr das kleine neue blaue Auto vor die Tür stellen und der Geschäftsführer würde sich mit einem riesigen Blumenstrauß und einem Gutschein für die nächste Inspektion aufrichtig bei ihr entschuldigen.

Und weil wir in einer gerechten Welt leben, in der Anwälte sich für ihre Mandantinnen (auch für die Gutgläubigen mit den großen Herzen) bis zur Erschöpfung einsetzen, gab es plötzlich eine gute Nachricht: Sie sollte ihr Auto bekommen! Halt – nicht ihr Auto, sondern ein gleichwertiges. Hm. Ein gleichwertiges. Die Anwältin sprach von einem wenige Monate alten Fahrzeug mit einer minimalen Kilometerleistung. Und sie ermutigte die Kundin und Mandantin, sich das Angebot wenigstens einmal anzusehen.

 Das hat sie getan.  Und nun versteht sie die Welt nicht mehr. Man bietet ihr ein Auto,, dass, wäre es ein Kind, inzwischen mehrstrophige Lieder singen könnte, und, wäre es ein Marathonläufer, diese Strecke bereits etwa 420 Mal zurückgelegt hätte.  Allerdings sollte es ihr viel mehr Luxus und Wohlgefühl bringen, als ihr eigentliches Wunschauto. Und vielleicht – aber nur ganz vielleicht – hatte es sogar schon einen Unfall. Obwohl der Verkäufer – Sie wissen schon, der wortkreative, der wahrheitsnahe Fantast, also obwohl dieser versicherte, das sei nicht so.

 Hätte sie so ein Auto gewollt, hätte sie es sich kaufen können. An fast jeder Ecke dieser Stadt – allerdings für einen Preis, der um mindestens 2 Monatsmieten einer 3-Zimmer-Wohnung in Hoberge geringer wäre. Incl. Nebenkosten.

 Und nun frage ich Sie: Was würden Sie tun? Nehmen, was Sie kriegen können? Die Kundin hat das Gefühl, dass sich in ihr etwas verändert. Ihr großes Herz wird kleiner und bekommt einen verkniffenen Ausdruck. Ihre Gutgläubigkeit ist irgendwie weg. An diese Stelle ist der intensive Wunsch nach Kontaktaufnahme mit dem zu Anfang genannten Redakteur getreten.

Ach ja, sollten Sie, lieber Herr Redakteur, dies lesen. Rufen Sie mich an. Meine Nummer haben Sie!

Schilda-Verwalter sind bereit

Was an Kohle aus Poberl (Politisches Berlin) kommt, wissen sie weder der Höhe noch dem Zweck nach. Aber sie sind erstmals bereit. Was ja in dieser puddingweichen Stadt nicht unbedingt Standard ist. Erwähnt sei deshalb der Gehässigkeit wegen die kürzliche Totalüberforderung seitens des Autobahnblitzes am Bielefelder Berg. Aber, wie schon geschrieben, sie sind bereit:

Oberbürgermeister Eberhard David erwartet bis Freitag konkrete Vorschläge aus den Dezernaten für Maßnahmen, die kurzfristig mit den Mitteln aus dem Konjunkturprogramm realisiert werden können. David: „Auch wenn wir im Moment noch ein wenig im Nebel stochern, was wirklich in Bielefeld ankommt. Wir können sofort starten. Ich werde am Freitag die Maßnahmenliste vorlegen.“ Nach den bisherigen Informationen müssen die Anträge aus den Kommunen bis Ende Januar gestellt werden.

Konkrete Angaben zum Konjunkturprogramm für die Kommunen sind noch nicht gemacht worden. Angaben zur Höhe der Förderung einzelner Städte seien reine Spekulation, so David, an der er sich nicht beteiligen möchte. „Wir können einen Maßnahmenkatalog vorlegen, der Aussagen zu Kosten und zeitlicher Realisierbarkeit enthält. Dieser Katalog wird mit der Politik am 20. Januar in der Sitzung des Finanz- und Personalausschusses abgestimmt.“

David erwartet, dass die Vergabevorschriften so ausgestaltet werden, dass die Mittel auch in Bielefeld bleiben. „Mit der Umsetzung der von uns vorgeschlagenen Maßnahmen wird die Bielefelder Wirtschaft unmittelbar unterstützt und Arbeitsplätze werden gesichert.“

Für David hat die Schulbau- und Turnhallensanierung einschließlich der energetischen Sanierung absolute Priorität ebenso wie der Abbau des Investitionsstaus bei Kindertagesstätten und die Schaffung weiterer U 3 – Betreuungsplätze. „Ich wünsche mir, dass wir die Sanierung der Sportplätze ein weiteres Stück voranbringen können.“ David will sich auch dafür einsetzen, dass die Infrastrukturmaßnahmen „Lange Lage“ in das Programm aufgenommen werden. Ein weiterer Schwerpunkt soll auf den Erhalt denkmalgeschützter Bauwerke wie den Nordparkpavillion oder die Weiße Villa im Ravensberger Park gelegt werden.

„Die Nachhaltigkeit der Maßnahmen steht für mich im Vordergrund. Wir haben die Chance in die Zukunft unserer Stadt zu investieren, zusätzlich zu den bereits für Investitionsmaßnahmen in 2009 veranschlagten Mitteln in Höhe von über 65 Millionen Euro“, so David abschließend.

Hatta dat nich schön gesagt?

i