Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

Themen anzeigen:

Januar 2009
M D M D F S S
« Dez   Feb »
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031  

Autoren gesucht - jetzt mitbloggen über deine Stadt!

Mi
21
Jan '09

Superwaschtag

waschtag.jpg

Stoßstange an Stoßstange fahren sie ihr Heiligs Blechle in die Kathedralen des maschinellen Waschens ein. Egal ob Eckenheimer, Gütersloher, Südring oder wo sonst noch gebürstet und gewaschen wird: momentan lohnt sich der Betrieb einer Wasche.

Entdecke die Möglichkeiten

osterfeuer.jpg

Aus einer Hochzeitsbeilage der NW.

Wenn Barack Clausen twittert

Rouven Ridder von der NW schreibt heute über die Internet-Aktivitäten der Bielefelder Präsidentschafts .. ähm OB-Kandidaten Landgraf, Clausen und Weiß. Und begibt sich mit einem momentan wohl üblichen Obama-Vergleich auf ziemlich dünnes Eis. Abgesehen davon, daß die Website des Weißen Hauses eine Minute nach dem Amtseid auf “Yes wie can” umgeschaltet wurde, ist die Puddingstadt wohl eher noch Web-Entwicklungsland. Auch wenn Barack Clausen – sähe er nicht anders aus und wäre unfarbig, könnte er glatt ein Zwillingsbruder des neuen Weißhäuslers sein -neumodisch “twittert”* : das gesprochene und auf Holzpapier geschriebene Wort gilt hier in Ostwestfalen doch noch mehr. Bernd Landgraf ist noch nicht so progressiv wie der twitternde Arbeitsrichter und Vorsitzende der Fraktion einer etwas größeren Splitterpartei im Rat der Metropole. Seinem “großen” Kollegen TSG im hessischen Wahlkampf hat die Twitterei übrigens letztlich nichts gebracht, außer das schlechteste Ergebnis, das eine SPD jemals in Hesse hatte. Auch wenn Comedian Müntefering das schöntwittert. Gespannt kann man sein, wann Oberspaßvogel Westerwelle auf die Twitterrampe geht: “Hallo Leute, nicht jede Flasche hat bald 18%”.

*Twitter ist ein soziales Netzwerk und ein Mikro-Blogging-Dienst. Angemeldete Benutzer können Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen senden und die Nachrichten anderer Benutzer empfangen. Die Nachrichten werden „Updates“ oder „Tweets“ (engl. to tweet, deutsch zwitschern) genannt. Das soziale Netzwerk beruht darauf, dass man anderen Benutzern folgt (engl. „following“), das heißt die Updates anderer Benutzer abonniert. Benutzer, die den eigenen Updates folgen, nennt man „Follower“. Auf der Twitter-Startseite kann man Updates eingeben und die Updates der Personen, denen man folgt, nach der Zeit sortiert sehen. Der Absender kann entscheiden, ob er die Updates allen zur Verfügung stellen oder den Zugang auf eine Freundesgruppe beschränken will. (Wikipedia)

Westfalen-Blatt zum “Unwort des Jahres”

Es ist schon 36 Jahre her, da sagte Kurt Biedenkopf, wer erfolgreich Revolution machen wolle, besetze keine Regierungsgebäude mehr, sondern Begriffe. Der damalige CDU-Generalsekretär war verärgert: Linke Kräfte hatten gegen die Familienpolitik der Union polemisiert, und Biedenkopf wähnte allein wegen der frechen Begriffsbesetzung des Gegners die Demokratie in Gefahr. Hätte der CDU-Mann recht gehabt, läge heute die Demokratie in Trümmern. Was nämlich die Besetzung der Begriffe angeht, so haben die
Parteipolitiker jeder Couleur von den Krawallos früherer Tage gut gelernt und betreiben seither ihr Geschäft unter der Tarnkappe
beschönigender Begriffe. Wie wichtig der Machtelite der Schutz dieser Tarnkappe geworden ist, belegt auch die Geschichte des »Unworts«: Als Bundeskanzler Kohl 1993 die Gesellschaft für Deutsche Sprache wegen des »kollektiven Freizeitparks« (Platz 2) rügte, war die Kraft der Aktion dahin. Seither benennen die Regierten ihre Unwörter, aber wo ist der Volksvertreter, der schimpfende Bürger ernst nähme? Mit den »notleidenden Banken« geht es auf ausgetretenen Pfaden fort: Die Zeche zahlt der Steuerzahler, die Hochfinanz agiert unkontrolliert weiter, darf sich aber als Opfer fühlen. Biedenkopf sagte 1973 auch: »Die Argumente der Politik sind gut. Sie vertragen eine klare Sprache.« Wenn das stimmen würde, hätte es die »notleidenden Banken« nie gegeben.

Welcher Dreck regiert uns bloß?

dreck.jpg

Man muß sich wirklich fragen, von welch einer verkommenen und moralisch pervertierten Mischpoke dieses Deutschland regiert wird. Der Paranoiker im Rollstuhl dreht immer mehr durch, in Hessen bringt eine FDP einen Menschenverachter erster Güte wieder an die Macht und die Mehdornbahn spioniert ihre Mitarbeiter aus, anstatt die Weichen so zu stellen, daß die Züge pünktlich sind. Dazu passt, was der “stern” Morgen berichten wird:

Die Deutsche Bahn hat im großen Stil Mitarbeiter und auch deren Ehefrauen ausforschen lassen. Nach Informationen des Hamburger Magazins stern waren mehr als 1000 Personen von der Bespitzelung betroffen, darunter ein Großteil des oberen Managements. Wie der stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, muss sich nun – nach den Skandalen bei Lidl und der Deutschen Telekom – auch die Bahn massiven Vorwürfen von Datenschützern stellen.

Das Magazin beruft sich auf interne Auftragsunterlagen. In allen Fällen war die Network Deutschland GmbH aktiv, dieselbe Detektei, die auch bei der Telekom für Spitzeldienste eingesetzt wurde. Die Konzernrevision der Bahn beauftragte Network zuletzt 2007; die Spähaktionen liefen im Namen der Korruptionsbekämpfung.

Eine der verdeckten Aktionen bei dem Staatsunternehmen trug laut stern den Decknamen “Eichhörnchen”: Im Jahr 2003 erhielt Network Deutschland dabei den Unterlagen zufolge den Auftrag auszukundschaften, ob Top-Manager oder Ehepartner außerhalb des Unternehmens wirtschaftlich engagiert waren. Im Fall von “Eichhörnchen” bestand also kein konkreter Verdacht. Die Revision der Bahn reichte eine CD-ROM mit den persönlichen Daten von 774 Führungskräften an die Detektei weiter.

Bereits im Dezember 2002 lief laut stern das Projekt “Babylon”. Auch hier wurde eine Rasterfahndung initiiert, statt gezielt nach
Tätern zu suchen. Die Firma Network erhielt dabei den Auftrag, Verbindungen zwischen Mitarbeitern der Bahn und Lieferanten zu
ermitteln. Hunderte Personen wurden im Zuge von “Babylon” gerastert. In der Auftragsbeschreibung der Detektei heißt es dazu: Nach dem Adressabgleich sei der Auftrag “dahingehend erweitert” worden, “auch die Bank- und Telefonverbindungen in die Untersuchung einzubinden”.

Der für die Aufsicht des Konzerns zuständige Datenschutzbeauftragte von Berlin, Alexander Dix, hält solche Spähaktionen für nicht rechtens. Dem stern sagte Dix: “Wir haben bei der Bahn erhebliche Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz festgestellt.” Die Behörde prüfe, ob das Unternehmen ein Bußgeld zahlen müsse. Möglicherweise rufen die Spitzelaufträge auch die Ermittlungsbehörden auf den Plan. Datenschützer Dix: “Ein Straftatbestand ist in einigen Fällen nicht auszuschließen. Wir
prüfen, ob wir die Staatsanwaltschaft einschalten.”

Vom stern konfrontiert, räumte die Bahn ein, dass es entsprechende Ermittlungsaktionen gab. Auch mögliche Probleme beim Datenschutz gibt der Konzern zu. Ein Vergleich mit Datenschutzskandalen – wie bei der Telekom – sei jedoch “völlig falsch und abwegig”. Das Unternehmen reagierte gestern mit einer Erklärung auf die stern-Recherchen.

Ach ja. Seit gestern sind wir ja ohnehin der 51. – und gemessen an der Einwohnerzahl größte Bundesstaat – der USA, rechne man mal die devote Live-Berichterstattung der Öffentlich-rechtlichen zusammen. Gegen das, was hier immer mehr abgeht, waren Gestapo und Stasi fast schon Kindergeburtstage.