Archiv für den Monat: Dezember 2008

Journalistische „Schonkost“

Ja, warum geht er denn nun schon nach 2 Jahren, der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes? Hat er etwa auch so ein Häuselein gebaut wie sein Vorgänger? Oder einfach nichts getaugt als Handelsfachmann? Jede investigative Zeitung würde das mit Wonne recherchieren und zum Thema machen. Die NW beschränkt sich auf eine dürre Meldung, die wohl der Pressemitteilung des EHV entspricht. Wieder mal Schiss vor der eigenen Anzeigenabteilung bzw. Geschäftsleitung??!!
So lautet der Text des biederen Verschweige-Blättleins von heute:

„Bielefeld. Nur zwei Jahre nach seinem Amtsantritt als Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Ostwestfalen-Lippe e.V. gibt Markus Lehrmann (39) sein Amt ab und verlässt Bielefeld. Sein Nachfolger wird der Geschäftsleiter der Karstadt AG Bielefeld, Thomas Kunz (50); der gelernte Einzelhandelskaufmann ist seit 2002 in Bielefeld. Der Wechsel an die Spitze des Einzelhandelsverbandes soll Mitte 2009 erfolgen.

Lehrmann, der in ein Architekturbüro außerhalb der Region wechselt, ist Bauassessor und Dipl.-Ingenieur für Stadtplanung. Er war zuvor bei der IHK Ostwestfalen in Bielefeld Referatsleiter Verkehr, Stadt- und Regionalplanung.“ Aha! So, so!!

Nordmanntannen-Verweigerung

blaufichte.jpg

Nordmanntannen, so berichtet die städtische Fama, seien heuer „der große“ Renner unter den Tannenbäumen. Sei es drum. Wir verweigern immer schon konsequent das kuschelweiche nichtduftende Weichnadelpaket und greifen zum frischen blauen Grün. Noch liegt er im Aspiknetz und wird erst Mittwochfrüh ausgepackt. Dafür duftet er dann und wird nadeln und wird piksen. Soll er doch. Echte Tannenbaumkerle sind eben so. Stellt ihr ruhig Eure dänische Kuschelweichtanne vom Mühlenweg auf. Pffftt… Dazu dann noch chinesische Plastikkugeln vom gelbblauen Pressepappediscounter.

Nachruf auf einen Profiteur

nachruf-auf-rainer.jpg

„Volkes Mund tut Wahrheit kund“ heißt es. In Leserbriefen unserer Gazetten findet sich so manche Perle.In diesem NW-Leserbrief beschäftigt sich jemand mit dem flotten Rainer. Rainer Wend, jener vollmundig „Wirtschaftsexpertisen“ verbreitetende SPd-Abgeordnete der Metropole, der in seinem Reichstagsdasein vor allem Dinge fröhlich mit verabschiedet hat, die sich als Krebsgeschwür, unausgegorenes Konstrukt und pure Idiotie erwiesen haben: Hartz-Gesetze, Agenda 2010, Aufstockung der Abgeordneten-Diäten und einiges mehr. Was ein treuer Lobbyist eben so alles per Stimmkarte mitentscheidet. Nur seinem Gewissen verpflichtet. Das führt ihn ja jetzt an die gefüllten Töpfe. Endlich Lohn für ein paar Jahre Ausharren in Berlin, ohne wirklich etwas für seine Wähler bewegt zu haben. Letztlich hat er es deren Stimmen zu verdanken, überhaupt da gehockt haben zu dürfen.

Notebook. Zweiter Anlauf

notebook-teil-2.jpg

Nur 25 Stunden mochte das neue Notebook hier in Ostwestfalen leben, dann verweigerte es den Start. „Made in China“ ist offensichtlich keine Garantie, funktionierende Produkte zu bekommen, ist es doch das dritte technische Teil, was in 1 Monat nach kurzer Zeit den Dienst verweigerte. Nun warten wir auf neues Notebook, zweite Auflage, anderer Hersteller. Aber auch „Made in China“. Läßt sich ja wohl nicht umgehen.

Wer jetzt noch trennt, ist selber schuld!

gelbesaecke.JPG

Bielefeld soll schöner werden? Angesichts der Vermüllung der Stadt durch die überall herumliegenden gelben Säcke kann man nur radikal fordern: „Weg mit der wilden Trennerei! Bürger, haltet euren Gehsteig sauber! Bielefeld ist NICHT die Dritte Welt! Tretet in die Tonne, was in die Tonne gehört!“

… ist doch wahr!

Wer barmt, sollte ein Beispiel geben…..

Na, bitte – die Kassen im Einzelhandel klingeln. Da können die Schreckensmeldungen aus der Wirtschaft noch so massiv auf die Verbraucher nieder – prasseln, das Weihnachtsfest möchten sich die Bürger nicht vermiesen lassen. Und so werden auch diesen Heiligabend ähnlich viele Geschenke für Kinder, (Ehe-)Partner, Freunde und Verwandte unter dem geschmückten Baum liegen wie im Vorjahr. Während die Bundesregierung noch über ein Konjunkturprogramm diskutiert, zücken die Leute ihr Portemonnaie. Sie konsumieren und sorgen gewissermaßen selbst für einen Konjunkturschub, der der
Wirtschaft gut tut. Ist also doch alles bestens? Leider nein. Schaut man genauer hin, so wird spürbar, dass immer mehr Menschen aus Sorge vor einer sich verschlechternden Wirtschaftslage vorsichtiger mit ihrem Geld umgehen. Der Euro sitzt nicht mehr so locker, auch wenn der Einzelne von der Krise noch nicht betroffen ist. Dahinter steckt die Angst vor einem Jobverlust. Wer weiß heute schon, was morgen kommt? Wahr ist auch, dass das dauernde Krisengeschwätz zermürbt. Ein wenig Zuversicht täte gut.
So kommentiert das Westfalen-Blatt. Liebe Leute, dann geht doch mit positivem Beispiel voran. Hebt mehr Positives ins Blatt. Oder habt Ihr keinen Blick mehr dafür, weil „Mann beißt Hund“ a soviel „spannender“ ist?

Karstadt bleibt wohl so „Old fashioned“

teflon-thomas.jpg
(Aus: Textilwirtschaft 51/08)

„Teflon-Thomas“, wie der ehemalige Bertelsmann-Chef und Noch-Lenker von Arcandor (Karstadt & Co.) ob seiner Aalglattheit auch spöttisch genannt wird, hat seine letzte Bilanzvorlage hinter sich. Die Aussichten sind trübe, insbesondere für die Kaufhäuser. Wird wohl nichts mit der Butze an der Bielefelder Bahnhofstraße, deren Vergnügen beim Kauf im Betrachten längst vergangener Kaufsmannpräsentationen besteht. Wenn da nicht absehbar was geschieht, siehts aus wie das „Tacheles“ in Berlins ehemaliger Oranienburger Straße, das auch mal als „Kaufhaus“ gestartet worden war und heute ein Zentrum der alternativen Szene der Spreestadt ist. Da es einer „Heuschrecke“ gehört, sind die Tage allerdings gezählt, wie man in Berlin weiß.

p1030214.JPG

Bitte einen ganz großen Löffel…

suppe-eingebrockt.jpg

Frau Dr. möchten also, daß wir alle die Suppe auslöffeln, die politisch gedeckte und nicht überwachte Hütchenspieler eingebrockt haben? So groß, verehrte Frau Bundeskanzlerin und liebes Westfalen-Blatt, kann der Löffel gar nicht sein, um genüßlich mitzulöffeln. Es wird aber eine Menge „Liebe MitbürgerInnen“ geben, die ganz kräftig in die Suppe spucken werden. Für Peanuts löffeln die nicht.

Der nächste Einschlag

wehmeier.jpg

Obwohl doch unsere grandiose Regierung durch den großzügigen Verzicht auf die KfZ-Steuer insbesondere auf CO2-Schleudern einen weltweit einzigartigen Anreiz insbesondere zum Kauf von Fahrzeugen ab ca. 50Tsd. Euronen gegeben hat, will VW- und Audi-Stützpunkt Ex-Wehmeier gegenüber der Seidenstickerhalle das nicht mehr abwarten und meldete Insolvenz an. Vor 12 Monaten gestartet, sehen zwei namhafte VW – und Audi-Händler Bielefelds derzeit keine Chance, das schon länger fragile Gebilde am Laufen zu halten. Mal sehen, was der Insolvenzverwalter sagt. Aber diese Buben und Mädels haben derzeit Hochkonjunktur mit glänzenden Aussichten 2009. Golf-Fahrerin (Wann?) Frau Dr. Murkel würde sagen: „Det is ne astreine Marktbereinijung. Mehr nich“.

Konsumbefeuerung

nicht-jedes-linux.jpg

Als wahre Patrioten haben wir kurz vor Jahresschluß noch was für den Konsum getan und ein älteres Notebook durch ein neues ersetzt. Leider ist da so eine seltsame taiwanesische Linux-Distribution drauf, das ein paar Installationsarbeiten vonnöten sind. Wobei wir absolut ncihts gegen Linux haben. Es ist weitaus sympathischer als Windoofs von Bill Gates.

Schaut noch mal hin

schaut-nochmal-hin.jpg

Ja, schaut noch mal hin. Hinter den Türen der Kauftempel bereiten sie schon die Silvestergala vor. Dem grausligen 2008 den Gnadenschuß geben und dem in Ansatz noch grausligeren 2009 den Empfang bereiten. Da stört Weihnachtsdeko schon.

Der Herr der Schlitten

schlitten.jpg
(Foto: Sandra Sanchez)

Wer hierzulande romantische Winterstimmung zaubern will, der verlässt sich lieber auf Horst-August Bollweg als auf den Wettergott. Dem Bielefelder gehört die größte Schlittensammlung in Deutschland, vielleicht sogar in Europa. Prächtige Kufengleiter aus seinem Besitz schmücken in den Wintermonaten Innenstädte, Hotel-Lobbys oder Modehäuser. Für einen Werbespot wurde ein Bollweg-Schlitten vor den Fünfer-BMW gespannt. Und in einem blau-roten Modell nahm Werbeikone Verona Pooth Platz.

Rund 250 Schlitten aus drei Jahrhunderten nennt Horst-August Bollweg sein Eigen. Den allerersten erstand er vor über 40 Jahren, als seine Sammelleidenschaft noch ausschließlich historischen Webstühlen galt. „Ich hatte in einem Antiquitätenladen ein Auge auf ein wertvolles, 300 Jahre altes Stück geworfen. Der Händler gab sein Geschäft auf und wollte mir den Webstuhl nur dann überlassen, wenn ich auch den Schlitten erwerbe.“ Die Suche nach einem neuen Besitzer blieb ohne Erfolg. Das Gefährt stand eine ganze Weile unbeachtet auf der Bollwegschen Terrasse bis, „ja, bis mir die Augen für dieses besondere Stück geöffnet wurden.“ Der Kirchschlitten anno 1885 hatte eine weitere Sammelleidenschaft in dem heute 73-Jährigen entfacht.

Seither hat der Bielefelder manches verkannte Schmuckstück vor dem Verfall bewahrt. Selbst auf die Suche machen muss er sich dafür kaum noch. „Ständig fragt mich jemand, ob ich mal seinen Schlitten auf dem Speicher anschauen will“, berichtet Horst-August Bollweg, der seine Schätze auf mehrere Depots aufteilen muss. Das Gros lagert in einer angemieteten Halle. Im restaurierten Schaf- und Schweinestall von Gut Böckel, einem herrschaftlichen Gut in Rödinghausen bei Bünde, hat er ein schmuckes Schlittenmuseum mit mehr als 50 ausgewählten Exponaten eingerichtet.
(Quelle: Bielefeld-Marketing)

Ach, Frau Murkel….

Die verwelkte „Rose der Uckermark“, Königin des auf der Stelle verharrenden Quadratsprunges und der „Wat jeht mich an, wat ich jestern jesagt hab“-Attitüde an der Spitze einer 1 Jahr vor der kommenden Bundestagswahl abgewirtschafteteten Regierungsmannschaft zieht die Mundwinkel vor den Kameras noch tiefer. Getreu ihrer Devise „Es geht voran. Gehen Sie schon mal los, ich folge Ihnen dann“, verkündet sie ein „Milliarden-Konjunkturpaket No. 2“. Schoßhündchen Peer Steinbrück, der den Hütchenspielerbanken so schöne Milliardengeschenke auf Kosten der Allgemeinheit machte, nickt geflissentlich und setzt sein massiv mit 100.000 Euro PR-gesponsertes Wichtig-Gesicht auf. „Infrastruktur, Bau, etc.“ sollen was bekommen. Traumgespinst „Ausgeglichener Haushalt“ auf 2055 nach der gigantischen großen Steuerreform der 6. Groko adieu.

Deklinieren wir das mal durch. Die Parade unserer Brachen in der Metropole ist lang. Für die Allermeisten – siehe Kesselbrink – gibts nicht einmal Bebauungs – oder Nutzungspläne. Wie also sollen da die paar Millionen, die letztlich hier ankämen, Wirkung entfachen? Die Konjunktur – anfachungspläne der Berliner Regierung sind nicht einmal das Papier wert, auf dem sie der staunenden willfährig schreibenden Journaille präsentiert werden.

Eine Regierung, die dem Mittelstand immer mehr Steuern aufgezwungen hat und die auch besonders den unteren Mittelstand belastet, bildet sich ein, sie könne die Konjunktur zB durch 1 Jahr Steuergeschenk für die KfZ-Steuer befördern? Da lachen alle Hühner der Republik: wo sollen denn mal so schnell die 20 000 oder mehr Euro für das nette neue Auto herkommen? Diese völlig beliebigen Maßnahmen werden nichts voranbringen. Wenn die Regierung behauptet, Steuererhöhungen würden nur in den Sparstrümpfen landen, hat sie auch nur zum Teil recht. Es stimmt, daß die Leute so sehr besteuert und mit Abgaben belastet werden, daß sie Angst haben und sparen, aber es stimmt auch, daß nur Leute, die etwas auf dem Konto haben, etwas kaufen können. Eine gerechte Steuerreform würde etwa 23 Mrd kosten – aber dann hätten alle etwas davon und nicht nur die, die sowieso wieder profitieren werden. Schreibt jemand im Forum einer Tageszeitung.

Da bleibt uns doch nur, Friedrichs Schillers Drama „Turandot“ zu zitieren, in dem ein gewisser Timur zu einem gewissen Barack (Oh Bama?) über Angela Dorothea „Erika“ Murkel spricht:

Barak, still! O sprich mir nicht von ihr!
In unserm traur’gen Aufenthalt zu Berlas
Verzehrte sie der Gram um unsern Sohn,
– Sie starb in diesen lebensmüden Armen.

Was passiert, wenn es Welthoffnungsträger Barack Obama nicht gelingt, die Welt und damit auch den Kesselbrink zu retten?

Der Weihnachtsbaum der Familie Griswold

weihnachtsbaum-griswold.jpg

„Die B 68 stadtauswärts, rechterhand“. Die kurze, knappe Beschreibung des Weges zum Meyer zu Bentrupschen Weihnachtswald nahe Zweischlingen paßte. „Schauen Sie einfach mal durch“, meinte der Sproß der Queller Familie. „Wenns nicht paßt, können Sie ja auch selbst sägen“. Ok. Unter den Geschlagenen gab es keinen, der „unten ausladend wirkt“, wie man mir seitens der „Regierung“ aufgetragen hatte. Also ab in den Märchenwald. Mehr als 10.000 Tannen und Fichten stehen da. Da finden Sie mal die raus, die daheim exakt die Vorgaben des weiblichen Lastenheftes erfüllen. „Ausladend, grade gewachsen, nicht zu klein“. Nie zuvor fühlte ich mich in einem Tannenwald so verloren. Wen nehmen? Wen sägen?

oh-tannebaum.jpg

Gedanken an den Film „Griswolds“ kamen hoch. Bis ein Sonnenstrahl – exakt wie im Fillm – genau den Baum erhellte, der es sein sollte. Sage niemand, es gäbe keine göttliche Fügung. Sägen und zu Boden legen ging schnell, ebenso einnetzen und erstaunlich wenig bezahlen für den frischen Baum. Mangels Dachreling am Maybach lugte der Baum hinten ein wenig unter der Klappe hervor, kam aber wohlbehalten daheim an.

Weihnachten kann kommen. Der 4,634-Kilo-Partyschinken aus dem hessischen Bad Nauheim ist übrigens auch schon da. Nein, Äppelwoi trinken wir nicht dazu.

Metropolic-Weihnachting goes international!

acwrst.jpg

„Vor allem an den Wochenenden besuchen Gäste aus den Niederlanden den Weihnachtsmarkt. Hans-Rudolf Holtkamp, Chef der Bielefeld-Marketing GmbH, führt das auf die intensive Werbung im Nachbarland zurück.“ (NW-news.de)

Liebe Holländer, vergesst das Sauerland! Brecht auf und macht Euch auf den langen (und auf der B 68 nicht unbeschwerlichen) Weg nach Bielefeld! Besucht die Hauptstadt des Metropolic-Weihnachting! Der weite Weg lohnt sich: In der idyllischen und überaus sehenswerten „Altstadt“ gibt es Spezialitäten, die es anderswo garantiert nicht gibt: Glühwein und Bratwurst (gern auch mit Pommes). Und Fischbrötchen! (Nicht so lecker wie bei Euch, aber dafür schön teuer.) Und nicht nur das! Es gibt auch einzigartige rote Resopal-Buden auf dem verkehrsumtosten Jahnplatz (eine echte Sehenswürdigkeit) und natürlich Karstadt und H&M und Douglas … (und bringt reichlich Euros mit, denn Bielefeld hat auch eine lückenlose Parkraumbewirtschaftung.)

So werden Bielefelder Tourismusträume endlich wahr!

.


Verdammt und zugeblitzt

worstcase.jpg

Zisch. Wumm. Bild. 1500 mal blitzt es jetzt täglich auf der A 2 am Bielefelder Berg. Weil die Leitung des Rathauses am Niederwall aber nicht mit dieser „Ausbeute“ an Übertretungen der dort vorgeschriebenen 100 (glaub ich ) gerechnet hat, steht sie vor einem Aktenberg. Nun sind zu wenig Geister da, das Ganze auszuwerten, zu verschicken und zu kassieren. Unsere Schilderianer im Bau mit den Fenstern nach innen sind ratlos. „Normale“ Unternehmen spielen vorher durch, was passieren könnte und stellen ein „Worst case – Szenario“ auf. Schilderianer mit der Lizenz zum Durchblick stellen erstmal Blitzer auf und fallen dann vom Stühlken. Dabei hat die Stadt doch so brüllante Verwaltungsfachleute, die auch schon mal Lohnsteuerkarten mit falschem Datum drucken und verschicken. Wäre die Verwaltung der Metropole jetzt die Bundesregierung, würde sie „mauten“. Also einfach noch mehr Blitzer aufstellen. Dann könnte man die „Hauptabteilung Blitz und Donner“ einrichten, 5 Leute einstellen, die ungefähr das kosten, was die Blitzer incl. Investitionssumme einbringen. Bei nochmal 2 Blitzern mehr an der Ausfahrt Zentrum Bielefeld gelänge es, Zuschüsse aus dem Struktrurtopf „Blitz und Donner“ von der EU in Brüssel zu bekommen. Ach ja, das wäre dann schon die Einrichtung eines „Dezernten Autobahnverkehr“ wert. Der hätte dann Pensionsansprüche bis dunnemals. Folglich müßten noch 2 Blitzer her. Die stellen wir in Gegenrichtung auf. Warum läßt Schilda bloß in Bielefeld überproportional oft grüßen?

„Neblig trüb“

neblig-trub.jpg

Wetterbeschreiber Kachelmann hätte für diese Wetterlage sicher einen griffigeren Begriff. Wir Nicht-Meterelogen empfinden Ostwestfalen derzeit als naßkalt, neblig, eingetrübt und so gar nicht weihnachtlich vorfreudig.

„Rettungsschirm“ für Städte?

Die Städte des Ruhrgebiets und des Bergischen Landes haben heute morgen Hilfen vom Land für die Finanzausstattung ihrer verschuldeten Kommunen gefordert. Nicht nur Banken benötigten einen Rettungsschirm, auch die Handlungs- und Überlebensfähigkeit von Kommunen sei bedroht. 50 Oberbürgermeister legten gemeinsam ein Memorandum zum Thema „Wegen aus der Schuldenfalle“ vor. Darin fordern sie „Hilfen von außen“, beziffern diese allerdings nicht. Auch solle für die Finanzaufsicht über die Kommunen nicht mehr die Bezirksregierungen als verlängerter Arm des Landes, sondern „ein politisch unabhängiger Anwalt“ eingesetzt werden. Vom Land benötigten die Städte eine Eigenkapitalhilfe. Um künftige Steuerzahler vor immer mehr Schulden zu schützen, schlagen die Städte bei Überschreiten von Kreditobergrenzen die gleichzeitige Erhebung eines „Generationenbeitrags“ vor.

Das ging eben als Pressemeldung über den Tciker. Da könnte sich unsere notorisch klamme Metropole doch gleich anschließen. Die oft bei Kämmerern äußerst beliebte Methode des Verkloppens von öffentlichem Eigentum gegen Cash dürfte sich ja erst einmal erledigt haben.

Das Wundern des Westfalenblattes

Aus den USA sind die ersten Wellen von Kreditkrisen auf Europa zugekommen: die Hypothekenkreditkrise und neuerdings die Kreditkartenkrise. Demnächst wird die Derivatekrise die beiden vorigen noch übertreffen. Alle diese Krisen sind aus den globalisierten Großbanken und ihren Finanzprodukten entstanden, weil deren leichtsinnige Vorstände und Anlageexperten

– langfristige Kredite gegeben und wegen der Zinsdifferenz mit kurzfristigen Gegengeschäften finanziert haben (z.B. Hypo Real Estate Bank),
– in immer größerem Maße meist faule Kreditpakete untereinander verkauft und beliehen haben,
– sich immer stärker in Derivaten und Hedgefonds engagierten, die wegen überwiegender Fremdfinanzierung große Eigenkapitalgewinne versprachen
(Hebelwirkung), aber eben entsprechende Risiken bargen.

Man fragt sich heute, warum die Vorstände dieser Großbanken der Renditegier immer faulerer Geschäfte erlegen sind, warum die Aktionäre die faulen Geschäfte ihres Bankvorstandes geduldet haben und warum die staatlichen Aufsichtsorgane (Bafin) gegen diesen immer schnelleren Bankentanz nicht eingeschritten sind. Nicht alle Banken haben allerdings diesen Teufelstanz betrieben. Die Sparkassen und Genossenschaften sind weitgehend solide geblieben und wurden dafür lange missachtet. Als nun die Bankenblase in USA (Lehman Brothers) und Deutschland (IKB) zu platzen begann und die Zockerbanken nach Staatshilfe schrien, wurden innerhalb von Tagen in den USA 700 Milliarden Dollar, in Deutschland 480 Milliarden Euro an Hilfen und Staatsgarantien zur Verfügung gestellt – Summen, die allein bei uns mehr als zwei Jahresetats ausmachen würden. Warum eigentlich? Wenn Konzerne illiquide werden, sind Regierungen, Parteien, Gewerkschaften und Verbände immer hilfreich zur Seite. Wenn aber jährlich 30 000 bis 40 000 und im nächsten Jahr mehr als 100 000 mittelständische Betriebe illiquide werden, ist dies »normale Marktauslese«. Hätte die Regierung wirklich die Kreditversorgung unserer Wirtschaft – insbesondere des Mittelstandes – sichern wollen, dann hätte sie nicht marode Kreditgeber füttern dürfen, sondern den Kreditnehmern helfen müssen. Sie hätte dafür sorgen müssen, dass die mittelständischen Betriebe nicht als Folge der Bankenkrise ebenfalls illiquide werden, dass die Hilfe wirklich bei den kreditbedürftigen Unternehmen ankommt. Niemand in der Welt hatte für solche Liquiditätsklemme mehr Erfahrung als wir Deutschen: Nach dem letzten Kriege waren ebenfalls die Großbanken illiquide und alle Betriebe kreditbedürftig. Ludwig Erhard hat das Liquiditätsproblem dadurch gelöst, dass er allen Unternehmen Steuerfreiheit für die im Betrieb gehaltenen Gewinne
verschaffte.Die Betriebe konnten dadurch aus eigener Kraft investieren, wachsen, Arbeitsplätze schaffen und Eigenkapital aufbauen.
Dieses wäre der ordnungspolitisch allein richtige Hilfsansatz.

Liebes Westfalenblatt. Glaubt Ihr wirklich, eine Regierungshand hätte sich gerührt, wenn der Aufruf „Baut Schulen, Kindergärten, Universitäten“ bis nach Berlin geschallt hätte? Niemals. Aber so armen Menschen wie Herrn Ratiopharm-Merckle, Joe „V“ Ackermann oder Frau Susanne Klatten-Quandt muß man doch helfen, wenn sie sich so, so oder so verdaddeln, verzocken. Ihre angehäuften Milliarden für Hütchenspiele einsetzen. Dafür sind Steuergelder doch da. Oder? Mal sehen, was die Damen und Herren sagen, wenns demnächst wieder an die Arbeitsplätze geht. Im arm rechnen sind sie ja bekanntlich absolute Weltmeister. „Fordern und fördern“ heißt es im Hartz-Land. Wobei das „fördern“ meist außen vor gelassen wird.

Schröder-Methamorphose

wackelbild.jpg

Wer sein Auto in einem der Bielefelder „Best“-Waschanlagen des Schröder-Teams waschen läßt, wartet auf etwas, was ihm per geschenktem Taschenkalender angeblich passieren soll. Ein leichtes Kippen des Wackelbildes in Scheckkartengröße und ein schmutziger BMW verwandelt sich in einen frisch gewaschenen Mercedes SLK. Komisch. Obwohl ich „Best optimal“ nahm, fuhr der Maybach auch als Maybach wieder raus aus dem Inferno von Bürsten, Schaum, Wasser und finalem Sturm.

Haben wir hier alles nicht

bloomsburys.jpg

Wer oft in andere Metropolen reist, weiß, was es hier unter Sparrenburg alles nicht gibt. In Berlin tat ich der schöneren und besseren Hälfte den Gefallen und ging mit in ein Starbucks. Macht mich zwar nicht sonderlich an, aber der Kaffee ist – egal in welchen Varianten – wirklich gut. Sie revanchierte sich für die Begleitung per Mitgang in ein Maredo-Steakhaus. Seit Urgedenken esse ich das Ribeye-Steak 300 Gramm mit Pommmes, Salat und Kidneybohnen. Dazu ein Radeberger vom Faß aus dem Hause Oetker. Was wir auch nicht haben, ist „bloomsburys„. Ein Lieferservice gehobener Art, bei dem es nicht nur Pizzen, türkische Feinheiten, chinesische und deutsche Küche gibt sondern auch libanesisch, indisch, vegetarisch und noch Einiges mehr gibt. Man liefert auch in Hotels auf die Zimmer.

Woran es liegt, daß hier lediglich die flachen italienischen Teigfladen bestellt werden können und ausgeliefert werden, weiß ich nicht. Oder ich habe was verpaßt? Nicht verpaßt habe ich den für die Verhältnisse unseres Kult-Nahversorgers Jibi aufwändig gestalteten Weinprospekt, der jetzt an den Kassen ausliegt. „Faustino i Rioja Gran Reserva“ für 14,79. Dazu eine gegrillte Schweinshaxe vom Jibi-Schlachter. Mhhhmmm….

jibi.jpg

Manchmal dürfte es in der Metropole ruhig ein bißchen mehr sein.

EK schmiedet Buch-Allianz gegen Filialisten

bucher.jpg

Es gibt keine Ruhe vor dem Fest, nicht für den Einzelhandel. Branchen wie Spielwaren, Kosmetik, Schmuck und auch Bücher durchleben jetzt die wichtigsten Monate des Jahres. Für manch kleinen Sortimentsbuchhändler entscheidet sich nun, ob er 2008 überhaupt mit einem kleinen Gewinn abschließen und 2009 weitermachen kann. Es ist eine traurige Geschichte: In den vergangenen Jahren haben sich die Gewichte immer weiter in Richtung Großfilialisten und Internet verschoben. Sie dürfen Literatur zwar dank gesetzlicher Preisbindung nicht billiger anbieten; dafür aber kaufen sie die Bücher günstiger ein. Auf die Art werden die kleinen Läden allmählich sturmreif geschossen. Am Ende, wenn – wie im Lebensmittelhandel – Anbieter für den Top-Regalplatz extra bezahlen, wird sich herausstellen, dass auch die kleinen Verlage zu den Verlierern zählen. Indessen nutzen unabhängige Buchhandlungen die Ruhe vor dem Sturm, um ihre Abwehrreihen zu schließen. Es grenzt schon an ein Wunder, dass Einzelkämpfer in einem so individuellen Markt wie Bücher über ihren Schatten springen und sich in eine größere Formation einordnen. Geschmiedet wird die Allianz, in der die Bielefelder EK eine führende Rolle übernimmt, in Ostwestfalen. Dort hat schon einmal eine mutige Allianz eine technisch weit überlegene Übermacht besiegt. Vor 2000 Jahren hieß der Vierlierer nicht Amazon, Weltbild oder Thalia, sondern Varus.

Das Westfalenblatt lobt die Bielefelder EK Gruppe für ihre Initiative. Ich gebe zu, ich bin bekennender Fachhandels-Käufer. Natürlich erwarte und bekomme ich dort meist die Beratung, die ich haben will. Zum Beispiel, wenn es um Kameras für ein paar tausend Euro geht und deren späteren Service. Oder Bürodrucker, die man nicht „eben mal“ – weil man ja „nicht blöd ist“ – bei Dittsche um Mediamarkt mitnimmt.

Assauer schafft Beginen-Platz

Im Mittelalter waren sie für viele Frauen eine echte Alternative zur Ehe, dem einsamen Witwendasein oder dem Gang ins Kloster. Die Rede ist von den Beginenhöfen. Alleinstehende Frauen schlossen sich zusammen, um miteinander zu wohnen und zu arbeiten. Ein Wohn- und Lebenskonzept, das wieder attraktiv geworden ist. Frauen, die in Ostwestfalen-Lippe als „Beginen“ zusammen leben möchten, können dies ab Herbst 2009 in Bielefeld. Dann wird der erste Hof der Bielefelder Beginen fertig gestellt sein. Ein Projekt, das auch überregional für Aufsehen sorgt. Denn Rudi Assauer, Ex-Manager des Fußballvereins Schalke 04, tritt als Investor des 3,5 Millionen teuren Baus auf.

Umgesetzt wurde das Projekt von der Ostwestfälischen Immobilien- und Treuhand GmbH (Owit). Zwischen Geschäftsführer Rainer W. Kolodziey und Rudi Assauer besteht seit vielen Jahren ein persönlicher Kontakt. „Herr Kolodziey hat Herrn Assauer auf unser Projekt aufmerksam gemacht“, erzählt Sigrun Hohlfeld, die gemeinsam mit Anne Tresselt Gründungsmitglied der Bielefelder Beginenhöfe ist. Da hat Bielefeld-Marketing ja mal einen rausgehauen. Wer bringt Rudi Assauer, Ex-Schalkemanager mit der Zigarre und dem frischen Veltins in Verbindung mit alleinstehenden Frauen? Hier in der Metropole geht das. „Anfassen“ und nicht nur gucken. Handfeste Bielefelder Devise.

Socken. Die gehen wie verrückt

socken.jpg

Sie können sie bei Karstadt, Sinn-Leffers und der Galeria Kaufhof auf der Bahnhofstraße nicht so schnell heranschleppen wie sie gekauft werden. Socken. Socken, Socken, Socken. Dabei sollen sie beileibe nicht wie immer und stets unter den Weihnachtsbaum aus Altenhagen. Nein. Sie wurden heute Mittag auf offener Straße angezogen. Von Leuten die aussahen, als verstünden sie ein wenig von Finanzen und Wirtschaft und Krise. Die bescheidene Frage an die überlastete Sinn-Leffers-Socköse wurde knapp und präzise beschieden: „Den Damen und Herren haben sich die Zehennägel aufgestellt. Sie haben aus dem Kanzleramt gehört, daß Frau Dr. Merkel insbesondere den Straßenbau im zweiten Konjunkturprogramm ankurbeln will“.

Ahaaaaa. Aktuelle Krise bekämpft man am besten mit Programmen, die nur vorziehen, was ohnehin geplant war. Wobei Straßen locker so 2 Jahre Planung, Abwinkung etc. vor sich haben. Wahrscheinlich rechnet die Patrona Mecklenburgensia so: „Die Steuer auf große Hubräumer ist weg. Da brauchen die auch gute Straßen“. Straßenbau als Konjunkturmotor. Hatten wir das nicht schon mal ab 1933? Da hatte ein Österreicher die grandiose Idee.

Schön wa? So geht Politik, die Vertrauen schafft. Zumindest der Sockenverkauf zog rapide an.

Forrest Gump. Architektonisch.

pralinenschachtel.jpg

Forrest Gump: My momma always said, „Jahnplatz was like a box of chocolates. You never know what you’re gonna get.“

Nun soll es wunderschöne, eckenabgerundete Glasboxen geben, die den Weg in den Jahnplatzhades hinab beschatten. Architektonisch gesehen eine diametrale Spiegelung der Wellblechdächer der Bushaltestellen und der Alcina-Uhr. Einfacher wäre gewesen, die futuristisch-genialen roten Weihnachtshäuschen ein wenig zu verschieben, bis sie über die Rolltreppenabgänge passen…..