Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Mo
29
Dez '08

SPIEGEL-Journailleblödsinn

Wenn du in deinem feuerroten Engländer durch Schwabing kurvst, dann fühlst du, dass du angekommen bist. Du liebst die Straßencafés, die funky Szene, das ganze urbane Flair. In Paderborn gab es so etwas nicht. Du bist total glücklich, jetzt einen tollen Job im Marketing zu haben und genießt das Großstadtleben in vollen Zügen. Manchmal fühlst du dich noch etwas unsicher auf dem glänzenden Münchner Parkett. Du willst von den coolen Szeneleuten nicht für ein trampeliges Provinzveilchen gehalten werden. Auch deshalb hast du den Mini gekauft; er betont, dass du zu den In-People gehörst. In Paderborn fuhren die Leute Opel Vectra. Wenn du in deinem sexy Cooper sitzt, mit Starbucks-Latte im Cupholder und der Gucci-Brille im Haar, dann bist du die Königin der Leopoldstraße. Voll krass, der Blödsinn, den die heutigen SPIEGEL- Schreiberlein da verzapfen. Wer sowohl MUC als auch PB kennt weiß, daß es heute eben nicht mehr so ist. Aber das kommt gut unter der Kategorie:

- Die Blechlawine rollt
- Umweltkatastrophe naht, ja schon da
- Heidi Klu….. Unser Weltstar
- Merkel. Mächtigste Frau der Welt

Muaaaaaaaaaarggghhhh. Was für ein unbedarfter Schwachsinn darf die Tasten der Notebooks auch beim gleichgeschalteten SPIEGEL drücken? Leute wie Augstein und Nannen rotieren in ihren letzten Ruhestätten. So war das mal nicht gedacht. Aber seit die unseelige Mohnsaat auch SPIEGEL, stern etc. journalistisch verunkrautet hat, ist das an der Tagesordung.

Zwischen den Jahren

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Kleinflußlandschaft im Bielefelder Speckgürtel. Frostig angehaucht.

“Zwischen den Jahren”. Seltsame Redewendung. Die “Netzeitung” schreibt dazu Näheres. Und wir? Verbinden damit Ruhe, Gelassenheit, Abstand, weniger Hektik. Und was ist stattdessen? Ein wichtiger Mensch bricht sich im Wiinterurlaub in der Schweiz ein Bein und fällt länger aus. Anstehende Messen benötigen mehr Vorbereitung als gedacht. Korrekturen, die schon längst erledigt gewähnt, kommen nochmals auf den Tisch.

So ist das “Zwischen den Jahren”. Weniger Deppige arbeiten nicht. Sie fahren oder sind im Winterurlaub. Wo allerdings Beinbrüche drohen.

Nochn bißchen Hirn?

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Jaja. Die Weihnachtslektüre. Diesmal “Hirn ist aus” vom ZDF-”Anstaltskabarettisten” Urban Priol. Darin finden sich gar köstliche Sätze zur deutschen Befindlichkeit und insbesondere zur Superköchin aus der Uckermark. Die mit den präsidial vom Bundeshorst so gelobten Rezepten für Rouladen (“Tiefschwarz und angebrannt”). Da aber “Hirn aus” ist, schaffe ich eine komplette Rezension noch nicht und schließe mit Marcel Reich-Ranicki “…und alle Fragen bleiben offen”. Basta.

Beim Graben im Stollen

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Unter den Pretiosen, die uns an Weihnachten dargebracht wurden, befand sich auch ein durchaus veritabler Christstollen von Meister Kraume. Erworben auf der Stapenhorster Straße. Ob es Bielefelds bestes Produkt dieser windelförmigen Art ist, wissen wir nicht. Der Überbringer meinte “ja”. Als seit nahezu Jesussens Zeiten hier Ansässiger trauen wir aber seinem Urteil und selbst die schönere und bessere Hälfte grub mit spitzem Gabelzinken im luftig-fluffigen Weihnachtsgebäck. Entgegen sonstiger Stollengewohnheiten.

Verbraucher haben Nase voll von Krisengeschwafel

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Es ist doch wirklich ein Kreuz mit diesem deutschen Konsumentenvolk. Da hatte die “wunderbare Köchin aus der Uckermark” (Gesteuerter PR-0-Ton “Bundes-Horst” über die Kochkünste der Datschenbewohnerin aus Templin, aka Regierungschefin) vor einigen paar Tagen so wundervoll mundwinkel –
hängend “völlig schwarze Zeiten” für 2009 herbeigerufen und die bezahlten Mietmäuler der Institute fielen vollmundig – Professor (Un)Sinn vorneweg – gegenseitig beim Kassandradrieren ob der Rezession sich übertreffend übereinander her. Stündlich wird die Lage schlimmer. Holzmedien, TV und Radio geben sich gegenseitig die Kante. Gegenwärtig sind wir bei der “schlimmsten Rezession seit Jesus”. Weitere Steigerungen möglich.

Und was tut der dämliche Verbraucher? Macht hochnäsig “Pfftt” und kauft einfach weiter. Eiderdaus. Sowas aber auch. Jahrelang wurde ihm, dem Verbraucher, “Geiz ist geil” von einer ebenso bescheuerten wie matten Hamburger Agentur eingebläut und jetzt kauft er einfach. Er kauft! Und das in einer solchen Krise. Wo kommen wir denn dahin. Ich bin entsetzt. Wir kaufen nämlich auch wie immer und scheren uns einen Dreck über das dumme, dämliche Lemmingsgeschwafel mit Angela M. der 1. an der Spitze und SPIEGEL als willfährigem Krisenwasserstandsmelder.

Kann aber auch sein, daß unsere Damen und Herren Politiker nun von dem eingeholt werden, was sie das ganze Jahr über praktizieren: Lügen, betrügen, tricksen, Märchen erzählen,. Der Zeitpunkt scheint gekommen, nichts mehr zu glauben. Wer vor Wahlen die Mehrwertsteuererhöhung ausschließt nicht und dann doch mit Linken paktieren will und sich ansonsten auch an nichts hält, was er tags zuvor gesagt hat, der hat sämtliche Boni verspielt.