Wer sein Auto in einem der Bielefelder “Best”-Waschanlagen des Schröder-Teams waschen läßt, wartet auf etwas, was ihm per geschenktem Taschenkalender angeblich passieren soll. Ein leichtes Kippen des Wackelbildes in Scheckkartengröße und ein schmutziger BMW verwandelt sich in einen frisch gewaschenen Mercedes SLK. Komisch. Obwohl ich “Best optimal” nahm, fuhr der Maybach auch als Maybach wieder raus aus dem Inferno von Bürsten, Schaum, Wasser und finalem Sturm.
Autoren gesucht - jetzt mitbloggen über deine Stadt!
Wer oft in andere Metropolen reist, weiß, was es hier unter Sparrenburg alles nicht gibt. In Berlin tat ich der schöneren und besseren Hälfte den Gefallen und ging mit in ein Starbucks. Macht mich zwar nicht sonderlich an, aber der Kaffee ist – egal in welchen Varianten – wirklich gut. Sie revanchierte sich für die Begleitung per Mitgang in ein Maredo-Steakhaus. Seit Urgedenken esse ich das Ribeye-Steak 300 Gramm mit Pommmes, Salat und Kidneybohnen. Dazu ein Radeberger vom Faß aus dem Hause Oetker. Was wir auch nicht haben, ist “bloomsburys“. Ein Lieferservice gehobener Art, bei dem es nicht nur Pizzen, türkische Feinheiten, chinesische und deutsche Küche gibt sondern auch libanesisch, indisch, vegetarisch und noch Einiges mehr gibt. Man liefert auch in Hotels auf die Zimmer.
Woran es liegt, daß hier lediglich die flachen italienischen Teigfladen bestellt werden können und ausgeliefert werden, weiß ich nicht. Oder ich habe was verpaßt? Nicht verpaßt habe ich den für die Verhältnisse unseres Kult-Nahversorgers Jibi aufwändig gestalteten Weinprospekt, der jetzt an den Kassen ausliegt. “Faustino i Rioja Gran Reserva” für 14,79. Dazu eine gegrillte Schweinshaxe vom Jibi-Schlachter. Mhhhmmm….
Manchmal dürfte es in der Metropole ruhig ein bißchen mehr sein.
Es gibt keine Ruhe vor dem Fest, nicht für den Einzelhandel. Branchen wie Spielwaren, Kosmetik, Schmuck und auch Bücher durchleben jetzt die wichtigsten Monate des Jahres. Für manch kleinen Sortimentsbuchhändler entscheidet sich nun, ob er 2008 überhaupt mit einem kleinen Gewinn abschließen und 2009 weitermachen kann. Es ist eine traurige Geschichte: In den vergangenen Jahren haben sich die Gewichte immer weiter in Richtung Großfilialisten und Internet verschoben. Sie dürfen Literatur zwar dank gesetzlicher Preisbindung nicht billiger anbieten; dafür aber kaufen sie die Bücher günstiger ein. Auf die Art werden die kleinen Läden allmählich sturmreif geschossen. Am Ende, wenn – wie im Lebensmittelhandel – Anbieter für den Top-Regalplatz extra bezahlen, wird sich herausstellen, dass auch die kleinen Verlage zu den Verlierern zählen. Indessen nutzen unabhängige Buchhandlungen die Ruhe vor dem Sturm, um ihre Abwehrreihen zu schließen. Es grenzt schon an ein Wunder, dass Einzelkämpfer in einem so individuellen Markt wie Bücher über ihren Schatten springen und sich in eine größere Formation einordnen. Geschmiedet wird die Allianz, in der die Bielefelder EK eine führende Rolle übernimmt, in Ostwestfalen. Dort hat schon einmal eine mutige Allianz eine technisch weit überlegene Übermacht besiegt. Vor 2000 Jahren hieß der Vierlierer nicht Amazon, Weltbild oder Thalia, sondern Varus.
Das Westfalenblatt lobt die Bielefelder EK Gruppe für ihre Initiative. Ich gebe zu, ich bin bekennender Fachhandels-Käufer. Natürlich erwarte und bekomme ich dort meist die Beratung, die ich haben will. Zum Beispiel, wenn es um Kameras für ein paar tausend Euro geht und deren späteren Service. Oder Bürodrucker, die man nicht “eben mal” – weil man ja “nicht blöd ist” – bei Dittsche um Mediamarkt mitnimmt.
Wie unter einer Schneedecke liegen derzeit Ummelns Erdbeerfelder da. Aber es sind nur weiße Plasteplanen, die da leuchten.
Im Mittelalter waren sie für viele Frauen eine echte Alternative zur Ehe, dem einsamen Witwendasein oder dem Gang ins Kloster. Die Rede ist von den Beginenhöfen. Alleinstehende Frauen schlossen sich zusammen, um miteinander zu wohnen und zu arbeiten. Ein Wohn- und Lebenskonzept, das wieder attraktiv geworden ist. Frauen, die in Ostwestfalen-Lippe als „Beginen“ zusammen leben möchten, können dies ab Herbst 2009 in Bielefeld. Dann wird der erste Hof der Bielefelder Beginen fertig gestellt sein. Ein Projekt, das auch überregional für Aufsehen sorgt. Denn Rudi Assauer, Ex-Manager des Fußballvereins Schalke 04, tritt als Investor des 3,5 Millionen teuren Baus auf.
Umgesetzt wurde das Projekt von der Ostwestfälischen Immobilien- und Treuhand GmbH (Owit). Zwischen Geschäftsführer Rainer W. Kolodziey und Rudi Assauer besteht seit vielen Jahren ein persönlicher Kontakt. „Herr Kolodziey hat Herrn Assauer auf unser Projekt aufmerksam gemacht“, erzählt Sigrun Hohlfeld, die gemeinsam mit Anne Tresselt Gründungsmitglied der Bielefelder Beginenhöfe ist. Da hat Bielefeld-Marketing ja mal einen rausgehauen. Wer bringt Rudi Assauer, Ex-Schalkemanager mit der Zigarre und dem frischen Veltins in Verbindung mit alleinstehenden Frauen? Hier in der Metropole geht das. “Anfassen” und nicht nur gucken. Handfeste Bielefelder Devise.








3 Kommentare »