Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Mi
10
Dez '08

Bielefeld braucht sein altes Stadtschloss wieder !

Der Johannisberg in Bielefeld, ist ein verwunschener und von der Zeit vergessener Park, der fast zugewuchert,  die vergangene Epoche der wilhelminischen Zeit atmet. Früher stand dort das ehrwürdige Schützenhaus, das in seiner Architektur einem glanzvollem Stadtschloss glich. Heute steht dort ein architektonischer Schuhkarton, der als Hotel genutzt wird, und die Eleganz und den Mief der kältesten und trostlosensten Architekturideen der 70.ziger Jahre atmet.

Die Stadt Berlin hatte auch mal so ein Problem. Ein ehr schlichter viereckiger großer Schuhkarton, das Haus der Republik. Dort wurde viele Jahre die Fassade des alten Berliner Stadtschlosses einfach davorgehängt.

Welch geniale potemkinsche  (Der russische General Potemkin  gaukelte der Zarin, durch das Aufstellen von Häuserfassaden, ganze Dorflandschaften vor) Idee.
Bei der jetzt anstehenden sanften Umgestaltung des Johannisberges , sollte diese Idee mit aufgenommen werden.

Die hässlichen Fassaden des Hotels sollten durch die Fassade des alten Schützenhauses geheilt werden.
Sonst wirkt das genialste Parkpflegewerk nicht, geschätzter  Kollege Ehrich, und werte Mitglieder der Konzeptionsgruppe.  Die Kosten der Fassaden  wird sich gerne das Bielefelder Stadtmarketing und das Hotel ans Bein binden.

Alleine durch die Erhöhung der Besucherzahl, und die Möglichkeit in einem solchen Hotel zu übernachten… denn das geht ja deutschlandweit durch alle Medien,… kommen die Kosten locker wieder rein.

Jetzt hat der Eulen Blog °v° – www.eulennetzwerk.de -  endlich sein Herzensprojekt gefunden, das er in den nächsten Jahren, für die Stadt Bielefeld, durchfechten wird.

Bielefeld braucht sein altes Stadtschloss wieder!

Der erste Samen wurde heute in die Erde gelegt. Bei der gut besuchten öffentlichen Vorstellung des Parkpflegewerkes zur Weiterentwicklung dieser gärtnerischen Perle Bielefelds, wurde  die Idee des Stadtschlosses (als Puplikumskommentar) in den Raum gelegt.

Ich behaupte:

Dort oben wird nie ein Biergarten funktionieren, wenn der hässliche Schuhkarton nicht gestalterisch aufgewertet wird.

Wer macht mit? Wer hat Ideen ?
Ich freue mich über Mitstreiter.

Mit Grüßen

Sven

Ach übrigens,
Bielefeld braucht sein altes Schützenhaus wieder

Besinnliches zum Advent

Heute vormittag auf dem Hauptbahnhof. Ein armer Schlucker versucht, mit einer durchsichtigen Lügengeschichte ein paar Euro “für die Fahrkarte der Tochter” zusammenzuschnorren. Jeder hat es schon hundertfach erlebt.

Jetzt kommt der große Auftritt eines Endfünfzigers, Typ “Beamtenpension im Sack”, der für jeden, der es auf dem Bahnsteig nicht hören will die abgrundtiefe Verlogenheit des (schon weitergezogenen) Bettlers beklagt. Er heischt förmlich um Zustimmung, die er bei einem DB-Bediensteten schließlich findet.

Dem Manne ist zu wünschen, dass er einmal drei Tage lang ganz ehrlich und ohne, dass es ihm peinlich sein darf um die Euros für sein Frühstück bettelt. Aber bitte keine Lügen und Ausflüchte, das wäre moralisch verwerflich!

Arm. BI Samstag beim Finanz”optimierer”

Wer kennt den eloquenten, redseligen Typen aus den Talkshows nicht: Finanz”optimierer” Carsten Maschmeyer, der Mann mit dem “Minipli” und den nahezu grenzenlosen Finanz-Einsparideen (eigene Aussage). Am Samstag tritt Arm. BI zum Hinspiel bei Hannover 96 in der “AWD-Arena” an. Da und auch sonst im Verein hat Mister AWD das große Mitsagen. Auch in den Randsphären liest man Einiges über den Mann mit dem Hang zum vielen, öffentlichen und großen Auftritt. Das ARD-Magazin “PlusMinus” hatte den Jungen erst gestern am Wickel:

Er gehört zu Europas größten Finanzdienstleistern: AWD mit Sitz in Hannover. Rund 6.000 Mitarbeiter vertreiben Lebensversicherungen oder Geldanlagen zur Altersvorsorge. Doch die Praktiken des AWDs sind umstritten: Verbraucherschützer warnen vor aufdringlichen Verkaufsmethoden. Dass dahinter noch ein anderes System steckt, berichten ehemalige Mitarbeiter. Der AWD hätte sie in die Schuldenfalle getrieben.

Hintergrund ist das AWD-eigene Honorarsystem: die sogenannte Linearisierung. Handelsvertretern werden Provisionen auf Vorschussbasis gezahlt. Werden sie hinterher nicht ins Verdienen gebracht, müssen sie zurückgezahlt werden. “Die meisten Mitarbeiter schreiben mir, dass sie das Gefühl gehabt hätten, dass sie angestellt gewesen wären. Sie hätten sich auch für eine Angestelltenposition beworden und hätten dann Geld bekommen, die haben gar nicht begriffen, was da läuft”, sagt Ingrid Benecke. Sie war früher selbst beim AWD und ist nun Vorsitzende eines Aussteiger-Vereins.

Ein weiterer ehemaliger Mitarbeiter, der anonym bleiben will, berichtet: “Viele begreifen das gar nicht schnell genug und schon sind sie in der Schulden – falle.” Die Konsequenz kennt er aus eigener Erfahrung: “Es ist natürlich so, dass man nur noch Produkte mit hohen Provisionen verkauft. Das ist ganz klar. Es wird natürlich versucht, jedem einen geschlossenen Fonds aufzudrücken. Wirklich jedem.”

Und diese Produkte sind hochriskant und in der Regel nicht geeignet für Kleinanleger, das Hauptklientel von Finanzdienstleistern wie dem AWD. Wirtschaftsdetektiv Medard Fuchsgruber beobachtet seit Jahren den AWD und weiß, dass in den Ruin getriebene Kunden keine Einzelfälle sind. “Die Größenordnung ist natürlich schon überwältigend. Kritische Produkte wie den Dreiländerfonds hat der AWD über 10.000 Kunden vermittelt und im Bereich Falk-Fond und Medienfonds sind es Tausende. Es ist eine Masse der Kundschaft, die inzwischen große Probleme hat.” Denn einige dieser ehemaligen Glanzprodukte des AWD sind inzwischen insolvent, das Geld vieler Anleger damit häufig verloren.

Der AWD bestätigte gegenüber Plusminus schriftlich, dass er nach wie vor zur Honorar-Praxis des linearisierten Provisionsvorschusses für seine Handels vertreter steht: “Die von AWD (…) gezahlten linearisierten Provisionsvorschüsse sind eng mit der Vermittlungstätigkeit der Berater für AWD verknüpft.” Weiter heißt es in der Stellungnahme: “Sofern von AWD gezahlte Vorschüsse (…) nicht verdient worden sind, sind diese – wie branchenüblich – von den Beratern des AWD zurückzuzahlen.” Zum Vertrieb geschlossener Fonds an Kleinanleger will der AWD aus datenschutzrechtlichen Gründen keine detaillierten Informationen nennen und verweist auf die bereits lange zurück liegenden Verkaufszeiträume.

Erinnert irgendwie an den großen Billigkoteletthauer im nahen Rheda-Wiedenbrück, der sich auch für “sein” Schalke 04 durchaus als Schnitzel im Toaster rösten lassen würde.

Apropos Hagemann…

symbolcharakter.jpg

Der abgeschabte Opel-Blitz an der Fassade. Der Meister, der an unserem Saab-Cabrio vergebens versuchte, die Ursache für das ständig brennende Innenlicht zu finden (Bis ein Auszubildender in die Betriebsanleitung schaute und den Schalter auf der Mittelkonsole fand). Der neulich lieblos in die Verkaufsräume geschobene Hoffnungsträger Opel Insignia. Die Miniweihnachtsdekoration. Die überdimensionalen Rabattzeichen an den Neuwagenscheiben. Der Zeichen waren viele, wenn man genau hinschaute. In den hiesigen Blättern wird das Drama verwurstet. Und nebendran tönen Bielefelds Innenstadt-Händler nebst BI-Marketer Holtkamp, wie “gut doch das Weihnachtsgeschäft läuft”. Die Leute würden vor allem “Hochwertiges nachfragen”. Klar. Opel, Mercedes, Porsche, BMW, Audi…… Forsa frisiert mal wieder eine Umfrage so, daß angeblich fast 80% der Bundesbürger “keine Einkaufsgutscheine wollen” und das Heidi darf die Vorzeige – und Verblödungsshow des gemeinen Prekariatsfernsehens “Germanies next Toptmodel” mal grad auf Seite 1 promoten. “Tu Glas. Macht das Leben schöner”. Andere Sorgen haben wir nicht. Und vor allem nicht die 107 Mitarbeiter von Hagemann. Die dürfen dann in Bälde das Konkursausfallgeld für “Hochwertiges” ausgeben. Opel z.B. Die Lager sind ja noch voll und Rüsselsheim, Eisenach, Detroit und Saragossa wollen die Kisten sicher nicht zurück.

Rainer zieht auch im “Duckhome” Kreise

Auf “Duckhome” skizziert Jochen Hoff ein zutreffendes Bild unseres grandiosen Bundestags-Helden und Mittotengräbers der SPD:

Rainer Wend – Gelungenes Politikerrecycling

Gestern ploppte die Nachricht hoch, dass Rainer Wend nicht mehr für den Deutschen Bundestag kandidiert, sondern von nun ab ohne das Mäntelchen des Politikers gleich als Vollzeit-Lobbyist für die Deutsche Post tätig sein wird. Natürlich ist er nur tätig. Arbeit wäre etwas Ernsthaftes, er wird lediglich beschäftigt und belohnt. Da sich die zukünftige SPD-Fraktion im Bundestag wohl halbieren lässt, muss nun die Endlagerung wichtiger Spitzenfunktionäre erfolgen. Endlagerung ist ein sehr schönes Stichwort in diesem Zusammenhang. Wend übernimmt bei der Post den Zentralbereich Politik und Nach – haltigkeit. Die Schäden, die Rainer Wend anrichtet, sind mit Sicherheit sehr nachhaltig. Zumindest waren sie es für die deutschen Arbeitnehmer, als er vehement für die Verkürzung der Rente durch Verlängerung der Lebensarbeitszeit argumentierte, wie es einfach nur jemand wie er kann:

Wenn wegen Beibehaltung der Rente die Lohnnebenkosten steigen, würden die Arbeitsplätze in den Call-Centern wegfallen.

So spricht ein echter Sozialdemokrat in der neoliberalen Version 2.1 beta. Die mies bezahlte, häufig illegale Tätigkeit in den Callcentern wollte er schützen. Wend hat aber auch als Lobbyist schon eine komische Note. Zusammen mit seinen Kumpels Peter Danckert, Roland Berger, Ullrich Marseille, Hans-Dietrich Genscher, Günter Rexrodt, Bernd Schiphorst, Hans-Hermann Tiedje und Hans-Erich Bilges operierte er höchst ungewöhnlich als PR- Dienstleister WMP Eurocom für den unseligen Florian Gerster und seine Bundesanstalt für Arbeit. Da hatte es schon eine gewisse Komik, dass Wends Kumpel Schiphorst einen millionenschweren Auftrag des Arbeitsamtes für PR ohne ordentliche Ausschreibung bekam, während Wend nicht nur ihn als Aufsichtsratsmitglied kontrollieren sollte, sondern auch als Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Arbeit für die Kontrolle Florian Gersters zuständig war. Natürlich ist an den seit damals nie verstummten Gerüchten nichts dran. Rainer Wend hat kein Geld bekommen, zumindest wurde nie ernsthaft ermittelt.

Wo nicht ermittelt wird, da besteht auch kein Anfangsverdacht. Es hat auch kein Geschmäckle, wenn sich Politiker vor den PR-Karren spannen lassen. Das ist gut für Deutschland. So können sie die Leute, von denen sie ihr wirkliches Gehalt bekommen, wenigstens ab und an mal unauffällig treffen. Es ist übrigens ein böses Gerücht, dass Wend ebenfalls Zweithosen von Hunzinger bekommen habe. Das war Scharping.

Aber Rainer Wend wusste auch sofort die richtigen Worte in der Affäre Zumwinkel zu finden und offenbarte sie dem erstaunten deutschen Volk mit Inbrunst:

Da geht wieder ein Stück Vertrauen in unsere Eliten verloren.

Das schallende Gelächter, das folgte, war eine Gefahr für die Ohren der Denkenden. Einige bekundeten damals, dass es extrem schwierig sei, gleichzeitig zu kotzen und zu lachen. Aber nun hat der Wend die richtige Wende genommen. Ab ins Geld. Wenn man sich die tollen Zustellungserfolge von DHL ansieht und dass Briefpost nun meist nur noch dreimal wöchentlich zugestellt wird, dann ist Wend bei der Post nicht falsch.

Das sahen wohl auch die Anleger so. Nachdem der Kurs nach Bekanntwerden der Personalie erst um 1,2 Prozent sank, konnte er sich dann doch wieder erholen und der DAX-Entwicklung folgen. Aber heute ist nicht alle Tage. Der Wend wird tun, was er kann. Arme Post, armes Deutschland!

Die Stunde der Hütchenspieler

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Wie recht der Schreiber dieses Leserbriefes in der NW doch hat. Hütchenspiele. Das ist das richtige Wort. Hütchenspiele, perfektioniert von charakterlos-unverantwortlichen Renditegeiern in den Banken, denen ihre Brüder im Geiste, die politischen Hütchenspieler, schließlich wieder das Spielgeld zuschanzen. So lange die breite Masse aber ihre Kreuzlein scheinbar in der Wahlkabine chloroformiert immer wieder an bestimmte Parteien vergeben, ändert sich bestimmt nichts. Auch wenn der eine oder andere Berliner Heroe bald die sehr gut bezahlte Postuniform trägt, es wächst ja nichts Besseres nach. In Bielefeld kann man dann nächstes Jahr bei der Butawahl Schneiders für den nächsten Reichstag ankreuzen oder Brittas. Es ist wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Wer erst mal auf den blauen Stühlchen unter dem Schriftzug “Dem Deutschen Volke” sitzt, vergißt, warum und wofür er da sitzt. Ursprünglich sicher nicht, um die Arbeitslosenstatistiken zu fälschen. Wolfgang “Stasi” S. wird hinnemachen müssen. Die Wut des Volkes wird größer. Und Griechenland zeigt, was passieren kann.

500 Milliarden für die Hütchenspieler und eine vom Bundesverfassungsricht wegen Unfähigkeit der Gesetzemacher kassierte Pendlerpauschale zeigen, wes Geistes Kinder uns regieren. “Das ist ein tolles Konjunkturprogramm, wa?” meinte gestern die verwelkte “Rose der Uckermark”. Ausgeblühte Rosen tut man eigentlich in die grüne Tonne. Weg damit.

Das Brot, das die Schweine kriegen

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Es war dieses “rustikale Landbrot, sehr lecker”, das uns Montagabend im Backshop eines großen Marktes an der Senner Autobahnauffahrt anlachte. “Können Sie das schneiden?”. Ja, sie konnte. “Hält das auch ein wenig?”. Ja. Es sollte halten. So kross wie das aussah. Eingepackt. Mitgenommen nach einer seltsamen Orgie an der Kasse wegen nicht eingepreister Maronen, die jemand vor uns bezahlen wollte. Das Gedöns passte aber zu dem Markt, der verdammt in seinem lecker unaufgeräumten Stil an Karstadt in Mitte erinnert. Heut in der Früh sollte der Jugendliche damit Schulbebrotet werden. Aber von wegen. Laffes, krümeliges Altbrot schaute aus der Tüte. Ja so ist das, wenn man sich vom äußeren Schein beeindrucken läßt und 1,79 Euro zuviel ausgibt. Behaltet Euer Brot. Wir essen ab sofort Kuchen. Ob der Teig aus China kommt?