Verfasst von textexter - Kategorie: Allgemeines und Sonstiges
Er gehört sicher zu den auch im hiesigen Raum am meisten überschätzten deutschen Managern: der flotte Thomas Middelhoff, ehemals Bertelsmann- Chef, dann Karstadt (heute Arcandor)-Lenker. Die Osnabrücker Zeitung widmet ihm ein Abschiedswort angesichts seiner bevorstehenden Demission:
Einflussreiche Frauen sind sein Schicksal: 2002 senkte Liz Mohn bei Bertelsmann ihren Daumen über Thomas Middelhoff, jetzt ist es Madeleine Schickedanz, Großaktionärin des Einzelhandelskonzerns Arcandor. Beide hat der jugendlich-dynamisch wirkende Manager zunächst mit Tatendrang beeindruckt, doch schließlich bitter enttäuscht. Dabei hat Middelhoff im Aufbau neuer Geschäftsfelder sowohl bei dem Medienriesen als auch beim früheren KarstadtQuelle-Konzern durchaus Geschick bewiesen. Das operative Kerngeschäft litt aber jeweils darunter. Arcandor ist nun einmal trotz seines Kunstnamens ein traditionsreicher deutscher Kaufhauskonzern, von dem Solidität erwartet wird. Die dürfte der bei der Telekom sturmerprobte, aber zurückhaltend auftretende künftige Chef Karl-Gerhard Eick eher gewährleisten als sein schillernder Vorgänger, dessen Aktionismus wenig bewirkt hat.
Vielleicht holt der Konzern den Buben aber auch zurück, läßt ihn aus der fast schon fallierten Lycos-Geschichte was Schienengebundenes stricken und dann übernimmt er die bis dahin privatisierte Deutsche Bahn für Bertelsmann. Na, wär das ein schöner Zug?
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