Archiv für den Monat: Dezember 2008

Vorbildliche Preisauszeichnung!

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Endlich ist es soweit!
Rechtzeitig zum Beginn des Jahres 2009 nimmt uns der kundenfreundliche Handel endlich das Kopfrechnen ab und sagt uns klar, was der Spaß in D-Mark kostet.
So ist es richtig, so soll es sein, das ist der richtige Weg: Keine Vertuschungen mehr, sondern ehrliche Ansage.
Das kann der Bürger erwarten, das kann er ertragen, das hat er verdient!

Weiter so! ruft die Altherrenriege.

Die – 5 sieht man so nicht….

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Gestern Abend beim Griechen unseres Vertrauens. Die Ouzos nach dem Souflaki und den Extraportionen Tzatziki, geordert von der schöneren und besseren Hälfte, mundeten und verführten zu einer gewissen Leichtigkeit. „Kommen Sie gut rüber“, wünschte der Mann aus Panatinaikos mit der Lizenz zum Küchensirtaki. Wir kamen gut rüber über die Vornacht zum Jahresende, verhalf doch die ostwestfälische Kaltluft mit erheblichem Minusgrad zu einer gewissen Leichtigkeit des Träumens. Warum ich dann ausgerechnet mit Franz Müntefering eine Fahrt im alten offenen ferngelenkten! Dürkopp den Gehrenberg hoch, Am Bach und dann Obernstraße fuhr und er mir zum Abschied nebst: „Klare Kante, fahren wir doch immer“ eine feuerrote Flasche „SPD. Mit Duft nach vorne“ schenkte, bleibt mir ein Rätsel. Seine Bemerkung: „Die machen se erst auf, wenn ich wech bin“, hatte ich am Endpunkt der Dürkopp-offen-Fahrt auf Höhe „Alex“ Obernstraße überhört. Als ich sie öffnete, roch es gewaltig nach Schwefel-Wasserstoff, also Stinkbombe. Ich erwachte, weil die schönere und bessere Hälfte fragte: „Was hast Du denn wohl für einen seltsamen Traum gehabt. Du sprachst wirr von Müntedürkopp“. Aha.

Ich hoffe, heute Nacht nicht vom Silvester-Podcast der Templiner Rouladenbraterin zu träumen…

Mit dem Westfalen-Blatt wetten

Etwa ein Jahr ist es her, als sich die deutsche Wirtschaft notgedrungen mit dem Gedanken anfreundete, im Jahr 2009 wohl den wunderschönen Titel »Exportweltmeister« an China zu verlieren. Das Reich der Mitte war zu stark geworden. Mit Riesen-Wachstumsschritten von jährlich zehn Prozent sollte es an den westlichen Industriestaaten vorbeiziehen. So hatte es die Welt erwartet. Und jetzt? Die Experten haben sich offenbar getäuscht. So leicht wie bei den Olympischen Spielen in Peking haben es die Chinesen beim globalen Handel nun doch nicht, sich an die Weltspitze zu setzen. Erstens ist
die deutsche Wirtschaft stärker, als es viele Pessimisten dieser Tage meinen. Im Bereich der Umwelttechnologie etwa ist Deutschland weltweit Marktführer. Zweitens geht die weltweite Rezession auch an aufstrebenden Schwellenländern wie China nicht spurlos vorbei. Zwar kann sich Deutschland für den symbolischen Titel »Exportweltmeister« nichts kaufen. Aber er macht Mut und zeigt, wieviel Potenzial das Land aller Unkenrufe zum Trotz weiterhin hat – auch oder gerade in Krisenzeiten. Die gesamte deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des Groß- und Außenhandels im nächsten Jahr um etwa 0,9 Prozent schrumpfen. Damit ist der Verband optimistischer als die Institute, die von einem Minus von etwa zwei Prozent ausgehen. Mal sehen, wo wir Mitte des Jahres stehen.

Wetten wir doch einfach mal mit dem Westfalen-Blatt. Ich sage: Knapp 4 Millionen Arbeitslose in der seit langem schon getürkten Statistik und Minus 3% beim Wiwawachstum. Wer bietet mehr, wer weniger?

Das Verursacherprinzip

Erst fegen, dann feiern. Oder umgekehrt? Die Pressemeldungen der Metropole haben uns das Jahr über begleitet. Klar in der Aussage. Der Ton hart an Hauptmann Köpenicks: „Hamse gejefegt?“:

Alle Jahre wieder werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Umweltbetriebes vor eine besonders arbeitsintensive Aufgabe gestellt: Die Bielefelder Straßen und Grünanlagen müssen von den Überresten der Neujahrsnacht befreit werden. Bereits in den frühen Stunden des neuen Jahres rücken die ersten Kehrmaschinen und mehrere Arbeitsgruppen aus, um die Reste der Feierlichkeiten zu beseitigen. Feuerwerksmüll, Plastikbecher und -flaschen sowie leider auch Glas und Glasscherben zieren in Mengen Straßen und Gehwege, aber auch Grünflächen. Der Umweltbetrieb bittet alle Bielefelderinnen und Bielefelder, ihm unterstützend zur Seite zu stehen und die Überreste der Silvesterfeier zeitnah selbst zu beseitigen, um den Aufwand zu senken. Wer feiert, der kann auch fegen und säubern, meint der Umweltbetrieb. Nach dem Verursacherprinzip sind nicht nur die Gehwege zu reinigen, sondern – bei außergewöhnlichen Verunreinigungen – auch anliegende Straßen. Grünanlagen sind schneller wieder sauber, wenn sich Abfälle, die von der Silvesterknallerei übrig bleiben, nicht erst durch Feuchtigkeit und andere Einwirkungen in kleine Bestandteile auflösen können. Die Abfälle können über die graue Restmülltonne entsorgt werden. Natürlich sollte darauf geachtet werden, dass Böller & Co beim Einwerfen in den Behälter komplett erloschen sind. Glasreste gehören selbstverständlich in die Sammelcontainer, um Menschen, Tiere sowie Auto- und Fahrradreifen nicht zu gefährden.

Was würden unsere Verwaltungsbehörden eigentlich machen, wenn die Bürger die guten, da strafbewehrten Ratschläge einfach mal ad absurdum führen würden?

Feuer. Werk

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Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden im Jahr 2007 40 100 Tonnen Feuerwerkskörper im Wert von 58,3 Millionen Euro nach Deutschland eingeführt. Gegenüber dem Jahr 2006 ist die Einfuhr wertmäßig um 3,2% gestiegen. Hauptlieferland war die Volksrepublik China mit einem Anteil von 98%. Von Januar bis September 2008 wurden 26 000 Tonnen Feuerwerkskörper im Wert von 40,0 Millionen Euro eingeführt. Vom Marktführer Weco hört man derweil, daß ein Großteil der Produktion aus China nach Deutschland zurückverlagert wird. Klar, wo wir in Kürze Chinas Mindeslöhne unterbieten werden……

Ob sich der Umsatz mit Chinaböllern, der bisher auf der Sparrenburg verballert wurde, auf den Kesselbrink verlagert?

Die einfachste Sicht der Dinge

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Erstaunlich, wie relativ unkommentiert in unseren heimischen Blättern die einfache Sicht des Gaza-Konfliktes durch Mecklenburg-Vorpommerns begnadeteste Rouladenbraterin bleibt. Hatten wir diese einfache Sicht nicht erst neulich beim Theater um Georgien, als die vorlaute Plapperin umgehend Georgien in Schutz nahm, die Untersuchungen aber durchaus das kleine garstige Land als Agressor enttarnten? Vielleicht bekommt man bei den Wanderungen durch die Mark Brandenburg aber auch sowas wie einen Tunnelblick und die Welt reduziert sich auf Rouladen für den Präsident Horst.

Erneuter „Bielefeld-Einbau“ in ZDF-Krimi

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Gestern Abend im ZDF („Nehmen Sie die Dritten raus und Sie sehen besser“) gab sich Mariele Millowitsch in einem recht ansehnlichen Krimi „Marie und der Charme des Bösen“ die Ehre. Dat Dingens spielte in Köln und was kam in einem bedeutungsschwangeren Nebensatz vor? „….Bielefeld“. Soweit ich erinnere, was mit Klamotten einer Verwandten. Diese geheimnisvolle Metropole zwischen reißender Lutter, von schlammigen Sagen umwobenem Obersee und den sandigen Heidewüsten der Senne muß wohl die Phantasie deutscher Fernsehdrehbuchschreiber mehr und mehr anregen. Hans-Rudi Holtkamp, laß dir sagen: Die neue deutsche Märchenstraße beginnt hier und jetzt. Ergreift die Chance, macht Bielefeld zur Sagenstadt. Zur sagenhaften Stadt. Heldenspiele auf dem Kesselbrink, nächtliches Burgspuken. Mein Gott, was haben wir für ein Potential hier. Wir könnten jeden TV-Krimi mit dem berühmten Nebensatz ausstatten, in dem „…Bielefeld“ vorkommt.

Das Ende der Welt. Bewacht von Bielefeld.

SPIEGEL-Journailleblödsinn

Wenn du in deinem feuerroten Engländer durch Schwabing kurvst, dann fühlst du, dass du angekommen bist. Du liebst die Straßencafés, die funky Szene, das ganze urbane Flair. In Paderborn gab es so etwas nicht. Du bist total glücklich, jetzt einen tollen Job im Marketing zu haben und genießt das Großstadtleben in vollen Zügen. Manchmal fühlst du dich noch etwas unsicher auf dem glänzenden Münchner Parkett. Du willst von den coolen Szeneleuten nicht für ein trampeliges Provinzveilchen gehalten werden. Auch deshalb hast du den Mini gekauft; er betont, dass du zu den In-People gehörst. In Paderborn fuhren die Leute Opel Vectra. Wenn du in deinem sexy Cooper sitzt, mit Starbucks-Latte im Cupholder und der Gucci-Brille im Haar, dann bist du die Königin der Leopoldstraße. Voll krass, der Blödsinn, den die heutigen SPIEGEL- Schreiberlein da verzapfen. Wer sowohl MUC als auch PB kennt weiß, daß es heute eben nicht mehr so ist. Aber das kommt gut unter der Kategorie:

– Die Blechlawine rollt
– Umweltkatastrophe naht, ja schon da
– Heidi Klu….. Unser Weltstar
– Merkel. Mächtigste Frau der Welt

Muaaaaaaaaaarggghhhh. Was für ein unbedarfter Schwachsinn darf die Tasten der Notebooks auch beim gleichgeschalteten SPIEGEL drücken? Leute wie Augstein und Nannen rotieren in ihren letzten Ruhestätten. So war das mal nicht gedacht. Aber seit die unseelige Mohnsaat auch SPIEGEL, stern etc. journalistisch verunkrautet hat, ist das an der Tagesordung.

Zwischen den Jahren

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Kleinflußlandschaft im Bielefelder Speckgürtel. Frostig angehaucht.

„Zwischen den Jahren“. Seltsame Redewendung. Die „Netzeitung“ schreibt dazu Näheres. Und wir? Verbinden damit Ruhe, Gelassenheit, Abstand, weniger Hektik. Und was ist stattdessen? Ein wichtiger Mensch bricht sich im Wiinterurlaub in der Schweiz ein Bein und fällt länger aus. Anstehende Messen benötigen mehr Vorbereitung als gedacht. Korrekturen, die schon längst erledigt gewähnt, kommen nochmals auf den Tisch.

So ist das „Zwischen den Jahren“. Weniger Deppige arbeiten nicht. Sie fahren oder sind im Winterurlaub. Wo allerdings Beinbrüche drohen.

Nochn bißchen Hirn?

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Jaja. Die Weihnachtslektüre. Diesmal „Hirn ist aus“ vom ZDF-„Anstaltskabarettisten“ Urban Priol. Darin finden sich gar köstliche Sätze zur deutschen Befindlichkeit und insbesondere zur Superköchin aus der Uckermark. Die mit den präsidial vom Bundeshorst so gelobten Rezepten für Rouladen („Tiefschwarz und angebrannt“). Da aber „Hirn aus“ ist, schaffe ich eine komplette Rezension noch nicht und schließe mit Marcel Reich-Ranicki „…und alle Fragen bleiben offen“. Basta.

Beim Graben im Stollen

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Unter den Pretiosen, die uns an Weihnachten dargebracht wurden, befand sich auch ein durchaus veritabler Christstollen von Meister Kraume. Erworben auf der Stapenhorster Straße. Ob es Bielefelds bestes Produkt dieser windelförmigen Art ist, wissen wir nicht. Der Überbringer meinte „ja“. Als seit nahezu Jesussens Zeiten hier Ansässiger trauen wir aber seinem Urteil und selbst die schönere und bessere Hälfte grub mit spitzem Gabelzinken im luftig-fluffigen Weihnachtsgebäck. Entgegen sonstiger Stollengewohnheiten.

Verbraucher haben Nase voll von Krisengeschwafel

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Es ist doch wirklich ein Kreuz mit diesem deutschen Konsumentenvolk. Da hatte die „wunderbare Köchin aus der Uckermark“ (Gesteuerter PR-0-Ton „Bundes-Horst“ über die Kochkünste der Datschenbewohnerin aus Templin, aka Regierungschefin) vor einigen paar Tagen so wundervoll mundwinkel –
hängend „völlig schwarze Zeiten“ für 2009 herbeigerufen und die bezahlten Mietmäuler der Institute fielen vollmundig – Professor (Un)Sinn vorneweg – gegenseitig beim Kassandradrieren ob der Rezession sich übertreffend übereinander her. Stündlich wird die Lage schlimmer. Holzmedien, TV und Radio geben sich gegenseitig die Kante. Gegenwärtig sind wir bei der „schlimmsten Rezession seit Jesus“. Weitere Steigerungen möglich.

Und was tut der dämliche Verbraucher? Macht hochnäsig „Pfftt“ und kauft einfach weiter. Eiderdaus. Sowas aber auch. Jahrelang wurde ihm, dem Verbraucher, „Geiz ist geil“ von einer ebenso bescheuerten wie matten Hamburger Agentur eingebläut und jetzt kauft er einfach. Er kauft! Und das in einer solchen Krise. Wo kommen wir denn dahin. Ich bin entsetzt. Wir kaufen nämlich auch wie immer und scheren uns einen Dreck über das dumme, dämliche Lemmingsgeschwafel mit Angela M. der 1. an der Spitze und SPIEGEL als willfährigem Krisenwasserstandsmelder.

Kann aber auch sein, daß unsere Damen und Herren Politiker nun von dem eingeholt werden, was sie das ganze Jahr über praktizieren: Lügen, betrügen, tricksen, Märchen erzählen,. Der Zeitpunkt scheint gekommen, nichts mehr zu glauben. Wer vor Wahlen die Mehrwertsteuererhöhung ausschließt nicht und dann doch mit Linken paktieren will und sich ansonsten auch an nichts hält, was er tags zuvor gesagt hat, der hat sämtliche Boni verspielt.

Minus 2

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Väterchen Frost zeigt dem Klimawandel dann doch mal Nachweihnachtlich, was eine Harke ist. Minus 2 und zugefrorene Pfützen. Der feige Schnee läßt sich aber nicht sehen. Der fällt lieber anderswo als in OWL.

Treibjagd

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Also, die mit den roten Überziehern brüllen und treiben. Der Grüne läßt zutreiben und ballert. Einen winzigen Augenblick habe ich mir an der Grenze zum Kreis Gütersloh vorgestellt, die Roten wären Politiker, Banker, Hedgeföndler und andere Gauner. Aber wirklich nur den Hauch eines Momentes. Wir brauchen doch die korrumpierbare „Elite“. Von wem sollten wir uns sonst bescheissen lassen.

Amazon.de: + 37%

„Verhalten optimistisch“ ist der stationäre Handel. Versucht, das Weihnachgeschäftergebnis schön zu reden. Derweil vermeldet der online-Händler Amazon für den Spitzentag 15. Dezember ein Plus von 37% = gesamt 1,2 Millionen Bestellungen gegenüber 2007. Wenn ich Handel wäre, würde ich mir mal 2009 tiefergehende Gedanken machen, warum man Bücher, Notebooks und so weiter lieber in Ruhe online bestellt als in vielen Läden Ellenbogen und innerlich randalierende, da schlecht bezahlte VerkäuferInnen zu ertragen. Einkaufserlebnis ist weder das noch das.

Hamse schon Grippe genommen?

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Na, haben Sie schon Ihre Grippe genommen? Kommt noch. Um mich herum schniefts, rotzt, hustet und grippt es, daß es eine wahre Freude ist. Noch kann ich mit hauseigenen Bordmitteln dagegen halten. Wie lange noch, steht aber schon im Raum.

„Schießt ihn mit auf den Mond“

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Einer, der den jetzigen CDU-Generalsekratär Po falla an Einfältigkeit und dummem Geschwafel wohl noch toppt, ist der ehemalige Generalsekretär Peter Hintze. Seine „Rote Socken“-Kampagne zur Wahl 1994 ist unvergessen und ein Musterbeispiel, welch Beklopptheit in politischen Kreisen herrscht. Jetzt hat der Typ wieder einen rausgehauen und die NW hats brav aufgefangen. Es sei „konjunkturfördernd“, 350 Millionen auszugeben, um den Mond zu kartieren. Sprich, Steuergelder per Mondmission ins All zu schießen. Wie gesagt, bei dem Kerl hat man immer das Gefühl, es stünde jemand mit weißer Zwangsjacke nicht weit weg. Hintze ist „Koordinator der Bundesregierung für Luft – und Raumfahrt“. Ach ja. Einfach mit einladen und hochschießen. Aber die Rakete wäre sowas von überfüllt.

„Ein Mann räumt auf“? Da kichern ja die Gütersloher Hühner

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Wie herrlich naiv die NW Bielefeld doch heute das große Halali beim Gütersloher Medienkraken kommentiert. „Ein Mann räumt auf“. Selten haben die Hühner im Kreis Gütersloh so gelacht. Das bringt auch nur die NW ein paar Millimeter unter der Gefälligkeitsgrasnarbe fertig. Was beim äußerst unsympathischen Großkonzern im Straßendorf abgeht, ist sowas wie das „letzte Halali“. Da kommen Dinge zutage, die man sonst gerne unter der gemeinnützigen, von Steuergeldern und devoten Politikern a la Merkel, Scholz und Wendt finanzierten und geförderten Oberfläche hält. Jochen Hoff vom Blog „Duckhome“ drückt es gewohnt drastisch aus:

Was Dr. Bernd Kundrun, Mitglied im Vorstand der Bertelsmann AG und Vorstandsvorsitzender von Gruner + Jahr der Familie Mohn und dem Bertelsmannkonzern da krachend unter den Weihnachtsbaum warf, ist nicht unbedingt als Geschenk zu verstehen. Es ist eher das Gegenteil. Er warf ihnen seinen Vorstandsposten bei Bertelsmann vor die Füße. Das ist das Ende einer schon länger andauernden Entwicklung. Folgt man der Gerüchteküche, hatte Kundrun einfach die Schnauze davon voll, alle Gewinne der Gruner + Jahr-Gruppe der Familie Mohn in den unersättlichen Hals zu werfen und praktisch nichts für die Entwicklung seiner Gruppe zurückzubekommen. Gerade jetzt, wo er an allen Ecken und Enden sparen muss, weil ihm die Anzeigenkunden wegbrechen, hatte er auf Konzernmittel gehofft.

Und weiter unten:

Besonders apart ist das im Fall Gruner + Jahr, weil der ja über seine nun überflüssigen Wirtschaftsblättchen – und auch sonst in jeder Druckzeile – praktisch nur Lob für die neoliberalen und wirtschaftsfaschistischen Ziele der Famile Mohn gemacht hat. Der Verlag hat die Krise, in der er nun steckt, sich selbst redlich herbeigeschrieben. Wie immer im neoliberalen Umfeld ist das so lange gut, bis es nichts mehr nutzt. Der Mohr Kundrun hat seine Pflicht getan, der kann nun gehen. Mohn/Bertelsmann wird bald auch anfangen, in der Stiftung auszudünnen. Die Ziele sind erreicht; mit dem neuen Arbeitsgesetz und ein paar anderen Gesetzen ist Mohn praktisch Deutschland. Da kann das Geld sinnvoller ausgegeben werden. Allerdings passiert zur Zeit Unerhörtes. Die Menschen machen sich ihre Medien selber. Anstatt sich von den Mohns, der Springer oder den sonstigen Zeitungszaren belügen zu lassen, flüchten immer mehr Bürger ins Internet und vergleichen die Berichterstattung. Bilden sich eine eigene Meinung. Selbst Leute, die früher als Bildungsbürger noch mindestens eine Zeitung für jeden Tag hatten, geben immer mehr auf. Statt am Abend alte Lügen vom Vortag zu lesen, macht es mehr Sinn, sich bei Diensten wie Net News Global oder infokrieg.tv zu informieren, über die Google News zu gehen oder eine eigene Auswahl an Blogs zu haben. Die Leser, die die Totholzbranche jetzt verliert, sind dauerhaft verloren.

Richtig. Die gleichgeschalteten wohlfährigen Inhalte von Stern, Spiegel usw. gehen den Leuten auf den Keks. Sie erkennen die Absicht der Gütersloher Traktatdrucker dahinter, die Menschheit mit ihrer Lebensweisheit zu beglücken. Wie beschissen und nur auf den eigenen Profit ausgerichtet die allerdings ist, geht immer mehr Mitbürgern auf. Samstag/Sonntag 24./25. Januar 2009 wird es im bigotten Straßendorf direkt neben uns die „4. Bertelsmannkritische Tagung“ geben. Material findet sich hier. Zeit, klar zu erkennen, was hinter der karierthemdigen Biedermannsmaske des kleinen Mannes vom Steinhagener Bauernhof steckt. Mohnblumen sind rot, können aber als Samen auch verheerend berauschende und zerstörende Wirkung haben. Reinhard hat ein ganzes Feld davon.

Wohin mit den Tannenbäumen?

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Sowas sollten Sie vorher vom Baum entfernen…..

Auch im neuen Jahr fährt der Umweltbetrieb wieder von zahlreichen Sammelplätzen im gesamten Stadtgebiet die Weihnachtsbäume ab. Bis einschließlich Mittwoch, 7. Januar 2009, können Bielefelder Bürgerinnen und Bürger ihre ausgedienten Weihnachtsbäume kostenfrei zu den Sammelstellen bringen. Der Umweltbetrieb bittet um ein geordnetes Ablegen der Bäume, um Störungen und Behinderungen der Anwohner und Passanten zu vermeiden. Wie gewohnt können die Weihnachtsbäume auch bei den Wertstoffhöfen des Umweltbetriebes angeliefert werden. Bis zum 7. Januar 2009 ist die Abgabe von Weihnachtsbäumen kostenlos, danach ist – wie bei der Anlieferung von Strauch- und Baumschnitt – das übliche Entgelt von zehn Euro pro Kubikmeter zu zahlen. Entsprechend zerkleinert kann der Baum übrigens auch über die Biotonne entsorgt werden. Egal, wie der Weihnachtsbaum entsorgt wird: Der Baumschmuck muss komplett entfernt werden, denn die Tannenbäume werden kompostiert beziehungsweise weiterverwertet. Lametta und andere Verzierungen würden hier stören.

„Die lieben, guten Westfalen“

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Dramatischer Dezemberabendhimmel über dem Südwesten

Dicht hinter Hagen ward es Nacht,
Und ich fühlte in den Gedärmen
Ein seltsames Frösteln. Ich konnte mich erst
Zu Unna, im Wirtshaus, erwärmen.

Ein hübsches Mädchen fand ich dort,
Die schenkte mir freundlich den Punsch ein;
Wie gelbe Seide das Lockenhaar,
Die Augen sanft wie Mondschein.

Den lispelnd westfälischen Akzent
Vernahm ich mit Wollust wieder.

Viel süsse Erinnerung dampfte der Punsch,
Ich dachte der lieben Brüder,

Der lieben Westfalen, womit ich so oft
In Göttingen getrunken,

Bis wir gerührt einander ans Herz
Und unter die Tische gesunken!

Ich habe sie immer so liebgehabt,
Die lieben, guten Westfalen,
Ein Volk, so fest, so sicher, so treu,
Ganz ohne Gleissen und Prahlen.

Wie standen sie prächtig auf der Mensur
Mit ihren Löwenherzen!
Es fielen so grade, so ehrlich gemeint,
Die Quarten und die Terzen.

Sie fechten gut, sie trinken gut,
Und wenn sie die Hand dir reichen
Zum Freundschaftsbündnis, dann weinen sie;
Sind sentimentale Eichen.

Der Himmel erhalte dich, wackres Volk,
Er segne deine Staaten,
Bewahre dich vor Krieg und Ruhm,
Vor Helden und Heldentaten.

Er schenke deinen Söhnen stets
Ein sehr gelindes Examen,
Und deine Töchter bringe er hübsch
Unter die Haube – Amen!

Heinrich Heine/Caput X: „Deutschland. Ein Wintermärchen“

Na, schön beschoren worden?

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Der Weihnachtsmann brachte dem jungen Mann reichlich. Vor allem Rollbares in Gartengröße. Mehdorn hätte seine Freude daran. Nun bereiten wir uns aber mal auf das Finale am 31.12. vor. Danach trifft dann ein, was die Kassandra aus Berlin-Mitte uns säuselte.

Die Erwachsenen delektierten sich an 4,6 Kilo hessischem Partyschinken, dazu „bunter“ Kartoffelsalat. Ein wenig Foodporn muß eben auch zu Weihnachten sein. Bitteschön:

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Ach, den Baum tätens auch noch gerne sehen? Gehen Sie doch einfach in den Wald. Täte Ihrer Linie gut und Sie verdauen den Schinkenbraten. Sieht ohnehin wenig weihnachtlich aus an diesem relativ warmen 1. Weihnachtstag:

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Weihnachtskonzert am heiligen Abend

Sehr überrascht waren wir am 24. Dezember über ein Weihnachtsständchen einer Chorgemeinschaft, die uns bisher nicht durch ihren Gesang aufgefallen war.

Die Wölfe im Tierpark Olderdissen heulten wunderschön am Nachmittag, nach einer Vorgabe eines mir unbekannten menschlichen Vorsängers, auf der anderen Seite des Zaunes.

Kraftvolle Töne, in sich stimmig, ohne Schnörkel und Geradeheraus.  Es war ein wunderschönes mehr minütiges Konzert . Also Stimmungsvoller kann Weihnachten gar nicht beginnen.

Und mir wird bewusst. Es gibt einen neuen Chor in Bielefeld. Den Chor der Wölfe.

Neues über die Gründung der Stadt Bielefeld ;-)

HIER SPRICHTER DICHTER
Ihre Stadt (5)

Vor vielen hundert Jahren schon,
da sprach ein Mann zu seinem Sohn:
„Ich hab das Leben, ach! so satt;
wohlan, wir gründen eine Stadt!“

Der Sohn war wie der Vater toll
vor Menschenhass und Lebensgroll
und sprach: „Sie soll auf Erden
ganz einzigartig werden!“

So bauten sie. Bald war vollbracht,
was Ekel, Zorn und Wut erdacht.
Und also kam auf diese Welt
der Teufel namens Bielefeld.

Thomas Gsella

Krise? Krise! Schwafelkrise.

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Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber ich kann das ganze Geschwafel nicht mehr hören, sehen und lesen. Da ergehen sich die „Wirtschaftsweisen aus dem Morgenland“ in sich minütlich überschlagenden Katastrophenmeldungen, werden Arbeitsplatzabbauten verkündet, läßt die VW-Bank schon mal den Autobestand des fallierten Händlers gegenüber der Seidenstickerhalle räumen und dann das: Ein Menschenmassenbild. Massen, die sich durch die Bielefelder Niedernstraße schieben. Jubel über Umsätze, Gesundbetung des gestrigen, heutigen und morgigen letzten Einkaufstages vor dem Heiligen Abend. Ach ne, ne, ne. Wie im Steckrübenwinter 46 auf 47. Geht mich weg. Ab 24. mittags ist Schluß damit. Dann steht die Tanne. Wird geschmückt und ab 14 Uhr kommt der Riesenschinken in den Ofen. Wenn dann gegen 17 Uhr die Geschenke mit zittrigen Händen von ihrem Glitzerpapier befreit sind, wird sich zeigen, ob wir 2008 gegen den Trend, mit dem Trend oder ganz anders gekauft haben. Die Coiffeuse meines Vertrauens sagte jedenfalls gestern: „Ja, 2008 wird definitiv schlechter bei uns. Die Leute haben weniger Haare gelassen“. Klare Ansage. Wenn die Leute weniger Haare beim Friseur lassen, sind die Zeiten schlechter.

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PS: Letztes Wochenende in Berlin. KaDeWe. Noch nie habe ich derartige Massen an „Sale“-Schildern an den Waren des Einkaufstempels am Wittenbergplatz gesehen. Noch nie.

Wo die Bücher wohnen

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Die Buchhandlung colibri in Quelle. Kauft ja schließlich nicht jeder seine Weihnachtsbücher bei amazon.

Wer sich für die Geschichte des an das gewaltige Massiv des Hünenberges mit der Hünenburg geschmiegte Dörfchen – heute Stadtteil von Brackwede – interessiert, kann hier auch alte Postkarten gucken. Früher, als Toni Sailer hier noch den Slalom um den begehrten „Cup de Lappenpickert“ fuhr, gab es auch noch Bergführer. Die sind aber alle ausgestorben, weil keiner den Kampf um die tückische Nordwand überlebte. Die später angelegte Diretissima von Werther her erledigte den Rest. Peter August Böckstiegel, Werthers malender größter Sohn, verewigte die Bergkämpfer in einem bis heute unentdeckten Kolossalgemälde „Bergschuhe am Abhang“.

Final cut

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Frauen haben ja zum Coiffeur/euse ihres Vertrauens ein ganz anderes Verhältnis als wir Männer. Das gekonnte Kürzen des Haupthaares ist doch wohl eher eine langweilig-unerotische Angelegenheit, selbst wenn es eine durchaus unterhaltsame und anschaubare Könnerin ihres Fachs übernimmt. Ein „Muß“. Mehr nicht. Bei Frauen hingegen löst das Kneten, Kürzen, Färben der Pracht wohl eher anderes aus. Egal. Heute Abend bin ich „dran“. Der schöneren und besseren Hälfte zuliebe. Und überhaupt, weil bald Weihnachten ist. Begleitet mich einfach in diese zwanzig Minuten des Abends.