In ihrem Jubliäumsjahr zum 20 jährigen Bestehen präsentierenen die Seltaebs ihre absolut abgedrehte Show irgendwo zwischen kontrolliertem Chaos und wohlklingenden Cover-Versionen von AC/DC über Robbie Williams und Celine Dion, bis hin zu The Clash, Billy Idol und Fischer Z. Der Balanceakt zwischen „Aua Aua“ und „Super!“ ist durchgehend spannend und sorgt für samtige Weihnachtsstimmung mit Erlebnisgarantie.
Eine der letzten Bastionen für gestrandete, hoffnungslose Existenzen ging nach tausend Jahren Regentschaft zu Ende.
Leise, unauffällig und ohne Bescheid zu sagen, denn wenigstens die Homepage der kleinen Eckkneipe mit Traditionswurzeln im Bielefelder Westen hält sich eisern und tut so als wär nix. Weiß wohl noch nichts von der Übernahme durch das Establishment.
Das hat jetzt einen Namen zum neuen Gesicht bekommen: KONSULAT.
Nach wochenlangen Umbauarbeiten beginnt nun wohl eine neue Ära an der Siegfriedstraße. Der Versuch, aus dem gammeligen Haus am Eck was Ansehnliches zu basteln nimmt so langsam Formen an. Außer einiger (immer noch ziemlich speckig-gilber) Fassadenüberreste, sieht das neue Kleid bis jetzt doch ganz gut aus.
Das Interieur lässt sich, dank neu eingesetzter grooooßer Fenster, auch schon erspähen.
Schön, schön, schön.
Alles so hell und nett da.
Gar nichts erinnert mehr an das versiffte Loch, das da vor kurzem noch stand. In das regelmäßig donnerstags (und eigentlich auch irgendwann an allen Wochentagen) die Studenten-Horden und einsamen Säufer-Seelen aller Himmelsrichtungen Bielefelds pilgerten, um sich ordentlich abzuschießen und gegen 8 Uhr morgens (oder später) auf der Straße weiterzumachen.
Aber…das Sounds war auch ein Sinnbild für Bielefeld…(so, das könnte man jetzt eigentlich so stehen lassen…)
Das Sounds war ein fester Bestandteil vom Bielefelder Westen und hatte mal, auf eine besondere Art und Weise, wirklich Stil. Und Mittwochs wirklich köstliche Burger! Im Sounds sah man schon weltliche Prominenz aus TV und Musik. Saß mit ihnen Tisch an Tisch, und es war als wären sie wie Du und ich…
Ja, ja, so was gabs nur im Sounds. Es war schön, und manchmal hat es sogar Spaß gemacht…
Tja, jeder Spaß hat mal ein Ende. Das dachten sich dann wohl auch die Betreiber, und machten aus der lauschigen Kneipe kurz vor´m Siggi etwas… Anderes…
Das hat nicht funktioniert.
Welche gewichtigen Gründe sonst noch zum Untergang des Eckkneipen-Titans führten, lässt sich für ehemalige Besucher relativ leicht erahnen, soll aber an dieser Stelle nicht weiter beachtet werden…
Denn:
Das KONSULAT ist jetzt da.
Es tritt kein leichtes Erbe an, hier im elitären Bielefelder Westen.
Der uns allen in der Metropole ja äußerst bekannte BLÖD-Chefredaktor Kai Diekmann kann zwar weder besonders gut formulieren noch ist sein täglicher Gossenkram sehr weit vom nächsten Abwasserkanal entfernt, aber dafür ist er grandios im Umsetzen von Ideen, die man eines schlechten Tages in weitere bundesweite Überwachungsmaschinerien für Stasi 2.0 Wolfgang S. ummünzen kann. Mercedes Bunz beschreibt im Berliner “Tagesspiegel”, was Geelhaar-Kai da wieder auf der Pfanne hat:
Am 4. Dezember bringt die Handelskette Lidl eine Leserreporterkamera auf den Markt und zwar in Zusammenarbeit mit ihrem Gspusi „Bild“, also mit jener Zeitung, die komischerweise nicht über die Überwachung der Lidl-Mitarbeiter berichtete. Für relativ günstige 70 Euro. Dafür ist man dann an Bild gekoppelt: Wenn man das Gerät an seinen Rechner anschließt, öffnet sich ein Programm, mit dem die Filme direkt an das Online-Portal Bild.de geschickt werden können. Fies. Und irgendwie clever. Allerdings nicht neu: Geklaut hat Kai Diekmann die Idee bei Flip, einer kleinen, schnuckeligen Plastikkamera, die in Amerika in den großen Ketten vertrieben wird und die, an den Computer angeschlossen, ihr Material direkt zu Youtube hoch schießt. Elegant, einfach zu bedienen und also gut.
Verraten hat Diekmann diesen Trick ausgerechnet der Journalismus Professor Jeff Jarvis, der in New York an der Graduate School of Journalism unterrichtet und das Medienkritik-Blog Buzzmachine betreibt. Er setzte Diekmann diesen Floh ins Ohr, als er ihm vor einem knappen Jahr in Davos mit dem Prinzip von Flip bekannt machte. Mehr noch, Jeff Jarvis hat das Ganze sogar aufgenommen, mit der Flip natürlich, und dann auf Youtube hochgeladen und darüber berichtet - und zwar hier. Ob er dem Journalismus damit wirklich einen Gefallen getan hat, ist jedoch noch die Frage.
Solche Ideen hat einer, der zwar schwer einen an der Klatsche hat, aber ganz genau weiß, was er tut. Die welke “Rose der Uckermark” wird es ihm danken. Ihm, dem servil-devoten Diener seiner Friede, Liz und Angela. Dann tätscheln sie den lieben Buben wieder beim Kaffee in Tante Angelas Kanzlerzimmer mit dem guten geblümten Geschirr aus Kahla/Thüringen. Das erinnert Angela immer an ihre wahre Heimat: Hinter den Bergen, bei den sieben Zwergen. Ein paar von den Zwergen haben die Wende überlebt: Der Egon Krenz zum Beispiel. Ihren ehemaligen Chef von der FDJ könnte sie jetzt eigentlich mal heim ins Reich, äh, in die Union holen. Die ganzen Blockflöten aus DDR-Zeiten haben sich ja wunderbar aklimatisiert. Darüber wird Kai D,. ganz bestimmt sehr wohlwollend schreiben. “Auferstanden aus Rosinen und der Zukunft zugewandt….”
Wenn etwas der Inbegriff des Ramschens ist, dann sinds die KiK-Läden in der Metropole. Hunderte von Rundständern im von Billigstlöhnern bewachten Laden, etliche außerhalb der Schaufenster. Wühlware, billigster Schund. Zusammengeschustert von Menschen in Bangladesch, die mit 30 bis 50 Euro im Monat nach Hause gehen. Die “Kampagne für saubere Kleidung” zeigt in der obigen Grafik, das die Lohnkosten lediglich 1% ausmachen. ” Gewinne und Kosten dieser unsäglichen Einzelhandelsform liegen aber bei 50%. Eine entsprechende Politik ist der beste Promoter: “Haste nichts, kannste nichts, kaufste billigst”. Kleidung clever kaufen und Klick. Bei Marie Antoinette durften die Armen wenigstens noch Kuchen essen, wenn es kein Brot gab.
Die Lidl-Gruppe tut offiziell entsetzt und “will das strengstens prüfen”. Hahahahahahahaha. In den Neckersulmer Hallen der Kette hub grad ein gewaltiges Lachen an, das man über den Neckar bis na Stuagart hören konnte.
An manchen Ecken ist die geduckt unter der Sparrenburg liegende Metropole schon noch ganz schön ländlich. Da haben die Kälber Röntgenaugen wie hier in Hoberge-Uerentrup.
Wenn der Nobelpreis für Medizin 2008 am 10. Dezember in Stockholm an den deutschen Wissenschaftler Harald zur Hausen überreicht wird, sitzt der Bielefelder Gesundheitsexperte Ansgar Gerhardus mit einer Gruppe Kollegen in seinem Studierzimmer und macht sich so seine Gedanken. Nicht, weil er Kollege zur Hausen den Nobelpreis mißgönnen würde, den der für die Entdeckung von zwei Virustypen, die Gebär - mutterhalskrebs auslösen, bekommt. Es geht um die perfide, mit gewaltigem Geld - und emotionalen Druck erzeugendem Einsatz der von der Pharma - industrie gepushten Impfung. Motto: “Kein Mädchen mehr ohne Impfung”. Dazu besorgte - natürlich von Film - und Fernsehen bekannte - Müttergesichter, barmende Stimmen und der ständige Druck. Alles erweckt den Eindruck, “Wer sich nicht impfen läßt, stirbt ganz sicher an Krebs. Gebärmuterhalskrebs”.
Ich habe lange Zeit mit der Pharmaindustrie, ihren Verbänden und der einschlägigen PR-Maschinerie zu tun gehabt. Mir erzählt man da insofern nichts Neues, als jetzt ans Licht der Öffentlichkeit kommt, mit welch perfiden Methoden, Mauscheleien und Verkrustungen wie Verknüpfungen von Wissenschaft, Genehmigungsinstanzen, Ärzten und Herstellern da gearbeitet wird. Es geht um nichts anderes, als “jede Menge Kohle”. Dem Lobbyistensystem in einem völlig indiskutablen, da korrupten, Gesundheitssystem ist kein Mittel unrecht, das dazu führt, Mädchen, Mütter und wohl auch Väter derart zu verunsichern, daß sie nicht anders können, als “impfen zu lassen”.
Die “Süddeutsche Zeitung” schrieb dazu gestern:
Die Daten aus Studien stünden “in deutlichem Widerspruch zu vielen sehr optimistischen Verlautbarungen”. Zu den Unterzeichnern gehören so namhafte Fachleute wie Martina Dören von der Berliner Charité, Ingrid Mühlhauser von der Universität Hamburg und Wolf-Dieter Ludwig von der Arzneimittel - kommission der deutschen Ärzteschaft. Mit Rolf Rosenbrock und Ferdinand Gerlach sind auch zwei Mitglieder des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen dabei. “Wir wissen noch nicht, ob diese Impfung Nutzen stiftet, trotzdem wird sie massenhaft eingesetzt”, sagt Norbert Schmacke, Gesundheitswissenschaftler an der Universität Bremen. “Das ist zu früh.”
Die 13 (Anm.: Wissenschaftler, darunter Ansgar Gerhardus) haben ein klares Ziel: Die Ständige Impfkommission (Stiko) müsse ihre Entscheidung überdenken, mit der sie im März 2007 - so schnell wie nie zuvor bei einem neuen Impfstoff - die Impfung für alle Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren empfahl. Damit zwang die Stiko letztlich die Krankenkassen zur Erstattung und löste eine Kostenexplosion aus: Einer der beiden Impfstoffe war 2007 die umsatzstärkste Arznei in Deutschland.
Das Manifest der 13 Wissenschaftler, das die Wirksamkeit des Impfstoffes “Gardasil” (Hersteller Sanofil) findet sich auf der Website der medizinischen Fakultät der Uni Bielefeld.
Die Impfung von Mädchen zwischen 12 bis 17 Jahren gegen HPV-Viren kostet 400 Euro. Da ist es für die Pharamindustrie richtig lohnend, ihre perfiden und charakterlosen Methoden in aller Breite einzusetzen. Dazu gehören eben auch Angst machende Spots und Infiomaterial, das nur den einen Schluß0 zukläßpt: “Ohne Impfung geht das Leben bald nicht weiter”. So macht man Lobbyarbeit in der Gesundheitsindustrie. Wobei das Wortanhängsel “Industrie” bereits alles sagt. Nicht “Menschlichkeit und Hilfe” sind wichtig sondern “Industrie, Rendite und Kohle”. Blöd, daß ausgerechnet Ratiopharm- “Helfer” Merckle kürzlich durch ebenso pikante wie dämliche Finanzzockereien auffiel. Der Milliardärs-Bube verdient einfach zuviel Kohle mit nachgemachten Arzneimitteln.
Deutschland überrascht mit immer höheren Zahlen bei den Vorschlägen zur Bekämpfung der Piraterie vor Ostafrika. 1400 deutsche Soldaten und 500 Schiffe vieler Nationen seien notwendig, heißt es aus Berlin und Potsdam. Verteidigungsminister Franz Josef Jung soll sogar die Einschiffung
von Marineangehörigen auf Frachtern unter deutscher Flagge vorgeschlagen haben. Und vom Einsatzführungskommando vor den Toren der Bundeshauptstadt werden Konzepte gestreut, wonach der bislang geplante multinationale Verband aus drei bis vier Fregatten plus Begleitbooten kaum etwas auszurichten vermag. In der Tat können Kriegsschiffe nur in Radien von vielleicht 30 Meilen den schnellen Zugriff der Kaperer unterbinden. Vor 3000 Kilometern Küsten allein des Nicht-Staates Somalia, der schon lange nicht mehr über eine eigene Marine verfügt, ist selbst mit einem noch so »robusten Mandat« etwas auszurichten. Allein die Masse macht’s. Schon der Überfall auf den saudischen Supertanker Sirius Star erfolgte 800 Seemeilen vom üblichen Operationsgebiet entfernt vor Tansania. Und wer sagt eigentlich, dass andere Weltmeere wirklich sicherer sind? Langsam schwant der westlichen Welt, dass ihre Versorgungsadern angreifbarer sind als bislang geglaubt. Längst gibt es Szenarien der Sicherheitsdienste, in denen zu allem entschlossene Selbstmordtäter explosive Fracht direkt auf Manhattan, Hongkong oder andere Metropolen zusteuern. Eines haben die deutschen Zahlenspiele bereits bewirkt. Sie haben den Blick abgelenkt von jener erbärmlichen Zuständigkeitsdebatte, wonach deutsche Marinesoldaten eigentlich gar nichts dürfen, geschweige denn schießen, wenn es ernst wird. Das jüngst praktizierte Piraten-Erschrecken mit großen Hubschraubern wird sich schon bald als zahnloses Manöver harmloser Deutscher in den einschlägigen Kreisen herumsprechen. Die von Jung ins Spiel gebrachte hohe Kopfzahl von 1400 Soldaten zeugt im übrigen von einer im Kosovo bereits erfolgreich angewandten Praxis. Dort durften bis zu 8500 Soldaten eingesetzt werden, ohne dass man jedes Mal das Parlament um eine Erhöhung anrufen musste. Tatsächlich waren dort niemals mehr als gut 6000 deutsche Soldaten zeitgleich eingesetzt. Auch rechnet Jung pro Fregatte mit 500 Mann, obwohl die Besatzung bei 220 liegt. Er hat die Ablösung gleich mit
eingerechnet. Deutschlands Zahlenspiele sollen aber noch etwas signalisieren. Wer sich am Horn von Afrika und auf den Weltmeeren stark macht, muss
weniger Bodensoldaten nach Afghanistan schicken, könnte das Kalkül lauten. Denn schon haben US-Militärs eine Aufstockung der Schutztruppe am Hindukusch um 20 000 angemahnt, selbst aber nur 5000 Soldaten in Aussicht gestellt. Barack Obama könnte im Frühjahr seinen Worten aus dem August Forderungen folgen lassen und »größere Beiträge« Europas anmahnen. Dem baut Deutschland vor. Besser Piraten als El Kaida jagen.
So weit das Westfalen-Blatt Bielefeld in einem Kommentar. Ein in Augustdorf vor unseren Toren stationierter Bekannter in Befehlsrang sagte kürzlich nach seiner Rückkehr vom “Feld der Ehre ” am Hindukusch: “Noch nie so einen hanebüchenen Blödsinn gemacht”. Er sollte es wissen. Dann lieber Piraten jagen. Aber richtig und wie unsere Politiker immer so schön in ihrer wachsweichen Unverfänglich-Sprache formulieren: Nachhaltig und auf Augenhöhe.
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