Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Di
25
Nov '08

Abteilungsausflügler und Einkaufstouristen können kommen!

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Altherrenriege

Wend sauer auf “Bruder im Geiste”

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend (Bielefeld), hat den Austritt des früheren Wirtschaftsministers Wolfgang Clement mit Verärgerung aufgenommen. “Ich bin sehr überrascht, aber auch persönlich enttäuscht”, sagte Wend der in Düsseldorf erscheinenden morgigen Ausgabe der “Rheinischen Post”. “Das ist eine völlig unpolitische Entscheidung und wohl Clements Naturell als Sturkopf geschuldet. Er schadet sich mehr selbst als der SPD. Die Parteiführung hat sich klug verhalten”, so der Wirtschaftspolitiker, der ein persönlich gutes Verhältnis zu dem früheren NRW-Ministerpräsidenten pflegt. Wend würdigte die Verdienste Clements. “Er hat als Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen erfolgreich für das Land gearbeitet und Innovationen vorangetrieben. Als Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit hat er maßgeblich an den Sozialreformen mitgewirkt, die zum Rückgang der Arbeitslosenzahlen beigetragen haben.”

Verdienste? Innovationen? Sozialreformen?

Mensch Wend. Genosse. Gebrauch mal Deinen Verstand. Und denk mal nach: Hartz IV, Wegfall der Beschränkungen für Hedgefonds, getürkte Arbeitsmarktstatistiken, usw. Die Liste ist zu lange für diesen Blog. Aber bald kannst Du ihm ja auch Pensionsberechtigtfreundlich folgen.

Ach. Kein Verstand da zum Gebrauch? Siehste. So wurde auch der “Mann mit den längsten Mundwinkeln seit Angela Dorothea Merkel” stets überschätzt. Passiert bei Blendern häufiger. Manche glauben, sie könnten fliegen. Andere haben noch mit anne 60 ungefärbte Haare. Wieder andere fühlen sich wie ein Kanzler, bleiben aber auf ewig ein “Mädel”. Wär ja alles nicht schlimm, wenns nicht so schlimm wär.

So Rainer. das mußte mal geschrieben werden. Verstehst doch auch Du. Oder? Ruf mal GAZgerd an, der kann Dir das verklickern. “Wie bereite ich als noch amtierender Regierungschef meinen Abgang so vor, das er gradewegs in wunderbar weiche Altersversorgungen mündet”?

Die brechreizende Beckmann-Spiegel-Allianz

Mit Rücksicht auf Zuschauer, die bestenfalls die Wahl zwischen Bielefeld und Bochum haben, holte Beckmann das Gespräch zurück an den heimischen Herd. “Man kann guter Katholik sein und rote Haare haben”, behauptete Alexander. “Katholisch sein ist eine verrückte Sache”, versicherte Gloria, um im nächsten Satz zu dementieren, was ihr Bruder mal über sie geschrieben hatte: “Ich habe keinen Putzfimmel, ich bin nur ordentlich.”

So stehts in einer Besprechung der Beckmannschen Seichtsendung von Spiegel online. Das ehemals so stolze Augstein-Blättchen verkommt immer mehr zur senilen Kleinkaropostille dünne Bretter bohrender C-Journalisten aus dem neoliberalen SpringerBertelsmannlager. Schwach. Sehr schwach. Oder schrub Grönemeyer jemals der Regensburger Heimat der Taxischen Turnerin eine Hymne? Den Anfang wüßt ich schon: “Regensburg, ich schnacksel mit Dihir…..”.
Wer partout nichts zu sagen hat, schweigt sich beim Dummbeutel Beckmann lauthals aus.

Barbara Sommer und die Hindukusch-Verteidiger

Sie freue sich sehr, dass die ohnehin schon »gute Zusammenarbeit« ihres Hauses mit der Bundeswehr nun durch eine förmliche »Kooperations – vereinbarung« weiter gefestigt werde, sagte die nordrhein-westfälische Ministerin für Schule und Weiterbildung, Barbara Sommer (CDU), Ende Oktober in Düsseldorf. Auch ihr Kooperationspartner, der Befehlshaber im Wehrbereich II, Generalmajor Bernd Diepenhorst, freute sich: ­Seiner Ansicht nach führt das bislang einzigar­tige Abkommen zu einer deutlichen Verbesserung der »politischen Bildung« an den Schulen des Bundeslandes.

Die Vereinbarung, die das Landesministerium und die Bundeswehr getroffen haben, sieht folgen­des vor: Die so genannten Jugendoffiziere der Bundeswehr sollen nicht nur wie bisher regelmäßig die Schulen in Nordrhein-Westfalen besuchen und dort – beispielsweise im Gemeinschafts­kundeunterricht – »Informationsveranstaltungen« abhalten, sondern werden außerdem in die »Aus- und Fortbildung« von Lehrern und Referendaren »eingebunden«.

Lehrkräfte erhalten ebenso wie die Angehörigen der Schulverwaltung Gelegenheit, Kasernen und andere Einrichtungen der Bundeswehr zu besichtigen und an den dort angebotenen »Semi­naren zur Sicherheitspolitik« teilzunehmen. Wie das Schulministerium weiter schreibt, wird die Einhaltung der Kooperationsvereinbarung in »regelmäßigen Gesprächen der Jugendoffiziere mit den Schulabteilungsleiterinnen und -leitern der Bezirksregierungen« überprüft.

Soso. “Seminare zur Sicherheitspolitik”. Leider erst jetzt in der “Linken Wochenzeitung” Jungle-world gelesen. Schön, wie unsere blonde Bielefelder Geheimwaffe der Rüttgers-Truppe peu a peu für “Begeisterung” bei den Schülern für die Belange der Truppenstärke hinsichtlich der Hindukusch-Verteidiger sorgt. Nannte das nicht mal ein Kaiser “Kanonenfutter”? Ein gewisser Herr Jung ist übrigens schon fleißig dabei mittels Forderung nach “min. 1500 Soldaten” aus der somalischen Piratenjagd einen niedlichen kleinen Krieg zu machen.

Plädoyer für Linda

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Ich weiß ja nicht, welche Kartoffeln Sie bevorzugen, aber wir sind Linda-Fans. Wo immer auch es ein Säckchen zu erhaschen gilt, nehmen wir es. Aber Linda ist die umkämpfteste und von den Manipulierern und der Sortenmafia gehaßt. “Linda ist eine festkochende Kartoffel mit tiefgelbem Knolleninneren, die als besonders aromatisch gilt. Sie hatte im Jahr 2004 einen Marktanteil von etwa 1,4 % in Deutschland. Beim Direktverkauf von ökologisch wirtschaftenden Landwirten ist sie jedoch eine wichtige Sorte. Um die Verlängerung der deutschen Sortenprüfung ist derzeit ein Rechtsstreit anhängig.

“Europlant argumentiert, dass Linda sehr anfällig gegen Krautfäule, Knollenfäule und Virusnekrosen sowie nicht resistent gegen Nematoden und Krebserkrankungen sei. Deshalb benötige sie unnötig viel Pflanzenschutzmittel. Des Weiteren sei ihre Kocheigenschaft oftmals nicht stabil, das heißt sie verändere diese während der Lagerperiode von fest- zu mehligkochend. Im Interesse des Umwelt- und Verbraucherschutzes empfehle sie deshalb andere Sorten. Befürworter der Linda verweisen auf die ökologische Landwirtschaft, die Pflanzenschutzmittel gegenüber den ohnehin niedrigen gesetzlichen Grenzwerten weiter beschränke, sodass eine Gefährdung der Umwelt und der Verbraucher vernachlässigbar sei.” (Quelle: Wikipedia)

Die deutschen Bauern glauben, dass das Bundessortenamt Hannover die Zulassung der Kartoffelsorte Linda absichtlich verzögert. Karsten Ellenberg von Bioland dazu in einem taz-Interview:

“Sie braucht weniger Düngemittel und kommt ohne Spritzmittel aus. Auch die Verbraucher wollen sie. Zum anderen geht es uns ums Prinzip: Konzerne dürfen nicht bestimmen, was wir anbauen und essen dürfen.”

Och, lieber Karsten Ellenberg, die Verbraucher können Sie getrost vergessen. Die stören nur bei den Abzockerspielchen. Man könnte doch jetzt ein Lehman-Derivat neu auflegen und auf die Überlebenszeit der Sorte “Linda” wetten. Kaufen können Sie die hochspekulativen Papiere dann bei einer deutschen Bank oder bei der Berater-Bank. Wundern Sie sich aber nicht, wenn Ihr Anlagevermögen dann bald weg ist und Sie kein neues Linda-Saatgut kaufen können. Das ist dann nämlich gewollt. Sagt “V”-Mann Joe Ackermann.

Kniefall vor Clementine

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Ob die hiesige SPD noch Rückgrat und eine eigene Meinung hat? Bezweifeln wir es mal. Zum gestrigen Kniefall der Partei vor dem Chefzyniker und Superlobbyisten Wolfgang Clement liest man auf der örtlichen Webseite nichts als Kraft. Hannelore Kraft, Vorsitzende, spricht vollmundig landesweit aus, was die Leute an der Basis eigentlich in Mehrheit nicht denken:

Zur Entscheidung der Bundesschiedskommission im Parteiordnungsverfahren gegen Wolfgang Clement erklärt Hannelore Kraft, Vorsitzende der NRWSPD: „Die Bundesschiedskommission hat entschieden, dass Wolfgang Clement Mitglied der SPD bleibt. Die NRWSPD begrüßt diese Entscheidung. Es ist gut, dass sich beide Seiten bewegt haben und dass so ein Kompromiss gefunden werden konnte.“

Na dann freuen wir uns auf die nächsten Ausbrüche des Cholerikers, locker abgefedert vom reaktivierten Partei-Opa Franz M. aus dem Sauerland. Fragt sich nur, wer eine Truppe wählen soll, die vor einer schrumpeligen Clementine einen Kniefall wie weiland jener Herr in Canossa macht. “Harte Kante” sähe anders aus.

Und so gegen kurz nach 10 Uhr kristallisierte sich heraus: Wolfgang Clement tritt nach 38-jähriger Mitgliedschaft die SPD aus. Ähmm, respektive: aus der SPD aus.

Tschüss, beleidigte Leberwurst. FDP oder CDU nehmen Dich mit Kußhand auf. Eine wahrer Lobbyist braucht doch den richtigen Stall.

Sensation: Neuer Sturmtank für Arm. Bielefeld

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Der “Kicker”, jene DFB-servile Fußballpostille, brachte es als Eilmeldung: Arm. Bielefeld hat einen neuen Stürmer der Extraklasse als Partner für König Artur verpflichtet. Bereits im Spitzenspiel der Fubabuli Hoppenheim versus Arm Bi. am Samstag wird er im schwarzblauen “Go away”-Trikot auflaufen und die Sinsheimer Vorstädter an ihren Milliardärmillionen-schweren Beinen zweifeln lassen. Roland Kentsch, “Mr. Omnipotent” des Clubs von der Alm, hat Höhenluft geschnuppert nach dem Sieg über Leverkusen. Wie soll Hoppenheims Jungnationaler Compper den überschweren Brecher stoppen? Geht nur per Foul. Also: Elfer in der 11., Führung für Arm. Bi. Traditionell wird Daniel Halfar dann ab der 60. Kentschens Roland ersetzen und das Zweinull machen. Fertig. Arminia auf Champions-League-Kurs. Ist in noch 20 Spielen mit je 3 Punkten machbar.

Ja, so machen wir das, Roland. Vergiss aber bitte nicht, Dein “GoAway”-Trikot mit zu nehmen nach Hoppenheim.

Kelleins nächste Fettnäpfchen: Bunte LEDs

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Die NW Bielefeld zitiert – mit Zustimmung dieses Blogs – heute im Lokalteil den “Bielefeld-Blog” und zeigt jenen wunderbaren Schnappschuß unseres Bloggers “Argonaut” vom Moment des drohenden nächsten Kellein-Fettnapftrittes: LED-Throwings illuminieren die “Axis”-Skulptur von Richard Serra vor der Kunsthalle. Kunsthallen-Doyen Kellein zur NW: “Wir sind ein Museum und können nicht zulassen, dass jemand ein Kunstwerk verändert”.

Dünnhäutig, der Museumsmann. Dabei hats die Oetker-Stiftung doch ganz gern mit der zeitgenössischen Kunst. Ein paar bunte LEDs in der Nacht, geworfen von anonym bleibenwollenden Künstlern der Metropole, bringen ihn ebenso auf die Palme wie ein paar vom Kunsthallen-Café abgezapfte Strom-Kilowattstunden. Anstatt den Spieß umzudrehen und aus der “Kunst an der Kunst im öffentlichen Raum” eine zeitbezogene Aktion zu machen, schmollt er. Nächster Prozeß? Und wenn, gegen wen?

Es sei wie es sei. Das Bild ist Klasse. Jetzt noch ein paar hundert LEDs an das Neue Rathaus oder die Kathedrale deutschen Spitzenfußballs, der AlmSchücoArenaIhreNeueHaupttribüne, throwen oder einen von Mehdorns ICE´s beim Zwangsaufenthalt im Bielefelder Hauptbahnhof verzieren – Bielefeld käme in die internationalen Schlagzeilen wie die berühmte Kugel an Silvester vor dem New Yorker Rockefeller-Center. Und in diese Kategorie gehört die unter die Sparrenburg geduckte Metropole doch mindestens.

Schönen Tag Euch allen da draußen. Von Jöllenbeck bis Heepen, Altenhagen bis Deppendorf. “LEDs aus Bielefeld”. Machen das Leben ein wenig bunter. Darauf ein herzhaftes Wölkchen?