Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Nov '08

Es ist zum Thoben

Die SPD-Chefin in NRW, Hannelore Kraft, hat die Landesregierung aufgefordert, Opel zu helfen. Der Autobauer hatte gestern die Länder und die Bundesregierung um Staatsbürgschaften gebeten. “Auch NRW muss seinen Beitrag zur Rettung von Opel leisten. Die Landesregierung hat eine Mitverantwortung für 6000 Arbeitsplätze von Opel am Standort Bochum”, sagte Kraft der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, morgige Ausgabe).
Zuvor hatte das von Christa Thoben (CDU) geführte NRW-Wirtschaftsministerium erklärt, sich nicht zur Bürgschafts-Anfrage zu äußern. Man stehe aber mit allen Beteiligten im Gespräch, sagte ein Sprecher der WAZ.

Ob denn Frau Thoben überhaupt weiß, wieviele Automobilzulieferer hier in OWL von den Herstellern abhängig sind? Da seien nur Hella/Lippstadt und Benteler/Paderborn unter vielen genannt. Wer Hütchenspielern nahezu bedenkenlos und in vorauseilendem Gehorsam Milliarden zukommen läßt, wird wohl für Arbeitsplatzschaffer auch ein paar Brosamen haben. Oder? Opel könnte ja als Dankeschön jedes Lagerfahrzeug um 2000 € verbilligen. Vielleicht gibt es dann ja ein paar Automobilisten, die zum Blitz statt zum noch billigeren Dacia aus Rumänien greifen. Aber so lange der Mutterkonzern GM in Detroit Opel seine US-Schulden aufhalst, wirds ohnehin nichts.

Übrigens: Mit der “Finanz – und Bankenkrise” hat das alles eher weniger zu tun. Das lief schon, als “Die Rose der Uckermark” noch scheinheilig vom Aufschwung faselte, der irgendwo zwischen Berlin und Cochem oder Paderborn auf der Strecke liegenblieb.

“Kleine” Frauen-Fußball-WM für Puddingtown

Bielefeld wird 2010 Austragungsort der U 20 Frauenfußball-Weltmeisterschaft. Das hat die FIFA heute entschieden. Diese erfreuliche Nachricht erhielten Oberbürgermeister Eberhard David und DSC-Geschäftsführer Roland Kentsch am Nachmittag aus der Zentrale des Deutschen Fußballbundes (DFB). Die U 20-Frauen-WM findet vom 15. Juli bis 1. August 2010 in Deutschland statt.

David: “Unsere Bewerbung für die Frauen-WM 2011 hat den DFB überzeugt, auch wenn wir letztlich nicht zum Zuge gekommen sind. Bielefeld und der DSC Arminia Bielefeld werden den U 20-Frauen hervorragende Gastgeber sein. Ich freue mich, dass wir in Bielefeld erstklassigen Frauenfußball erleben, von der Vorrunde bis zum Endspiel.” Auch Roland Kentsch ist zufrieden mit dem Ausgang: “Wir freuen uns, gemeinsam mit der Stadt kurz nach der Männer-WM in Südafrika die U 20 Frauen-WM ausrichten zu dürfen. Besonders stolz sind wir, Finalort zu sein, was wir durchaus als willkommene Geste des DFB empfinden.

Mindestens zehn Spiele werden in der SchücoArena zu sehen sein: An drei Gruppenspieltagen jeweils zwei Begegnungen, zwei Viertelfinalspiele, das Spiel um Platz drei und das Endspiel. Eventuell wird auch der Halbfinalspieltag in Bielefeld ausgetragen.

Der DFB hatte am Montag, 10. November, Stadt und Verein angeboten, der FIFA Bielefeld als Austragungsort vorzuschlagen. Der Oberbürgermeister hatte daraufhin den Hauptausschuss am 13.November in nichtöffentlicher Sitzung über das Angebot des DFB und die daraus resultierenden Vertragspflichten informiert. Auf die Stadt kommen Kosten in Höhe von 300.000 Euro zu. Der Hauptausschuss hat grünes Licht gegeben, so dass der DFB der FIFA am Freitag, 14. November, neben Augsburg, Bochum und Dresden auch Bielefeld als Austragungsort vorschlagen konnte.

Aus einer Pressemeldung der Metropolverwaltung. Soso. Den richtigen Pudding vergab man lieber nach Bochum und Hoffenheim. Nun darf es der Nachwuchs richten. Aber Bielefeld ist nun mal nicht so bedeutend wie Sinsheim, zu dem der Vorort Hoppen, ähm, Hoffenheim gehört.

Rapsodie in ostwestfälisch

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Nachdem uns ja die Klimalogen erzählen, es sei “so warm wie seit 5000 Jahren nicht”, blüht sich der gelbe November-Raps bei naßkalten 4 Grad um Blatt und Blüte. Anzunehmen, daß unsere Agronomen ihn unterpflügen, um darauf dann Mais für das nächste Jahr einzusäen. Da blick noch einer durch. Hat man eigentlich schon vor 5000 Jahren Thermometer gehabt?

Beim Daimler gewinne?

Der Tabellevorletschte muß Morge scho wieder beim VaueffBe antrete. Spätzle treffe auf Pickert. Jo heidenei. Dazu heischts auf dera Webseit vom Arm. Bielefeld:

An das 2:2 im Mai und die anschließenden Klassenerhalt-Feierlichkeiten erinnern wir uns alle gern zurück. Das Gastspiel im September endete indes weniger erfolgreich und bescherte dem DSC das frühzeitige Aus im DFB-Pokal. “Damals fehlte uns ein bisschen der Mut, unsere Konter konsequent auszuspielen”, blickt Michael Frontzeck auf das 0:2 zurück. “Das wollen wir diesmal besser machen.”

Anders als im September werden Artur Wichniarek und Rüdiger Kauf am Samstag mit von der Partie sein, ebenso Michael Lamey, der nach überstandener Bauchmuskelzerrung ins Team zurückkehrt. Ansonsten ist die Personalsituation derzeit etwas angespannt. Andre Mijatovic ist wieder ins Training eingestiegen, ein Einsatz kommt in Stuttgart aber noch nicht in Frage. Fehlen werden weiterhin Rowen Fernandez und Thilo Versick sowie Leonidas Kampantais, der sich diese Woche einer Operation am Kreuzband unterzogen hat und somit für den Rest des Jahres ausfällt.

Die Bilanz von Trainer “Zecki”: 29 Bundesligaspiele, 4 Siege. Den DFB-Pokal nehmen wir jetzt mal nicht mit dazu, der hat eigene Gesetze. Aber da gabs auch eine Niederlage. In Stuttgart. Beim VfB.

60-Cent/h-Jobs sind da

Wer einen 1-Euro-Job unterhält und Beispielsweise 130 Stunden/Monat arbeitet, muß laut der gestrigen Entscheidung des Bundessozialgerichts seine Aufwandsentschädigung selbst tragen. Das entspräche, bei einem Mehraufwand von zb. 50,- Euro Fahrtkosten, einem Stundenlohn von 0,60 Euro.

Ich bin dafür, alle Bundes- und Landespolitiker jedes Jahr 3 Monate für 1 €/h Laub fegen, Alte pflegen, Kinder hüten und Kloschüsseln putzen zu lassen. Damit sie mal wieder richtigen Boden unter die Füße bekommen. Für unsere Rainers, Lenas und wie sie alle heißen, hätte ich schon ein paar wundervolle Jobs. Frühstücksbrötchen und den Pausenkakao, durch den ich Euch ziehen würde, müßt aber ebenso selbst bezahlen wie die Monatskarte für den “Öffentlichen Nahverkehr”.

Warum ist OWL so unbesternt?

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Nur Elmar Simons “Balthasar” in Paderborn kann mit einem Michelin-Stern glänzen. Sonst nichts in dieser Region. Kann mir mal einer verraten, wie die von “Powerbrands” gesuchten Führungskräfte hier überleben sollen? Mit Lappenpickert? Versmolder Schlachteplatte? Oder kochen die alle daheim die doch recht einfachen Rezepte vom Hamburger Jamie-Oliver-Clon Mälzer nach?

BKA-Schnüffelbeschluß “nicht für Zahnärzte”

“Mit dem Bundestagsvotum wird das Durchforsten von Zahnarztcomputern über das Internet möglich. Das erodiert das Arztgeheimnis und belastet die Arzt-Patienten-Beziehung. Ein Grund mehr für uns, die Online-Anbindung der Zahnarztpraxen abzulehnen, die im Rahmen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) geplant ist.” Mit diesen Worten kommentierte der stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der KZBV, Dr. Günther E. Buchholz, gestern den Beschluss des Bundestages zum BKA-Gesetz.

Mein Zahnarzt trocken dazu gestern: “Wenn das vorgeschrieben würde, schreiben wir die Patientendaten wieder mit Gänsefeder auf Klorollen und verstecken sie vor Schäuble”. Ist schon irre, wie der idiotische Beschluß aus dem Reichstag selbst da Wellen schlägt, wo man an einen Staatseingriff gar nicht denkt. Aber Gestapo und Stasi waren ja auch überall. Warum nicht auch Schäuble 2.0?

Mein Bielefelder Zahnarzt erklärte mir, daß die meisten Zahnärzte ihre Praxiscomputer aus Gründen der Datensicherheit nicht an das Internet angebunden hätten. Würden sie dies nun im Zuge der Einführung bestimmter Anwendungen der eGK (Elektronische Gesundheitskarte) tun, schüfen sie damit auch technische Voraussetzungen für Online-Durchsuchungen. Auch wenn es bei diesen Durchsuchungen richterliche Kontrollmechanismen gebe, zeigten die Fälle von gesetzeswidrigen Datenzugriffen oder -weitergaben in der Vergangenheit, dass es letzte Sicherheit vor Missbrauch nicht geben könne.

“Glücklicherweise sind die Zahnarztpraxen rechtlich nicht verpflichtet, an den Online-Anwendungen der eGK teilzunehmen. Seit gestern ist es noch wichtiger, dass sie es auch nicht tun”, schloß er seine Ausführungen zum neusten Ermächtigungsgesetz ab. Aber er hast nicht gebohrt. Dafür kam noch eine sarkastische Bemerkung zum Berliner Saustall: “Ich hätte die Gesundheitsministerin und den Innenminister nebst Kanzlerin hier gerne mal auf dem Stuhl. Denen würde ich kostenlos das Gebiß grundsanieren und die Beißfunktion entfernen”. Absaugen bitte…..

Rainer will 500 Euro “Autogutschrift”

Die SPD will nach der von den Koalitionsfraktionen gebilligten Kfz-Steuerbefreiung für schadstoffarme Neuwagen die bedrängte deutsche Autoindustrie zusätzlich stützen. Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD, der Bielefelder Rainer Wend, sagte der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung
(Heutige Ausgabe), denkbar sei eine Gutschrift bei der Einkommensteuer in Höhe von 400 bis 500 Euro beim Kauf eines Neuwagens. Zu bedenken sei, dass jeder siebte Arbeitsplatz an der Autoindustrie hänge.

Ähhmm, “Gutschrift bei der Einkommensteuer”? Es soll ja Menschen geben, die nicht zur Einkommensteuer veranlagt werden. Was ist mit denen? Gibt es da nicht einfachere Rezepte? Pendlerpauschale zB., die von der Groko ja so fürstlich gekippt wurde. Mehrwertsteuer, die von der Groko ja so großzügig erhöht wurde und nun ebenfalls ihre Folgen zeitigt.

Die Lückenschließer

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Gestern bei Sennestadt. Erstaunlich wenig Leute werkeln am Brückenbau für die A 33. Aber es geht voran. Nokia-Fabrikbauer Goldbeckchen baut in Ummeln grad einen neuen Verwaltungsbau. Vorbereitungen für den großen Autohof, der dunnemals an der A 33 just da entstehen wird, wo mal ein “Sennesee” angedacht war?

Das ewige Sommer-Thema

Eindeutiger hätte das Signal der Kultusminister nicht ausfallen können: Die Hauptschule hat in Deutschland keine Zukunft mehr. Wenn die Politik der Ansicht ist, dass Bildungsstandards dort keine Gültigkeit haben, koppelt sie eine ganze Schulform vom allgemeinbildenden Schulwesen ab. Die Hauptschule wird nicht nur den Stempel “Restschule” nie mehr los, sie bekommt sogar noch einen zweiten, ebenso hässlichen aufgedrückt: “Verwahr – anstalt”. Denn nichts anderes ist eine Schule, in der Kindern und Jugendlichen nicht zugetraut wird, Leistung zu erbringen. Und sie wird mit der
Sonderschule in einen Topf geworfen. Diese Erkenntnis ist ein Schlag ins Gesicht der Lehrer, die sich Tag für Tag unter oftmals schwierigsten Bedingungen engagieren. Sie müssen mit den Problemfällen arbeiten, denen Gymnasium, Realschule & Co. die Tür verschließen. Es ist aber auch ein Schlag für die Schüler, die deutlicher als jemals zuvor gezeigt bekommen: Das Schulsystem gibt dich auf – deine Endstation heißt Hartz IV! Welch
eine Ironie: Erst im Oktober hatten sich die Länder auf einem groß inszenierten Bildungsgipfel darauf verständigt, die Zahl der Abgänger ohne Hauptschulabschluss von derzeit rund acht Prozent eines Jahrgangs zu halbieren und die Schulform zu stärken. Übrig geblieben ist eine Bankrott – erklärung der Kultusminister.
Wie sagte doch neulich unsere Bielefelder NRW-Schulministerin Barbara Sommer? Fünfzig % der Lehrer “taugten” nichts. Oder so ähnlich?

Da verschließt die Politik vor dem eigentlichen Problem immer noch die Augen, und das gilt in besonderem Maße für die CDU. Nehmen wir nochmal die nordrhein-westfälische Landesregierung: Seit ihrem Amtsantritt investiert sie überdurchschnittlich in die Hauptschule und redet deren Zustand schön. Entscheidend aber sind die Anmeldezahlen, und die gehen Jahr für Jahr dramatisch zurück. Eine Hauptschule nach der anderen kämpft ums Überleben. Denn die Eltern wissen es besser. Sie schicken ihre Kinder lieber in die Gesamtschule, weil sie ihnen einen Rest von Zukunftsperspektiven erhalten wollen. Selbst die FDP im Land hat inzwischen erkannt, dass die Systemfrage nicht länger tabu sein darf, wenn man das Recht auf Bildung ernst nimmt. Über den Sinn und Unsinn ihrer Idee einer Mittelschule lässt sich trefflich streiten. Nicht aber über ein Schulsystem, das längst an seine Grenzen gestoßen ist.

Deutschland. Land des Fortschritts. Land der Bildung. Land des Aufschwungs. Land der erloschenen Hoffung für über 160Tsd. Auswanderer jährlich. Lebte Heinrich Heine heute noch, seine “Winterreise” geriete zu einem Totenrequiem oder einem Stück aus dem Tollhaus, in dem sich Bankmanager, die Milliarden verzocken, gerichtlich Belohnung erstreiten wollen……

Soso, 2 Büros haben sie also noch …..

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Schön, wenn die NW Bielefeld sich um die Vermietung der beiden letzten Büroräume in der neuen Haupttribüne der AlmSchücoArena an der Melanchthonstraße sorgt und gleich mal mit einem Halbseiter das Wunderbare an dem bei Spielen halbleeren – da von den Eintrittspreisen her zu teuren – Bau würdigt. Um diese PR für den Tabellenvorletzten ein wenig kritisch aussehen zu lassen, wird ein kleiner Kommentar eingeschoben, der zeigen soll, wie kritisch doch die größte Zeitung der Metropole ist. Ein Schelm, der´s glaubt ……

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