Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Do
30
Okt '08

Teutoburger Waldwanderer. Nackt?

Wanderer im Harz können sich demnächst möglicherweise ähnlich hüllenlos entfalten wie Urlauber an FKK-Stränden. Zwei Kommunen im Harz interessieren sich für die Einrichtung eines Nacktwanderweges. Dabei handelt es sich um Herzberg in Niedersachsen und Wippra in Thüringen, sagte der Geschäftsführer des Harzer Verkehrsverbandes (HVV), Michael Lücke. Ob das eine prickelnde Idee für unseren Hermannsweg wäre? Rechts und links die Kameras, mittendrin die mit Nichts.

Wahnsinnsidee “besonders saubere Fahrzeuge”

Zur Ankurbelung der Konjunktur will die Bundesregierung die Kfz-Steuer für umweltfreundliche Neuwagen bis zu zwei Jahre lang aussetzen. Das bestätigte Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) im ARD-”Morgenmagazin”. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) werde den Bundesländern den Vorschlag machen, “besonders saubere Fahrzeuge” für eine befristete Zeit von der Steuer auszunehmen. Die Länder, denen diese Einnahmen bislang zustehen, müssen noch zustimmen. Insgesamt flossen vergangenes Jahr durch die Kfz-Steuer 8,9 Milliarden Euro in die Kassen des Staates.

Beim Schröder-Team, Neotechnik und Mercedes am Stadtholz nebst BMW-Cloppenburg wissen sie ab Morgen nicht, wo sie so schnell die ab 60.000-€-Autos herbekommen sollen. Wo doch die Hersteller einfach nichts bauen. Glaubt die gloriose Truppe um “Die Perle der Uckermark” und Peer “Hochstirn” S. wirklich, damit ließe sich der Verkauf von neuen Autos ankurbeln?

Die “Deutsche Umwelthilfe e.V.” kommentiert das so:

Heute vorgestelltes angebliches Anreizprogramm zum Kauf umweltfreundlicher Neuwagen ist einseitiges Konjunkturprogramm zur Absatzförderung von Spritfressern - der Kauf spritsparender Kleinwagen wie Smart wird mit 40,50 Euro subventioniert, der 2,8 Tonnen schwere Geländewagen Q7 mit 500 PS und 298 g CO2/km hingegen mit 1.852,80 EUR - Deutsche Umwelthilfe fordert Bundestag auf, die von der Bundesregierung geplante absurde Subvention für Neuwagen zu stoppen - DUH-Bundesgeschäftsführer Resch: “Bundesregierung verabschiedet sich mit dieser Verkaufsförderung für Klimakiller vom Klimaschutz im Verkehrsbereich”

Interessantes in Sachen Call-Center

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Weil das Thema “Callcenter” im Zusammenhang mit einem Bielefelder Unternehmer hier immer noch Wellen schlägt, habe ich diese Pressemeldung hier mal eingestellt:

Während Unternehmen vieler Branchen an den Universitäten den raren Nachwuchs umwerben, verlässt man sich in Callcentern immer noch mehrheitlich darauf, dass die eine oder andere studentische Aushilfskraft hängen bleibt. Der Beruf des Customer Service Managers ist bei Hochschulabsolventen bislang weitgehend unbekannt und die Unternehmen investieren nicht ausreichend in Employer Branding und Marketing für das Berufsbild. Dies ist das
Ergebnis einer aktuellen Befragung der Personalberatung GORDELIK AG, Buxtehude, bei Fachleuten und Beratern der Customer Service Branche.

Dass sich dem ambitionierten Führungsnachwuchs im Customer Service Management interessante Karrierechancen bieten, liegt eigentlich auf der Hand, denn Unternehmen richten nicht nur ihr Angebot, sondern ihre gesamten Prozesse an ihren Kunden aus. Kundenservice, ob auf Dienstleister- oder Unternehmens-Seite, gewinnt damit an Bedeutung und hält Einzug auf der höchsten Management-Ebene. Damit steigen auch die Anforderungen an diejenigen, die in diesem Feld professionell tätig sind.

Im krassen Missverhältnis dazu steht die derzeitige Anziehungskraft der Branche. Akademiker, die dennoch diesen Weg einschlagen wollen, haben es schwer, den richtigen Einstieg zu finden: Regelrechte “Akademiker-Anlegestellen”, wie sie sich die Headhunterin Iris Gordelik wünscht, gibt es kaum. Ein klassischer Einstieg für Hochschulabsolventen im Customer Service Center ist die Position “Assistent/-in der Geschäftsleitung”. Richtig gute Einstiegs - chancen für Akademiker gibt es eher auf Unternehmens- als auf Dienstleister-Seite, beispielsweise im CRM.

Unternehmen, die Zeichen der Zeit erkannt haben, setzen auf Hochschularbeit sowie eigene Bewerber- und Absolventen-Tage. Dies sei umso wichtiger, als viele Hochschulabsolventen von einer Tätigkeit im Customer Management keine oder falsche Vorstellungen hätten. Vielfach würden auch Angebote aufgrund unattraktiver, weil strukturschwacher Callcenter-Standorte abgelehnt. “Da ist viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Wir haben dringenden Nachholbedarf auf allen Ebenen: Strukturen, Employer Branding, Kommunikation der Einstiegsmöglichkeiten und Perspektiven”, so Iris Gordelik.

Stichprobe der Umfrage: nicht repräsentativ, aber aufgrund der Branchen-Expertise der Befragten in der Tendenz aussagekräftig.

Zocker, Banken und Autos zuerst

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Wer im eigenen Umfeld grad wieder einmal erlebt, wie (überlebens)notwendig gute Kliniken, motivierte Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger sind, sieht diese Überschrift mit großem Unbehagen. Auch und grade hier in der Region, die sich mit diversen Heilbädern gerne mit dem Attribut “Gesundheitsregion” schmückt. Da jagt einem das politische Gezerre um die Gesundheit und ihre Kosten eher Unbehagen ein. Erst gabs die Deckelung der Kosten, die nicht funktionierte. Dann führte man die Praxisgebühr ein, die nichts brachte. Nun hat man den den Gesundheitsfond erfunden, der nichts bringen wird. Und schließlich zieht man den Krankenkassenbeitrag der Gesetzlichen auf generell 15,5% hoch, der nichts bringen wird. Rumdoktern am halbtoten Patienten, zielloses unsinniges Pflästerchen aufkleben statt der einen großen Reform. Aber die wird von immens vielen Händen und Mäulern verhindert, die dank Lobbyarbveit am Patienten zerren, der am Ende die Zeche so, so oder so bezahlen muß.

Ganz anders die großen fundamentalen Rettungsaktionen für die Hütchen spielenden Banker und die Autofritzen, die viele Jahre geschlafen haben und lieber Kuh 7, Cayennes, Phaetons mit hunderten Pferdestärken statt witziger praktischer Stadtautos auf die Räder stellten. Das “Mindener Tageblatt” kommentiert dazu:

Jetzt wird gerettet, was das Zeug hält. Nachdem das heimische und das internationale Bankensystem in einer historisch einmaligen Hauruck-Aktion vor dem Kollaps zu bewahren versucht wurden - das Ergebnis steht noch aus - fühlt sich die Politik offenbar sozusagen omnipotent. Ob in Berlin (und anderen Hauptstädten) oder Brüssel, überall wird an Rettungspaketen und Sicherungsschirmen gebastelt, werden Programme aufgelegt und Maßnahmen angekündigt. Die kriselnde Konjunktur, der drohende Jobverlust - nichts, was die sich plötzlich wieder stark fühlenden Staaten sich nicht zu stemmen
zutrauten. An Hilfsbedürftigen besteht kein Mangel, wer am lautesten schreit und die größten Risiken vorweisen kann, wird vordringlich behandelt.
Dass Konjunkturprogramme noch nie mehr bewirkt haben als Strohfeuer, dass Beihilfen noch nie anderes verursacht haben als Wettbewerbs - verzerrungen, dass nationale Förderinstrumente noch nie mehr gefördert haben als neue protektionistische Hürden anderswo - wen interessiert’s? Die Krise ist da, die von Panik gebeutelten Wähler wollen handlungsfähige Politiker sehen. Für die wiederum ist Handlungsfähigkeit gleich bedeutend mit Geld ausgeben - das der Steuerzahler; dazu noch solches, das man noch gar nicht hat, sich also leihen muss. Wohin der gegenwärtige, eher kopflos als konzertiert wirkende Aktionismus an allen Fronten führt, kann man sich an fünf Fingern ausrechnen: in noch mehr Schulden. Und eine Haltung, die man gerade über Jahre mühsam ein wenig zurückzudrängen versucht hatte, Motto “Wo wir schon mal dabei sind - darf’s noch etwas mehr sein?” Eine nicht zu kleine Ironie dieser Geschichte besteht darin, dass das Heil in der aktuellen, maßgeblich von haltloser Verschuldung ausgelösten Krise ausgerechnet Staatenlenker bringen sollen (und zu können glauben), deren Staatskunst zu der aberwitzigsten Verschuldung geführt hat, die ihre Länder je zu gewärtigen hatten. Politiker, deren einziges Mittel offenkundig weitere Schulden sind. Ganz ehrlich? Da will so recht kein Optimismus aufkommen.

Wo Senner damals badeten

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Nochmal Sennesee. Diese chicen jungen Kerle in ihrem abgesagten “Outfit” sprangen damals in die Fluten. Mehr kann man darüber hier lesen.

Der Krebs vom Sennesee

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Zum Eintrag “Sennesee”. Den See gibt es heute noch. Er ist sogar Heimat von europäischen Flußkrebsen geworden. Siehe hier. Wenn sich die hohe Regionalpolitik mal ein wenig weniger um Obersee/Untersee kümmern und anderen Möglichkeiten zuwenden würde, könnten wir in der Region auch mehr See sehen, statt die Füße nur in der rei(z)ßenden Lutter zu baden. Auch das wäre ein Beitrag zum Thema “Powerbrands” und “OWL unter der Lupe”. Um mit Horst Lichter zu sprechen: “Immer nur Teuto-Buchenwald ist auch keine Lösung”.