Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Sa
25
Okt '08

Zehn Arminen und 1 Punkt auf Schalke

armschalke.jpg

Obwohl Jonas Kamper, der flotte Däne, in der 60. Minute mit roter Karte vom Platz mußte, schafften die Arminen am Ende ein verdientes 0:0. Besonders zeichnete sich Arminen-Torwart Eilhoff aus, gegen den Ex-Nutellaboy Kurany keine Chance hatte.

Westfalen ungastlich?

ostwestfalische-ansichten.jpg

Ungastlich oder nicht?

In Westfalen

Ungastlich hat man dich genannt,
Will deinen grünsten Kranz dir rauben,
Volk mit der immer offnen Hand,
Mit deinem argwohnlosen Glauben;
O rege dich, daß nicht die Schmach
Auf deinem frommen Haupte laste,
Und redlich, wie das Herz es sprach,
So sprich es nach zu deinem Gaste:

»Fremdling an meiner Marken Stein,
Mann mit der Stirne trüben Falten,
O greif in deines Busens Schrein,
Und laß die eigne Stimme walten.
Nicht soll bestochner Zeugen Schar
Uns am bestochnen Worte rächen,
Nein, Zeug’ und Richter sollst du klar
Dir selbst das freie Urteil sprechen.

Fühlst du das Herz in dir, nicht heiß
Doch ehrlich, uns entgegen schlagen,
Dein Wort kein falsch und trügend Gleis,
Befleckend was die Lippen tragen,
Fühlst du ein Gast dich, wie er lieb
Dir an dem eignen Hausaltare,
Dann frisch heran – nicht wie ein Dieb,
Nein, frisch, mit fröhlicher Fanfare!

Wer unsres Landes Sitte ehrt,
Und auch dem seinen hält die Treue -
Hier ist der Sitz an unserm Herd!
Hier unsres Bruderkusses Weihe!
Wer fremden Volkes Herzen stellt
Gleich seinem in gerechter Wage -
Hier unsre Hand, daß er das Zelt
Sich auf bei unsern Zelten schlage!

Doch sagt ein glüh Erröten dir,
Du gönntest lieber einer andern
Als deiner Schwelle gleiche Zier -
Brich auf, und mögest eilends wandern!
Wir sind ein friedlich still Geschlecht
Mit lichtem Blick und blonden Haaren,
Doch unsres Herdes heilig Recht
Das wissen kräftig wir zu wahren.

Die Luft die unsern Odem regt,
Der Grund wo unsre Gräber blühen,
Die Scholle die uns Nahrung trägt,
Der Tempel wo wir gläubig knieen,
Die soll kein frevler Spott entweihn,
Dem Feigen Schmach und Schamerröten,
Der an des Heiligtumes Schrein
Läßt eine falsche Sohle treten!

Doch einem Gruß aus treuem Mut,
Dem nicken ehrlich wir entgegen,
Hat jeder doch sein eignes Blut,
Und seiner eignen Heimat Segen.
Wenn deine Ader kälter rinnt,
So müssen billig wir ermessen:
Wer könnte wohl das fremde Kind
Gleich eignem an den Busen pressen?

Drum, jede Treue sei geehrt,
Der Eichenkranz von jedem Stamme;
Heilig die Glut auf jedem Herd,
Ob hier sie oder drüben flamme;
Dreimal gesegnet jedes Band
Von der Natur zum Lehn getragen,
Und einzig nur verflucht die Hand,
Die nach der Mutter Haupt geschlagen!«

Annette von Droste-Hülshoff 1797-1848

Westfalen. Das ist schon ein eigenartiger Landstrich. Schwermütig. Wortkarg. Korn – und Wacholderschwanger. Wen wunderts da, dass Ostwestfalen-Lippe als Kombi schon gar keine Chance hat?

Versteigerung eines Niveauhalters

Zu Gunsten des

Vereins für sozialpädagogische Jugendförderung und Anstaltsfürsorge e.V.

versteigere ich hier (eBay) einen haltenden Gegenstand, wobei hier bei SuaU über den Hintergrund etwas nachzulesen ist.

Werner Siebers

Das Barmen um OWL hat begonnen

barmen-um-owl.jpg

Die NW Bielefeld macht sich zum An – und Wortführer einer Truppe aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, die noch vor Kurzem (“Stichwort: Powerbrands”) über diese wundervolle grüne Region das Füllhorn des Schönen, Wahren, Guten ausgegossen hat und jetzt so ziemlich das Gegenteil verkündet. Im Gefolge der “Weltwirtschaftskrise” (Ist es wirklich eine oder eher eine Herbeigeschriebene?) hat die große Zeit der Kaffeesatzleser, Untergangsstimmler, Jammerer, Krisenherbeiseher, Ängstlichen und politisch von Düsseldorf Abgehängten begonnen.

Über 2 Millionen Menschen leben in der Kunstregion OWL. 1947 gewaltsam zusammengestückelt aus Ostwestfalen und Lippe. Sitz der Bezirksregierung ist das ebenso beschauliche wie provinzielle Detmold. 55 Milliarden Euro Bruttoinlandsprodukt wird in dieser Region erwirtschaftet. Das ist ungefähr das Niveau von Staaten wie Litauen, Kenia oder Slowenien. Politisch gesehen kam aus dem Lipperland jener Gerhard Schröder, dessen Politik fundamental scheiterte und schließlich von einer Dame aus der Uckermärkischen Provinz noch verschlimmbessert wurde. Jetzt rüstet sich mit Frank-Walter S. ein weiterer Lipper, Kanzler werden zu wollen. Im Geiste seines Ziehvaters GAZgerd. Offensichtlich ist das Lipper Denken nicht sonderlich förderlich für die deutsche Befindlichkeit.

Persönlich kann ich es durch lange Jahre Zusammenarbeit mit lippischen Unternehmen und Unternehmern bestätigen. Die geistige Langsamkeit, das tiefe Verwurzeltsein in einem grundlegenden provinziellen Geiz, das “selten über den Tellerrand schauen” und die Ängstlichkeit vieler mittelständischer Unternehmen, aus der handwerklichen Versenkung aufzutauchen, waren und sind symptomatisch und haben bei vielen letztlich zur Insolvenz geführt.

Es hilft also wenig, sich jetzt über das mangelnde Interesse der Düsseldorfer Regierung zu beschweren, deren Zusammensetzung hier bei den letzten Wahlen sogar stark gefördert wurde. Es hilft nichts, über bekannte dämliche Imagekampagnen der Vergangenheit nachzudenken, wenn es wieder exakt die Personen sind, die sich jetzt zu Wortführern machen. Sie haben in der Vergangenheit zu wenig getan und wollen jetzt “den Karren aus dem Dreck” ziehen. Dabei genügen wenige Blicke auf OWL – und Bielefeld-Marketing, IHK und Handwerkskammer, um zu sehen, wo der OWL-Hase im Pfeffer liegt: Jeder kocht sein eigen Süpplein. Die große, zusammenhängende Linie fehlt völlig. Und “Gallionsfiguren” gibt es hier praktisch nicht. Auch wenn sich Elmar Brok in Brüssel, Ute Schäfer/SPD oder Gudrun Kopp/FDP für solche halten.

Will man diese Region wieder nach vorne bringen, bedarf es ganz anderer Anstrengungen, eines geschlossenen Marketingkonzeptes und Personen und Unternehmen, die für das stehen, was eine Region erst zu einer “Marke” macht. So lange wir hier sogar stolz-tumb mit “Ostwestfalen, Idioten” in Zusammenhang mit dem Fubabulisten Arm. Bielefeld (Ein Name wie ein Programm) hantieren, uns an “Leineweber”, “Weihnachtsmarkt” und “Mittelalter auf der Sparrenburg” kindlich freuen, wird es sicher nicht positiver. Man sollte bereits bei dem überaus dämlichen und nichtssagenden Begriff “OWL” beginnen, wollte man diese nicht gleich wieder sprichwörtlich nach Athen tragen.

“Hermannsland” ist ziemlich angekokelt. Könnte es der Mann auf dem Denkmalssockel bei Detmold, er würde mit seinem Schwert dreinschlagen wie einst gegen den Römer Varus.