Unter dem Titel “Bielefelder Volksbank: nach der Fusion in Schwierigkeiten” schreibt Michael Diekmann im Westfalen-Blatt über die großen Probleme im Brackweder Teil der “neuen” Volksbank:
Nach der im Mai rückwirkend vollzogenen Fusion mit Brackwede steckt die neue Bielefelder Volksbank in Schwierigkeiten. Der Brackweder Teil der Bank verzeichnete offenbar Einlagenverluste und Ertragsausfälle in zweistelliger Millionenhöhe. Der amtierende Vorstand Michael Kittel ist um Einheit bemüht. Einzelne der mehr als 40 000 Gesellschafter fordern bereits einen kompletten Neuanfang.
Bevor am Samstag, 18. Oktober, mit der Gleichschaltung der Datenverarbeitungsnetze beider Banken der letzte wesentliche Schritt der Fusion vollzogen werden soll, war allen im Führungskreis längst klar, dass sich die wirtschaftliche Situation in Brackwede anders darstellt als angenommen und stets plakativ verkauft. Die Bank wollte auf WESTFALEN-BLATT-Nachfrage nicht Stellung nehmen.
Montag vor einer Woche setzte der Vorstandsvorsitzende Reinhard Eikel (52) seinem Leben bei Delbrück selbst ein Ende (wir berichteten). Am Sonntag zuvor war Eikel in der Bank vom Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Becker über seine Freistellung unterrichtet worden. Eikel informierte seinen Brackweder Vorstandskollegen, erledigte offenbar noch persönliche Dinge im Büro. Montag hatte er sich krank gemeldet. Wie man jetzt weiß, hatte er die vom Aufsichtsrat vorgeschlagene Variante von seinem vorzeitigen Abschied aus gesundheitlichen Gründen nicht akzeptiert.
Die Brackweder Volksbank hatte sich schon länger in einer angespannten wirtschaftlichen Lage befunden. An der Hauptstraße wurde kein Geld verdient, die Bank, die sich selbst gern als »Perle Westfalens« innerhalb des Genossenschaftslagers präsentierte, lag mit ihrem Betriebsergebnis weit hinter dem Branchenschnitt und den Bielefelder Kollegen am Kesselbrink zurück. Die Kundenstruktur mit vergleichsweise wenig Privatkundschaft drückte auf den Verdienst. Den versprach man sich wohl aus der wackeligen Spekulation mit Kurzfrist-Langfrist-Krediten.
In der internen Vorbereitung der im vergangenen Jahr von Brackweder Aufsichtsräten eilig angestrebten Fusion beider Häuser wurde offensichtlich allen Beteiligten klar, dass die Brackweder Situation weit hinter den Erwartungen zurücklag. Insider versichern jetzt, dass es dem Brackweder Vorstandschef Reinhard Eikel nicht gelang, das Ruder in der Geschäftspolitik entsprechend herumzureißen. Eikel investierte in Umbau, Einrichtung und wichtige elektronische Ausstattung der Brackweder Bank.
Für die letzte Alleinbilanz der Brackweder Volksbank 2007 gab es bereits von Wirtschaftsprüfern schlechte Noten. Innerhalb des Aufsichtsrates der neu fusionierten Bielefelder Volksbank, zusammengesetzt aus den Kräften beider Banken, platzte die Bombe vor drei Monaten bei einer turnusmäßigen Sitzung. Kittel und Eikel, Bielefelder und Brackweder Vorstandsposition, lieferten sich einen verbalen Schlagabtausch vor versammelter Mannschaft. Hintergrund: Während sich das Geschäft am Kesselbrink bis Mai 2008 positiv entwickelte, verbuchte man in Brackwede im gleichen Zeitraum den Verlust eines erheblichen zweistelligen Millionenbetrages bei den Einlagen. Eine Erklärung für diesen Verlust soll es bislang nicht gegeben haben. Zwei Mitarbeiter im Controlling-Süd sind gegangen. Über einen Zusammenhang wird spekuliert.
Am Sonntag, 5. Oktober, zog Aufsichtsratschef Becker die Reißleine und stellte Eikel frei. Die verbliebenen Akteure im Vorstand halten sich in der Öffentlichkeit zurück. Die große Verantwortung für 330 Mitarbeiter des fusionierten Instituts und möglicher Imageschaden lassen sie behutsam agieren. Die Zukunft der Bielefelder Volksbank sieht man zumindest am Kesselbrink im geschlossenen Auftreten aller Beteiligten. Aber: Machtkämpfe zwischen Bielefelder und Brackweder Aufsichtsräten sind programmiert. Und immer deutlicher wird, wie riskant die im Mai rückwirkend zum Januar vollzogene Fusion war. Als die Defizite in der Brackweder Bilanz offensichtlich wurden, war der Fusionszug bereits nicht mehr zu stoppen.
Aufsichtsratsmitglied Hans-Günter Lamm, erst seit Montag aus dem Urlaub zurück: »Wir müssen erreichen, dass die neue Bielefelder Volksbank erhalten bleibt. Am Kesselbrink, versichert der Kreishandwerksmeister, habe die Bank ihre Schularbeiten vor der Fusion gemacht. Nach Eikel und dem Bekannt – werden erster Hintergründe sehen sich Verantwortliche der Genossenschaftsbank vor einer Stunde Null. Zitat eines Insiders: »Die Fusionsgeschichte beginnt jetzt neu.«
Danke Frank! Das hatte ich glatt überlesen. Da brennts aber gewaltig in der Hütte. Und die Frage tut sich auf, wer von den Führungsgenossen da wen nicht bewußt richtig, halb wahr oder gar falsch über die Bilanzen informiert hat. Oder sollte es an der Brackweder Hauptstraße gar noch gar keine EDV geben? Oder sind die Kesselbrinkler noch auf Hollerith-Karten ein geschworen, die Brackwede ihnen vorlegte? Fragen über Fragen. Nicht nur im verschwippten, versifften, verlobbyisteten Berlin. Verdammt, ich mag Banker einfach nicht.
Dazu passt noch wie “A… auf Eimer” ein Schmankerl, das sich auf der Website des stern fand und die Charakterlosigkeit, Abgehobenheit und die Allgemeinheit verachtende Einstellung vieler Banker zeigt:
Die Deutsche Bank hat in einem internen Papier das Rettungspaket der Bundesregierung für die deutschen Banken kritisiert, berichtet stern.de, das Online-Magazin der Hamburger Zeitschrift stern. Der Gesetzentwurf sei “relativ restriktiv”, heißt es in der Bewertung, die stern.de vorliegt. “Falls Geschäftsbanken die Garantien der Regierung nutzen müssen, sollte sich die Wettbewerbsposition dieser Bank wegen der Auflagen der Regierung
erheblich verschlechtern”, warnt die Analyse. Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, hatte zu den engsten Beratern von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Ausarbeitung des Rettungspakets gezählt. Das Papier wurde am Dienstag in der Londoner Gruppe der Deutschen Bank verfasst und via Internet auf der Führungsebene des Kreditinstituts verbreitet. In London sitzt der bislang starke Investmentbanken-Bereich der Deutschen Bank, der von der Finanzmarktkrise erheblich betroffen ist.
Da rettet der Steuerzahler auf Kosten weitaus wichtigerer Projekte ein paar Hütchenspielern den Arsch und dann sowas …..i






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